Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Maria Carmi
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Maria Carmi (1880/81-1957)

Maria Carmi, (Prinzessin Norina Matchabelli), aber eigentlich Norina Gilli wurde am 3. März 1880, andere Quellen meinen am 4. März 1881 in Florenz/Italien geboren. Sie war eine italienische Schauspielerin schweizerischer Abstammung.

Norina Gilli war die Tochter des ausgewanderten Konditors Luigi Gilli aus Samaden/Schweiz und Emma Troll aus Winterthur in der Schweiz. Sie war das jüngste von fünf Geschwistern und verbrachte ihre Jugendzeit in Florenz und Fiesole in Italien.

Nach ihrer Heirat mit dem schwäbischen Dramatiker Karl Gustav Vollmoeller (1878-1948) im Jahr 1904 besuchte sie ab 1907 die Schauspielschule von Max Reinhardt (1873-1943) in Berlin. 1908 ließ sich das Ehepaar in Berlin, später in Potsdam, nahe den Filmstudios nieder. Anlässlich der Premiere von The Miracle, dem wortlosen Bühnenstück ihres Mannes, stand sie am 23. Dezember 1911 in der Olympia Hall in London erstmals auf der Bühne. Maria Carmi spielte an verschiedenen Bühnen Europas, unter anderem in Florenz, London und Paris. Vor und während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) war sie eine gefragte Künstlerin, die besonders in Filmdramen eingesetzt wurde. Sie war eine der ersten Filmdiven überhaupt.

Nach dem Krieg und der Scheidung von Karl Gustav Vollmoeller kehrte sie nach Italien zurück. Vom italienischen Film gemieden, arbeitete sie nun als Theaterschauspielerin.

Film Sterne Verlag 90/6

Während eines Urlaubs auf der Halbinsel Krim/Ukraine lernte sie den georgischen Emigranten Prinz Georges V. Matchabelli (1885-1935) kennen, den sie kurze Zeit später im Juni 1917 auf der Krim heiratete. Im Dezember 1923 zog sie mit ihm in die USA, wo sie mehrere Jahre in dem Theaterstück The Miracle ihres Exmannes Karl Gustav Vollmoeller an Theatern in verschiedenen Großstädten auftrat. Maria Carmi, nun als Prinzessin Norina Matchabelli bekannt, gründete 1924 gemeinsam mit ihrem Mann die Prince Matchabelli Perfume Company. 1933 kam es zur Scheidung, da sie eine führende Jüngerin des Gurus Meher Baba (1894-1969), eigentlich Merwan Sheriar Irani und Mitbegründerin dessen amerikanischen Niederlassungen wurde.

Nach Prinz Matchabellis Tod 1935 erbte sie einen mehrstelligen Millionenbetrag, den sie ihrem Guru Meher Baba schenkte. Norina Matchabelli wurde Meher Babas Sprachrohr, da dieser ein Schweigegelübde abgelegt hatte und nur mittels einer Tafel mit seiner Umwelt kommunizierte. Dank ihrer Kontakte nach Hollywood, die sie durch ihren Exmann Karl Gustav Vollmoeller aufgebaut hatte, versuchte sie zwei Mal einen Film über Meher Baba drehen zu lassen. Beide Male gelang es ihr, ihren Exmann für das Drehbuch zu gewinnen. Beide Projekte, für die sich namhafte Künstler engagierten, scheiterten an den unrealistischen Vorstellungen Meher Babas. Die Kopien der Drehbücher gehören zu Vollmoellers Nachlass im Deutschen Literaturarchiv (DLA).

Obwohl an Krebs erkrankt, lebte sie viele Jahre in ärmlichsten Verhältnissen in Indien, bis der fortschreitende Krebs eine Behandlung in den USA erforderlich machte. Auch hier setzte sie sich noch vom Krankenbett aus für die Belange der Sekte ein.

Maria Carmi starb am 4. August 1957, im kurz zuvor errichteten Glaubenszentrum in Myrtle Beach, South Carolina/USA.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1913: Das Mirakel
  • 1913: Eine venezianische Nacht
  • 1914: L'Accordo in minore
  • 1914: Sperduti nel buio
  • 1914: Teresa Raquin
  • 1915: Fluch der Schönheit
  • 1915: Der Hermelinmantel
  • 1915: Die rätselhafte Frau
  • 1915: Sophias letztes Gesicht
  • 1916: Das Wunder der Madonna
  • 1916: Für den Ruhm des Geliebten
  • 1916: Der Letzte eines alten Geschlechts
  • 1916: Die Richterin von Solvigsholm
  • 1916: Das Haus der Leidenschaften
  • 1916: Der Fluch der Sonne
  • 1917: Der Weg des Todes
  • 1917: Wenn Tote sprechen
  • 1917: Die Memoiren der Tragödin Thamar
  • 1917: Rächende Liebe
  • 1918: Das Spitzentuch der Fürstin
  • 1920: Per il passato
  • 1921: Forse che si, forse che no

Portrait und Szenenkarten

    

              Film Sterne Verlag 90/4

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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