Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Paul von Hindenburg (1847-1934) in Hannover
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Paul von Hindenburg (1847-1934) in Hannover / ACHTUNG NOCH BAUSTELLE!!!

Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, geboren am 2. Oktober 1847 in Posen (heute Polen); und gestorben am 2. August 1934 auf Gut Neudeck in Ostpreußen war Militär und Politiker. Im Ersten Weltkrieg stieg er zum Generalfeldmarschall auf und übte als Chef der Obersten Heeresleitung von 1916 bis 1918 quasi-diktatorisch die Regierungsgewalt aus. Er wurde 1925 zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik. 1932 wurde er wiedergewählt und ernannte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler (1889-1945) zum Reichskanzler.

Erster Aufenthalt in Hannover von 1866 bis 1873

Paul von Hindenburg war von 1866 bis 1873 als Leutnant des 3. Garde-Regiments zu Fuß (Friedensgarnison) in Hannover stationiert. Dem jungen Offizier stahl jemand in Hannover sein Pferd. Hoteldirektor Heinrich Kasten (1821-1893) vom Kastens Hotel stellte ihm daraufhin sein eigenes Pferd für den Frankreichfeldzug 1870/71 zur Verfügung.

Späteres Zitat von Paul von Hindenburg über Hannover

"...Immer glücklicher lebten wir uns im Laufe der Jahre in Hannover ein, das in glücklichster Weise die Vorteile einer Großstadt nicht mit den Nachteilen einer solchen vereinigt."

Generalfeldmarschall von Hindenburg | 15.02.1915

Als Pensionär von 1911 bis 1914 in der "Villa Köhler", Am Holzgraben 1.

Im März 1911 wurde Paul von Hindenburg unter Verleihung des schwarzen Adlerordens in den Ruhestand verabschiedet. Er zog mit seiner Ehefrau Gertrud Wilhelmine von Hindenburg, geb. von Sperling (1860-1921) und seiner jüngsten Tochter in die Hannover-Oststadt, in die von Professor Heinrich Köhler (1830-1903) um 1893 erbaute "Villa Köhler" Am Holzgraben 1., an der Ecke Wedekindstraße. Prof. Heinrich Köhler war Architekt und Hochschullehrer für Architektur an der späteren Technischen Hochschule Hannover, heute Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Von 1898 bis 1901 war er auch Rektor der Technischen Hochschule Hannover. Heinrich Köhlers Erben vermieteten Paul von Hindenburg die Hochparterrewohnung. Dort wohnte er vier Jahre, bis August 1914 in der Stadtvilla.

Seit den 1980er-Jahren nutzt der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation e.V. (Bildungsverein) das Gebäude für seine Erwachsenenbildung sowie die Gundlach GmbH & Co. KG als Firmensitz.

Villa Hindenburg ("Villa Köhler" Wedekindstraße) | 26.05.1916

 

Ehrenbürgerschaft Hannovers

Die Mitglieder des Bürgervorsteherkollegiums und der Magistrat Hannovers ernannten am 26. August 1915 Paul von Hindenburg auf Lebenszeit zum Ehrenbürger der Stadt Hannover.

Generalfeldmarschall von Hindenburg
und sein Heim in Hannover | 19.10.1922

Ehrendoktorwürde der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) und Hindenburgstraße

Am 16. Dezember 1916 wurde Paul von Hindenburg in Hannover die Ehrendoktorwürde "Dr. med. vet. h.c." der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) verliehen. Im gleichen Jahr wurde auch die ehemalige Tiergartenstraße im heutigen Hannover-Zooviertel in Hindenburgstraße umbenannt.

Gruss aus Hannover - Tiergartenstrasse | 11.10.1900

Hindenburgstraße

Als Pensionär von 1919 bis 1925 in der "Hindenburg-Villa" Seelhorststraße 32., heute Bristoler Straße 6.

Nachdem Paul von Hindenburg während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) wieder politisch und militärisch aktiv war, trat er am 25. Juni 1919 von seinem Posten als Chef des Generalstabes des Heeres zurück und verließ seinen letzten Dienstort in Kolberg (heute Polen). Er wählte Hannover, das ihn 1915 zum Ehrenbürger ernannt hatte, und ihm im Zooviertel von Hannover die sogenannte "Hindenburg-Villa" Seelhorststraße 32. (heute Bristoler Straße 6.) zum Geschenk gemacht hatte, zu seinem Alterssitz. Die Villa wurde 1908 durch den Architekten Emil Lorenz (1857-1944) errichtet. Paul von Hindenburg wohnte dort, nachdem das Gebäude für ihn umgebaut wurde, ab Anfang Juli 1919 zusammen mit seiner Ehefrau Gertrud Wilhelmine von Hindenburg, geb. von Sperling. Nachdem Tod seiner Ehefrau 1921 wohnte, zeitweise auch sein Sohn Oskar von Hindenburg (1883-1960) und dessen Familie mit in der Villa.

Paul von Hindenburg soll angeblich bei einem Einbruch in die "Hindenburg-Villa" den Täter, einen arbeitslosen Soldaten überrascht haben. Es soll zu einem Handgemenge gekommen sein und auch aus einer Browning-Pistole, die der Täter mitführte, geschossen worden sein. Verletzt wurde dabei niemand. Paul von Hindenburg soll den Einbrecher alleine vertrieben haben, obwohl sein Kammerdiener Oskar Putz (1894-1973) sich im Haus befand. Später nahm man den Täter fest und verurteilte ihn zu zweieinhalb Jahren Gefängnis.

Paul von Hindenburgs Sohn soll die Geschichte dokumentiert, und den Hannoverschen Zeitungen zugespielt haben. Daraufhin erschien die Meldung vom Einbruch in die "Hindenburg Villa" und die "tapfere Verteidigung" Paul von Hindenburgs landesweit in der Presse. Ob die Geschichte des Einbruchs sich wirklich so zugetragen hat, wie sie Paul von Hindenburg schilderte, ist nicht bewiesen.

Villa Hindenburg, Seelhorststraße | 24.12.1926

Am 10. Mai 1925 verließ Paul von Hindenburg Hannover, um in Berlin sein Amt als Reichspräsident anzutreten. Die "Hindenburg-Villa" behielt er allerdings noch bis zum Mai 1930. Über dem Eingang der Villa brachte man 1936 eine Gedenktafel mit der Inschrift "1919 Hindenburg 1930" an, die heute noch existiert. Heute steht die "Hindenburg-Villa" unter Denkmalschutz, ist mit einer Stadttafel (Nr. 87.) versehen und Sitz der Fritz-Behrens-Stiftung sowie einer Anwaltskanzlei.

Reichspräsident Hindenburg verläßt Hannover.

Reichspräsident von Hindenburg Abschied aus Hannover.

"Hindenburg-Ecke" im Pilsener Bierkeller

Im Pilsener Bierkeller, in der Windmühlenstraße 2 b. in Hannover-Mitte befand sich eine sogenannte "Hindenburg-Ecke". Die Sitzecke bestand aus zwei Tischen mit mehreren Stühlen. An der Wand hingen Gemälde und Fotos von Paul von Hindenburg sowie ein Gemälde des Fürsten Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen (1815-1898), ein Gemälde von Friedrich II. dem Großen (1712-1786) und ein Gemälde mit einem Soldaten im Schützengraben. Das Lokal warb als "Erstes historisches Bier- und Speiselokal Hannovers". Um 1928/29 war der Gastwirt Karl Olhölt der Inhaber des Lokals.

Der "Pilsener Bierkeller" wurde am 24. September 1891 von Friedrich Eduard Camphausen und Mar. Gustav Camphausen aus Berlin als "Original Pilsener Bierkeller" eröffnet. Beide waren auch Inhaber der Biergroßhandlung F. & M. Camphausen aus Berlin und Generalvertreter des "Bürgerlichen Brauhauses" in Pilsen/Tschechien.

Gruss aus dem Pilsener Bierkeller | 29.08.1909

Pilsener Bierkeller - Hindenburg-Ecke | 24.08.1931

"Hindenburg-Kampfbahn"

Das 1921 nach Plänen des Architekten und Stadtplaners Paul Wolf (1879-1957) erbaute "Stadion der Stadt Hannover" (Eilenriedestadion) fasste 25.000 Zuschauer. 1934 wurde es in "Hindenburg-Kampfbahn" umbenannt, nach dem Zweiten Weltkrieg hieß es kurzzeitig wieder "Stadion der Stadt Hannover“, bis es seinen heutigen Namen "Eilenriedestadion" bekam.

Eingang zum Stadion (Eilenriedestadion) | 21.08.1924

Hindenburgkampfbahn (Eilenriedestadion) | 15.11.1937

"Hindenburg-Schleuse", heute Schleuse Anderten

Am Mittellandkanal bei Anderten (Anderten wurde am 1. März 1974 als Stadtteil nach Hannover eingemeindet) begann 1919 der Bau der größten Binnenschleuse Europas. Nach den Ausbaggerungsarbeiten folgte 1924 der Baubeginn der eigentlichen Schleuse. Am 20. Juni 1928 wurde die Hindenburg-Schleuse durch Reichspräsident Paul von Hindenburg ihrer Bestimmung übergeben. Sie war zum Zeitpunkt ihrer Einweihung die größte Binnenschleuse Europas. Zur Schleuse führt 1965 benannte Straße "Zur Hindenburgschleuse". Die Schleuse Anderten steht heute unter Denkmalschutz.

Paul von Hindenburg-Jugendherberge

Die Paul von Hindenburg-Jugendherberge wurde 1935 am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer am Maschsse errichtet. An der Südseite des Gebäudes schloss sich der Lehrgangsflügel mit der "Führerschule" für die Hitlerjugend (HJ) und den Bund Deutscher Mädel (BDM) an. Die Stadt Hannover hatte das 4.500 m² große Grundstück kostenlos zum Bau der Jugendherberge zur Verfügung gestellt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Jugendherberge fast vollständig zerstört. Das Gebäude konnte allerdings so weit hergerichtet werden, dass am 1. Oktober 1945 die Freie Waldorfschule Hannover-Maschsee in der ehemaligen Paul von Hindenburg-Jugendherberge mit ihrem Unterricht beginnen konnte. Auch heute noch befindet sich dort die Freie Waldorfschule Hannover-Maschsee.

Hindenburg Schleuse bei Anderten Hannover | 03.03.1939

Paul v. Hindenburg Jugendherberge | 26.10.1936

Hindenburg-Kaserne

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text
Peter Klasen (1962-2015)
/ Postkarten

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
160 Jahre Kastens Hotel Luisenhof
| Sonderheft von Hannover Live | Stroetmann Verlag und Agentur GmbH | 2016
Geschichte der Stadt Hannover II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Stadtprominenz - Hindenburg in Hannover 1919 bis 1925. Zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und der Reichspräsidentschaft., Vortrag im Rahmen der Ausstellung "Typisch Hannover!?" im Historischen Museum Hannover (HMH) | Prof. Dr. Gerhard Schneider | 11/2016
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