Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Lindener Schulen | Lehrer und Lehrerinnen

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Archiv - Lindener Schulen

Humboldtschule (Beethovenstraße) | Humboldtschule (Ricklinger Straße)

Die Humboldtschule ging aus einer Realschule hervor, die ihren Unterrichtsbetrieb am 10. April 1899 in den Räumen der damaligen Mittelschule in der Davenstedter Straße in Linden-Mitte aufnahm. Am 14. Oktober 1902 erhielt sie ihr eigenes Gebäude in der Beethovenstraße 5., in Linden-Mitte.

Die Beethovenstraße wurde 1898 eingeweiht und vom Lindener Senator und Unternehmer Christian Niemeyer (1842-1903) finanziert. Der Senator stiftete der Schule mehrere Bildfenster und eine Bibliothek. Die Architekten waren der Lindener Architekt Alfred Sasse (1870-1937) und der aus Göttingen stammende Architekt und Lindener Stadtbaurat Georg Fröhlich (1853-1927). Der Entwurf der Fassade stammt vom Architekten Carl Arend (1870-1938). Sie trug nun offiziell den Namen "Humboldtschule", benannt nach dem Naturforscher und Forschungsreisenden Alexander von Humboldt (1769-1859).

Städt. Humboldtschule (Beethovenstraße) | 20.07.1904

Erster Schulleiter wurde der aus Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt stammende Prof. Dr. ph. Ernst Oehlmann (1849-1918), er war auch Professor am Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium in Linden (heute: Helene-Lange-Schule) und wohnte von 1902 bis 1917 in der Beethovenstraße 2, II. Etg. Die Humboldtschule bekam eine Oberstufe und wurde zum Gymnasium. Die ersten Reifeprüfungen (Abitur) fanden 1908 statt und ab 1912 wird Dr. phil. Waldemar Haynel (1874-1918) zum Schulleiter ernannt. Auch er wohnte von 1913 bis 1917 in der Beethovenstraße 2. und diente während des Ersten Weltkriegs ab 1914 als Landwehrkompanieführer, er starb 1918 im Lazarett.

Der Oberlehrer an der Humboldtschule Hermann Looff (?-1914) wurde am 14. Oktober 1914 als erstes hannoversches Kriegsopfer auf dem neu angelegten Ehrenfriedhof (heutiger Stadtfriedhof Ricklingen) der Stadt Linden beigesetzt. Der Oberleutnant der Reserve wohnte mit seiner Famillie in der Haasemannstraße in Linden-Mitte und wurde schon zu Kriegsbeginn 1914 einberufen. Nach wiederholten Verwundungen in Frankreich, unter anderem im September 1914, starb er im Garnisonslazarett Hannover. Bei seiner Beerdigung waren Repräsentanten der Stadt, Lehrer und Schüler aller Lindener Schulen und militärische Abordnungen anwesend.

Insgesamt fielen sechs Lehrer und 117 Schüler der Humboldtschule im Ersten Weltkrieg. An die Gefallenen erinnert ein von der Schülerschaft gestiftetes Ehrendenkmal im ersten Stock an der Mittelwand des Flurs. Die Gedenktafel wurde vom Bildhauer Ludwig Vierthaler (1875-1967) entworfen und ausgeführt. Am 28. August 1920 wurde das Kriegerdenkmal in einer feierlichen Gedenkstunde angebracht. Fortan wurde jedes Jahr in einer Andachtsfeier der Gefallenen gedacht.

Humboldtschule

Landheim der Humboldtschule Hannover Ovelgönne
(über Celle) | 18.04.19?

Am 1. April 1918 wird dann der Oberstudiendirektor Prof. Dr. Leo Wolf (1878-1950) zum Schulleiter berufen. Er unterrichtete schon seit 1906 an der Schule und leitet die Humboldtschule insgesamt 26 Jahre lang bis zum 1. Dezember 1943. Der "Landheimverein Humboldtschule e.V." wird 1926 gegründet. Der Verein besaß ein Schullandheim in Ovelgönne, im Landkreis Celle in Niedersachsen, das Ende 2006 aufgegeben wurde. 1930 gründete sich der "Verein ehemaliger Humboldtschüler".

Das Gebäude diente während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiterlager. In der Liste des Catalogue of Camps and Prisons (CCP), 1949 herausgegeben vom International Tracing Service (ITS) wird das Lager als Ausländerlager No. 55 der HANOMAG AG mit 150 Insassen aufgeführt. Am 1. Oktober 1944 übernimmt Dr. Heinrich True (1886-?) das Amt des Schulleiters bis 1952 und am 1. April 1949 wurde 50 Jahre Humboldtschule in Hannover-Linden gefeiert.

Der Elly-Ney-Preis für musisch begabte Schüler wird 1958 ins Leben gerufen. Einmal im Jahr wird der Instrumental- wettbewerb an der Schule durchgeführt. 1960 wird mit dem Neubau der Humboldtschule in der Ricklinger Straße begonnen.

Nachdem die Städtische Mittelschule III (Schulgebäude am Lindener Berg) im Rahmen der Koedukation zusammengelegt, und der neu gegründeten Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden (IGS Linden) zugeschlagen wurde, wurde auch das Gebäude der Humboldtschule in der Beethovenstraße der IGS Linden zugeteilt. Die Humboldtschule bezog dafür 1962 den Neubau in der Ricklinger Straße. Eingeweiht wurde das Gebäude am 22. Juni, am Geburtstag von Alexander von Humboldt (1769–1859). Im alten Schulgebäude befindet sich heute die Sekundarstufe II der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden.

Humboldtschule (Beethovenstraße) | 03.08.1959

Die Humboldtschule nimmt 1971, die bis dahin ein reines Jungengymnasium war, auch Mädchen auf. 1999 wird die Humboldtschule 100 Jahre alt. Die Schule feiert dieses Ereignis mit einem Festakt in der Aula, einem fröhlichen Kulturabend, einer Projektwoche, bei der das Schulgebäude verschönert wird, und einem großen Weihnachtskonzert.

Die Humboldtschule ist seit 2012 eine Ganztagsschule und hat im Rahmen dieser Umorientierung eine Mensa erhalten. Eine Sanierung der Klassenräume wurde abgeschlossen, eine Sanierung der Fachräume ist geplant.

Zu den bekannten Absolventen des Gymnasiums gehörten zum Beispiel der Dichter Edzard Schaper (1908-1984) und der Kabarettist Dietrich Kittner (1935-2013). Zur Schule gehört auch der Ruder-Verein Humboldtschule Hannover e. V., der im Schülerbootshaus der Stadt Hannover am Maschsee aktiv ist.

Humboldtschule Hannover-Linden (Ricklinger Straße)

Humboldtschule Hannover-Linden (Ricklinger Straße)

Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium (heute: Helene-Lange-Schule)

Die Helene-Lange-Schule wurde 1884 als Jungengymnasium für 160 Knaben, mit dem Namen Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium (KAVG), in der Eleonorenstraße gegründet. 1887 wurde der Grundstein für das Hauptgebäude und die Turnhalle auf dem Grundstück Falkenstraße 19 gelegt. Ab Juni 1889 konnte die Turnhalle benutzt werden, und am 29. März 1890 wurde mit dem Hauptgebäude das Gymnasium feierlich eingeweiht. Als am 3. September 1898 Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) und die Kaiserin Auguste-Viktoria (1858-1921) zu Besuch in der Stadt Hannover und in Linden waren, wurde der Kaiserin von einem Schüler des KAVG an der Ehrenpforte am Schwarzen Bären ein Blumenstrauß überreicht. Der Schüler bekam zum Dank von der Kaiserin Manschettenknöpfe überreicht. Am 1. Oktober 1908 wurde ein Lehrerseminar eingerichtet.

Begrüßung Ihrer Majestät der Kaiserin... | 12.09.1898

Kaiserin Auguste-Viktoria Gymnasium | 07.07.1901

Es wird berichtet, das zwei Söhne des Schuldirektors, der mit seiner Familie in einer Dienstwohnung in der Schule wohnte, 1912 die Abituraufgaben stahlen um sie dann auf dem Schulhof gegen Geld weiterzugeben. Die Sache flog auf, und der Schulleiter wurde daraufhin strafversetzt. 1918 wurde das Hauptgebäude und die Turnhalle für die heimkehrenden Truppen aus dem Ersten Weltkrieg genutzt. Das Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium (KAVG) wurde 1939 in eine Mädchen-Oberschule der hauswirtschaftlichen Form umgewandelt und in Kaiserin-Auguste-Viktoria-Schule (KAVS) umbenannt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden unter dem Schulhof zwei parallel verlaufende Luftschutz-Stollen aus Fertigbetonteilen angelegt. Im Hauptgebäude der Schule befand sich ebenfalls ein ausgebauter Luftschutzkeller. Zu diesem Zweck wurden auch die Kellerfenster mit Splitterschutzblenden verschlossen. Die Rahmen der Splitterschutzblenden sind noch vorhanden. In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 wurde das Hauptgebäude durch einen Bombentreffer schwer getroffen, dass kein Unterricht mehr stattfinden konnte. Der Unterricht fand an verschiedenen hannoverschen Schulen statt.

Nachdem Zweiten Weltkrieg wurde 1948 ein Antrag durch die Schulleiterin zur Umbenennung gestellt. Am 9. April 1948, nach langer Diskussion, zum 100. Geburtstag von Helene Lange (1848-1930) bekam die Mädchen-Oberschule den Namen der berühmten Frauenrechtlerin. Das Gymnasium war nun die einzige staatliche Oberschule für Mädchen in Hannover. An Ostern 1949 wurde der Unterricht wieder aufgenommen und 1950 die neue Aula eingeweiht. Von 1970 bis 1973/74 wurde ein Erweiterungsbau nach Plänen des in Hannover geborenen Architekten Karl-Heinz Lorey (1908-?) errichtet. Bis 1971 blieb die Helene-Lange-Schule (HLS) weiterhin eine reine Mädchenschule und 1984 feierte man 100jähriges Bestehen.

Die Eleonorenschule, in der Eleonorenstraße, hat in den Jahren 1975 bis 1985 der HLS auf Grund von Platzmangel einige Klassenräume für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Seit 2004 gibt es eine Außenstelle im Schulzentrum Badenstedt.

Zu den bekannten Absolventen des Gymnasiums gehörte der Verleger und Gründer des Polit-Magazins DER SPIEGEL - Rudolf Augstein (1923-2002) und der bekannte Manager Utz Claassen.

Die Schule ist bekannt für ihre Schach-, Tischtennis-, Basketball- und Mathematikturniere. Der Schwerpunkt im Unterricht liegt auf den Naturwissenschaften. Es gibt jedes Jahr einen Schüleraustausch in die USA und nach Frankreich.

Der Ruderverein, Ruderverein an der Helene-Lange Schule e.V. gehört zu den vier bedeutendsten Schülerrudervereinen der Landeshauptstadt Hannover.

Helene-Lange-Schule - Oberschule für Mädchen

Neue Schule, dann Pestalozzi Schule (heute: Grundschule am Lindener Markt)

Die Pestalozzi Schule, heute Grundschule am Lindener Markt liegt etwa 50 m vom Lindener Marktplatz entfernt, in der Davenstedter Straße 14. Ostern 1883 wird die Neue Schule im Dorf Linden gegründet, bestehend aus einer Knabenklasse und einer Mädchenklasse. 1884 wurde aus der Neuen die Gehobene Schule. Am 1. Mai 1886 zieht die Gehobene Schule in das neu erbaute Schulhaus - Falkenstraße 34 ein, später (um 1869) wurde aus der Falkenstraße 34, die Davenstedter Straße 14.

Das große Backsteingebäude wurde vom Architekten und Maurermeister Friedrich "Fritz" Knust (1848-?) mit einer Turnhalle errichtet. Auf dem Grundstück betrieb er mit seinem Bruder Karl Knust, der war auch Architekt und Zimmermann, bis ca. 1884 eine Sägemühle/Sägewerk. Ein Teil des Grundstücks wurde dann mit dem neuen Schulgebäude bebaut.

Bürgerschule (Grundschule am Lindener Markt)

Im April 1895 beschließt die königliche Regierung die Erhebung zur Mittelschule. Am 10. April 1899 nahm die Humboldtschule, als Realschule, ihren Unterricht in den Räumen der Mittelschule auf und 1902 erhielt die Humboldtschule dann ihr eigenes Schulgebäude in der Beethovenstraße 5. Es wurde 1903 beschlossen ein neues Schulgebäude für die Mittelschule zu errichten. Anfang 1906 zieht die Mittelschule in ihr neues Gebäude Am Lindener Berge 12 um. Ab Januar 1906 bis 1920 ist man nun eine reine Knabenschule (II. Knabenschule). Nach 1920 wird sie in Bürgerschule 47 umbenannt. Der Betrieb wird im Zweiten Weltkrieg ab 1943 eingestellt, und die Schüler werden auf andere Einrichtungen im Stadtteil verteilt. Das Schulgebäude diente auch als Zwangsarbeiterlager. Es wurden sogenannte Ostarbeiter und italienische Militärangehörige hier untergebracht.

Nach dem Krieg wurde die Schule nun in Pestalozzi Schule umbenannt und später, 1972, in Grundschule am Lindener Markt. Von 1953 bis 1956 war die spätere Erste Bürgermeisterin der Stadt Hildesheim und spätere Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD) im Niedersächsischen Landtag Leonore Auerbach als Lehrerin an der Pestalozzi-Schule tätig. Seit 1992 wird die Schule als Halbtagsschule betrieben. Von 2005 bis zum Frühjahr 2007 wurde das Schulgebäude für drei Millionen Euro saniert. Am 17. Juni 2011 wurde mit einem großen Schulfest und einer Festschrift das 125-jährige bestehen des Schulgebäudes gefeiert. Ab 2012/13 soll aus der Halbtagsschule eine Ganztagsschule werden.

Grundschule Salzmannstraße

Die Grundschule Salzmannstraße befindet sich in der Salzmannstraße 3. Erbaut wurde, das Schulgebäude, die Aula und die Turnhalle 1899, als Knabenbürgerschule Linden. Architekt war Georg Fröhlich (1853-1927). Später wurde die Schule mehrmals umbenannt in, Bürgerschule 67/68, Mädchenbürgerschule 7 und 8, Rektor war Herr Lampe. Und in Bürgerschule 69/70, Rektor war Herr Monkhorst. Der 1912 gegründete Sportverein Saxonia (ab 1935 umbenannt in Turn- und Spielvereinigung Saxonia) nutzte seit 1912 die Turnhalle der Schule. Im Sommer 1922 wurde eine Beleuchtungsanlage im Schulgebäude installiert. Ab 1923 wurden die hannoverschen und Lindener Bürgerschulen nochmals umstrukturiert und die Schule erhielt den Namen Bürgerschule 53/54, 14 Knabenklassen sowie 14 Mädchenklassen. 1925 wird die Schulküche wird für 850,00,- RM vergrößert.

Zu Ostern 1937 werden die Bürgerschule 53 und 54 in die 16-klassige Bürgerschule 53 umgewandelt und es erfolgte ein Umzug in die Hennigesstraße 3 (Katholische Bürgerschule II (52), seit 1959 Eichdorfschule). Der Umzug kostete 400,00,- RM. In den Jahren 1937/38 wird die Schule zu einer Berufsschule umgebaut. Es werden Elektriker, Uhrmacher, Former, Dreher, Werkzeugmacher, Schmiede, Bandagisten, Optiker, Fernmeldemonteure, Elektromaschinenbauer und Elektrowickler ausgebildet. Ab 1939 wird ein Erweiterungsbau geplant und die Drehbänke werden beschlagnahmt. Anfang 1940 wird ein Heizer beschäftigt, werden Verdunklungsvorrichtungen angeschafft und auf dem Dachboden über der Schweißerwerkstatt werden polnische Zwangsarbeiter untergebracht. Am 3. März 1944 wir die Schule durch den Einschlag einer Bombe am Ihme-Ufer schwer beschädigt. Der beschädigte, rechte Gebäudeteil wird von Lehrern und Schülern selbst wieder instand gesetzt. 1945 werden weitere polnische und russische Zwangsarbeiter in der Schule untergebracht.

Nachdem die Gewerbliche Berufsschule IV in der Ohestraße am anderen Ihme-Ufer (Calenberger-Neustadt) eröffnet wird, zieht am 28. Oktober 1963 die Volksschule in das Gebäude an der Salzmannstraße 3 ein. Die Volksschule wird 1972 aufgelöst und zur Hauptschule. Die Klassen 1-4 gingen dann zur Albert-Schweitzer-Schule in die Fröbelstraße 5. Die Orientierungsstufe wird 1978 in Hannover eingeführt. Die Hauptschulklassen wurden zur Hauptschule im Schulzentrum (Schulzenturm im Fössefeld) an der Liebmannstraße verlegt. Einige Klassen verblieben zunächst in der Satzmannstraße, dem Standort der Orientierungsstufe. 1995 wird die Grundschule (Grundschule Salzmannstraße) eingeführt. Die Orientierungsstufe verbleibt weiterhin im Haus.

2000 wird 100 Jahre Salzmannschule gefeiert. 2004 wird in Niedersachsen die Orientierungsstufe wieder abgeschafft. Seit August 2004 ist die Schule eine reine Grundschule mit den Jahrgängen 1-4. Die Kindertagesstätte Pfarrlandplatz zieht 2006, da das Kindergartengebäude renoviert wurde in einen Teil der Schule. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten 2007 zog man wieder zurück. Im Sommer 2014 wurde die Dachkonstruktion des Schulgebäudes erneuert und auch das Dach neu gedeckt.

Städtische Mittelschule III (heute: IGS Hannover-Linden)

Die Mittelschule III wurde 1905 vom Architekten und Lindener Stadtbaurat Georg Fröhlich (1853-1927) am Lindener Berg errichtet. Zu Ostern 1883 wird die Neue Schule im alten Dorf Linden gegründet. Ab 1884 wurde aus der Neuen die Gehobene Schule. Am 1. Mai 1886 zieht die Gehobene Schule in das neu erbaute Schulhaus in der Davenstedter Straße 14 (erst Pestalozzi Schule, heute Grundschule am Lindener Markt) ein. Im Herbst 1894 beschließt die königliche Regierung die Erhebung zur Mittelschule. Im Januar 1905 zog die Mittelschule in ihr neues Gebäude Am Lindener Berge 2. Ab dem Schuljahr 1910/11 begann – infolge der allgemeinen Strukturänderung – der Ausbau von der sieben- zur neunstufigen Mittelschule, sodass die Schüler nun nach insgesamt neun Schuljahren Mittelschule, im Alter von 15 Jahren ausgeschult werden konnten.

1920 erhält die Schule - nach Eingemeindung Lindens in die Stadt Hannover - die Bezeichnung Mittelschule III, obwohl sie die älteste der Stadt war; gleichzeitig wurde die Schule der Regierung direkt unterstellt. Am 11. März 1927 erhalten - laut Verfügung des Magistrats der Stadt Hannover die Mädchenklassen die Bezeichnung Stadttöchterschule IV. Die Knaben wurden weiterhin in der Mittelschule III, im selben Gebäude unterrichtet. Der gemeinsame Leiter beider Schulen wird zum Direktor ernannt. Die Turnhalle wird im selben Jahr fertiggestellt. Ab April 1939 wird aus der Stadttöchterschule IV die Mädchen-Mittelschule III. Diese und die Knaben-Mittelschule III werden zu selbstständigen Schulen mit jeweils eigener Leitung.

Städt. Mittelschule | 23.09.1906

Städtische Mittelschule | 05.04.1914 

Im Zweiten Weltkrieg, 1943 wurde das Gebäude bei einem Fliegerangriff schwer beschädigt; der Unterricht musste aber erst nach einem erneuten Bombeneinschlag im Januar 1945 eingestellt werden. Die Schüler und Schülerinnen wurden in die sogenannte Kinderlandverschickung (KLV) geschickt z. B. nach Friedland in Pommern. Am 4. Oktober 1945 kann der Unterricht allmählich wieder aufgenommen werden, die Instandsetzungsarbeiten beginnen und sind im Dezember 1953 abgeschlossen.

Am 1. April 1957 erhalten beide Schulen neue Bezeichnungen. Aus der Mädchen-Mittelschule III wurde die Mittelschule VI und die Knaben-Mittelschule III zur Mittelschule III. Beide Schulen wurden zusammengelegt. Bisher hatten die Schulen im Schichtunterricht das Gebäude benutzt, und es wurden je fünf Klassen beider Schulen in die Volksschule Badenstedter Straße 114 ausgelagert. Sie sind dann 1962 geteilt geworden.

Die Mittelschule VI zog in die Liepmannstraße (Schulzenturm im Fössefeld) und wurde nun die Mittelschule - Im Fössefeld. Die Mittelschule III verblieb als Mittelschule am Lindener Berg im alten Haus. Ab 1969 heißt die offizielle Bezeichnung Realschule am Lindener Berge (RSLB). Seit einigen Jahren bestand schon zu dieser Zeit an beiden Schulen die Coeducation. 1976 zog die Realschule Lindener Berg ins Schulzentrum Badenstedt. Das Gebäude auf dem Lindener Berg war der gegenüberliegenden Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden (IGS Linden) für ihre Sekundarstufe II, zur Verfügung gestellt worden.

Mittelschule - Im Fössefeld

Volksschule Badenstedter Straße (später: Friederikenschule, heute: Ihmeschule)

Schon 1854 entstand an der Badenstedter Straße 14 in Linden-Mitte eine “Schule für höhere Töchter“. Die Schule hatte allerdings eher den Charakter einer Mittelschule. Der Architekt und Lindener Stadtbaurat Georg Fröhlich (1853-1927), der bereits 1906 das Krankenhaus Siloah gebaut hatte, machte sich in den Jahren 1910 bis 1912 mit dem Architekten Carl Arend (1870-1938) an die Arbeit, und so entstand die Friederikenschule, benannt nach Friederike Herzogin von Mecklenburg und Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz (1778-1841), später Königin von Hannover. Georg Fröhlich entwarf den Grundriss und Carl Arend die Fassade der Höheren Mädchenschule. 1933 wurde die Schule “Volksschule“ mit den Klassen 1 bis 8, und 1948 in “Bürgerschule 48“ umbenannt. 1966 erfolgte eine weitere Umbenennung, und zwar in “Volksschule Badenstedter Straße“

Volksschule - Badenstedter Straße 14

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schulgebäude von 1942 bis 1945 als Zwangsarbeiterlager genutzt. Bis zu 500 Zwangsarbeiter, zumeist italienischer Herkunft wurden hier einquartiert. Das Schulgebäude war nicht das einzige mit Zwangsarbeiterbelegung, denn auch andere Schulen, Kirchen und Krankenhäuser wurden durch die Nationalsozialisten Zweckentfremdet. Bis 1976 wurde die Schule nach und nach der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden (IGS Linden) zur Verfügung gestellt. Am 15. März 1976 erfolgte der Einzug der Sonderschule Eleonorenstraße und die Umbenennung in “Ihmeschule“, nach dem linken Nebenfluss der Leine.

 

Volksschule - Friederikenschule | 03.12.1917

Bis August 2013 war die Ihmeschule eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen. Es wurden in den Klassenstufen 1-10 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, deren Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten derart beeinträchtigt waren, dass sie über einen längeren Zeitraum kontinuierliche und umfassende Hilfe benötigten. Vor allem die Förderung der emotionalen, sozialen und kreativen Kräfte war Bestandteil der Bildungs- und Erziehungsarbeit an der Schule. Seit Anfang 2014 wird das Schulgebäude von der Helene-Lange-Schule (HLS) und wieder von der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden (IGS Linden) zu gleichen Teilen genutzt. Anfang 2015 wurde die Außenfassade des Schulgebäudes instand gesetzt.

Volksschule Fröbelstraße (heute: Albert-Schweitzer-Schule)

Die Albert-Schweitzer-Schule im Haus Fröbelstraße 5/7 wurde 1897 als Volksschule Fröbelstraße vom Architekten Georg Fröhlich (1853-1927) erbaut. Der Turnlehrer und Sportler Johann Gedrat (1883-1915) unterrichtete hier. Auf seine Initiative hin entstand in Linden die erste Turnsportanlage. Siehe auch weiter unten: Johann Gedrat - Turnlehrer und Sportler

In den 1920er-Jahren bekam die Fröbelschule den Namen "Bürgerschule 50“. Die Stadt Hannover riechtete 1922 weltliche Sammelklassen an der Schule ein. Da diese Schulform einen enormen Zulauf hatte, wurde das Angebot ausgebaut. 1927 erhielt die Schule den offiziellen Status einer weltlichen Schule. 1933 wurden diese Schulen jedoch von den Nationalsozialisten verboten, und die Schüler wurden auf andere Schulen verteilt.

Das Schulgebäude diente während des Zweiten Weltkriegs von Ende 1943 bis zur Auflösung 1945 als Zwangsarbeiterlager. In der Liste des Catalogue of Camps and Prisons (CCP), 1949 herausgegeben vom International Tracing Service (ITS) wird es als Ausländerlager No. 104 mit 500 Insassen aufgeführt.

Am 5. Oktober 1959 besuchte der evangelische Theologe, Friedensnobelpreisträger, Arzt, Organist, Musikforscher, Pazifist und Philosoph Albert Schweitzer (1875-1965) seine Patenschule in Linden und hielt dort eine seiner vorletzten Reden in Europa.

Fröbelstrasse (links die Schule) | 06.11.1910

Die Volksschule Salzmannstraße wird 1972 aufgelöst und zur Hauptschule. Die Klassen 1-4 gingen dann zur Albert-Schweitzer-Schule in die Fröbelstraße. Im November 2010 stimmte der Jugendhilfeausschuss der Landeshauptstadt Hannover zu, dass die Grundschule in das ehemalige Schulzentrum Fössefeld in der Liepmannstraße am Rande Hannover-Limmers ziehen soll. Für den Umbau des Gebäudes wurden 2,5 Mio. Euro veranschlagt. Das Schulzentrum Fössefeld bietet Platz für vier Klassen pro Schuljahrgang. Die vorher dort untergebrachte Haupt- und Realschule im Fössefeld ist mit dem Schulzentrum Badenstedt verschmolzen. Der bisherige Standort der Albert-Schweitzer-Schule in der Fröbelstraße sollte dann vermarktet werden.

Am Montag den 7. Mai 2012 zog die Grundschule von der Fröbelstraße 5 in Linden-Nord in die nur wenige Gehminuten entfernte ehemalige Haupt- und Realschule im Fössefeld (Schulzentrum Fössefeld) in der Liepmannstraße 6 in Limmer um. Im März 2013 beschloss der Rat, der Landeshauptstadt Hannover, das Schulgebäude an den Verein Stadtteilleben Linden e.V. zu verkaufen. Mitte Mai 2013 wurde dann das Gebäude für 1,1 Mio. Euro an den Verein verkauft. Der Verein plant, vierzehn Wohneinheiten und einen Erinnerungsraum zur Geschichte der Volksschule Fröbelstraße/Albert-Schweitzer-Schule zu errichten.

Freie Volkshochschule Hannover-Linden (VHS)

Die Freie Volkshochschule Hannover-Linden (VHS) wurde von Ada Lessing (1883-1953) unter Mitarbeit ihres Mannes Prof. Dr. Theodor Lessing (1872-1933) gegründet. Sie entstand als Stätte der Lebens- und Seelenpflege für alle Teile der Bevölkerung.

Nach einer halbjährigen Vorbereitungsphase gelang es im Herbst 1919 erstmals, einen Teil der Kursangebote (die volkstümlichen Hochschulkurse setzten ihre Arbeit eigenständig fort) unter dem gemeinsamen Titel "Freie Volkshochschule Hannover-Linden (VHS)“ anzubieten. Mit der Herausgabe des Programmheftes vom Januar bis Juni 1920 wurde eine ordnende Struktur im Kursangebot sichtbar, die aus einem Nebeneinander von Veranstaltungen ein einheitliches Konzept machte. Die Eröffnungsfeier der Volkshochschule fand am 25. Januar 1920 im Festsaal des Neuen Rathauses in Hannover statt.

Von 1919 bis 1933 führte Ada Lessing die Geschäfte der Volkshochschule als Geschäftsführerin. Für die Sozialdemokratische Partei Deutschland (SPD) kandidierte sie 1932 für den Reichstag in Berlin. Im April 1933 wurde sie wegen ihrer jüdischen Herkunft entlassen und die Volkshochschule Hannover (VHS) durch die Nationalsozialisten gleichgeschaltet. Bereits seit 1926 hetzten die Nationalsozialisten gegen Prof. Dr. Theodor Lessing, der schließlich wegen seiner jüdischen Herkunft, seine Lehrerlaubnis verlor und nach Marienbad in die Tschechoslowakei floh. Ada Lessing folgte ihm ins Exil und erhielt 1937 die tschechoslowakische Staatsbürgerschaft. Am 31. August 1933 wurde der Philosoph, Publizist und Sozialist Theodor Lessing durch nationalsozialistische Attentäter in Marienbad ermordet. Er gilt als Erstes Opfer des Nationalsozialismus in Tschechischen.

Nach dem Krieg kehrte Ada Lessing 1946 nach Hannover zurück, konnte allerdings nicht an ihre alte Wirkungsstätte zurückkehren. Sie wurde später mit dem Aufbau und der Leitung des Lehrerfortbildungsheims Schloss Schwöber bei Hameln in Niedersachsen beauftragt. Bis zu ihrem Tod 1953 in Hameln hatte Ada Lessing die Leitung des Lehrerfortbildungsheims inne.

Die Volkshochschule Hannover (VHS) erhielt 2006 den Namen "Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS)“. Am 6. Oktober 2011 wurden zum Gedenken an die Eheleute Ada und Theodor Lessing, Am Tiergarten 44, in Hannover-Anderten zwei * Stolpersteine verlegt. Seit August 2015 ist die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS) in einem sanierten, ehemaligen Schulgebäude zwischen der Burgstraße und dem Leine-Ufer, in der Hannover-Altstadt ansässig.

Weitere Lindener Schulen

Eleonorenschule

Die ehemalige Volksschule steht in der Eleonorenstraße 18. Das Backsteingebäude wurde 1883 vom Maurermeister Heinrich Köhler entworfen und hatte als Volksschule 14 Klassen, bis zum Sommer 2002 wurde in dem Gebäude noch unterrichtet. Die Schule hat in den Jahren 1975 bis 1985 der Helene-Lange-Schule (HLS) einige Klassenräume für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Heute wird das Gebäude als ELO18 Dienstleistungs- und Gewerbezentrum genutzt.

Katholische Bürgerschule II (52) Otten-/Hennigestraße
(heute: Eichendorffschule Hannover, katholische Ganztagsgrundschule)

Die Katholische Bürgerschule II wurde von 1906 bis 1907 als Katholische Bürgerschule II in der Ottenstraße 3 (seit 1909 in Hennigestraße 3 umbenannt) erbaut. Die Schule bekam den Namen Bürgerschule II (52), Architekt war der Lindener Stadtbaurat Georg Fröhlich (1853-1927).

Zu Ostern 1937 wurden die beiden Bürgerschulen 53 und 54 (Grundschule Salzmannstraße) in die 16-klassige Bürgerschule 53 umgewandelt und es erfolgte dann der Umzug in die Hennigesstraße 3. Der Schulumzug kostet 400,00,- RM, als Schulleiter wurde der Lehrer Lüdeke vom Schulamt Hannover eingesetzt. Seit 1959 trägt die Schule nun den Namen Eichendorffschule Hannover, katholische Ganztagsgrundschule.

Katholische Bürgerschule II zu Linden
Ottenstrasse | 04.08.1908

Dörriensches Töchterinstitut (Höhere Mädchenschule / Mädchengymnasium)

Das Dörriensche Töchterinstitut wurde 1872 als Privatschule (Mädchengymnasium) gegründet und befand sich seit ca. 1910 in der Davenstedter Straße 31., in Linden-Mitte. Das 1891 errichtete Gebäude besteht noch und steht heute unter Denkmalschutz.

Volksschule Charlottenstraße

Die Volksschule (Bürgerschule) befand sich in der Charlottenstraße 37, in Linden-Süd. Das Gebäude wurde nach einem Entwurf des Architekten Gottlieb Waßmann mit 12 Klassenräumen im Jahr 1870 erbaut.

Volksschule der Gemeinde Neu-Linden (heute: Jugendzentrum Posthornstraße)

In der Posthornstraße 8 befand sich von 1847 bis 1919 die Volksschule der Gemeinde Neu-Linden. Es fanden in dem 1846/47 erbauten Gebäude ca. 200 Schüler platz. Die Volksschule sollte als Ersatz für das Schulgebäude in der Weberstraße 32 dienen. Erbaut wurde die Schule nach Entwürfen des Architekten und Maurermeister Christoph August Gersting (1802-1872). Gersting war während seiner Maurerlehre ein Schüler Conrad Wilhelm Hases (1818-1902). Finanziell wurde der Bau durch die Familie Von Alten unterstützt. 1920 wurde die Schule in Hilfsschule V. umbenannt, und danach 1928 in Bürgerschule V. umgewandelt. Im Zweiten Weltkrieg gab es fast keine Schäden am Gebäude. 1950/51 wird die Schule als Wohnquartier für Wohnungslose genutzt. Ab 1956 wird das Schulgebäude zur Gaststätte umgebaut. Seit 1959 befindet sich dort das Lindener Klubhaus, oder auch Lindener Gesellschaftshaus genannt. Seit Mai 1973 wird das Haus als Jugendzentrum Posthornstraße genutzt. 1980 und in den 1990er Jahren wird das Gebäude nochmals umgebaut und durch Erweiterungsmaßnahmen auch äußerlich stark verändert.

Volksschule Petristraße (heute: Egestorffschule)

Die Egestorffschule in der Petristraße 4/6 wurde als Volksschule Petristraße (Petrischule) 1894 erbaut. Architekt war abermals der Lindener Stadtbaurat Georg Fröhlich (1853-1927). Das Gebäude war mit seinen 28 Klassenräumen die größte Schule seiner Zeit in Linden. Das als Doppelschulhaus gebaute Gebäude, mit zwei voneinander räumlich getrennten Bereichen für Jungen und Mädchen, war Maßstab für weitere Schulbauten in Linden und Hannover. 1922 richtete die Stadt Hannover Weltliche Sammelklassen an der Schule (Bürgerschule 44) ein. Rektor der Bürgerschule 44 war um 1925 Wilhelm Uhlig aus der Körtingstraße 9 (Hannover-List), III. Etg. Karl Bornemann, wohnhaft in der Spittastraße 27 (Hannover-Vahrenwald), I. Etg. war zu dieser Zeit als Lehrer an der Schule tätig. 1933 wurden die Weltlichen Sammelklassen von den Nationalsozialisten verboten. Die Schüler wurden auf andere Schulen verteilt. Der Betrieb wurde im Zweiten Weltkrieg ab 1943 eingestellt und die Schüler auf andere Einrichtungen im Stadtteil verteilt. Das Schulgebäude diente auch als Ausländerkrankenhaus für Zwangsarbeiter.

Botanischer Schulgarten Hannover-Linden

1892 wurde an der Göttinger Chaussee ein Schulgarten errichtet. Der Lindener Lehrerverein hatte darauf gedrängt: Denn durch die Industrialisierung und Verstädterung Lindens hatten immer weniger Kinder Umgang mit der Natur. Um 1919/20 brauchte die HANOMAG AG das Gelände für die Erweiterung ihrer Werksanlagen; der Schulgarten zog an seinen heutigen Standort, am Lindener Berg. Früher befand sich auf dem Gelände einer der Egestorffschen Stollen für den Kalkabbau, der später mit Schutt verfüllt wurde. Den Anfang für den Garten am Lindener Berg bildeten das alte Gärtnerhaus mit seinen zwei Säulen und eine Moorbeetanlage. In den 1930er Jahren entstand aus einer ehemaligen Tongrube der Teich. Dort, wo heute der kleine Nadelwald aufragt, war einst die Endstation einer Drahtseilbahn. Der Hang unterhalb des Teichs ist heute zu Hannovers einzigem Weinberg umgestaltet worden. Als Schulgebäude bekam der Garten ein strohgedecktes Fachwerkhaus, das allerdings im Zweiten Krieg abbrannte. Die Nationalsozialisten stellten die Schulgärten in den Dienst einer "Erzeugungsschlacht", die das Deutsche Reich unabhängig von landwirtschaftlichen Importen machen sollte. zur Produktion von Fallschirmseide wurden im Schulgarten Linden sogar Maulbeerbäume gepflanzt, in denen sich Seidenraupen heimisch fühlten. Zwei Maulbeerbäume stehen noch und sind mittlerweile imposante Baumriesen. Ab den 1960er Jahren wurde der Biologieunterricht theoretischer, bis mit dem wachsenden Umweltbewusstsein in den 1980er Jahren die praktische Naturerfahrung erneut an Bedeutung gewann.

Liste aller Schulen in Linden

Warteschulen - Kinderhorte

Warteschule Linden 1839 bis 1851
Egestorffsche Warteschule
Hohe Straße 1864 bis 1894
Kinderpflegeanstalt der Mechanischen Weberei
Blumenauer Straße, erbaut 1872/73
Lutherische Warteschule Elisabethhaus
Hohe Straße, 1888 bis 1893
Warteschule in Limmer, erbaut 1904
Katholische Warteschule St. Josephstift
Bennostraße, erbaut 1903/04
Katholische Warteschule St. Godehardistift
Allerweg, erbaut 1903/04
Arbeiterinnen und Kinderhort
Davenstedter Straße, erbaut 1910

Real- und Mittelschulen

Humboldtschule
Beethovenstraße 5, erbaut 1901/02
Friederikenschule
Badenstedter Straße 14, erbaut 1910 bis 1912
Mittelschule Am Lindener Berge 2, erbaut 1904

Gymnasium

Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium
Falkenstraße 19, erbaut 1887 bis 1889

Volksschulen

Volksschule Posthornstraße 8, erbaut 1846/47
Volksschule Hohe Straße 10, erbaut 1851
Volksschule Limmerstraße 65, erbaut 1864
Volksschule Charlottenstraße 37, erbaut 1870
Volksschule Kaplanstraße 26,
(katholische Godehardischule) erbaut 1876
Volksschule Eleonorenstraße 18, erbaut 1883
Volksschule Davenstedter Straße 14, erbaut 1885
Volksschule Petriestraße 5/7, erbaut 1894
Volksschule Fröbelstraße 5/7, erbaut 1897
Volksschule Salzmannstraße 5, erbaut1899
Katholische Bürgerschule II Ottenstraße 3,(seit 1909 in Hennigestraße 3 umbenannt)erbaut 1906/07

Privat- und Fabrikschulen

Dörriensches Töchterinstitut
(Höhere Mädchenschule / Mädchengymnasium)
gegr. 1872, seit ca. 1910 in der Davenstedter Straße 31.

Fabrikschule der Hannoverschen Baumwoll-Spinnerei und Weberei 1856 bis 1887
Egestorffsche Freischule Hohe Straße 1863 bis 1878
Schule Körtingsdorf (Firma Gebr. Körting)
1893 bis 1908 danach städtisch

Freie Volkshochschule Hannover-Linden (VHS)
Gegründet von Ada Lessing (1883-1953) unter Mitarbeit von Theodor Lessing (1872-1933) 1920 eröffnet.

Lehrer und Lehrerinnen

August Bornemann (1855-1900) - Mittelschullehrer

August Bornemann wurde 22. Februar 1855 geboren. Er war Mittelschullehrer an der Städt. Mittelschule in Linden und mit Karoline Bornemann, geb. Corge (1861-1935) verheiratet. Das Ehepaar wohnte in der Deisterstraße 1, III. Etg. August Bornemann starb am 12. August 1900 in Linden. Gräber auf dem Lindener Bergfriedhof vorhanden.

Friedrich Bornemann (1888-1963) - Lehrer

Der Lehrer Friedrich Bornemann wurde am 9. September 1888 geboren und war mit Else Bornemann, geb. Schütte (1897-1955) verheiratet. Er starb am 25. Januar 1963 in Hannover-Linden. Gräber auf dem Lindener Bergfriedhof vorhanden.

Johann Gedrat (1883-1915) - Turnlehrer und Sportler

Johann Gedrat wurde am 3. März 1883 in Gintschaiten/Tilsit-Ragnit (heute Litauen) geboren. Er unterrichtete Sport an der Volksschule Fröbelstraße (nach dem Zweiten Weltkrieg in Albert-Schweitzer-Schule umbenannt), in Linden-Nord. Auf seine Initiative hin entstand in Linden die erste Turnsportanlage.

Er war von 1901 bis 1903 Erster Vorsitzender des Schwimmsportverein „Neptun von 1895 e.V.“, der 1919 im Hannoverschen Schwimmverein von 1892 aufging. 1912 nahm er als Schwimmer an den Olympischen Sommerspielen in Stockholm/Schweden teil. Er war auch Verbandsschwimmwart des Deutschen Schwimm-Verbands.

Johann Gedrat starb mit nur 32 Jahren am 9. Mai 1915 als Soldat im Ersten Weltkrieg bei Lombardtzyde/Belgien. 1978 wurde der Gedrathof in Hannover-Bothfeld nach ihm benannt.

Friedrich Haase II. (1854-1923) - Rektor

Der Rektor Friedrich Haase II. wurde am 28. August 1854 geboren. Er war mit Auguste Haase, geb. Stamme (1856-1927) verheiratet. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Hanna Haase (1884-1891). Rektor Haase überarbeitete 1906 den Stadtführer: Linden, Ein Führer für Fremde und Einheimische aus dem H. Ellermann-Verlag Hannover. Friedrich Haase II. starb am 29. September 1923 in Hannover-Linden. Grab auf dem Lindener Bergfriedhof vorhanden.

Friedrich Hinrichs (1858-1932) - Rektor

Rektor Hinrichs wurde am 25. September 1858 geboren und war mit Elly Hinrichs, geb. Sonnenschein (1874-1933) verheiratet. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Grete Hinrichs (1896-1903) und einen Sohn, den späteren Amtsgerichtsrat Dr. Paul Hinrichs (1899-1963). Die Familie wohnte am Lichtenbergplatz 1. Am 25. August 1932 starb Rektor Hinrichs in Hannover-Linden. Gräber auf dem Lindener Bergfriedhof vorhanden.

Heinrich Jntemann (1851-1941) - Rektor

Der Rektor Heinrich Jntemann wurde am 1. November 1851 geboren und war mit Lina Jntemann, geb. Erythropel (1855-1937) verheiratet. Das Ehepaar hatte einen Sohn, Dr. Heinrich Jntemann (1880-1853). Die Familie wohnte in der Brauhofstraße 11, III. Etg. Am 10. Januar 1941 starb Heinrich Jntemann. Gräber auf dem Lindener Bergfriedhof vorhanden.

Johann Heinrich (1841-1873) und Auguste Kohlrust (1843-1908)

Johann Heinrich Kohlrust jun. (1841-1873) - Lehrer
Klara Marie Elisabeth Auguste Kohlrust (1843-1908), geb. Knieke - Handarbeitslehrerin

Johann Heinrich Kohlrust jun. wurde am 9. Oktober 1841 in Langenhagen bei Hannover geboren. Sein Vater war der Ausbauer und Tischler Johann Heinrich Kohlrust sen. aus Kaltenweide bei Hannover. Seine Mutter war die Hebamme Catharine Dorothee Ilse Marie Elisabeth Kohlrust, geb. Behrens aus Negenborn bei Hannover. Klara Marie Elisabeth Auguste Kohlrust, geb. Knieke wurde am 4. März 1843 in Steuerwald bei Hannover geboren. Sie war die Tochter von Franz Knieke und Therese Knieke, geb. Helmke.

Am 14. März 1872 heiratete das Paar in der St. Martinskirche zu Linden. Mit nur 35 Jahren starb Johann Heinrich Kohlrust jun. am 4. März 1873 in Linden. Seine Frau starb im alter von 65 Jahren im März 1908 ebenfalls in Linden. Das Paar wohnte laut Adressbuch von 1866, 1868 und 1872 in der Falkenstraße 9, II. Etg. Frau Kohlrust wohnte dann laut Adressbuch von 1875 in der Falkenstraße 65, III. Etg., 1888 in Nr. 69, III. Etg. und 1897 in der Falkenstraße 28, III. Etg. Die Gräber sind auf dem Lindener Bergfriedhof noch vorhanden.

Johann Heinrich Friedrich Albert Konrad Kohlrust (1873-?) war das einzige Kind der Eheleute Kohlrust und wurde zwei Monate nach dem Tod des Vaters am 27. Mai 1873 in Kaltenweide geboren. Der Sohn wohnte um 1900 mit seiner Familie in der Jacobistraße 4 in Linden. 1906 wird Sohn Erich Johann Heinrich Kohlrust (1906-?) in Linden geboren. Der Vater schrieb 1912 ein Buch über die Landwirtschaft (The Henry System for Raising Enormous Crops in Wheat, Rye, Oats and Barley).Vor dem Ersten Weltkrieg wanderte die Familie nach Philadelphia/USA aus, kam aber wieder nach Deutschland zurück und wanderte erneut von 1926 bis 1931 nach Mexiko in Süd-Amerika aus. 1931 wird der Familienname von Kohlrust in Kollrust geändert. 1935 war Vater Kohlrust in Berlin als Nationalökonom beschäftigt Johann Heinrich Friedrich Albert Konrad Kohlrust starb vermutlich in Berlin.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Ich bedanke mich bei Frau Sabine Andrä aus Offenbach für die Informationen und die Recherche über ihre Ururgroßeltern Johann Heinrich und Auguste Kohlrust.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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* Stolpersteine erinnern an Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft geworden sind. Die Betonsteine werden an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in den Fußweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hier wohnte..." den Namen, den Geburtstag sowie die Umstände des Todes. Der Künstler Gunter Demnig aus Köln ist Initiator der Stolpersteine.

Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
50 Jahre Humboldt Schule Hannover-Linden 1899-1949
111 Jahre Gymnasium in Linden | Helene-Lange-Schule Hannover | Gerstenberg Druck GmbH Hildesheim | 1995
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Heimatfront Hannover - Kriegsalltag 1914-1918 | Schriften des Historischen Museums Hannover (HMH) | 2014
Homepage der Grundschule Salzmannstraße
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II. | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann | August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover - www.erinnerungundzukunft.de
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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