Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Hannover-Ricklingen | Oberricklingen | Bornum und Mühlenberg

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Archiv - Hannover-Ricklingen | Oberricklingen

Hannover-Ricklingen und Oberricklingen

Um das Jahr 1200 wurde das Dorf Ricklingen erstmals Urkundlich erwähnt. Man sprach von Groten Ricklinge und Lutteken Ricklinge (großes und kleines Ricklingen), wobei das große Ricklingen das heutige Alt-Ricklingen ist. Das kleine Ricklingen hingegen am Boven dem Ypolle, dem Tönniesberg, benannt nach einer ehemals dort befindlichen Kapelle des Heiligen Antonius von Padua (?-1231). Um 1515 wurde diese Siedlung wegen vieler Überfälle und Brandschatzungen aufgegeben, obwohl sie an zwei bedeutenden Handelsstraßen lag: Die Chausseen nach Minden und Hameln. Im 30-jährigen Krieg lagerte der schwedische Heerführer Johann t'Serclaes Graf von Tilly (1559-1632) im Wrampenhof an der Düsternstraße. Im alten bäuerlichen Dorfkern steht die Edelhofkapelle aus dem 14. Jh. mit Glasmalereien des deutschen Malers Charles Crodel (1894-1973).

Gruss aus Ricklingen bei Hannover | 09.10.1899

Gruss vom Ricklinger Gesellschaftshaus Ricklingen
23.05.1907

In Ricklingen wurde 1905 die erste 400-Meter-Aschenbahn für Leichtathleten eingeweiht. Im Aufschwung als Folge der Industrialisierung entstand das heutige Oberricklingen als Wohnsiedlung von Arbeitern für die nördlicher gelegene ehemalige Stadt Linden, in das Oberricklingen zusammen mit Ricklingen 1913 eingemeindet wurde, bis Linden sieben Jahre später (1920) nach Hannover eingemeindet wurde. Von 1919 bis 1923 war der Werksflughafen der Hannoverschen Waggonfabrik (HAWA) am Tönniesberg (heute befindet sich auf dem Gelände der Großmarkt Hannover) der erste zivile Flughafen Hannovers.

Hannover-Ricklingen | 09.11.1960

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Oberricklingen aufgrund der Nähe zu den Bahnanlagen am Fischerhof heftige Zerstörungen. Im Februar 1946 wurde Hannover-Ricklingen von einer großen Überschwemmung (Hochwasser) heimgesucht, deshalb wurde ein Hochwasserschutzdeich mit einem Deichtor in der Düsternstraße gebaut. Im Telefunken-Gebäude an der Göttinger Chaussee entwickelte Walter Bruch (1908-1990) das PAL-Farbfernsehsystem, mit dem in der Bundesrepublik Deutschland ab 1967 das Farbfernsehen eingeführt wurde.

Hann.-Ricklingen - Göttinger Straße
Devesterstraße - Westerfeld

Hannover-Bornum

Hannover-Bornum ist der kleinste Stadtteil Hannovers. Es gibt im Wohngebiet kein Einzelhandelsgeschäft und alle sonstigen öffentlichen Einrichtungen befinden sich in den Nachbarstadtteilen Hannover-Mühlenberg und Hannover-Badenstedt.

Bornums Name entstand aus Born (Quelle) und Heim. Bornum wurde 1130 erstmals urkundlich erwähnt und bestand fast das ganze Mittelalter hindurch aus 14 Hofstellen. Der erste Schulbetrieb begann 1679 und 1770 hatte das Dorf 120 Einwohner. Erst ab 1850 wuchsen die Ansiedlungen. 1890 entstand auf Bornumer Gebiet die Kolonie Körtingsdorf (gehört heute zu Hannover-Badenstedt), eine Siedlung der Firma Gebr. Körting und 1896 wird der Männergesangsverein gegründet.

1902 wird die Freiwillige Feuerwehr Bornum gegründet und im April 1909 wurde Bornum mit damals 865 Einwohnern offiziell ein Teil der Stadt Linden, das dazu nötige Gesetz über die Erweiterung des Stadtkreises Linden, wurde aber erst am 13. Mai 1909 von Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) in Berlin, auf Drängen des damaligen Lindener Bürgermeisters Hermann Lodemann (1869-1944), unterzeichnet. 1920 wird Bornum zusammen mit der Stadt Linden nach Hannover eingemeindet und 1928 wird eine Poststelle in Hannover-Bornum eröffnet.

Hannover-Bornum | 16.7.1965

Erst 1953 wurden Straßennamen eingeführt, bis dahin hatten die Häuser nur Hausnummern. 1958 öffnet der 1957/58 nach Plänen des Architekten Erwin Töllner (1906-1984) errichtete neue "Großmarkt am Tönniesberg" in Hannover-Bornum und 1969 wurde die Bornumer Straße eingeweiht.

Bornums Freiwillige Feuerwehr

Der Zimmermeister August Reime leitete die erste Freiwillige Feuerwehr in Bornum, welche am 2. August 1902 gegründet wurde. Damals waren zwanzig Bornumer Männer dabei. Anfangs waren fast ausschließlich Handwerker und Arbeiter Mitglied in der Feuerwehr. Arbeiter, Angestellte und Lehrlinge mussten nachweisen, dass sie von ihrer Arbeit im Einsatzfall freigestellt würden. Die Pflichtfeuerwehr blieb noch bis 1904 bestehen. Die Freiwillige Feuerwehr Hannover-Bornum musste 1933, die zu diesem Zeitpunkt immer noch von August Reime geleitet wurde, aufgelöst werden und die Mitglieder mussten der Freiwilligen Feuerwehr Hannover beitreten. Durch die Einberufung vieler Männer zum Wehrdienst wurde die Einsatzkraft des Bornumer Löschzugs geschwächt. Trotzdem waren insbesondere während den Bombennächten die übrigen Mitglieder in Hannover-Bornum aktiv. Nach Kriegsende war der Wiederaufbau der Bornumer Wehr schwierig. Das Feuerwehrgerätehaus war geplündert und es fehlte an Geld und Material. 1952 feierten die Bornumer drei Tage lang das 50-Jährige Bestehen ihrer Freiwilligen Feuerwehr. Bei vielen Bränden haben die Bornumer Feuerwehrleute beim Löschen geholfen, so zum Beispiel bei den Bränden des Nord-Ost-Bades in Hannover, der Neuapostolischen Kirche und den Wald- und Moorbränden in der Lüneburger Heide. Neben den aktiven Mitgliedern gibt es heute auch fördernde Mitglieder. Außerdem gibt es eine Altersgruppe, der ehemalige Aktive angehören und eine Jugendgruppe, wo Jugendliche die Aufgaben der Feuerwehr kennen lernen können.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Region entdecken - www.region-erleben.de

Hannover-Mühlenberg

Der Hannoversche Stadtteil Mühlenberg liegt am südwestlichen Stadtrand von Hannover, am Rande des namensgebenden lang gestreckten Hügels. Auf diesem stehen noch heute die Reste einer Windmühle, die zum angrenzenden Stadtteil Wettbergen gehört. Der Mühlenberg gehört zu den jüngsten Wohnbezirken Hannovers. Am 31. August 1965 wurde der Grundstein für die Volksschule, heute Grundschule an der Leuschnerstraße gelegt, dieser Grundstein galt als Grundsteinlegung für das gesamte Mühlenberger-Wohngebiet. Es sollten 6.000 Wohnungen für ca. 20.000 Menschen und öffentliche Einrichtungen entstehen. Der erste Bebauungsplan sah noch vierzehngeschossige Hochhäuser vor. Später wurde jedoch ein neuer Plan erstellt und Korrekturen‚ wurden vorgenommen. Die ersten Häuser wurden im November 1966 bezogen.

Hannover-Mühlenberg | 24.11.1983

Gruß aus Hannover-Mühlenberg | 10.06.1984

Heute leben auf dem Mühlenberg etwa 7.000 Menschen verschiedener Nationalitäten. Der Stadtteil mit seinem von parkartigen Grünflächen umgebenen Teich und die aufwendige Infrastruktur mit der IGS Mühlenberg, die das Freizeitheim Weiße Rose, das Jugendzentrum, die Stadtbibliothek, sowie die Bezirkssportanlage und andere Angebote beheimatet, hat sich leider, teilweise zu einem sozialen Brennpunkt entwickelt. Die Stadtbahn und der Busbahnhof, ein ökumenisches Kirchenzentrum sowie eine kleine Fußgängerzone mit Marktplatz prägen den Stadtteil. An das Mühlenberger Stadtteilzentrum angrenzend ist der Mühlenberg seit den 1990er Jahren mit dem Stadtteil Wettbergen und dessen Neubaubereich Wettbergen-West zusammengewachsen. Außerdem befinden sich im Stadtteil zwei große Verwaltungsgebäude, die zum e.on-Konzern gehören.

Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich auf dem Hügel ein Außenlager des KZ-Neuengamme. Die Baracken auf dem Lagergelände wurden bis zu ihrem Abriss 1960 als Wohnraum mit Flüchtlingen im völlig zerstörten Hannover belegt. Gegen das Vergessen erhielten viele Straßen und Plätze Namen von Widerstandskämpfern des 3. Reiches.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Fidele Dörp | www.fidele-doerp.de
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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