Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Ronald Colman
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Ronald Colman (1891-1958)

Ronald Charles Colman wurde am 9. Februar 1891 in Richmond, London/England geboren.

Portrait und Szenenkarten

Ronald Colman war der Sohn eines britischen Industriellen in der Seidenindustrie. Bereits in der Schule spielte er Theater, studierte allerdings zunächst in Cambridge, um Ingenieur zu werden. Der frühe Tod seines Vaters verhinderte jedoch aus finanziellen Gründen die Beendigung des Studiums. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde er Soldat und kam nach Frankreich. Als Ronald Colman nach nur zwei Monaten Dienst an der Front schwer verletzt wurde, kam er zurück nach England und versuchte im diplomatischen Dienst Fuß zu fassen. Als Coleman jedoch eine kleine Rolle in einem Theaterstück angeboten bekam, nutzte er seine Chance und konzentrierte sich fortan nur noch auf die Schauspielerei.

Nach kleineren Rollen in britischen Stummfilmen ging er 1920 in die USA. 1923 wurde er am Broadway durch den Regisseur Henry King (1886-1982) für Hollywood entdeckt und hatte einigen Erfolg als Filmpartner von Lillian Gish (1893/96-1993). Der Produzent Samuel Goldwyn (1882-1974) nahm ihn unter Vertrag und setzte ihn gemeinsam mit einer anderen Entdeckung, der ungarischen Schauspielerin Vilma Bánky (1898-1991) 1925 in dem Drama The Dark Angel ein. Der Film war derartig erfolgreich, dass Ronald Colman und Vilma Banky noch vier weitere gemeinsame Auftritte hatten. Neben Janet Gaynor (1906-1984)/Charles Farrell (1901-1990) und John Gilbert (1897-1936)/Greta Garbo (1905-1990) waren die beiden eines der großen Leinwandtraumpaare des Stummfilms.

Um 1928 beschloss Ronald Colmann jedoch eine Solokarriere zu starten. Die ersten Streifen waren finanziell wenig erfolgreich, doch mit der zeitgleich stattfindenden Einführung des Tonfilms bekam auch seine Karriere einen Aufschwung. Neben Greta Garbo und Charles Chaplin (1889-1977) gehörte er zu den wenigen Schauspielern, deren Beliebtheit noch zunahm. Nach seiner Trennung von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) 1933 arbeitete er als freier Schauspieler für verschiedene Studios. Für MGM drehte er 1935 die populäre Verfilmung von A Tale of Two Cities (1935) nach dem Roman von Charles Dickens (1812-1870). In einigen Szenen wurden bis zu 6.000 Statisten gleichzeitig beschäftigt. Nach dem Misserfolg von In den Fesseln von Shangri-La (1937) im Jahr 1937, unter der Regie von Frank Capra (1897-1991), nahm seine Zugkraft an der Kinokasse ab.

Erst 1942 konnte Ronald Colman neben Greer Garson (1904-1996) in dem Streifen Gefundene Jahre (1942) seine Fans zurück gewinnen. Er drehte später noch gemeinsam mit Jean Arthur (1900-1991) und Cary Grant (1904-1986) den Film Zeuge der Anklage (1942), der ihm eine Oscar-Nominierung einbrachte. Nachdem er 1944 in Kismet (1944) im Schatten von Filmpartnerin Marlene Dietrich (1901-1992) stand, zog er sich immer mehr von der Leinwand zurück. 1947 erhielt er für seine Darstellung in dem Film Ein Doppelleben (1947), in dem er Shelley Winters (1920-2006) ermordet, einen Oscar und den Golden Globe Award. Regie führte George Cukor (1899-1983). In den 1950er Jahren trat er auch in Fernsehfilmen auf.

Ronald Colmann starb am 19. Mai 1958 in Santa Barbara, Kalifornien/USA, an den Folgen einer Lungenerkrankung. Er hatte eine Tochter von seiner zweiten Ehefrau, der Schauspielerin Benita Hume (1906-1967).

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1923: Die weiße Schwester
  • 1924: Die Hochzeit von Florenz
  • 1925: Ein Dieb im Paradies
  • 1925: Die Zwillingsschwester
  • 1925: Der schwarze Engel
  • 1925: Lady Windermeres Fächer
  • 1925: Kiki
  • 1926: Blutsbrüderschaft
  • 1926: Entfesselte Elemente
  • 1927: Die Nacht der Liebe
  • 1927: König Harlekin
  • 1928: Die Verschwörer
  • 1929: Bulldog Drummond
  • 1929: Condemned
  • 1930: Raffles
  • 1930: The Devil To Pay!
  • 1931: The Unholy Garden
  • 1932: Cynara
  • 1933: The Masquerader

 

  • 1934: Bulldog Drummond schlägt zurück
  • 1935: Kampf um Indien
  • 1935: The Man Who Broke the Bank at Monte Carlo
  • 1935: Flucht aus Paris (A Tale of Two Cities)
  • 1936: Unter zwei Flaggen
  • 1937: In den Fesseln von Shangri-La
  • 1937: Der Gefangene von Zenda
  • 1938: König der Vagabunden
  • 1939: The Light That Failed
  • 1940: Glückspilze
  • 1941: My Life with Caroline
  • 1942: Zeuge der Anklage
  • 1942: Gefundene Jahre
  • 1944: Der Kalif von Bagdad (Kismet)
  • 1947: The Late George Apley
  • 1947: Ein Doppelleben
  • 1950: Champagne for Caesar
  • 1956: In 80 Tagen um die Welt
  • 1957: The Story of Mankind

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text

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