Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Warum heißt der Kröpcke-Platz eigentlich Kröpcke?
http://www.postkarten-archiv.de/warum-heisst-der-kroepcke-platz-eigentlich-kroepcke-.html

© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Warum heißt der Kröpcke-Platz eigentlich Kröpcke? | Kröpcke-Uhr

Um das Georgstraße | Kröpcke | Café Kröpcke-Archiv anzuschauen - bitte den Archiv-Link öffnen.
Archiv - Georgstraße | Kröpcke | Café Kröpcke

Die Straßenkreuzung entstand 1843 beim voranschreitenden Städtebau Hannovers. 1872 fuhr die erste Pferdebahn über die Kreuzung, die ab 1897 durch eine elektrische Straßenbahn ersetzt wurde. 1920 sollte ein Kreisel den zunehmenden Verkehr bändigen. Der Platz wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Nach dem Ende der Bauarbeiten für die U-Bahn Hannover 1971 ist der Platz nun Fußgängerzone und der wichtigste Knotenpunkt für die Stadtbahn Hannovers.

Die Georgstrasse (mit Café Kröpcke) - Atelier Römmler & Jonas | CDV | 1897 

Das Café Robby wurde 1869 vom Hofkonditor Georg Robby (1802-1881) an der Georgstraße gegründet, Architekt war Otto Götze (1832-1894), der das Gebäude als Pavillon aus Gusseisen entwarf. Das Kaffeehaus wurde 1876 an Eleonore Sophie und Wilhelm Siercke (?-1878) verpachtet. Nach Wilhelm Sierckes Tod 1878 unterstützte Wilhelm Kröpcke (1855-1919) die Witwe, Wilhelm Kröpcke war Oberkellner im Kaffee Robby. Da Eleonore Sophie Siercke mit der Fortführung des Kaffees überfordert war, pachtete Wilhelm Kröpcke 1885 das Kaffeehaus. Im gleichen Jahr ließ der Bürgerverein Hannover vom Nürnberger Architekten Conrad Oertel (1851-1907) eine Wettersäule mitsamt Uhr aufstellen, die Kröpcke Uhr. Die Stadt Hannover erwarb 1893 das Gebäude und ließ es im folgenden Jahr vom hannoverschen Architekten Emil Lorenz (1857-1944) erweitern. Ab 1895 führte Wilhelm Kröpcke das Kaffeehaus unter dem Namen "Café Kröpcke". Das Kaffee wurde zu einem beliebten Treffpunkt, vor allem für Künstler. In den 1920er Jahren bestimmte das Café Kröpcke, das kulturelle Leben in der Stadt Hannover.

Café Kröpcke | 12.10.1899

Café Kröpcke, Hannover | 02.04.1924

Als der Pachtvertrag 1909 auslief, wollte die Stadt Hannover das Kaffeehaus abreißen lassen und von Architekt Alfred Sasse (1870-1937) einen größeren Neubau erstellen lassen. Der Magistrat der Stadt wollte es in eigener Regie übernehmen, um die hohen Gewinne, die der Pächter machte, der Stadt zukommen zu lassen. Dieses wurde jedoch von den Bürgervorsteher-Kollegien abgelehnt. Wilhelm Kröpcke konnte das Kaffee erneut pachten, jedoch zu einem bedeutend höherem Pachtpreis. Kröpcke betrieb das Kaffee bis ins Jahr 1919, in dem er starb. Nach Wilhelm Kröpckes Tod übernahmen die Hannoveraner schnell seinen Namen für den Platz vor dem Kaffee. Wilhelm Kröpckes Nachfolger wurde der aus Karlsruhe stammende Gastronom Emil Pfefferle (1880–1936), der auch das naheliegende Café Continental besaß.

Adolf Hitler Platz mit Kaffee Kröpcke bei Nacht

Café Continental - Blick nach der Kramarschstraße
12.09.1943

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das am 26. Juli 1943 zerstörte Café Kröpcke wieder aus Leichtmetall, Holz und Glas in gleicher Weise aufgebaut und als "Café am Kröpcke" fortgeführt. 1948 bekam der Ort erstmals offiziell den Namen Kröpcke. 1976 wurde ein Neubau nach einem Entwurf der Architekten-Arbeitsgemeinschaft Matthaei/Elschner und Fischer/von Bassewitz an gleicher Stelle errichtet, das heutige "Mövenpick". Seit 1983 ist es ein zentraler gastronomischer Treffpunkt Hannovers.

Café am Kröpcke | 05.01.1956

Café am Kröpcke mit Opernhaus | 12.10.1966

Kröpcke-Uhr

Die Kröpcke-Uhr geht auf eine 1885 vom Architekten Conrad Oertel (1851-1907) entworfene Wettersäule mit Uhr zurück. Einweihung war im November 1885. Die Uhr wurde im Zweiten Weltkrieg 1943 während eines Bombenangriffs beschädigt und danach am 31. Juli 1945 wieder in Betrieb genommen. Nach dem Krieg wurde sie 1954 durch eine schmucklose moderne ersetzt, die heute an der Kurt-Schumacher-Straße (am Steintor) steht. Eine gleiche Uhr stand auch am Aegidientorplatz.

Von der historischen Uhr wurde 1977 eine vereinfachte Rekonstruktion angefertigt und am alten Standort wieder aufgestellt, allerdings ohne die Wetterinstrumente.

Kröpcke | 24.07.1967

Seit 1995 werden im inneren der Kröpcke-Uhr Kunstwerke und Installationen präsentiert, seit 2006 organisiert dies der Verein KulturRaum Region Hannover e.V.

Am 31. Mai 2015 wurde auf dem Kröpcke-Platz mit einem Kulturfest 130 Jahre Kröpcke-Uhr gefeiert.

Die Kröpcke-Uhr | 1982

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne beteiligen.
Einfach eine E-Mail an mich senden und mitmachen.

Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Geh`n wir doch ins Kröpcke - Hannover und sein legendäres Cafè | Thomas Parr | Wartburg Verlag | 2006
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie