Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Sammlung - Peter Klasen | Die Luftstreitkräfte und die Kaiserliche Marine im wilhelminischen Kaiserreich

Die Kaiserliche Marine entstand nach der Reichsgründung 1871 aus der Marine des Norddeutschen Bundes. Sie bestand bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918. Die Reichsverfassung vom 16. April 1871 bezeichnet die Marine als Kriegsmarine, an einer Stelle aber auch als Kaiserliche Marine. Für den Marinegebrauch wurde die letztere Bezeichnung am 1. Februar 1872 eingeführt. Den Schiffsnamen wurden – vergleichbar der Tradition in der britischen Marine (H.M.S. = His/Her Majesty's Ship) – das Kürzel S.M.S. (für „Seiner Majestät Schiff“) vorangestellt. Die Marine wurde aus dem vom Reichstag beschlossenen Haushalt finanziert. Im Gegensatz dazu waren für den Unterhalt der Landstreitkräfte die Bundesstaaten zuständig.

                            

  Vice Admiral Graf v. Spee | 22.06.1916    Graf v. Spee, Weddigen, Meyer-Waldeck             Otto Weddigen | 10.03.1916
                                                                     v. Müller, v. Mücke | 06.02.1916            

                           

       Kapitän zur See Meyer-Waldeck                    Fregattenkapitän v. Müller             Kapitänleutnant von Mücke | 01.06.1914
           Gouveneur von Kiautschou          Der heldenmütige Kommandant S.M.S. Emden

Vizeadmiral Reichsgraf Maximilian von Spee (1861-1914)

Reichsgraf Maximilian von Spee wurde am 22. Juni 1861 in Kopenhagen/Dänemark geboren. Er war deutscher Marineoffizier der Kaiserlichen Marine. Seine militärische Laufbahn begann am 23. April 1878 mit dem Eintritt als Kadett in die Kaiserliche Marine. Ab 1884/85 diente Reichsgraf von Spee als Leutnant zur See im westafrikanischen Kreuzergeschwader.

Seit 1887 war er Hafenkommandant in Kamerun, musste aber krankheitshalber heimkehren. Wieder gesund fuhr er auf der S.M.S. Moltke und auf der S.M.S. Deutschland und kam im Ostasiengeschwader nach China. Nach der Niederschlagung des Boxeraufstands kehrte er ins Reich zurück, und wurde am 27. Januar 1905 zum Kapitän zur See und Kommandanten der S.M.S. Wittelsbach ernannt. Auf den Tag genau fünf Jahre später wurde er zum Konteradmiral befördert und führte als Zweiter Admiral die Aufklärungsschiffe der Hochseeflotte.

S.M.S. "Deutschland" und "Wittelsbach" passieren die Rendsburger Hochbrücke.

Als Flaggoffizier erhielt er 1912 das Kommando über das Ostasiengeschwader, den begehrtesten Posten der Kaiserlichen Marine. Die Schiffe – S.M.S. Scharnhorst, S.M.S. Gneisenau, S.M.S. Leipzig und S.M.S. Nürnberg – lagen in Qingdao/China und Rabaul/Papua-Neuguinea. Am 15. November 1913 wurde Reichsgraf Maximilian von Spee zum Vizeadmiral befördert.

Vier Monate nach Beginn des Ersten Weltkriegs fiel Vizeadmiral Reichsgraf Maximilian von Spee mit seinen beiden Söhnen Otto von Spee (1890-1914) und Heinrich von Spee (1893-1914) am 18. Dezember 1914 auf der S.M.S. Scharnhorst im Seegefecht bei den Falklandinseln, britisches Überseegebiet.

Vice-Admiral Graf von Spee der Sieger von Santa Maria

Graf Spee | S.M.S. Scharnhorst | 09.01.1915

                          

Der König der Tiefe und er König der Luft.      Großadmiral v. Tirpitz | 16.01.1917              Admiral v. Köster | 11.01.1918
         Kapitän König - Graf Zeppelin

                         

       Leutnant zur See Hans Berg der          Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien       Admiral von Pohl - Chef des Kaiserl.
            heldenmütige Führer der                        Kommandant S.M.S. Möwe             Deutschen Generalstabes | 06.08.1915 
      Prisenmannschaft S.M.S. "Möwe"

Kapitänleutnant Otto Eduard Weddigen (1882-1915)

Otto Eduard Weddigen wurde am 15. September 1882 in Herford geboren, er war Marineoffizier, Kapitänleutnant und U-Boot-Kommandant (U 9 und U 29) im Ersten Weltkrieg.

Für das Versenken von drei gegnerischen Schiffen innerhalb kürzester Zeit wurde Weddigen von Kaiser Wilhelm II. mit dem Eisernen Kreuz II. und I. Klasse ausgezeichnet. Seine 20 Besatzungsmitglieder erhielten das Eiserne Kreuz II. Klasse. Das Boot U 9 durfte das Eiserne Kreuz am Turm führen.

Heldengrab Weddigen | 24.11.1915

Kapitänleutnant Otto Weddigen | 03.01.1918

    

Drei Wochen später, am 15. Oktober 1914, versenkte er vor Aberdeen (Schottland) den britischen Kreuzer H.M.S. Hawke der Royal Navy, wofür er von Kaiser Wilhelm II., am 24. Oktober 1914 als erster deutscher Marineoffizier mit dem Pour le Mérite, der höchsten preußischen Tapferkeitsauszeichnung, persönlich ausgezeichnet wurde. Auch seine Familie war hierzu eingeladen.

Nach einem Fehlschuss, am 18. März 1915, auf das Schlachtschiff H.M.S. Neptune der Royal Navy, auf See vor Schottland, wurde das Periskop des U-Bootes (U 29) auf dem Royal Navy Schlachtschiff H.M.S. Dreadnought gesichtet. Es gelang nicht mehr, rechtzeitig auf Tiefe zu gehen. Gegen 13.40 Uhr rammte die H.M.S. Dreadnought das U-Boot, welches dabei für kurze Zeit mit dem Vorschiff an die Oberfläche schoss. Dabei wurde die Bootsnummer ausgemacht. Danach versank  U 29 mit Otto Weddigen und seiner gesamten Mannschaft.

Es war die einzige Kampfhandlung der H.M.S. Dreadnought während des Seekriegs im Ersten Weltkrieg.

Der 1917/18 gebaute und eingesetzte U-Boot-Kreuzer U 140 erhielt zu Ehren des bekannten U-Boot-Kommandanten den Namen "Kapitänleutnant Weddigen". In der Calenberger-Neustadt in Hannover wurde 1936 nach Otto Eduard Weddigen, das Weddigen-Ufer an der Leine benannt.

Unterseeboot U 9 zerstörte die englischen Panzerkreuzer Aboukir, Hogue und Cressy unter Führung des Kapitänleutn. Otto Weddigen u. 20 Mann Besatzung.

                             

             Kapitänleutnant Weddigen             Kapitänleutnant Weddigen mit Gemahlin               Herford, Geburtshaus von 
                                                                                     12.07.1915                                 Otto Weddigen | 05.05.1942

Frachttauchboot Deutschland, später SM U 155

Die Deutschland war ein deutsches Handels-U-Boot mit einer Nutzlast von 1000 Tonnen Fracht, später als S.M. U 155 der Kaiserlichen Marine ein erfolgreicher Unterseekreuzer.

Das Frachttauchboot "Deutschland" die Weser
aufwärts nach Bremen

Das U-Boot wurde konstruiert und gebaut unter Oberingenieur Rudolf Erbach, es wurde am 28. März 1916 vom Stapel gelassen und in das Handelsschiffregister eingetragen. Es kostete mit Einrichtung etwa 4 Mio. Reichsmark (RM). Den Druckkörper baute die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG), der Fertigbau erfolgte auf der Germaniawerft in Kiel.

Kapitän König mit seinen Offizieren und der Manschaft an Bord des Frachttauchbootes "Deutschland" nach dem Eintreffen auf der Wesermündung

Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke (1881-1957) | S.M.S. Emden

Hellmuth von Mücke wurde am 25. Juni 1881 in Zwickau, in Sachsen geboren. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er Kapitänleutnant und Erster Offizier an Bord des Kreuzers S.M.S. Emden im deutschen Ostasien-Geschwader. Bekannt wurde er als Führer einer kleinen Gruppe deutscher Matrosen, die sich während des Ersten Weltkrieges vom Indischen Ozean nach Deutschland durchschlug. Bei Kriegsende schied er im Rang eines Korvettenkapitäns aus der Marine aus.

Während der Zeit der Weimarer Republik (1918-1923) betätigte sich Hellmuth von Mücke als Politiker und Schriftsteller. Da er aufgrund seiner publizistischen Tätigkeiten während der Zeit des Nationalsozialismus verfemt wurde, setzte er sich in der jungen Bundesrepublik vehement gegen die Wiederbewaffnung ein. Korvettenkapitän a. D. Hellmuth von Mücke starb mit 76 Jahren am 30. Juli 1957 in Ahrensburg/Schleswig-Holstein.

v. Mücke mit Braut

S.M.S. Emden

Die S.M.S. Emden war ein Kreuzer der Kaiserlichen Marine. Die Emden gehörte zur Dresden-Klasse. Am 26. Mai 1908 lief das Schiff vom Stapel. Ihr Einsatzgebiet lag im Fernen Osten.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Kreuzer zum selbstständigen Handelskrieg in den Indischen Ozean entsandt. Dort konnte die S.M.S. Emden innerhalb von zwei Monaten 23 feindliche Handelsschiffe und zwei Kriegsschiffe versenken oder aufbringen, bevor sie am 9. November 1914 in einem Gefecht mit dem australischen Kreuzer H.M.A.S. Sydney nahe den Kokosinseln unterlag. Die Emden war der erfolgreichste deutsche Kreuzer in überseeischen Gewässern und gehört zu den bekanntesten Kriegsschiffen der Kaiserlichen Marine.

Kreuzer "Emden" | 07.09.1915

U-Frachtschiff Bremen

Die Bremen ging auf der Jungfernreise verloren. Ihr Schicksal wurde bis heute nicht aufgeklärt. Nach der Fertigstellung durch die Germaniawerft in Kiel wurde das Schiff am 8. Juli 1916 in das Schiffsregister von Bremen eingetragen. Kapitän war Karl Schwartzkopf (18?-1916). Er war Reserveoffizier der Marine, an U-Booten ausgebildet und vor Übernahme der Bremen aus dem aktiven Dienst entlassen worden.

U-Frachtboot Bremen auf hoher See nach Amerika

Am 21. August 1916 verließ die Bremen den Kieler Hafen und machte dann kurz im Helgoländer Hafen Station, um danach die Überfahrt, nach Amerika anzutreten. Auf dieser Reise blieb sie verschollen. Es wird vermutet, dass das Schiff unterwegs eine Havarie hatte und im Atlantischen Ozean versank.

 

Kapitän Schwarzkopf
Führer U.-Frachtschiffes Bremen

S.M.S. Kleiner Kreuzer Augsburg

Die S.M.S. Augsburg war ein Kleiner Kreuzer der Kaiserlichen Marine, der im Ersten Weltkrieg gegen die russische Flotte eingesetzt wurde. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges legte die Augsburg Minen in der östlichen Ostsee, beschoss die Stadt Libau in Lettland und unternahm Vorstöße in den Finnischen Meerbusen. Bei vier weiteren Unternehmungen kam es dann am 2. September 1914 zu einem Gefecht mit dem russischen Zerstörer Nowik sowie am 6. September 1914 mit den beiden russischen Panzerkreuzern Bajan II und Pallada.

S. M. Kleiner Kreuzer Augsburg

Kapitän zur See Andreas Fischer,
Kommandant des kleinen Kreuzers - Augsburg -...

Bei einem Vorstoß im Januar 1915 erhielt die Augsburg einen Minentreffer und hatte acht Tote zu beklagen. Das Schiff erreichte aus eigener Kraft Stettin, heute in Polen, wo man es notdürftig reparierte. Nach einer gründlichen Überholung in Hamburg war die Augsburg im April 1915 wieder einsatzbereit. Am 2. Juli 1915 nahm sie am sogenannten Gotland-Raid teil. 1916 kam es im Rigaer Meerbusen zu einer Grundberührung. Die Augsburg musste deshalb nach Kiel in die Kaiserliche Werft zur Reparatur. Zugleich wurden die 10,5-cm-Geschütze gegen sechs 15-cm-Kanonen ausgetauscht und die Brücke umgebaut.

Im April 1917 war die Augsburg wieder klar und fuhr weiterhin Einsätze in der Ostsee. Im Oktober war sie bei der Besetzung der Baltischen Inseln (Oesel-Unternehmen) dabei. Nach dem Waffenstillstand mit Russland teilte man die Augsburg im Januar 1918 der Unterseebootsinspektion zu. Seit dem 20. Juli 1918 ersetzte sie den Kleinen Kreuzer S.M.S. Stettin als Führerschiff der Minen- und Räumverbände. Ihr Liegeplatz war nun Cuxhaven, wo sie am 17. Dezember 1918 außer Dienst gestellt wurde.

                            

          Exzellenz v. Fischel, Admiral                              Exzellenz v. Müller                             Exzellenz v. Knorr, Admiral
                       27.12.1915                                    Chef des Marinekabinetts                                     24.12.1915

                            

         Admiral Scheer | 21.07.1916             Korvettenkapitän Felix Graf von Luckner

Die Luftstreitkräfte

Die Luftstreitkräfte während des Ersten Weltkrieges bestanden aus Verbänden des Kontingentsheeres und der Marine, sowie aus der Flieger- und Luftschiffertruppe, dem Wetterdienst, der Flugabwehrartillerie und dem militärischen Luftschutz.

Zu den Luftstreitkräften zählten auch die entsprechenden Einheiten des Kaiserlichen Heeres unter dem Inspekteur der Flieger (IdFlieg) und der Luftschiffer (IdLuft), später dann zusammengefasst unter dem Kommandierenden General der Luftstreitkräfte (Kogenluft), sowie die Einheiten der Kaiserlichen Marine, die dem Reichsmarineamt unterstanden.

Im Ersten Weltkrieg kämpften ihre Flieger und Luftschiffer an allen Fronten (West-, Ostfront, Balkan, Italien, Dardanellen, Palästina, Kaukasus, Mesopotamien), in den Kolonien (Tsingtao/China, Kamerun, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika) und, gestützt auf Kriegsschiffe, auf hoher See.

Mit der militärischen Niederlage 1918 und der Auflösung des Kaiserreichs wurden alle Flieger- und Luftschiffertruppen in Heer und Marine demobilisiert. Bis 1919 dienten einzelne Flieger und Einheiten noch in den Freikorps sowie im Baltikum und im Grenzschutz. Entsprechend den Bestimmungen des Versailler Vertrags kam die Militärluftfahrt in Deutschland ab 1919 zum Erliegen. Das verbliebene Material wurde an die Alliierten abgeliefert, verkauft oder verschrottet.

Im Fliegerlager von Reims. Ein jeder von denen ist ein Held.
Sie sind sämtlich schon weit über Reims hinaus gewesen.
01.08.1917

                        

Oberleutnant Max Immelmann | 02.09.1916            Oberflugmeister Fabeck             Fliegerhauptmann Boelcke | 28.04.1917

Militärtaube auf Erkundungsflug bei den Masurischen Seen.

Militärdoppeldecker auf Erkundungsflug an der Marne
nach einem Gemälde von Prof. Hans Rudolf Schulze, Berlin
02.08.1915

                            

      Manfred Freiherr von Richthofen          Kapitänleutnant Loewe, Kommandant der         Unser erfolgreicher Kampf-Flieger
                                                                  auf der Nordsee verunglückten L 19                         Leutnant Pfeifer
                                                                        (L 19 = Luftschiff / Zeppelin)

Soldatenalltag und Kriegsszenen während des Ersten Weltkriegs

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Text
Peter Klasen (1962-2015)
 / Postkarten

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