Wie viel sind alte Ansichtskarten wert?


Wer historische Postkarten besitzt oder welche erwerben will, möchte wissen, wie viel die Sammlerstücke mit der Zeit an Wert gewonnen haben, bzw. wie viel maximal für die jeweilige Postkarte ausgeben werden sollte. Leider ist es pauschal gar nicht so einfach den Wert für alte Ansichtskarten zu bestimmen. Das liegt vor allem daran, dass eine Katalogisierung aller historischen Karten nahezu unmöglich ist. Dementsprechend gibt es auch keine festgelegten Katalog-Preise wie etwa für alte Briefmarken. Um den Preis einer alten Ansichtskarte festzulegen, empfiehlt es sich daher, sich an den Preisen bei Auktionen und im Handel zu orientieren. Doch auch hierbei ist Vorsicht geboten, denn Sie sollten generell zwischen dem realen Wert und dem ideellen Wert einer historischen Postkarte unterscheiden, bzw. diesen im Hinterkopf behalten. Alte Postkarten aus dem Heimatort können so zum Beispiel objektiv geschätzt kaum realen Wert haben, während sie für den Heimatsammler unschätzbar wertvoll sein können.

Um den Sachwert von alten Ansichtskarten dennoch möglichst objektiv beziffern zu können, sollte Sammler folgende Faktoren im Hinterkopf behalten, die den Wert ihrer Postkarten erhöhen könnten:

  • Wurde die Postkarte zum Beispiel anlässlich eines seltenen Feiertags, eines Jubiläums, eines Festes oder einer Ausstellung herausgegeben, könnte sich dies wertsteigernd auswirken 
  • Rarität zahlt sich auch bei alten Ansichtskarten aus: zeigt die Postkarte eine seltene Abbildung eines Platzes oder das Gebäude eines kleineren Ortes, verfügt die Ansichtskarte über einen seltenen Stempel oder handelt es sich bei ihr sogar um eine kleine Reproduktion einer handgemalten Ansichtskarte eines berühmten Künstlers oder werden Propaganda-Symbole oder Motive von technischen Innovationen dargestellt wird das Stück einiges wert sein. Doch natürlich bemisst sich der Seltenheitswert einer Karte auch in der Stückzahl. So wird ein Einzelstück demnach einen höheren Preis erzielen als beispielsweise Massenware. Doch Vorsicht: Nur weil sich einer Ansichtskarte eines fast vergessenen Ereignisses als Motiv bedient heißt das nicht zwangsläufig, dass die Karte einen hohen Seltenheitswert hat. Insbesondere im Goldenen Zeitalter wurden massenhaft alte Ansichtskarten von Unglücken oder Katastrophen produziert und oft verkauft. Sie sollten sich daher nicht dazu hinreißen lassen, zu viel Geld für diese Karten zu bezahlen.
  • Historische Ansichtskarten, d.h. Lithografien vor 1900 haben einen unschätzbaren Preis für Sammler. Aber auch Karten, die bestimmte historische Kontexte thematisieren, können astronomisch hohe Summen erzielen. Hierzu gehören zum Beispiel Ansichtskarten von der Jungfernfahrt der Titanic.
  • Qualität, die sich auszahlt: Verfügt die Postkarte über eine hohe fotografische Qualität wird sich das voraussichtlich nach auch in deren Wert niederschlagen.
  • Trägt die Ansichtskarte die Handschrift einer berühmten Persönlichkeit, so wird sich das im Wert der Karte deutlich machen. Dabei kann zum Beispiel die Ansichtskarte von einem berühmten Künstler gemalt worden oder der Absender eine bedeutende Persönlichkeit sein.

Neben jenen Aspekten spielt aber auch das Motiv der Ansichtskarte für deren Wertsteigerung eine entscheidende Rolle und soll an dieser Stelle noch ausführlicher thematisiert werden. Handelt es sich zum Beispiel um ein Motiv mit geschichtlicher Aussagekraft, das das historische Lebensgefühl einfängt wird diese Ansichtskarten bei vielen Sammlern begehrt sein. Besonders beliebt dürften dabei folgende Darstellungen sein:

  • geschichtliche Gebäude oder Landschaften, die die historische Entwicklung eines Ortes oder einer Region dokumentieren; 
  • Motive von historischen Postkarten wie Familienporträts, Soldatenbilder oder Abbildungen von Ortschaften, die durch einen Ergänzungstext auf der Rückseite in den historischen Zusammenhang gerückt werden;
  • zu den bei Sammlern besonders beliebten Motiv-Themen zählen technische Innovationen wie Dampfschiffe, Zeppeline oder Eisenbahnen, aber auch Postkarten aus Kriegszeiten und Ansichtskarten mit Propaganda-Symbolen.

Insbesondere Sammler, die alte Ansichtskarten mehr als eine Investition denn als eine Leidenschaft betrachten, sollten vor dem Erwerb einer Karte eine ausführliche Recherche zum Wert anstellen. Gegebenenfalls empfiehlt es sich für Laien vor dem Kauf einer alten Ansichtskarte sogar, einen Philokartie-Experten um Rat zu bitten, was den Kaufwert einer alten Ansichtskarte anbelangt.

Postkarten-Sammler hingegen, die ihre Schätze veräußern möchten, sollten ihre Ansichtskarten nicht als Einzelstücke, sondern gleich die gesamte Kollektion verkaufen. Denn dadurch lässt sich in der Regel ein höherer Verkaufspreis erzielen, da selbst mit wertlosen Karten, für die es als Einzelstück wohl schwer werden wird, einen Käufer zu finden, noch Umsatz gemacht werden kann.

In keinem Fall sollten Sie historische Ansichtskarten nachträglich bearbeiten, da Sie so deren Originalität verändern. Die Originalität einer Ansichtskarte ist immer ausschlaggebend für die Wertermittlung. Sollte diese also verfälscht sein, mindern Sie so automatisch den Verkaufspreis der Karte. Das gilt übrigens auch für das Entfernen von alten Briefmarken: Diese sind ein wichtiger historischer Beleg und können einigen Aufschluss über die jeweilige Epoche und das Alter der Postkarte geben. Von Käufern wird die Original-Briefmarke daher immer als Wertsteigerung betrachtet.