Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe
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1896/98 Hannoversche Holzverarbeitungs- und Waggonfabrik vorm. Max Menzel und Buschbaum & Holland AG, seit 1904 Hannoversche Waggonfabrik AG, seit 1925 Hannoversche Waggonfabrik AG (HAWA)
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Die in der Nähe des Bahnhofs Fischerhof gegründete Waggonfabrik von Wilhelm Buschbaum und Fritz Holland war einer der beiden etablierten Teilbetriebe, aus denen am 6. Februar 1898 die Hannoversche Holzverarbeitungs- und Waggonfabrik vorm. Max Menzel und Buschbaum & Holland AG entstand. Der andere Teil war die 1857 umgewandelte Stellmacherei Friedrich Oelschläger in die Wagenfabrik Oelschläger, in der Auestraße, am Ihme-Ufer. Dort wurden seit 1880 Omnibuswagen für die Allgemeine Berliner Omnibusgesellschaft (ABOAG) gebaut, die 1928 in der Berliner Verkehrs-A.G. (BVG) fusionierte. Max Menzel (1858-1903) trat in die Waggonfabrik Buschbaum & Holland als Partner ein und man wandelte die Firma in eine Aktiengesellschaft um. Die Gesellschaft baute Straßenbahnwagen, die sie in Gemeinschaft mit der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG)herstellten. Als im Jahr 1891 die Hannoversche Straßenbahngesellschaft, später ÜSTRA Hannoversche Verkehrsbetriebe AG einen Großauftrag zum Bau von 25 Pferdebahnwagen und später 18 Motorwagen (in Zusammenarbeit mit Siemens & Halske) in Auftrag gab, wurden die Produktionsstätten in der Auestraße zu klein. Außerdem brauchte man einen Direktanschluss an das Schienennetz um Eisenbahnwaggons, herstellen zu können. Nach weiteren Straßenbahnaufträgen für Braunschweig und Stadthagen folgte 1895 der erste Auftrag für Personen- und Güterwagen für die Eisenbahn Börßum-Hornburg. Als 1896 ein Großfeuer die Fabrikanlagen zerstörte, zog man auf ein neues Grundstück an der Göttinger Chaussee/Bahnhof Fischerhof. Zum Gelände gehörte auch ein eigenes Flugfeld. Noch 1896 nahm man den Betrieb wieder auf. |
HAWA Hannoversche Waggonfabrik
Aktien-Gesellschaft |
Lindener Actien Brauerei (HAWA Bierwagen mit Bremse) |
Baugenossenschaft Gemeinnütziger Bauverein Ricklingen (GBR)
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1900 gründeten die Arbeiter der Waggonfabrik, die Baugenossenschaft Gemeinnütziger Bauverein Ricklingen (GBR). In der Gredelfeld-, Menzel- und Schnabelstraße, in Ricklingen wurden dann in den Jahren 1900 bis 1913 für die Genossenschafts-Mitglieder die ersten Doppelhäuser errichtet. Die Gebäude sind noch vorhanden und wurden modernisiert. 1904 wurde die Firma in Hannoversche Waggonfabrik AG umbenannt. Die Waggonfabrik lieferte ihre Schienenfahrzeuge in die ganze Welt, zum Beispiel auch nach Brasilien, Honduras und nach Java. Insgesamt verließen ca. 45.000 Schienenfahrzeuge das Werk am Fischerbahnhof in Linden. Die Zahl der Arbeiter stieg von 300 im Jahr 1898 auf mehr als 3000 im Jahr 1918. |
HAWA AG - Hannover-Linden | MITROPA Schlafwagen |
HAWA AG - Hannover-Linden | Seefische |
Streik um Akkordsätze bei der Hannoverschen Waggonfabrik AG
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Ab 23. Januar 1905 streiken die Arbeiter der Hannoverschen Waggonfabrik AG wegen ihrer Akkordsätze. Die Geschäftsführung lässt daraufhin 60 Streikbrecher aus Österreich kommen, sodass der Streik am 7. Mai 1905 ergebnislos zusammenbricht. |
Flugzeugbau
Im Ersten Weltkrieg hat man unter der Leitung von Dipl.-Ing. Hermann Dorner (1882-1963), der noch bis zu seinem Tod, im Jahr 1963 in Hannover wohnte, auch Flugzeuge gebaut. Hermann Dorner war ab September 1916 Chefkonstrukteur für die Flugmotorenentwicklung, wo er die Hannover-CL-Typen (Schlachtflugzeuge der deutschen Fliegertruppe) entwarf. Täglich wurden fünf Maschinen gefertigt. Ein bekannter Flugzeugtyp erhielt den Namen "Der schwarze Hannoveraner". Der HAWA H 1 Vampyr war ein Segelflugzeug, das von hannoverschen Studenten konstruiert und 1920/21 von der Waggonfabrik gebaut wurde. Der HAWA H 1 Vampyr gilt als der Urahn der modernen Segelflugzeuge. Der 1915 angelegte Werksflughafen der Hannoverschen Waggonfabrik AG am Tönniesberg war von 1919 bis 1923 der erste zivile Flughafen Hannovers, er wurde 1930 geschlossen. |
HAWA Hannoversche Waggonfabrik AG | 13.06.1918 |
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Als die Fabrik erneut abbrannte, wurden im Jahr 1914 neue Fabrikhallen vom Architekten Peter Behrens (1868-1940), der zu dieser Zeit einer der bedeutendsten Architekten in Deutschland war, entworfen. Nach dem Ersten Weltkrieg baute man auch Landmaschinen, Traktoren, Dreschmaschinen und eine Getreide-Reinigungsmaschine. |
HAWA-Nachrichten
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Die Firma brachte von 1918 bis vermutlich Anfang 1923 eine monatlich erscheinende Werkszeitung heraus. Verlegt wurde die Zeitschrift im Eigenverlag, der neben der Firmenzeitschrift auch Postkartenserien mit HAWA-Produkten veröffentlichte. |
HAWA-Alexandria
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Bekannt war die Hannoversche Waggonfabrik AG auch für ihren Betriebssport. Im Jahr 1920 spielte HAWA-Alexandria im Endspiel um die Deutsche Rugbymeisterschaft in Hannover gegen den SC Frankfurt 1880 - Ergebnis 0 : 3 für Frankfurt. 1921 spielte man im Endspiel um die Deutsche Rugbymeisterschaft in Frankfurt am Main gegen den FC Heidelberg-Neuenheim - Ergebnis 11 : 3 für Heidelberg-Neuenheim. Somit war HAWA-Alexandria zweimal Vizemeister der Rugby-Union in Deutschland. Es gab noch weitere Sportaktivitäten bei der Hannoverschen Waggonfabrik AG, man unterstützte durch Sponsoring den Ruderverein Linden von 1911 e.V., den Radfahrer-Verein - HAWA-Victoria von 1906 e.V. und die HAWA-Boxschule. |
Wilhelm Bluhm
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Der in Linden geborene Widerstandskämpfer Wilhelm Bluhm (1898-1942) war in den 1920/30er Jahren als Schlosser bei der Hannoverschen Waggonfabrik AG (HAWA) und der HANOMAG AG beschäftigt. Er engagierte sich in der Widerstandsbewegung "Sozialistische Front". Im Jahr 1936 wurde er verhaftet und starb am 25. Juli 1942 im KZ Sachsenhausen, bei Oranienburg. |
Hannoversche Waggonfabrik AG (HAWA) und die Insolvenz
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1924 bracht das Unternehmen eine Denkschrift zum 25-jährigen bestehen des Unternehmens heraus. Autor der Denkschrift war Friedrich Wilhelm Dahlmann, gedruckt wurde das Werk von der Hannoverschen Buch- und Steindruckerei Edler & Krische. 1925 wurde die in Hannoversche Waggonfabrik AG dann offiziell in Hannoversche Waggonfabrik AG (HAWA) umbenannt. Im Jahr 1931 musste die Hannoversche Waggonfabrik AG (HAWA) in Folge der Weltwirtschaftskrise Insolvenz anmelden und wurde am 17. Februar 1932 aufgelöst. Die 1927 gegründete Vereinigte Leichtmetall Werke GmbH (VLW) richtete ab 1935 in den ehemaligen Werkshallen eine Leichtmetallgießerei ein. Die 110 m langen Fabrikhallen sind noch am Schlorumsweg erhalten. Auch das Logo der Leichtmetallwerke ist noch zusehen. Auf einem Großteil des ehemaligen Flugplatzgeländes der Hannoverschen Waggonfabrik AG (HAWA) befindet sich heute der Hannoversche Großmarkt. |
Literatur- und Quellenverzeichnis
Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text
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Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre
1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954
| Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus
Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg |
Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover |
1989
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon |
Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th.Schäfer
2. Heft Hannover | 1910
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische |
Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19.
Jahrhundert | Walter Buschmann
August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur
Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 |
Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH |
1990
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die
Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag
und Druckerei | 2009
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