Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2010
Zoologischer Garten Hannover
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Zoologischer Garten Hannover

Der Zoologische Garten Hannover wurde am 4. Mai 1865 aus privaten Mitteln gegründet und ist der fünftälteste Zoo in Deutschland. Er umfasst derzeit eine Fläche von 22 Hektar und beherbergt etwa 1705 Tiere in 252 Arten.

Ein Kreis von Naturfreunden, der bereits das Naturhistorische Museum gegründet hatte, gab den Impuls für den Zoo Hannover. Da umfangreiche Kosten für die Haltung der wilden Tiere kalkuliert wurden, wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. Laufende Kosten sollten durch Jahresabonnements und Einnahmen an den Tageskassen gedeckt werden. Im Zentrum der Anlage befand sich eine Felsenanlage mit Greifvogel-Voliere, Aquarium sowie Grotten für Raubtiere. Die verschiedenen Teilbereiche des Zoologischen Gartens waren durch eine begehbare Brücke verbunden. Architekt des Zoos war Wilhelm Lüer (1834-1870), der auch die Anlagen für das Egestorffsche Aquarium entwarf. Der Kunstgärtner Johann Georg Heinrich Egestorff (1835-1882), ein Verwandter Georg Egestorffs eröffnete 1867 in Hannover das erste eigenständig betriebene Aquarium Deutschlands. Der Architekt Wilhelm Lüer setzte erstmals den Grottenstil für das Aquarium ein.

In den Anfangsjahren mussten die Zoogründer mit vielen Schwierigkeiten kämpfen. Ihr Anspruch war hoch, doch konnte man auf keine praktischen Erfahrungen der Wildtierhaltung zurückgreifen. Die Folge waren hohe Verluste. Trotzdem wurde der Garten zu einem beliebten Treffpunkt der Hannoveraner, auch wenn die angestrebte Bedeutung der Einrichtung als naturkundliche Bildungseinrichtung in den Hintergrund trat. Bereits im ersten Jahr zählte man 92.000 Besucher.

1867 kommt ein Kamelhaus hinzu, 1868 ein großes Raubtierhaus. Ein neues Haus für Antilopen, Kamele und Giraffen wird 1890/91 im orientalischen Stil gebaut.

Gruss vom Zoologischen Garten Hannover | 06.03.1897

Wechselnde Tierschauen ziehen das Publikum an, oftmals werden Tiere aus einem neu angekommenen Tiertransport für den Zoo von Carl Hagenbeck (1844-1913) in Hamburg, mehrere Wochen im Zoo Hannover ausgestellt.

Weitere Zoologischer Garten Hannover Karten

Gruss aus dem Zoolog.-Garten Hannover | 14.08.1906

Die Sensation der Zeit sind „Völkerschauen“, in denen Menschen aus fremden Ländern zusammen mit ihren Tieren und Gerätschaften des täglichen Lebens dargestellt werden.

Um die Jahrhundertwende wird die Tiergartenbiologie von Carl Hagenbeck geprägt. 1911 wird seine Idee, Tiere in gitterlosen Freianlagen zu zeigen, in Hannover mit einer Affeninsel im Schwimmteich verwirklicht. Dutzende Rhesus- und Javaneräffchen werden täglich von einem Pfleger gefüttert, der mit einem Boot zu der Affeninsel rudert. Die Insel wird schnell zum Hauptanziehungspunkt des Zoos.

Den Ersten Weltkrieg überleben nur wenige Zootiere. Die Besucherzahlen sinken, die Futterkosten steigen - oft gibt es das benötigte Futter gar nicht. Von den 34 Affen, die der Zoo 1913 hielt, überlebte bis 1919 nur ein einziger, von 102 Huftieren nur 63. 1920 können die Tierhäuser nicht mehr beheizt werden - es gibt kein Brennmaterial – viele Käfige bleiben leer, das Affenhaus wird ganz geschlossen. Die Zoogesellschaft geriet in finanzielle Not – obwohl die Stadtverwaltung seit 1905 jährlich einen Zuschuss zahlte. Durch immer steigende Zuschüsse sicherte die Stadt den Betrieb, bis sie den zoologischen Garten 1920 schließlich übernahm. Es fehlte jedoch das Geld für die Sanierung der Tierhäuser. Als der Zoo finanziell nicht mehr tragbar war, wurde er am 1. Oktober 1922 geschlossen, sämtliche Tiere wurden verkauft und im Februar 1923 stand der Zoo leer.

     

    Zoologischer Garten der Stadt Hannover - Löwenburg               Hannover-Zoo - Kragenbären | 09.06.1941
                                     21.07.1933

Durch öffentlichen Druck und privates Engagement, eine Bürgerinitiative zur Rettung des Zoos gründet sich, wurde der Zoo im Herbst 1924 von der Stadt Hannover und der Tierhandelsfirma Ruhe aus Alfeld an der Leine mit einer Löwenschlucht, einem Raubtierhaus und einem Affenfelsen wieder eröffnet. Ab 1932 pachtete die Firma Ruhe den Zoo komplett und machte ihn zu einem „Schaufenster“ für seine Tierhandlung. Auf der Löwenfreianlage lebten zeitweise bis zu 30 junge Bären. Oft waren die Tiere nur wenige Wochen im Zoo, bis sie weiter verkauft wurden.

 

Nachdem der Zoo im Zweiten Weltkrieg nahezu komplett zerstört worden war, wurde er bis 1946 provisorisch aus den Mitteln der Firma Ruhe wieder betriebsbereit hergerichtet. Bis zum Neubeginn in den 1950er Jahren waren nur wenige Tiere im Zoo. In den folgenden Jahren wurden Häuser für Nashörner, Elefanten, Giraffen und Antilopen sowie eine Robben- und Pinguinanlage gebaut. Seit dem Ende der 1950er Jahre entstand dann mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt ein damals moderner Freiflächenzoo.

Auch der Tierhandel florierte wieder und immer neue Tierarten kommen in den Zoo. Hannover wird sogar zum Zentrum der Elefantenzucht in Europa. Im Jahr 1972 ging der Zoo Hannover wieder in den Besitz der Stadt Hannover über, der Tierbestand wurde angekauft und blieb so dem Zoopublikum erhalten.

Zoo Hannover | 11.10.1971

Anfang der 1990er Jahre steckte der Zoo in einer Krise. Die Besucherzahlen sanken, der öffentliche Betriebskostenzuschuss wurde gekürzt. Daraufhin beschloss man einen kompletten Neuanfang. Das städtische Amt Zoo wurde 1994 in eine GmbH ungewandelt und symbolisch für eine Mark an den Kommunalverband Großraum Hannover veräußert. 1995 beleuchtete ein Planungsteam Stärken und Schwächen des Zoos. Ergebnis: Der Zoo musste sich dem Wettbewerb mit einem neuen Konzept stellen. Zoofachleute, Architekten und Freizeitforscher entwickelten in enger Kooperation das Konzept „Zoo 2000“, mit dem sich der Zoo erfolgreich am Ideenwettbewerb der Weltausstellung Expo 2000 beteiligte. 1996 wurde der Zoo als „Projekt Expo 2000“ offiziell anerkannt. Das Motto des neuen Zoos lautet: „Nur was Menschen kennen, werden sie lieben. Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.“ Unter die bekannte Tierpräsentation in konventionellen Gehegen wurde weitgehend ein Schlussstrich gezogen. Die natürlichen Lebensräume der Tiere wurden vielmehr in Szenarien detailgetreu nachgebildet. Für 54,7 Millionen Euro (107 Millionen Mark) wurden vier als europaweit einzigartig geltende Erlebniswelten geschaffen: die Afrikalandschaft Sambesi, der Gorillaberg, der indische Dschungelpalast und Meyers Hof. Die Distanzen zwischen Mensch und Tier sind auf ein Mindestmaß reduziert, erforderliche Sicherheitsbarrieren in die Landschaft eingebaut. Das Konzept gilt als bewährt. Seit 2000 besuchen jährlich eine Million Gäste den Zoo, 2005 zur Adventszeit öffnete zum ersten Mal der Winterzoo, 2007 wurde das Kinderland Mullewapp eröffnet und im Juni 2010 wurde die sechste Erlebniswelt – das kanadische Yukon Bay eröffnet.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
Zoo Hannover GmbH - www.zoo-hannover.de