Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2010
Maschpark | Neues Rathaus Provinzial-Museum
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Maschpark | Neues Rathaus | Provinzial-Museum

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Archiv - Maschpark | Rathaus und Provinzial-Museum

Der Maschpark

Der Maschpark ist eine 10 ha große - davon ca. 2,6 ha Maschteich, in Dreiecksform angelegte Parkanlage südlich der Altstadt. Der Park umgibt das Neue Rathaus. Der Maschpark entstand um 1900 und war damit der erste kommunale Park in der Provinzhauptstadt Hannover. Mit dem Maschpark begann die Umgestaltung der Leine Aue in ein Erholungsgebiet. Die Anlage hat seither ihre ursprüngliche Form nicht verändert und ist ein seltenes Zeitzeugnis der deutschen Gartenkunst des ausgehenden 19. Jhs. Seit 1985 trägt der Maschpark den Beinamen "Park der Partnerstädte"

Im Maschpark | 24.05.1902

Das Gelände, in dem heute der Maschpark liegt war in früheren Jahrhunderten Überschwemmungsgebiet von Leine und Ihme. Genutzt wurde das Gebiet als Heuwiese und hieß „Altstädter Aue“. 1895 gab der Magistrat der Stadt das Gelände zur Bebauung frei. Geplant war das „Neue Rathaus“, das in ein Parkgelände integriert werden sollte. Bereits 1899 erfolgte der erste Spatenstich für den Maschpark, nach Plänen des Gartenamtsleiters Julius Trip (1857-1907), einer der führenden Gartenkünstler seiner Zeit. 1902 war der Hauptteil des Parks fast fertiggestellt, endgültig abgeschlossen war er aber erst mit der Einweihung des Neuen Rathauses am 20. Juni 1913.

Maschpark | 02.02.1908

Für den Gartenamtsleiter Julius Trip wurde nach seinem Tod das Tripp-Denkmal aus Muschelkalk von Georg Herting (1872-1851) 1907 errichtet. Es stellt Gärtner, Hirte, Quellnymphe und die Flora dar. Durch starke Kriegseinwirkungen ist das Denkmal nur teilweise erhalten geblieben. Das Rudolf von Bennigsen (1824-1902) Denkmal wurde im gleichen Jahr, 1907 vor der Provinzialverwaltung (heute: Niedersächsisches Landesmuseum) am Maschpark errichtet. Der Architekt Otto Lüer (1865-1947) und der Bildhauer Karl Gundelach (1856-1920) schufen ein imposantes Baukunstwerk. Während des Zweiten Weltkrieg wurde das Denkmal leider eingeschmolzen und der Rest abgebrochen.

 

Blick in den Maschpark | 14.03.1903

Maschpark u. neues Rathaus | 19.03.1913

Tripp-Denkmal | 29.02.1916

Rudolf v. Bennigsen Denkmal | 16.01.1909

Das Neue Rathaus

Das Neue Rathaus in Hannover ist nach zwölfjähriger Bauzeit, der Entwurf stammt von 1897 am 20. Juni 1913 im Beisein von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht worden. Das Rathaus ist ein wilhelminischer schlossähnlicher Prachtbau in eklektizistischem Stil (im inneren teilweise Jugendstil) und steht außerhalb des historischen Stadtkerns. Das Bauwerk ist eingebettet in den zehn Hektar großen Maschpark. Der Baupreis betrug 1913 zehn Millionen Gold-Mark, das Gebäude wurde von den Architekten Hermann Eggert (1844-1920) und Gustav Halmhuber (1862-1936) auf 6026 Buchenpfählen errichtet: "Zehn Millionen Mark, Majestät - und alles bar bezahlt", verkündete hierzu Stadtdirektor Heinrich Tramm (1854-1932), als das Neue Rathaus von Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) eingeweiht wurde.

Zur Erinnerung an die Einweihung des neuen Rathauses zu Hannover |20.06.1913

Der Platz vor dem Neuen Rathaus heißt heute Trammplatz. Das Neue Rathaus löste fortan das von Georg L. F. Laves (1788-1864) in den Jahren 1829 bis 1833 erbaute, nahe gelegene Wangenheimpalais als Rathaus ab. Der Magistrat der Stadt Hannover erwarb 1862 das Wangenheimpalais und richtete nach einem Umbau hier das „neue“ Rathaus ein. Diesen Zweck hatte es bis 1913 inne. Das Alte Rathaus in der Altstadt wurde seit 1863 nicht mehr als Hauptverwaltungssitz genutzt, in ihm befinden sich heute Geschäfte, Restaurants und das Standesamt der Landeshauptstadt Hannover.

Im Zweiten Weltkrieg, 1945 wurde das Neue Rathaus bei einem amerikanischen Bombenangriff stark beschädigt. Am 9. Dezember 1946 wurde in der 38 Meter hohen Rathaushalle das Land Niedersachsen proklamiert und am 10. Dezember 1950 wurde hier der Deutsche Sportbund (DSB) gegründet.

Neues Rathaus | 20.09.1933

Die Höhe der Rathauskuppel mit ihrer Aussichtsplattform beträgt knapp 100 m. Einzigartig in Europa ist der Aufzug, der einen bogenförmigen (parabelförmig der Kuppel folgend) Fahrverlauf aufweist. Der Aufzug wurde 1913 errichtet. Der Fahrkorb wurde in dampfgebogenen Eichenschienen geführt. Die zwei Tragseile legen sich während der Fahrt nach unten auf drei Doppelrollen in der Schachtwand auf. Der Aufzug war witterungsbedingt im Winterhalbjahr nicht benutzbar.

Vom Aufzugausstieg führt eine Wendeltreppe zu den Aussichtsebenen. 2005 besuchten über 90.000 Besucher den Rathausturm. In 2007/08 wurde ein neuer Aufzug installiert, die letzte Fahrt des alten Aufzuges fand im November 2007 statt.

Die Einweihung des Neuen Rathauses in Hannover
Parademarsch vor dem Kaiser | 28.06.1913

Gruss aus Hannover - Neues Rathaus
(Wangenheimpalais) | 23.07.1898

Rathaus (Altes Rathaus) | 20.09.1904

Gott mit uns - Für Kaiser u. Reich | Rathaus | 01.10.1915

Der neue Kuppelaufzug wurde am 27. April 2008 in Betrieb genommen. In einem Winkel von bis zu 17° steigt der Aufzug in dem 50 m langen Schacht zur Kuppelgalerie auf, dabei versetzt der Aufzug horizontal um über acht Meter.

Das Provinzial-Museum

Das Provinzial-Museum (heute: Nds. Landesmuseum) befindet sich am Maschpark gegenüber dem Neuen Rathaus. Der Architekt Hubert Stier (1838-1907) entwarf das repräsentative Museumsgebäude im Stil der Neorenaissance. Eröffnet wurde es 1902, gebaut wurde von 1897 bis 1901. 1933 wurde das Provinzial-Museum in Landes-Museum umbenannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kuppel über dem Mittelrisalit zerstört.

Provinzial-Museum | 06.09.1910

Von 1995 bis 2000 erfolgten umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen im Innern des historischen Hauses. Die Wiedereröffnung fand am 13. Mai 2000 statt. Das Niedersächsische Landesmuseum umfasst heute eine Gemälde- und Skulpturensammlung, die Landesgalerie mit Kunstwerken aus dem Mittelalter bis zum frühen 20. Jh. sowie bedeutende Exponate aus der Archäologie und der Natur- und Völkerkunde. Das Museum beherbergt darüber hinaus auch ein Vivarium mit Fischen, Amphibien und Reptilien.

 

Wotan-Denkmal

Das Denkmal zeigt den germanischen Gott Wotan (Wotan bezeichnet den germanischen Gott Odin) mit seinen beiden Wölfen. Die Wotan-Gruppe wurde von Wilhelm Engelhard (1813-19029, im Jahr 1888 in Kalkstein vollendet. Die Skulptur wurde 1901 in der Planckstraße hinter dem Provinzial-Museum aufgestellt, 1943 entfernt und im Frühjahr 1987 wieder zum alten Standort gebracht.

Provinzial-Museum | 17.11.1909

Wotangruppe | 25.10.1903

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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