Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Vilma Bánky
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Vilma Bánky (1898-1991)

Vilma Bánky wurde am 9. Januar 1898 in Nagyrodog/Ungarn geboren. Sie war einer der bekanntesten Stars, der Stummfilmära in Hollywood. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wurde sie als The Hungarian Rhapsody bekannt.

Portrait und Szenenkarten

Vilma hatte in Europa bereits einige Filme gedreht, als der Produzent Samuel Goldwyn (1882-1974) sie 1925 entdeckte und Vilma einen Vertrag gab. Als eine ausgesprochene Schönheit mit blonden Haaren, schaffte sie bereits mit ihrem Debüt The Eagle (1925) neben Rudolph Valentino (1895-1926) eine Sensation. Sie wurde von der Presse als aufregende Entdeckung gefeiert und überstrahlte eine Zeitlang sogar den Aufstieg einer anderen Entdeckung: Greta Garbo (1905-1990), die bei MGM unter Vertrag stand. Nach einem weiteren Erfolg neben Valentino in George Fitzmaurices (1885-1940) Kostümdrama Der Sohn des Scheichs (1926) fand Vilma ihren perfekten Partner in Ronald Colman (1891-1958), der ebenfalls bei Goldwyn unter Vertrag stand. Beide drehten The Dark Angel (1925), eine mystische Geschichte um Liebe und Verzicht unter Kriegsveteranen. Der Streifen war einer der größten Kassenerfolge des Jahres und machte aus Colman-Bánky eines der großen Leinwandtraumpaare der späten 1920er.

Vilmas überwältigender Erfolg in The Winning of Barbara Worth (1926) unter der Regie von Henry King (1886-1982), der mit viel Geld - gut $ 800.000.00 und Tricktechnik auf die Leinwand gebannt wurde, veranlasste andere Studios, ebenfalls nach Traumpaaren zu suchen. Einige Versuche waren erfolgreich, so Greta Garbo und John Gilbert (1897–1936) für MGM oder Janet Gaynor (1906-1984) und Charles Farrell (1901-1990) für Fox.

Vilma Bánky und Colman drehten noch weitere romantische Abenteuer, die meist in einem verklärten Europa spielten. The Night of Love (1927) zeigte beispielsweise Colman als Prinzen, der sich als Zigeuner verkleidet und sich in die Braut seines Feindes verliebt. Oder The Magic Flame (1927), der Ronald Coleman als Zirkusclown, der eigentlich ein Prinz auf der Flucht ist präsentierte. Unzufrieden mit der ewigen Wiederholung derselben Rollen beendeten Vilma mit Two Lovers (1928) ihre Zusammenarbeit. Wie üblich war Colman ein verkleideter Prinz, der während des 80-jährigen Kriegs der Niederlande die Frau seines größten Feindes rettet und sich in sie verliebt.

Vilma machte allen Spekulationen um eine Romanze durch ihre Ehe mit dem nicht minder berühmten Hollywoodstar Rod La Rocque (1896-1969) 1928 ein Ende. Samuel Goldwyn zahlte seinem größten weiblichen Star damals gut $ 6.000 die Woche und drängte Vilma, sich angesichts des kommenden Tonfilms gezielter Englischlektionen zu unterziehen. Vilma drehte noch einen wenig erfolgreichen Stummfilm, The Awakening (1928), um sich dann im Jahr 1929, der neuen Aufnahmetechnik zu stellen. Im Gegensatz zum bühnenerprobten Colman war sie mit den Anforderungen des Tonfilms überfordert. Ihre Stimme war zwar angenehm aber ohne Charakter. Ein Kritiker schrieb über ihren Film This Is Heaven (1929), der sie als ungarische Einwanderin zeigte, sie habe einen seltsamen Akzent, der wie ein Mix aus Chicago und Budapest klinge.

Nach dem Reinfall verlängerte Goldwyn ihren Vertrag nicht mehr. Vilma drehte Ende 1929 unter der Regie von Victor Sjöström (1879-1960) noch ein Remake des Vorjahresflop The Secret Hour (1928) von Pola Negri (1894-1987) unter dem Titel A Lady to Love (1930). Edward G. Robinson (1893-1973) war ihr Partner, der später in seiner Autobiografie schrieb, Vilma sei einfach zu schön für den Part einer verzweifelten Kellnerin, die einen verbitterten Winzer heiratet und ihn mit seinem Vorarbeiter betrügt. Danach war ihre amerikanische Karriere beendet. Sie ging mit ihrem Ehemann Rod La Rocque nach Deutschland, wo sie noch in zwei weiteren Filmen mitwirkte - Die Sehnsucht jeder Frau (1930) und in Der Rebell (1932).

Vilma Bánky verbrachte die nächsten Jahrzehnte als Gastgeberin für gute Freunde auf ihrem Golfplatz. Am 18. März 1991 starb Vilma Bánky mit 93 Jahren in Los Angeles.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1924: Der Zirkuskönig
  • 1925: The Dark Angel

Der Sohn des Scheichs mit Rudolph Valentino | 1926

Entfesselte Elemente mit Ronald Coleman | 1926

 

  • 1925: The Eagle
  • 1926: The Winning of Barbara Worth
  • 1926: Der Sohn des Scheichs
  • 1927: The Night of Love
  • 1927: The Magic Flame
  • 1927: Die Dame von Paris
  • 1928: Tow Lovers
  • 1928: The Awakening
  • 1929: This Is Heaven
  • 1930: A Lady to Love
  • 1930: Die Sehnsucht jeder Frau
  • 1932: The Rebel

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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