Zoologischer Garten Hannover | Zirkus in Hannover
|
Um das Zoologischer Garten-Archiv anzuschauen -
bitte den Archiv-Link öffnen. Der Zoologische Garten Hannover wurde am 4. Mai 1865 aus privaten Mitteln gegründet und ist der fünftälteste Zoologische Garten Deutschlands. Er umfasst derzeit eine Fläche von 22 Hektar und beherbergt etwa 1705 Tiere in 252 Arten. Ein Kreis von Naturfreunden, der bereits das Naturhistorische Museum gegründet hatte, gab den Impuls für den Zoo Hannover. Angeregt durch einen Zoobesuch in Frankfurt regte der Senator und Parlamentarier Hermann Schläger (1820-1889) auf einem Vortrag am 15. November 1860 vor der Naturhistorischen Gesellschaft die Gründung des Zoologischen Gartens Hannover an. Unterstützt wurde er dabei von Georg Egestorff (1802-1868), der selbst am Ufer der Ihme einen kleinen Vogelzoo unterhielt. Hermann Schläger wurde später Mitglied des Verwaltungsrats und ab 1882 dessen Vorsitzender. Da hohe Kosten für die Haltung der Tiere kalkuliert wurden, wurde 1863 eine Aktiengesellschaft gegründet. Laufende Kosten sollten durch Jahresabonnements und Einnahmen an den Tageskassen gedeckt werden. Im Zentrum der Anlage befand sich eine Felsenanlage mit Greifvogel-Voliere, Aquarium und Grotten für Raubtiere. Die Teilbereiche waren durch eine begehbare Brücke verbunden. Architekt war Wilhelm Lüer (1834-1870), der auch die Anlagen für das Egestorffsche Aquarium entwarf. Der Kunstgärtner Johann Georg Heinrich Egestorff (1835 bis nach 1882), ein Vetter Georg Egestorffs (1802-1868) eröffnete 1867 in der Hinüberstraße 16 das erste eigenständig betriebene See- und Süßwasser-Aquarium Deutschlands, es war zugleich das größte Aquarium Europas. Das Aquarium hatte täglich geöffnet, abends mit Gasbeleuchtung. Der Architekt Wilhelm Lüer hatte und für das Aquarium erstmals den Grottenstil einsetzte. 1877 konnten am Austernbassin, auch Austern gekauft werden. Nachdem Egestorff nach 1882 in Russland als verschollen galt, musste das Aquarium wegen Insolvenz geschlossen werden. |
In den Anfangsjahren mussten die Zoogründer mit vielen Schwierigkeiten kämpfen. Ihr Anspruch war hoch, doch konnte man auf keine praktischen Erfahrungen der Wildtierhaltung zurückgreifen. Die Folge waren hohe Verluste. Trotzdem wurde der Garten zu einem beliebten Treffpunkt der Hannoveraner, auch wenn die angestrebte Bedeutung der Einrichtung als naturkundliche Bildungseinrichtung in den Hintergrund trat. Bereits im ersten Jahr zählte man 92.000 Besucher.
Gruss vom Zoologischen Garten Hannover | 06.03.1897 Im Jahr 1867 kommt ein Kamelhaus hinzu, 1868 ein großes Raubtierhaus. Ein neues Haus für Antilopen, Kamele und Giraffen wird 1890/91 im orientalischen Stil gebaut. Wechselnde Tierschauen ziehen das Publikum an, oftmals werden Tiere aus einem neu angekommenen Tiertransport für den Zoo von Carl Hagenbeck (1844-1913) in Hamburg, mehrere Wochen im Zoo Hannover ausgestellt. |
Gruss aus dem Zoolog.-Garten Hannover | 14.08.1906 Die Sensation der Zeit sind „Völkerschauen“, in denen Menschen aus fremden Ländern zusammen mit ihren Tieren und Gerätschaften des täglichen Lebens dargestellt werden. Um die Jahrhundertwende wird die Tiergartenbiologie von Carl Hagenbeck geprägt. 1911 wird seine Idee, Tiere in gitterlosen Freianlagen zu zeigen, in Hannover mit einer Affeninsel im Schwimmteich verwirklicht. Dutzende Rhesus- und Javaneräffchen werden täglich von einem Pfleger gefüttert, der mit einem Boot zu der Affeninsel rudert. Die Insel wird schnell zum Hauptanziehungspunkt des Zoos. |
|
Gruss aus dem Zoologischen Garten in Hannover | 19.06.1898 Gruss aus dem Zoolog.- Garten in Hannover | 01.08.1900 Den Ersten Weltkrieg überleben nur wenige Zootiere. Die Besucherzahlen sinken, die Futterkosten steigen - oft gibt es das benötigte Futter gar nicht. Von den 34 Affen, die der Zoo 1913 hielt, überlebte bis 1919 nur ein einziger, von 102 Huftieren nur 63. 1920 können die Tierhäuser nicht mehr beheizt werden - es gibt kein Brennmaterial – viele der Käfige bleiben leer, das Affenhaus wird ganz geschlossen. Die Zoogesellschaft geriet in finanzielle Not – obwohl die Stadtverwaltung seit 1905 jährlich einen Zuschuss zahlte. Durch immer steigende Zuschüsse sicherte die Stadt den Betrieb, bis sie den zoologischen Garten 1920 schließlich übernahm. Es fehlte jedoch das Geld für die Sanierung der Tierhäuser. Als der Zoo finanziell nicht mehr tragbar war, wurde er am 1. Oktober 1922 geschlossen, sämtliche Tiere wurden verkauft und im Februar 1923 stand der Zoo leer.
Zoologischer Garten - Elefant Kaspar |
30.09.1918
Zoologischer Garten der Stadt Hannover - Flußpferd Durch öffentlichen Druck und privates Engagement, eine Bürgerinitiative zur Rettung des Zoos gründet sich, wurde der Zoo im Herbst 1924 von der Stadt Hannover und der Tierhandelsfirma Ruhe aus Alfeld a. d. Leine mit einer Löwenschlucht, einem Raubtierhaus und einem Affenfelsen wieder eröffnet. Ab 1932 pachtete die Firma den Zoo komplett. Auf der Löwenfreianlage lebten bis zu 30 junge Bären. Oft waren die Tiere nur wenige Wochen im Zoo, bis sie weiter verkauft wurden. Zoologischer
Garten der Stadt Hannover -
Löwenburg
Hannover-Zoo - Kragenbären | 09.06.1941 Vom 12. bis 17. April 1939 war ein Pandabär aus Berlin im Zoo zusehen. Eigentlich sollten vier Pandabären in Hannover gezeigt werden. Dazu kam es aber nicht und so wurde nur ein Bär präsentiert. Danach reiste der Panda weiter nach München und Paris. Nachdem der Zoo im Krieg nahezu komplett zerstört worden war, wurde er bis 1946 provisorisch aus den Mitteln der Firma Ruhe wieder betriebsbereit hergerichtet. Bis zum Neubeginn in den 1950er Jahren waren nur wenige Tiere im Zoo In den folgenden Jahren wurden Häuser für Nashörner, Elefanten, Giraffen, Antilopen und eine Robben- und Pinguinanlage gebaut. Seit Ende der 1950er Jahre entstand mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt ein Freiflächenzoo. Auch der Tierhandel florierte wieder und neue Tierarten kommen in den Zoo. Hannover wird zum Zentrum der Elefantenzucht in Europa. 1972 ging der Zoo wieder in den Besitz der Stadt über, der Tierbestand wurde angekauft und blieb so dem Zoopublikum erhalten. Zoo-Hannover - Eisbären | 25.05.1942 Zoo-Hannover, Zebras | 23.07.1953 Anfang der 1990er Jahre steckte der Zoo in einer Krise. Die Besucherzahlen sanken, der öffentliche Betriebskostenzuschuss wurde gekürzt. Daraufhin beschloss man einen kompletten Neuanfang. Das städtische Amt Zoo wurde 1994 in eine GmbH ungewandelt und symbolisch für eine D-Mark an den Kommunalverband Großraum Hannover veräußert. 1995 beleuchtete ein Planungsteam Stärken und Schwächen des Zoos. Ergebnis: Der Zoo Hannover musste sich dem Wettbewerb mit einem neuen Konzept stellen. Zoofachleute, Architekten und Freizeitforscher entwickelten in enger Kooperation das Konzept „Zoo 2000“, mit dem sich der Zoo Hannover erfolgreich am Ideenwettbewerb der Weltausstellung Expo 2000 beteiligte. Zoo Hannover | 11.10.1971 ZooHannover | 28.08.1983 1996 wurde der Zoo als „Projekt Expo 2000“ offiziell anerkannt. Das Motto des neuen Zoos lautet: „Nur was Menschen kennen, werden sie lieben. Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.“ Unter die bekannte Tierpräsentation in konventionellen Gehegen wurde weitgehend ein Schlussstrich gezogen. Die natürlichen Lebensräume der Tiere wurden vielmehr in Szenarien detailgetreu nachgebildet. Für 107 Mio. Mark (54,7 Mio. Euro) wurden vier als europaweit einzigartig geltende Erlebniswelten geschaffen: die Afrikalandschaft Sambesi, der Gorillaberg, der indische Dschungelpalast und Meyers Hof. Die Distanzen zwischen Mensch und Tier sind auf ein Mindestmaß reduziert, erforderliche Sicherheitsbarrieren in die Landschaft eingebaut. Seit 2000 besuchen jährlich eine Million Gäste den Zoo, 2005 zur Adventszeit öffnete zum ersten Mal der Winterzoo, 2007 wurde das Kinderland Mullewapp eröffnet und 2010 die sechste Erlebniswelt – das kanadische Yukon Bay. |
Zirkus in Hannover
Im September 1784 waren die Zirkusleute Brunn und Meyer mit einem lebendigen Zebra, einem asiatischen Löwen und einem Tiger in Hannover, auf dem Neustädter Marktplatz zu gast. Auch die Wandermenagerie des Holländers Anthony van Aken war regelmäßig in Hannover, wo er seine Attraktionen entlang der Georgstraße präsentierte. Van Akens vier Söhne (Anton, Herrmann, Wilhelm und?) und seine Tochter stiegen ins Geschäft ein und zeigten mit zum Teil konkurrierenden eigenen Unternehmen ab 1815 im deutschsprachigen Raum und später dann auch europaweit ihre exotischen Tiere. Herrmann van Aken gastierte zum Beispiel im November 1830 in Hannover. Weitere Zirkusstandorte waren die Goseriede und der Schützenplatz. Akrobaten, Schlangenmenschen, Seiltänzer und Zauberer zeigten ihre Darbietungen im Ballhof.
Literatur- und Quellenverzeichnis
|
Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne
beteiligen. Adress- und Fernsprechbücher der Stadt
Hannover
|







