Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Schützenfest | 14. Bundesshießen 1903
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Schützenfest Hannover | 14. Deutsches Bundesschießen 1903

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Archiv - Schützenfest Hannover | 14. Deutsches Bundesschießen

Die erste urkundliche Erwähnung des hannoverschen Schützenwesens geht auf einen Brief von Herzog Wilhelm der Siegreiche (1392-1482) an den Rat der Stadt 1468 zurück. Darin beschwerte sich der Herzog über die wehrsportlichen Übungen der Hannoveraner. Ihm war bekannt geworden, dass die Hannoveraner mit Armbrüsten auf einen an einer Stange befestigten bunten Holzpapageien schossen, wenn sie mit ihrem Landesherren in Fehde lagen. Armbrust und Gewehr waren damals Verteidigungswaffen zum Schutz der Stadt. Aus den sportlichen Übungswettkämpfen in Friedenszeiten ergab es sich, dass die besten Schützen mit Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden. Der Grundstein zum Fest wurde 1529 gelegt, als Herzog Erich I. (1470-1540) von Calenberg-Göttingen Hannover mit dem Privileg ausstattete, jährlich ein Schützenfest zu feiern.

Gruss vom Schützenfest Hannover | 08.07.1896

Einzug der Schützen | 11.07.1925

Um Ausschreitungen während der Schützenfeste zu verhindern, wurde bereits 1575 eine Schützenordnung erlassen, die den Festbetrieb regelte. 1710 wurden dann die sogenannten "Bruchmeister" bestellt, die als Hilfsbeamte offiziell für einen geregelten und geordneten Ablauf des Schießens zu sorgen hatten. Bereits seit 1303 sorgten die Ordnungsherren (Magistris discipline) – als offiziell bestellte städtische Ordnungspersonen – für die Einhaltung der städtischen Gesetze und Verordnungen.

Die Aufgaben der Bruchmeister sind über die Jahrhunderte weitestgehend gleich geblieben. Während die Schützen am Anfang in ziviler Kleidung antraten, entstand 1837 eine neue Schützenordnung. Sie gestattete, dass gleichmäßig gekleidete Gruppen auftraten. Daher gilt das Jahr 1837 als Geburtsstunde der Schützenvereine, weil sich seitdem in den hannoverschen Stadtteilen unterschiedliche Schützenvereinigungen herausbildeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand der erste Schützenumzug 1950 statt und 1955 wurde der Landeshauptstadt Hannover der offizielle Ehrentitel "Schützenstadt" verliehen.

Das Schützenhaus in der Ohe

Das erste Schützenhaus Hannovers wurde 1573/74 am Klagesmarkt erbaut. 1797 sollte das Gebäude ersetzt werden; dies scheiterte aber an den Kosten für einen Neubau. Der Hannoversche Politiker und Stadtdirektor Rudolph Wilhelm Rumann (1784-1857) veranlasste dann 1825 einen Neubau am Nordrand der Ohe, da das alte Schützenhaus nicht mehr nutzbar war.

Der Hofarchitekt, Stadtplaner und Bauingenieur Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) baute nach Auftragserteilung durch die Stadt Hannover ein klassizistisches Gebäude, zweigeschossig und mit Seitenflügel. Das Schützenhaus wurde am 15. Juli 1827 eingeweiht, die Schießstände waren täglich geöffnet, und es wurde auch als Ausfuglokal betrieben. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) wurde das Schützenhaus als Reserve-Lazarett genutzt. Das Gebäude stand in etwa am Eingang der heutigen AWD-Arena und wurde 1943 durch Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört.

Gruss vom Schützenhaus Hannover
Inh. Fritz Romberg | 21.09.1903

Hannover - Schützenhaus | 26.12.1926

14. Deutsches Bundesschießen vom 5.-12. Juli 1903

Vom 14. bis 21. Juli 1872 fand das 4. Deutsche Bundesschießen erstmals in Hannover statt. An 90 Schießständen kamen 4200 Schützen aus vier Nationen zusammen. Das 14. Deutsche Bundesschießen fand nach 31 Jahren vom 5. bis 12. Juli 1903 in der Provinzial-Haupstadt Hannover statt. Man errichtete eine 192 Meter lange Festhalle, die 2600 Gästen Platz bot und 48.500 Goldmark kostete. An 152 Schießständen kamen 2700 Schützen aus vier Nationen auf dem Schützenplatz zusammen. Der Höhepunkt des 14. Deutschen Bundesschießens war am 5. Juli 1903 der Festumzug mit 3000 Schützen durch die Stadt.

Gruss vom 14. Deutschen Bundesschiessen 1903 Hannover
Festhalle - Kronpr. Wilhelm Protektor. | 05.07.1903

XIV. Deutsches Bundesschiessen - Gruss aus dem Bayerischen Schützenhaus Münchner Bürger-Bräu
07.07.1903

Erst zehn Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg konnte wieder ein Bundesschießen organisiert werden. Wiederum war Hannover der Austragungsort. Das 21. Deutsche Bundesschießen fand vom 1. bis 10. Juli 1955 in Hannover statt. An 212 Schießständen kamen 3000 Schützen aus 14 Nationen zusammen. Vom 25. Juni bis 4. Juli 1965 fand das 23. Deutsche Bundesschießen in der Landeshauptstadt Hannover statt. An 175 Schießständen kamen 3000 Schützen aus neun Nationen zusammen. Dies war das letzte Bundesschießen des Deutschen Schützenbundes. Die sportliche Tradition des Bundesschießens wird seitdem durch die Deutschen Meisterschaften im Sportschießen in München/Bayern übernommen, der traditionsorientierte Teil der Veranstaltungen wird beim Bundestreffen der historischen Schützenvereinigungen und bei großen Schützenfesten fortgeführt.

                          

14 tes Deutsches Bundesschissen Hannover                                                        Gruss vom 14. Deutschen Bundesschiessen
 1903 - Besten Schützengruss | 06.07.1903                                                         Hannover 1903 | 09.07.1903Hannover 1903

Gruss vom 14. Deutschen Bundesschiessen 1903 Hannover
Festhalle | 07.07.1903

Festzug des XIV. Deutschen Bundesschiessens zu Hannover 5. Juli 1903 | 25.10.1904

                           

   14. Deutsches Bundesschiessen Hannover  14. Deutsche Bundesschiessen Hannover
        1903. Festzug - Wagen der Turner.  1903. Festzug - Gruppe der Kolonialgesellschaft.

Gruss vom XIV. Deutschen Bundesschiessen Hannover 1903
14.07.1903

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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