Willy Fritsch (1901-1973)
Willy Fritsch, eigentlich Wilhelm Egon Fritz Fritsch wurde am 27. Januar 1901 in Kattowitz, heute Polen, geboren. Willy Fritsch war der Sohn des Inhabers der Maschinenfabrik Fritsch & Brattig, Lothar Fritsch. Nach dem Konkurs der Firma zog die Familie 1912 nach Berlin, wo der Vater seit 1910 als Betriebsleiter bei Siemens tätig war. Dort begann Willy Fritsch 1915 eine Mechanikerlehre, die er allerdings abbrach. Nach Hilfstätigkeiten am Berliner Landgericht hatte er kleine Einsätze als Komparse im Chor des Großen Schauspielhauses. Im Jahr 1919 nahm Willy Fritsch Schauspielunterricht an der Reinhardt-Schule und erhielt bald kleinere Rollen an dessen Deutschem Theater. Ab 1920 drehte er regelmäßig Filme, vorzugsweise als jugendlicher, eleganter Liebhaber und war sehr erfolgreich in dieser Rolle mit berühmten Kolleginnen seiner Zeit, wie Henny Porten (1890-1960), Ossi Oswalda (1897-1947) und Lilian Harvey (1906-1968). Von 1929 an drehte Willy Fritsch – meist mit Lilian Harvey – Tonfilme. Da es sich häufig um Musikkomödien handelte, nahm er auch Gesangsunterricht. In Melodie des Herzens (1929) sprach er den ersten Satz des deutschen Tonfilms: „Ich spare nämlich auf ein Pferd.“ Jetzt und in den folgenden Jahren wurden viele Melodien aus seinen Filmen zu bekannten und erfolgreichen Schlagern, wie Ein Freund, ein guter Freund aus Die Drei von der Tankstelle (1930), Das gibt's nur einmal (1931), Der Kongreß tanzt (1931) oder Wenn der weiße Flieder wieder blüht (1953). Seine Gagen erreichten Rekordhöhen. 1937 heiratete er die Schauspielerin und Tänzerin Dinah Grace, eigentlich Ilse Schmidt (1917-1963), mit der er die Söhne Michael und Thomas Fritsch (letzterer ebenfalls Schauspieler) bekam. 1939 endete seine Zusammenarbeit mit Lilian Harvey, mit dem Film Frau am Steuer (1939), da Lilian Harvey nach Frankreich emigrierte. Willi Fritsch wurde auf Druck seines Ortsverbandes NSDAP-Mitglied, blieb aber bis auf eine Ausnahme im Propagandafilm Junge Adler (1944) unpolitisch. Als Parteimitglied wurde er Präsidialrat der Kameradschaft der deutschen Künstler. Im August 1944 nahm ihn Joseph Goebbels (1897-1945) in die Gottbegnadeten-Liste der Schauspieler auf, die er für die Filmproduktion brauchte, womit Willi Fritsch vom Kriegsdienst freigestellt wurde. |
Liebeswalzer mit Lilian Harvey | Tonfilm |
Nach Kriegsende zog er nach Hamburg, seine Rollen wandelten sich vom Geliebten zum Vater, wie seine Rolle als Romy Schneiders (1938-1982) Vater in deren ersten Film 1953; an die früheren Erfolge konnte er jedoch nicht mehr anknüpfen. Nach dem Tod seiner Frau 1963, zog sich Willy Fritsch bald vollständig von Film und Öffentlichkeit zurück. Seinen letzten Film drehte er an der Seite seines Sohnes Thomas Fritsch im Jahre 1964 Das hab’ ich von Papa gelernt (1964). Willy Fritsch hinterlässt ein Filmwerk von über 120 Filmen. Er starb am 13. Juli 1973 in Hamburg und wurde auf dem Hauptfriedhof Ohlsdorf beerdigt.
Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)
|
|
Literatur- und Quellenverzeichnis
|
Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Collector's Homepage -
www.cyranos.ch |




