Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Reinhold Schünzel
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Reinhold Schünzel (1888-1954)

Der Schauspieler Reinhold Schünzel wurde am 7. November 1888 in Hamburg St. Pauli geboren. Er war nicht nur Schauspieler sondern auch Drehbuchautor und Regisseur.

Nach seiner kaufmännische Ausbildung war Reinhold Schünzel nebenberuflich zunächst Statist, später Schauspieler auf Bühnen in Hamburg, Bern und Berlin. Sein Filmdebüt gab er 1916 unter Carl Froelich (1875-1953) und wurde im selben Jahr von Richard Oswald (1880-1963) entdeckt. Fortan war er in der Rolle des Schurken Teil der Oswaldschen Stammbesetzung mit Anita Berber (1899-1928), Werner Krauß (1884-1959) und Conrad Veidt (1893-1943). Mit Conrad Veidt spielte er 1919 in Anders als die Andern (1919), wo er den Erpresser eines homosexuellen Geigers (gespielt von Veidt) verkörpert. Seit 1918 führte Reinhold Schünzel auch selbst Regie.

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre entstand eine Reihe von Schünzel-Filmen, episodischen Komödien, in denen er die Hauptrolle spielte, selbst produzierte und die Regie übernahm. Diese Meisterwerke der deutschen Filmkomödie wurden erst in den letzten Jahren wiederentdeckt und beim CineGraph-Kongress und beim CineFest in Hamburg sowie beim Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary wieder aufgeführt.

Mit Beginn des Tonfilms kam sein komisches Talent als Regisseur zur Geltung, so in Viktor und Viktoria (1933) und Amphitryon – Aus den Wolken kommt das Glück (1935). Er trat 1931 in Georg Wilhelm Pabsts (1885-1967) Verfilmung von Die 3-Groschen-Oper (1931) als Polizeichef Tiger Brown auf. Nach 1933 durfte er nur mit Sondererlaubnis der Nazis arbeiten, da er als „Halbjude“ galt. 1937 emigrierte er in die USA. Dort spielte er, da seinen eigenen Regiearbeiten wenig Erfolg beschieden war, 1943 in Fritz Langs (1890-1976) Auch Henker sterben und 1946 in Alfred Hitchcocks (1899-1980) Notorious.

Ross Verlag 361/1

1949 kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete wieder am Theater in München, sowie als Nebendarsteller im Film. 1954 erhielt er den Bundesfilmpreis als Bester männlicher Nebendarsteller für seine Rolle in Gerhard Lamprechts (1897-1974) Meines Vaters Pferde (1954). Reinhold Schünzel starb am 11. September 1954 in München. Er war in über 100 Filmen aktiv.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1918: Das Mädel vom Ballett
  • 1919: Die Prostitution
  • 1919: Anders als die Andern
  • 1919: Madame Dubarry
  • 1919: Unheimliche Geschichten
  • 1920: Nachtgestalten
  • 1920: Katherina die Große
  • 1921: Lady Hamilton
  • 1926: In der Heimat... da gibts ein Wiedersehn
  • 1928: Adam und Eva
  • 1946: Berüchtigt, (Notorious), Regie: Alfred Hitchcock
  • 1954: Meines Vaters Pferde
  • 1931: 1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand
  • 1931: Die Dreigroschenoper
  • 1943: Auch Henker sterben (Hangmen Also Die!)

Als Regisseur:

  • 1920: Katherina die Große
  • 1923: Alles für Geld
  • 1930: Liebe im Ring
  • 1933: Viktor und Viktoria
  • 1935: Amphitryon – Aus den Wolken kommt das Glück
  • 1936: Das Mädchen Irene
  • 1937: Land der Liebe
  • 1939: Tanz auf dem Eis (The Ice Follies of 1939)

Portrait und Szenenkarten

                       

        Ross Verlag 386/2 | 27.07.1923              Ross Verlag 391/1 | 16.04.1921                      Ross Verlag 391/2

In der Heimat... da gibts ein Wiedersehn | Margot Walter  Reinhold Schünzel | D 1926 | Ross Verlag 69/1

                        

                 Ross Verlag 1807/1                               Ross Verlag 5656/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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