Schaubuden-Menschen | Kolossalmenschen | Riesen | Lionel der Löwenmensch | Liliputaner
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Um die Jahrhundertwende stellten Abnormitätenkabinette körperliche Behinderungen zur Schau. Ansichts- und Postkarten wie die hier abgebildeten, wurden auf den diversen Jahrmärkten als Souvenirs an die zahlreichen Besucher verkauft.
Zur erinnerung an die
Kolossal-Geschwister.
Anton Stoszek - Zwergathlet 36 Jahre alt, 96 cm hoch In den USA nannte man diese Attraktionen Sideshows. Eine Sideshow war ein spektakuläres Beiprogramm von Zirkus- oder Jahrmarktsveranstaltungen für ein Publikum aus einfachen Verhältnissen. Die Sideshow konnte eine Abnormitätenschau, eine Art Völkerschau, ein Varieté-Programm wie das US-Vaudeville (eine Mischung aus Varieté und Zirkusprogramm), oder eine erotische Darbietung wie die Burlesque sein. Zu den letzten regelmäßigen Sideshows mit humorvoll-historistischem Anstrich gehören die Sideshows by the Seashore auf Coney Island, bei New York City, in den USA.
Spectators Boxes in Luna
Park Luna
Park Surf Avenue by Night |
Kolossal-Menschen
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Flora Le Dirt die
schönste und Gruß von Max Nauke dem
schwersten Miss Käthe einzig reisende
tätowierte Max Nauke Der Kolossalmensch Max Nauke (angeblich 500 Pfund schwer) war Berliner und trat nur gelegentlich auf Jahrmärkten auf. |
Mikrocephale-Menschen | Siamesische Zwillinge
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Maximo und Bartolo, die
letzten Rosa und Josefa Blazek mit
Franzel Die drei
letzten lebenden Maximo und Bartol(a)o | Die letzten lebenden Azteken Die beiden Geschwister Maximo und Bartola, eigentlich Valdez Nunez (Junge) und Bartola Velasquez (Mädchen) traten als Azteken-Kinder auf. Sie beeindruckten ihr Publikum durch aztekische Pianissimo-Gesänge. Wegen ihrer ungewöhnlichen Schädelmaße wurden sie weltweit bestaunt. Geboren wurden Maximo und Bartola im Dorf Decora, in San Salvador, in Südamerika. Die beiden waren geistig zurückgeblieben und benötigten spezielle Pflege. Ihre Mutter, Marina Espina, übergab die Kinder einem spanischen Händler namens Ramon Selva. Selva versprach, die beiden, in die USA zubringen, wo sie geheilt werden sollten. Stattdessen verkaufte er Maximo und Bartola an einen amerikanischen Promoter namens Morris. Morris zog mit den Kindern im Jahr 1848 durch die USA und präsentierte sie der amerikanischen Öffentlichkeit. Im Jahr 1853 wurden sie von der Ethnologischen Gesellschaft in London ausgestellt. Während der zweitägigen, öffentlichen Ausstellung kamen fast dreitausend Menschen um die beiden zu sehen. Während ihrer anschließenden Tour durch Europa traten sie vor Napoleon, dem Kaiser von Russland, dem Kaiser von Österreich sowie vor den Königen und Königinnen von Bayern, Holland und Belgien auf. Für viele Besucher waren sie in der Tat ein Beispiel, einer unbekannten Rasse, sie waren die letzten aztekischen Kinder. In Deutschland traten sie u. a. in Castans Panoptikum, in Berlin auf. Die beiden Brüder Louis (1828-1909) und Gustave Castan (1836-1899) betrieben neben dem Hauptgeschäft in Berlin auch die Ableger in Köln, Frankfurt am Main, Dresden, Breslau und Brüssel. Die Panoptiken Castans zählten zu den bekanntesten in Deutschland. Als Maximo und Bartola schließlich wieder zurück in die USA kamen, traten sie als "The Aztec Wonders“ in einer Ausstellung des Barnum and Bailey Museums auf. Am 07. Januar 1867 heirateten sie unter dem Namen Senior Valdez Nunez und Senora Bartola Velasquez in London, obwohl sie Geschwister waren. Es wird angenommen, dass sie bis zum Jahr 1901 unter der Obhut verschiedener Manager weiter auftraten. Maximo strab 1913. Wann Bartola gestorben ist, ist unbekannt. Rosa und Josefa Blazek | Siamesische Zwillinge Rosa und Josefa Blazek wurden 1878 in Böhmen geboren. Die Schwestern waren am Kreuz- und Steißbein miteinander verwachsen. Wie viele siamesische Zwillinge, hatten sie völlig unterschiedliche Persönlichkeiten, Rosa war gesprächig und witzig, während Josefa ruhig und introvertiert war. Sie traten u. a. als Geigen-Duo in Ike Rose's Royal Midgets fame Panoptikum auf. Am 20. Juli 1909 soll ein Soldat namens Franz Dvorak die Nacht mit den Schwestern verbracht haben. Neun Monate später, am 16. April 1910 wurde in der Presse die Geburt eines Sohnes durch Rosa verkündet. Sohn Franzl tingelte mit Mutter Rosa und Tante Josefa zehn Jahre lang als „The son of two mothers“ durch Theater in Australien und den USA. Josefa Blazek starb am 30. März 1922, Rosa folgte zwölf Minuten später. Nach dem Tod der siamesischen Zwillinge in Chicago zeigten Röntgenaufnahmen am 02. April 1922, daß Franzl nicht Rosas leiblicher Sohn sein konnte. |
Riesen
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Feodor Machnow Feodor Machnow, eigentlich Fjodor Makhnov wurde um 1878 in dem kleinen Dorf Kostyuks, in der Ukraine geboren. Feodor wuchs zu einer Größe von 2,39 m und einem unglaublichen Gewicht von 365 kg heran. Als junger Mann bereiste er um 1900 Europa, um seine ungewöhnliche Größe auf Jahrmärkten auszustellen. Nachdem er in Berlin auftrat, besuchte er 1905 London, wo er im Hippodrom, in Begleitung seiner Frau und seinen vier Kindern als „The Russian Giant“ zu sehen war. Es folgte 1906 eine Tournee durch die USA, wo er u. a. Präsident Theodore Roosevelt (1858-1919) traf. Feodor Machnow starb im Jahr 1912, im Alter von 33 oder 34 Jahren an einer Lungenentzündung. Er hinterließ ein beachtliches Vermögen.
Feodor
Machnow Der
Goliath der deutschen
Armee, Souvenir of Abomah the
African Oswald Balling und Gemahlin Oswald Balling wurde 1876/77 in Bad Kissingen, in Bayern geboren. Seine Frau Hee-Sin kam aus Tonkin in China (heute: Vietnam). Ihr Vater war Chinese, ihre Mutter war eine deutsche Erzieherin, in Hunan (China). Geheiratet haben beide in Louis und Gustave Castans Berliner Panoptikum. Als sie heirateten war Oswald 22 Jahre und Hee-Sin 20 Jahre alt. Oswald Balling diente als größter deutscher Soldat von 1896 bis 1898 in der königlich bayrischen Leibwache in München. Oswald Balling war 2,41 m groß und 296 Pfund schwer. Hee-Sin Balling war 1,96 m groß und 200 Pfund schwer. Abomah Grigsby Die Riesenfrau Abomah Grigsby wurde 1862 als US-Amerikanerin in Laurence County, South Carolina geboren. Sie trat als afrikanische Königin und Amazonas-Kriegerin auf, und ging mit verschiedenen Zirkusunternehmen auf Welttournee. Im Jahr 1918 mit dem Barnum and Bailey Circus - The Greatest Show on Earth und 1925 mit dem Ringling Brothers Zirkus. |
Van Droysen Sisters - Elsa und Hilda
Van Droysen Sisters Elsa 8 FT. 4 IN. Hilda 7 FT. 4 IN. |
Dora Herms wurde im Jahr 1888 in Berlin geboren. Im Alter von 19 Jahren trat sie im Passage-Panoptikum München als "Riesenbackfisch Dora", ein anderes Mal als "Brunhilde" auf. 1914 reiste Dora mit einer anderen großen Dame und einer Truppe von chinesischen Akrobaten mit dem Barnum and Bailey Limited Circus durch die USA. Vier Jahre später heiratete sie den Holländischen Riesen William van Droysen, der eigentlich Werner oder Anton Syre hieß und aus Duisburg kam. Das Riesepaar tourte durch ganz Europa und anschließend, im Frühjahr 1922 mit Barnum and Baileys durch die USA. Zuvor, 1919 wurde ihre Tochter Ruth in Berlin geboren. Als das Trio 1923 für Samuel W. Gumpertz (1886-1929) Dreamland Circus auf Coney Island in New York City auftrat, verstrab William van Droysen unerwartet. Annie (Anneliese) Haase, alias Kaatje Van Dyk, sie wurde auch Hilde oder Charlotte genannt, wurde 1906 in Holland geboren, andere Quellen besagen sie wäre 1896 in Hohen Neuendorf, Brandenburg geboren. 1926 wurde mit ihr auf Plakaten geworben, sie wolle den Riesen Jan Van Albert, eigentlich Johann Albert Kramer heiraten. Dies war natürlich nichts anderes als ein Werbetrick. Jan Van Albert, der in den USA als Lofty auftrat war schon seit 1921 verheiratet. |
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1926 beschlossen Annie Haase und Dora Herms ihre Namen in Hilda und Elsa zuändern, und traten als die Van Droysen Sisters auf. Die neuen Schwestern tourten mit dem Hagenbeck-Wallace Circus bis ca. 1939 durch Europa und die USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat Hilda (Annie Haase) als Kaatje van Dyk Solo auf. 1962 sah man sie in Wien und 1968 trat sie nochmals als größte Frau der Welt auf. Wann und wo die beiden Künstlerinnen starben ist nicht unbekannt. |
Lionel der Löwenmensch
Lionel der Löwenmensch war der Künstlername von Stephan Bibrowsky (1892-1931/32), der als Zirkusattraktion mit verschiedenen Zirkusunternehmen die Welt bereiste. Stephan Bibrowsky wurde 1892 in Bielsk bei Warschau, in Polen geboren. Schon als Vierjähriger wurde Stephan, der unter Hypertrichose litt, von einem deutschen Manager namens A. Joseph Sedlmeyer aus Stuttgart entdeckt und zur Attraktion einer Kuriositätenschau gemacht; später reiste er fünf Jahre als "Lionel der Löwenmensch" mit dem Barnum and Bailey Circus in einer Sondershow durch die USA. Nach dem sein Vertrag beendet war, Lionel war bereits 16 Jahre alt, kam er nach Deutschland zurück und wurde 1908 für das Münchner Oktoberfest engagiert.
Andenken an Lionel, den Löwenmensch, 17 Jahre alt |
Andenken an Lionel, den Löwenmensch, 16 Jahre alt | 1906 Der 23. August 1908 war sein erster öffentlicher Auftritt in Deutschland, und das Ergebnis war bemerkenswert. Mehr als 200.000 Menschen besuchten die "Lionel Exhibit Show", bis 1912 reiste er durch Deutschland. Das Jahr 1912 war ein unglückliches Jahr für ihn. Während er eine Zigarette rauchte, fingen seine Haare Feuer, Lionel wurde so schwer verletzt, dass er gezwungen war ein Jahr zu pausieren. Seinen ersten Auftritt, nach dem Ersten Weltkrieg hatte Lionel im April 1918 im Colosseum, in Essen. 1923 startet die „Lionel Dreamland Circus Side Show“ und im Jahr 1924 geht er mit dem Ringling Brothers and Barnum & Bailey Limited Circus auf große Welttournee. |
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Lionel, der bei seinen Auftritten seine lange, blonde Körperbehaarung präsentierte, sein Gesicht zu einer Löwenmaske stilisierte und kolportieren ließ, seine Mutter habe sich während der Schwangerschaft an einem Löwen "versehen", war ein gebildeter Mann, der fünf Sprachen schreiben und sprechen konnte. Stephan (Lionel) Bibrowsky soll sich mit 40 Jahren vom Showbiz zurückgezogen haben. Andere Quellen meinen er starb 1931 in einem Berliner Krankenhaus oder 1932 in Italien. Noch heute sind Ansichts- und Postkarten, wie oben zu sehen, im Umlauf, die Stephan Bibrowsky nur halb bekleidet und in "Löwenpose" zeigen. Carl Zuckmayer (1896-1977) nimmt das Motiv des Löwenmenschen 1959 in seinem Werk (Erzählende Prosa) Die Fastnachtsbeichte auf. In der Ausstellung Schau mich an. Wiener Porträts in der Hermesvilla war 2006/07 ein Bild des Löwenmenschen zu sehen, das von Wilhelm Scharmann um 1910 geschaffen wurde. - Als Hypertrichose bezeichnet man das Symptom einer über das übliche Maß an geschlechtsspezifischer Behaarung hinausgehende, die Haardichte. |
Violetta (Aloisia Wagner)
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Aloisia Wagner kam ohne Extremitäten 1907 in Bremen-Hemelingen zur Welt. Nachdem Aloisia beschlossen hatte, im Showgeschäft zu arbeiten, legte sie sich den Künstlernamen Rosa Violetta, der später in Violetta geändert wurde, zu. Mit 17 Jahren emigrierte sie 1924 in die USA und wurde dort bald zu einer Berühmtheit. In den 1920er Jahren trat sie als „half-woman“ (also „halbe Frau“) unter dem Künstlernamen Violetta in einigen Vorstellungen des Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus und als lebende Attraktion im Freizeitpark von Coney Island in New York City auf. Trotz ihrer Behinderung schaffte sie es, sich selbst anzuziehen, sich die Haare zurechtzumachen, eine Zigarette anzuzünden und eine Nadel einzufädeln. Ihren Ehering trug sie als Anhänger an einer Halskette. Wann und wo Aloisia Wagner starb ist unbekannt. |
Liliputaner
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August Clever und Gemahlin
Zur
Princesse
Nouma-Hawa
Ohne Hände geboren, Princesse Nouma-Hawa Princesse Nouma-Hawa, eigentlich Mathilda Cajdos wurde in dem kleinen Dorf Baraolt an der ungarisch-rumänischen Grenze geboren. 1902 kam sie mit Buffalo Bill's Wild West Show in die USA. Sie trat als "The Smallest Woman in the World" auf. Nouma-Hawa sang und tanzte, sprach Englisch, Französisch, Ungarisch und Italienisch fließend. 1904 heiratete sie in Los Angeles, Kalifornien ihren Kollegen, den aus Shelbyville, Indiana stammenden Maurice Andrew Gowdy (1884-1961). Fünf Jahre später, am 18. Dezember 1909 starb Nouma-Hawa in Hot Springs, Arkansas bei der Geburt ihres Kindes. |
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Die Liliputaner - Dir. Mm.
Mauthner |
25.02.1904
Liliput u. Mama, kl. Damen-Duett (43 u. 19 Jahre
alt) In den 1920er Jahren entwickelten sich, die so genannten "Liliputanerschauen" zu großen Zuschauermagneten. Eines der bekanntesten und größten Unternehmen, das vor allem in Südosteuropa kleinwüchsige Kinder engagierte und zu Artisten ausbildete, war C. H. Schäfers Liliputstadt. Schäfers Liliputstadt befand sich in Berlin. Sie hieß mal "Zwergenstadt", "Traumstadt" oder "Königreich Liliput", meistens aber "Märchenstadt". 78 Gastspielorte lassen sich in Deutschland feststellen. Ihr erstes Gastspiel veranstalteten die Schäfers 1931 in Hamburg. Scheuer`s Liliputaner Theater Hamburg C. H. Schäfers Circus-Stadt LILIPUT - München-Solln |
Literatur- und Quellenverzeichnis
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Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne
beteiligen. Stefan Nagel - www.riesendame.blogspot.com / www.schaubuden.de |








