Eva May (1902-1924) | Mia May (1884-1980)

Eva May wurde am 29. Mai 1902 in Wien/Österreich als Eva Maria Mandl geboren. Die Tochter des Regisseurs und Filmproduzenten Joe May, eigentlich Joseph Mandel (1880-1954) und seiner Ehefrau, der Schauspielerin Mia May, eigentlich Hermine Pfleger (1884-1980) wuchs in Wien, Hamburg und Berlin auf, wo ihre Eltern als bedeutende Filmschaffende beschäftigt waren.

Eva May und Mia May Portrait- und Szenenkarten

Als fünfzehnjährige stand Eva May unter der Leitung ihres Vaters erstmals vor der Kamera. Sie spielte ihre erste Rolle 1917/18 in einem der Joe-Deebs-Detektivfilme - Der lebendige Tote (1918). Ab Herbst 1918 erschien sie in rascher Folge in Produktionen der Ring-Film GmbH, die von ihrem früh geheirateten ersten, jüdischen Ehemann Erik Lund, eigentlich Manfred Liebenau (1893-?) geleitet wurde. Erik Lund war Filmregisseur, Filmproduzent und Filmmanager.

Die Ring-Film GmbH brachte nun eine eigene Eva-May-Reihe heraus, an deren Drehbüchern Eva May mitschrieb. Von der Presse wurde sie überwiegend positiv bewertet. Durch ihre sympathischen Rollen wurde sie zu "Jedermanns Liebling". Sie machte sich mit diesen Filmen schnell einen Namen.

Der Regisseur und Drehbuchautor Lothar Mendes (1894-1974) wurde ihr zweiter Ehemann, der Regisseur und Szenenbildner Manfred Noa (1893-1930) ihr dritter. Eva May war auch die Verlobte des Filmproduzenten Rudolf Sieber (1897-1976), bis dieser seine zukünftige Frau die Schauspielerin Marlene Dietrich (1901-1992) kennenlernte. Daraufhin versuchte sie sich 1923 umzubringen, indem sie sich die Pulsadern öffnete. Die hoch talentierte, aber launenhafte Eva May überwarf sich mehrmals mit ihren Eltern.

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Nachdem Eva May sich vergeblich bemüht hatte, ihren Vetter, den österreichischen Industriellen und Patronenfabrikanten Fritz Mandl (1900-1977) - der später die Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr (1914-2000) heiratete - zu heiraten, erschoss sie sich in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1924 in Baden bei Wien. Nach ihrem Tod drehte ihre Mutter Mia May keinen Film mehr.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1918: Der lebendige Tote
  • 1918: Sadja
  • 1918: Erträumtes
  • 1918: Stürme - Ein Mädchenschicksal
  • 1919: Staatsanwalt Jordan
  • 1919: Die verwunschene Prinzessin
  • 1919: Irrlicht
  • 1919: Schloß Einöd
  • 1919: Schwarze Perlen
  • 1919: Das Gebot der Liebe
  • 1919: Die Fee von Saint Ménard
  • 1919: Die Braut des Entmündigten
  • 1919: Das törichte Herz
  • 1919: Im Wirbel des Lebens

 

  • 1920: Der Henker von Sankt Marien
  • 1920: Die Legende von der heiligen Simplicia
  • 1920: Die heilige Simplicia
  • 1921: Die Amazone
  • 1921: Junge Mama
  • 1921: Seine Exzellenz von Madagaskar (2 Teile)
  • 1922: Scheine des Todes
  • 1922: Der Graf von Charolais
  • 1922: Der Graf von Essex
  • 1923: Paganini
  • 1923: Alt-Heidelberg
  • 1923: Die Fledermaus
  • 1924: Der geheime Agent

Mia May (1884-1980)

Mia May wurde am 2. Juni 1884 in Wien als Hermine Pfleger geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren hatte sie ihren ersten Theaterauftritt und war danach oft in Kinderrollen beschäftigt. Sie trat unter ihrem damaligen Künstlernamen Herma Angelot an Wiener Bühnen als Schauspielerin und Sängerin auf.

Mia May heiratete 1902 den späteren Regisseur Joe May, der eigentlich Joseph Mandel (1880-1954) hieß und bekam die gemeinsame Tochter Eva May (1902-1924). Unter ihrem neuen Künstlernamen Mia May war sie 1910 am Operettentheater in Hamburg tätig. Ihr Ehemann übernahm ihren Künstlernamen.

Mit ihrem Filmdebüt 1912 unter der Regie ihres Mannes in dem Film, In der Tiefe des Schachtes (1912) zeichnete Mia May sich nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern auch als Co-Autorin verantwortlich aus. Sie war ausserdem Geschäftsführerin der May-Film GmbH und betätigte sich auch als Cutterin.

Ab 1916 stilisierte sie Joe May zu einer der ersten Diven des deutschen Films. Ihr Ehemann produzierte eine Mia-May-Reihe von melodramatischen Filmen. Mia May spielte Hauptrollen für den Regisseur und Drehbuchautor Fritz Lang (1890-1976), unter anderem Das wandernde Bild (1920) und in den Joe May Produktionen Veritas vincit (1919), Die Herrin der Welt (1919), Das indische Grabmal (1921) und Tragödie der Liebe (1923).

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Nach dem tragischen Selbstmord ihre Tochter Eva May 1924 drehte Mia May keinen Film mehr und beendete ihre Schauspielkarriere. Gemeinsam mit ihrem Ehemann ging sie 1933 in die USA. Mia May starb am 28. November 1980 in Hollywood, Los Angeles, USA.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1912: In der Tiefe des Schachts
  • 1915: Sein schwierigster Fall
  • 1917: Hilde Warren und der Tod
  • 1917: Der schwarze Chauffeur
  • 1918: Die Bettelgräfin
  • 1919: Veritas vincit
  • 1919: Die Herrin der Welt

Teil 1. Die Freundin des gelben Mannes
Teil 2. Die Geschichte der Maud Greegardt
Teil 3. Der Rabbi von Kuan-Fu
Teil 4. König Makombe
Teil 5. Orphir, die Stadt der Vergangenheit
Teil 6. Die Frau mit den Milliarden
Teil 7. Die Wohltäterin der Menschheit
Teil 8. Die Rache der Maud Ferguson

  • 1920: Die Schuld der Lavinia Morland
  • 1920: Das wandernde Bild
  • 1921: Das indische Grabmal
  • 1921: Die Sendung des Yoghi
  • 1921: Der Tiger von Eschnapur
  • 1923: Tragödie der Liebe (4 Teile)

Veritas Vincit | Mia May | D 1919 | Film Sterne Verlag 566/8

Hilde Warren und der Tod | Mia May | D 1917
Film Sterne Verlag 516/6

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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