Olga Tschechowa (1897-1980)
Olga Konstantinowna Tschechowa, eigentlich Olga von Knipper wurde am 14. oder 26 April 1897 in Alexandropol, heute Gjumri/Armenien geboren. Sie war eine deutsche Film- und Theaterschauspielerin russisch-deutscher Herkunft. Sie wurde in eine deutschsprachige Familie, die ursprünglich aus Saarbrücken stammte, in Russland hineingeboren. Ihr Vater war Ingenieur und kaiserlicher Eisenbahnminister. Ihr jüngerer Bruder war der Komponist Lew Konstantinowitsch Knipper (1898-1974). Ihre Tante, die Schauspielerin Olga Knipper-Tschechowa (1868-1959) war mit dem russischen Dramatiker Anton Tschechow (1860-1904) verheiratet. Olga Tschechowa studierte vorübergehend Bildhauerei und Medizin in St. Petersburg. Nach einer Schauspielausbildung bei Konstantin Stanislawski (1863-1938) in Moskau übernahm sie erste Rollen am Tschechow-Künstlertheater. 1914 heiratete sie ihren Cousin, den Schauspieler Michael Tschechow (1891-1955). Nach drei Jahren wurde die Ehe geschieden. Aus dieser Ehe stammt ihre Tochter Ada Tschechowa (1916-1966). Olga Tschechowa, machte 1917/18 in Russland schon erste Filmerfahrungen, und emigrierte 1921 nach Deutschland, schlug sich zunächst in Berlin als Plakatmalerin durch und wurde im gleichen Jahr von Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) für den Film Schloß Vogelöd (1921) entdeckt. Zwei Jahre später folgte ihre erste Hauptrolle in Nora (1923). Ihr Bühnendebüt gab sie 1925 am Berliner Renaissance-Theater. Unter der Regie von René Clair (1898-1981) spielte sie in der französischen Komödienverfilmung Der Florentiner Hut (1927). |
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In England trat sie in Ewald André Duponts (1891-1956) Moulin Rouge (1928) auf. 1928/29 war sie Co-Produzentin von fünf Filmen, beim letzten – Der Narr seiner Liebe (1929) mit Michael Tschechow in der Hauptrolle – führte sie auch Regie. Neben Lilian Harvey (1906-1968) wirkte sie 1930 in einem der ersten deutschen Tonfilme, am Lustspiel Die Drei von der Tankstelle (1930) in einer Nebenrolle mit. Zu ihren Filmpartnern gehörten Ewald Balser (1898-1978) und Willy Birgel (1891-1973). 1930 erhielt Olga Tschechowa die deutsche Staatsbürgerschaft. 1931 wurde ein von der ungarischen Regierung für ein Gastspiel in Deutschland ausgesprochenes Auftrittsverbot aufgehoben. 1936 heiratete sie den belgischen Industriellen Marcel Robyns, doch auch diese Ehe wurde schon nach drei Jahren geschieden. In ihren Memoiren verhehlte sie nicht ihre guten Beziehungen zu Adolf Hitler (1889-1945) und anderen Nazi-Größen. Jedoch ging aus sowjetischen Archiven hervor, dass Olga Tschechowa eine „passive“ sowjetische Agentin war. Ihr Bruder Lew war ebenso für den sowjetischen Geheimdienst tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete sie ohne großen Erfolg ein eigenes Theater in Berlin und eine eigene Filmgesellschaft. Ihr Rollentyp wandelte sich von der mondänen Dame, die sie noch in Burgtheater (1936) und Andreas Schlüter (1942) verkörperte, zur willensstarken Frau und Mutter. Sie war seit 1937 Diplom-Kosmetikerin, führte einen Kosmetiksalon und gründete 1958 ihre Kosmetikfirma Olga-Tschechowa-Kosmetik mit Niederlassungen in München, Berlin und Mailand. Ihre Tochter Ada Tschechowa und ihre Enkelin Vera Tschechowa wurden gleichfalls bekannte Schauspielerinnen. 1971 spielte sie zusammen mit ihrer Enkelin in Duell zu dritt (1971). Tochter Ada Tschechow kam 1966 bei einem Flugzeugunglück in Bremen ums Leben. Ihrer Autobiografie Ich verschweige nichts aus dem Jahr 1952 folgten 1973 die Erinnerungen Meine Uhren gehen anders. Vadim Glowna, der damalige Ehemann ihrer Enkelin Vera, drehte 1984 das Porträt Tschechow in meinem Leben über die Familie. Olga Tschechowa starb am 9. März 1980 in München. |
Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)
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Literatur- und Quellenverzeichnis
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Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Collector's Homepage -
www.cyranos.ch |



