Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Vilma Bánky (1898-1991)

Vilma Bánky wurde am 9. Januar 1898 in Nagyrodog/Ungarn geboren. Sie war einer der bekanntesten Stars, der Stummfilmära in Hollywood/USA. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wurde sie als The Hungarian Rhapsody bekannt.

Sie hatte in Europa bereits einige Filme gedreht, als der Produzent Samuel Goldwyn (1882-1974) sie 1925 entdeckte und ihr einen Vertrag gab. Als eine ausgesprochene Schönheit mit blonden Haaren, schaffte sie bereits mit ihrem ersten Film in den USA: The Eagle (1925) neben Rudolph Valentino (1895-1926) eine Sensation. Sie wurde von der Presse als aufregende Entdeckung gefeiert und überstrahlte eine Zeitlang sogar den Aufstieg der Filmdiva Greta Garbo (1905-1990), die bei Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) unter Vertrag stand.

Nach einem weiteren Erfolg neben Rudolph Valentino in George Fitzmaurices (1885-1940) Kostümdrama Der Sohn des Scheichs (1926) fand sie ihren perfekten Partner in Ronald Colman (1891-1958), der ebenfalls bei Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) unter Vertrag stand. Beide drehten The Dark Angel (1925), eine mystische Geschichte um Liebe und Verzicht unter Kriegsveteranen. Der Streifen war einer der größten Kassenerfolge des Jahres und machte aus Colman-Bánky eines der großen Leinwandtraumpaare der späten 1920er-Jahre.

Ross Verlag 2081/2

Vilmas Bánky überwältigender Erfolg in The Winning of Barbara Worth (1926) unter der Regie von Henry King (1886-1982), der mit gut $ 800.000.00 und Tricktechnik auf die Leinwand gebracht wurde, veranlasste andere Filmstudios, ebenfalls nach Traumpaaren zu suchen. Einige Versuche waren erfolgreich, so Greta Garbo und John Gilbert (1897-1936) für Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) oder Janet Gaynor (1906-1984) und Charles Farrell (1901-1990) für 20th Century Fox. Vilma Bánky und Ronald Colman drehten noch weitere romantische Abenteuer, die meist in einem verklärten Europa spielten.

The Night of Love (1927) zeigte beispielsweise Ronald Colman als Prinzen, der sich als Zigeuner verkleidet und sich in die Braut seines Feindes verliebt. Oder The Magic Flame (1927), der ihn als Zirkusclown, der eigentlich ein Prinz auf der Flucht ist, präsentierte. Unzufrieden mit der ewigen Wiederholung derselben Rollen beendeten Vilma Bánky und Ronald Colman mit Two Lovers (1928) ihre Zusammenarbeit. Wie üblich war Ronald Colman ein verkleideter Prinz, der während des 80-jährigen Kriegs (Spanisch-Niederländischer Krieg von 1568 bis 1648) die Frau seines größten Feindes rettet und sich in sie verliebt.

Der Sohn des Scheichs | Rudolph Valentino - Vilma Bánky
USA 1926 | Ross Verlag 3491/3

Entfesselte Elemente | Ronald Coleman - Vilma Bánky
USA 1926 | Ross Verlag 1795/1

Vilma Bánky machte allen Spekulationen um eine Romanze durch ihre Ehe mit dem nicht minder berühmten Hollywoodstar Rod La Rocque (1896-1969) 1927 ein Ende. Samuel Goldwyn zahlte seinem größten weiblichen Star damals gut $ 6.000 die Woche und drängte sie, sich angesichts des kommenden Tonfilms gezielter Englischlektionen zu unterziehen. Vilma Bánky drehte noch einen wenig erfolgreichen Stummfilm, The Awakening (1928), um sich dann 1929, der neuen Aufnahmetechnik zu stellen. Im Gegensatz zum bühnenerprobten Ronald Colman war sie mit den Anforderungen des Tonfilms überfordert. Ihre Stimme war zwar angenehm aber ohne Charakter. Ein Kritiker schrieb über ihren Film This Is Heaven (1929), der sie als ungarische Einwanderin zeigte, sie habe einen seltsamen Akzent, der wie ein Mix aus Chicago und Budapest klinge.

Nach dem Reinfall verlängerte Goldwyn ihren Vertrag nicht mehr. Vilma Bánky drehte Ende 1929 unter der Regie von Victor Sjöström (1879-1960) noch ein Remake des Vorjahresflop The Secret Hour (1928) von Pola Negri (1894-1987) unter dem Titel A Lady to Love (1930). Edward G. Robinson (1893-1973) war ihr Partner, der später in seiner Autobiografie schrieb, Vilma Bánky sei einfach zu schön für den Part einer verzweifelten Kellnerin, die einen verbitterten Winzer heiratet und ihn mit seinem Vorarbeiter betrügt. Danach war ihre amerikanische Karriere beendet. Sie ging mit ihrem Ehemann Rod La Rocque nach Deutschland, wo sie noch in zwei weiteren Filmen mitwirkte - Die Sehnsucht jeder Frau (1930) und in Der Rebell (1932/33).

Vilma Bánky verbrachte die nächsten Jahrzehnte als Gastgeberin für gute Freunde auf ihrem Golfplatz in Los Angeles/USA und betätigte sich mit ihrem Ehemann als Immobilienmaklerin. Für ihre Verdienste um die Filmindustrie bekam sie 1960 einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame am Hollywood Boulevard 7021. 1969 starb ihr Mann und 1981 gegründet sie einen Bildungsfonds, die Banky-Larocque-Foundation, die noch heute Projekte fördert. Am 18. März 1991 starb Vilma Bánky mit 93 Jahren an Herz-Lungen-Versagen in Los Angeles/USA. Ihre Asche wurde auf dem Meer, wie auch die ihres Mannes verstreut.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1919: Im letzten Augenblick
  • 1921: Tavaszi szerelem
  • 1922: Schattenkinder des Glücks
  • 1923: L'image (Das Bildnis)
  • 1924: King of the Circus (Max, der Zirkuskönig)
  • 1925: The Dark Angel
  • 1925: The Eagle
  • 1925: Soll man heiraten?
             Intermezzo einer Ehe in sieben Tagen
  • 1926: The Winning of Barbara Worth
              (Entfesselte Elemente)
  • 1926: Der Sohn des Scheichs
  • 1927: The Night of Love
  • 1927: The Magic Flame
  • 1927: The Lady from Paris (Das schöne Abenteuer)
  • 1928: Two Lovers
  • 1928: The Awakening (Die Fahrt ins Feuer)
  • 1929: This Is Heaven
  • 1930: A Lady to Love
  • 1930: Die Sehnsucht jeder Frau
  • 1932/33: The Rebel

Portrait und Szenenkarten

                         

               Der Sohn des Scheichs                         Der Sohn des Scheichs                           Ross Verlag 1170/1
       Rudolph Valentino - Vilma Bánky             Vilma Bánky Rudolph Valentino 
    USA 1926 | Herm. Leiser Verlag 2097         USA 1926 | Ross Verlag 1535/2

                         

                 Ross Verlag 1503/1                              Ross Verlag 1540/2                              Ross Verlag 1689/2

                          

       Ross Verlag 1796/2 | 26.09.1928                     Ross Verlag 1796/4                             Ross Verlag 4119/2

               

                 Ross Verlag 4775/1                              Ross Verlag 5366/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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