Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Olga Tschechowa
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Olga Tschechowa (1897-1980)

Olga Konstantinowna Tschechowa, eigentlich Olga von Knipper wurde am 14. oder 26 April 1897 in Alexandropol, heute Gjumri/Armenien geboren. Sie war eine deutsche Film- und Theaterschauspielerin russisch-deutscher Herkunft.

Sie wurde in eine deutschsprachige Familie, die ursprünglich aus Saarbrücken stammte, in Russland hineingeboren. Ihr Vater war Ingenieur und kaiserlicher Eisenbahnminister. Ihr jüngerer Bruder war der Komponist Lew Konstantinowitsch Knipper (1898-1974). Ihre Tante, die Schauspielerin Olga Knipper-Tschechowa (1868-1959) war mit dem russischen Dramatiker Anton Tschechow (1860-1904) verheiratet.

Olga Tschechowa studierte vorübergehend Bildhauerei und Medizin in St. Petersburg. Nach einer Schauspielausbildung bei Konstantin Stanislawski (1863-1938) in Moskau übernahm sie erste Rollen am Tschechow-Künstlertheater. 1914 heiratete sie ihren Cousin, den Schauspieler Michael Tschechow (1891-1955). Nach drei Jahren wurde die Ehe geschieden. Aus dieser Ehe stammt ihre Tochter Ada Tschechowa (1916-1966).

Olga Tschechowa, machte 1917/18 in Russland schon erste Filmerfahrungen, und emigrierte 1921 nach Deutschland, schlug sich zunächst in Berlin als Plakatmalerin durch und wurde im gleichen Jahr von Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) für den Film Schloß Vogelöd (1921) entdeckt. Zwei Jahre später folgte ihre erste Hauptrolle in Nora (1923). Ihr Bühnendebüt gab sie 1925 am Berliner Renaissance-Theater. Unter der Regie von René Clair (1898-1981) spielte sie in der französischen Komödienverfilmung Der Florentiner Hut (1927).

Ross Verlag 778/2

In England trat sie in Ewald André Duponts (1891-1956) Moulin Rouge (1928) auf. 1928/29 war sie Co-Produzentin von fünf Filmen, beim letzten – Der Narr seiner Liebe (1929) mit Michael Tschechow in der Hauptrolle – führte sie auch Regie. Neben Lilian Harvey (1906-1968) wirkte sie 1930 in einem der ersten deutschen Tonfilme, am Lustspiel Die Drei von der Tankstelle (1930) in einer Nebenrolle mit. Zu ihren Filmpartnern gehörten Ewald Balser (1898-1978) und Willy Birgel (1891-1973).

1930 erhielt Olga Tschechowa die deutsche Staatsbürgerschaft. 1931 wurde ein von der ungarischen Regierung für ein Gastspiel in Deutschland ausgesprochenes Auftrittsverbot aufgehoben. 1936 heiratete sie den belgischen Industriellen Marcel Robyns, doch auch diese Ehe wurde schon nach drei Jahren geschieden. In ihren Memoiren verhehlte sie nicht ihre guten Beziehungen zu Adolf Hitler (1889-1945) und anderen Nazi-Größen. Jedoch ging aus sowjetischen Archiven hervor, dass Olga Tschechowa eine „passive“ sowjetische Agentin war. Ihr Bruder Lew war ebenso für den sowjetischen Geheimdienst tätig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sie ohne großen Erfolg ein eigenes Theater in Berlin und eine eigene Filmgesellschaft. Ihr Rollentyp wandelte sich von der mondänen Dame, die sie noch in Burgtheater (1936) und Andreas Schlüter (1942) verkörperte, zur willensstarken Frau und Mutter. Sie war seit 1937 Diplom-Kosmetikerin, führte einen Kosmetiksalon und gründete 1958 ihre Kosmetikfirma Olga-Tschechowa-Kosmetik mit Niederlassungen in München, Berlin und Mailand.

Ihre Tochter Ada Tschechowa und ihre Enkelin Vera Tschechowa wurden gleichfalls bekannte Schauspielerinnen. 1971 spielte sie zusammen mit ihrer Enkelin in Duell zu dritt (1971). Tochter Ada Tschechow kam 1966 bei einem Flugzeugunglück in Bremen ums Leben. Ihrer Autobiografie Ich verschweige nichts aus dem Jahr 1952 folgten 1973 die Erinnerungen Meine Uhren gehen anders. Vadim Glowna, der damalige Ehemann ihrer Enkelin Vera, drehte 1984 das Porträt Tschechow in meinem Leben über die Familie. Olga Tschechowa starb am 9. März 1980 in München.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1921: Schloß Vogelöd
  • 1921: Hochstapler
  • 1923: Nora
  • 1923: Der verlorene Schuh
  • 1926: Familie Schikmek
  • 1927: Brennende Grenze
  • 1927: Der Florentiner Hut
  • 1930: Liebling der Götter
  • 1930: Die Drei von der Tankstelle
  • 1930: Mary (Regie: Alfred Hitchcock)
  • 1932: Trenck, Roman einer großen Liebe
  • 1932: Der Choral von Leuthen
  • 1932: Liebelei
  • 1934: Regine
  • 1934: Peer Gynt
  • 1934: Maskerade
  • 1935: Künstlerliebe
  • 1935: Die ewige Maske
  • 1935: Ein Walzer um den Stephansturm
  • 1935/36: Der Favorit der Kaiserin
  • 1936: Seine Tochter ist der Peter
  • 1936: Petersburger Romanze
  • 1936: Burgtheater
  • 1936: Hannerl und ihre Liebhaber
  • 1937: Unter Ausschluß der Öffentlichkeit
  • 1937: Gewitterflug zu Claudia
  • 1937: Die gelbe Flagge
  • 1938: Rote Orchideen
  • 1939: Die unheimlichen Wünsche
  • 1939: Parkstraße 13
  • 1939: Ich verweigere die Aussage
  • 1939: Bel Ami
  • 1939: Befreite Hände
  • 1940: Angelika
  • 1940: Leidenschaft
  • 1940: Der Fuchs von Glenarvon
  • 1941: Menschen im Sturm
  • 1942: Mit den Augen einer Frau
  • 1942: Andreas Schlüter
  • 1943: Reise in die Vergangenheit
  • 1943: Gefährlicher Frühling
  • 1943: Der ewige Klang
  • 1945: Im Tempel der Venus
  • 1949: Eine Nacht im Séparée
  • 1950: Der Mann, der zweimal leben wollte
  • 1950: Maharadscha wider Willen
  • 1950: Eine Frau mit Herz
  • 1950: Zwei in einem Anzug
  • 1951: Das Geheimnis einer Ehe
  • 1951: Begierde
  • 1952: Hinter Klostermauern
  • 1953: Alles für Papa
  • 1954: Rosen-Resli
  • 1954: Rittmeister Wronski
  • 1958: U 47 – Kapitänleutnant Prien
  • 1963: Jack und Jenny
  • 1973: Die Zwillinge vom Immenhof
  • 1974: Frühling auf Immenhof

Portrait und Szenenkarten

                     

                   Ross Verlag 595/2                   Ross Verlag 1414/1 | 29.10.1926                   Ross Verlag 1590/3

Ross Verlag 1799-2 | 01.09.1927

 

      

       Ross Verlag 4033/2 | 26.11.1930

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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