Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Lindener Industrie von 1920-1964
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe von 1920-1964

1920 Weinhandelshaus Bernhard Hasselbring

Das Weinhandelshaus Bernhard Hasselbring ist seit dem 1. März 1920 in Linden-Süd ansässig. Der Weinkaufmann Bernhard Hasselbring gründete in der Brüningstraße 20 (heute: Laportestraße) seine Weinhandlung. 1925 zog Hasselbring mit den Verkaufsräumen in die Deisterstraße 40. Das Haus hatte Herr Hasselbring ein Jahr zuvor gekauft. 1928 wurde die Weinkellerei in der Brüningstraße 20 gebaut, an die eine weitere Weinhandlung angegliedert wurde. Das Weinangebot stammte aus einer eigenen Abfüllung, die Mehrzahl der Spirituosen wurde selbst hergestellt. Im Adressbuch von 1928/29 werden Geschäftsräume für den Einzelhandel (Weineinzelhandel Bernhard Hasselbring) in der Weberstraße 3-4 angegeben.

Im Jahr 1945, 14 Tage vor Kriegsende wird das Haus in der Deisterstraße 40 durch Bombentreffer komplett zerstört und es kommt zu Plünderungen. 1947 beliefert die Firma Hasselbring die erste Export-Messe in Hannover, mit dem damals begehrten Messewein. 1956 tritt im Alter von 17 Jahren Dietrich Hasselbring als Lehrling in die Firma seines Vaters ein. Ein Jahr später stirbt Bernhard Hasselbring unerwartet. Der junge Dietrich übernimmt das Unternehmen. Im Jahr 1972 erfolgt der Beitritt in den Großeinkaufsverband der Deutschen Weinhändler. Die Firma ist 1985 Gründungsmitglied der Weinwerbegemeinschaft Weinspektrum. Seit 1993 bietet die Firma Hasselbring mit der Weingalerie Hasselbring, auch in Hannover-Buchholz auf 450 qm. hochwertige Weine, Sekt und Edelspirituosen an. Heute wird das Unternehmen weiter erfolgreich von Dietrich Hasselbring geführt.

1920 Waggonbau-Unternehmen Schörling & Co., später Bucher-Schörling GmbH Maschinen

Heinrich Schörling (1872-1958), Oberingenieur und zugleich Begründer des Spezialfahrzeugebaus machte sich im Jahr 1920 in Linden selbstständig. Die Firma bot alle denkbaren Spezialfahrzeuge für Verkehrsbetriebe und Dienstleister im In- und Ausland an. 1938 wurde das weltweit erste, saugend aufnehmende Kehrfahrzeug "System Schörling". Bis 1995 produzierte Schörling Waggonbau in Linden eine große Bandbreite an Spezialfahrzeugen. Nach dem 75 jährigen bestehen geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Einige Investoren übernahmen das Werk und bauen seither am Stammsitz, am Lindener Hafen, Straßenkehrmaschinen der Marke Bucher-Schörling.

vor 1920 Haus- und Küchengeräte, Glas, Porzellan Karl A. Janson

Das Kaufhaus von Karl A. Janson befand sich in der Limmerstraße 13 Ecke Mathildenstraße, die Immobile gehörte auch der Familie Janson, man wohnte in der I. Etg. Es wurden D Haus- und Küchengeräte, sowie Glas- und Porzellanwaren verkauft.

vor 1922 Rohstoffhandel Hermann Goldstein & Leyens

Die Firma von Hermann Goldstein und August Leyens war auf den Im- und Export, sowie die Sortierung von Rohstoffen für die Textilindustrie spezialisierst.

Nachdem Hermann Goldstein vermutlich vor 1928/29 starb, führte August Leyens das Geschäft mit der Witwe Adele Goldstein, geb. Koopmann weiter. Man zog mit der Firma in die Stromeyerstraße 4, in die Hannover-List um. August Leyens und Adele Goldstein wohnten dann auch in der Stromeyerstraße 4.

vor 1922 Restaurant Victoria

Das Restaurant Victoria befand sich in der Viktoriastraße 37. Um 1927 war der Gastwirt Gustav Beckmann Mieter der Geschäftsräume.

1922 Reisebüro HANOMAG AG, ab 1923 Lindener Reisebüro Bangemann

Das Reisebüro Bangemann wurde am 1. Dezember 1922 als Firmenreisebüro in der HANOMAG, (Reisebüro HANOMAG AG) in der Bornumer Straße von Heinrich Bangemann (1881-1966) gegründet. Ein Jahr später, am 1. Dezember 1923, zog Heinrich Bangemann um in die Falkenstraße 4, Am Schwarzen Bär und nannte sich Lindener Reisebüro, nunmehr unabhängig von der HANOMAG AG. 1928 organisierte das Reisebüro die Fahrten für 1800 norddeutsche Sänger, zum Bundessängerfest in Wien. 1950 wurde der Neubau, anstelle des im Krieg zerstörten Geschäftshauses in der Falkenstraße eingeweiht. Aus diesem Reisebüro entstand später die First Reisebüro Gruppe.

vor 1923 Hannoversche Montangesellschaft m.b.H.

Die Hannoversche Montangesellschaft m.b.H. befand sich in der Davenstedter Straße 114.

vor 1923 Körber & Weber Papier- und
               Papengroßhandlung

Die Firma befand sich in der Deisterstraße 64-66. Es gab Filialen in Barmen, Köln und Hamburg.

Körber & Weber Papier- und Papengroßhandlung 11.10.1923

vor 1923 Großhandlung elektronischer Bedarfsartikel und Maschinen Wilhelm Niemann & Co.

Die Firma von Wilhelm Niemann war in der Posthornstraße 9 ansässig. Ab 1928/29 gab es auch eine Filiale in der Georgstraße 3, in Hannover.

vor 1924 Garn- Strumpf- Woll- und Weißwarenhandlung Carl Windel

Das Geschäft von Carl Windel befand sich in der Falkenstraße 12. Privat wohnte Kaufmann Windel in der Haasemannstraße 10, III Etage.

Carl Windel Hannover-Linden Falkenstrasse 12 | 30.05.1924

vor 1924 Hannovera Kohlenhandelsgesellschaft m.b.H.

Die Kohlenhandlung befand sich am Allerweg 9. Später zog man in die Egestorffstraße 10. Um das Jahr 1930 war der Unternehmer Albert Weuling alleiniger Gesellschafter der Firma. Die Gesellschaft ging im Herbst 1936 in Konkurs. Weuling eröffnete danach einen Rohproduktenhandel mit Lumpensortieranstalt.

vor 1925 Kolonialwaren und Lebensmittelhandlung 
               Rahel Heymann

Das Geschäft und die Privatwohnung der jüdischen Inhaber befand sich in der Dieckbornstraße 7. Rahel Heymann und ihr Ehemann Th. Heymann hatten einen Sohn, dieser organisierte um 1935 die Auswanderung der Familie nach Shanghai (China). Im Adressbuch von 1941 ist dann D. Kurz als Geschäftsinhaber vermerk. Das Gebäude, Eckhaus Wittekind- Dieckbornstraße 7 wurde bei einem amerikanischen Luftangriff völlig zerstört. Auf dem Grundstück wurde dann später ein ebenerdiges Ladenlokal errichtet.

vor 1925 Textilwarenhandlung Herrmann Misanski

Die Textilwarenhandlung und Wohnung des jüdischen Kaufmanns Herrmann Misanski (1881-?) befand sich im Erdgeschoss, der Ritter-Brüning-Straße 24 b.

vor 1924 Fleischerei Max Davidsohn

Die Privatwohnung des jüdischen Schlachtermeisters Max Davidsohn (1880-?) befand sich in der Limmertraße 16. Privat wohnte Max Davidsohn um 1928/29 in der Baumstraße 16 in der Südstadt und um 1934 in der Limmerstraße 16.

vor 1924 Gebr. Baden - Großhandlung für Seifen und
               Kurzwaren (Inh. A. Reichenbach)

Die Großhandlung für Seifen und Kurzwaren befand sich in der Stephanusstraße 4.

Gebr. Baden - Großhandlung für Seifen und Kurzwaren
18.02.1924

Dieckbornstraße | 27.10.1925

Die Lebensmittelhandlung von Rahel Heymann
ist rechts hinter dem Herrn zu sehen.

vor 1925 Dr. med. Paul Liepmann

Dr. med. Paul Liepmann (1876-1939) wurde am 15. Februar 1876 in Königsberg geboren. Dr. Liepmann war wahrscheinlich Jude und hatte seine Praxis in der Limmerstraße 39, er wohnte auch dort. Dr. Liepmann war praktischer Arzt / Geburtshelfer. Er starb am 6. März 1939. Seine Witwe Herma Liepmann geb. Wehrmann zog danach in die Rampenstraße 2 um. Auf dem Ricklinger Friedhof bekam Dr. Liepmann eine Zeitlang, ein Ehrengrab. Im Jahr 1961 wurde der Fösseweg in Liepmannstraße umbenannt.

vor 1925 Drogerie Schwarzer Bär - von Apotheker Adolf Sock

Im Adressbuch der Stadt Hannover von 1925 ist der jüdische Drogist und Apotheker Adolf Sock (1884-?) und seine Frau Gertrud, geb. Wegner (1893-1942) in der Minister-Stüve-Straße 4 vermerkt. Anfang Juli 1925 zog die Familie in die Minister-Stüve-Straße.

Die Eheleute Sock stammten aus der Stadt Zerkow in der preußischen Provinz Posen, heute ein Teil Polens. Ihre Kinder Marianne (1921-1942) und Hans Sock (1925-1944?) wurden beide in Hannover geboren.

Die Drogerie Schwarzer Bär - von Adolf Sock befand sich in der Deisterstraße 8, im 1902 erbauten Jugendstilhaus, später in Schwarzer Bär 8 umbenannt. In der Steintorstraße 22 Ecke Georgstraße in Hannover-Mitte, betrieb er sein Hauptgeschäft als Central-Drogenhandlung Adolf Sock. Ab 1933 konzentrierte er sich ganz auf das Geschäft in Steintorstraße und gab dann die Drogerie am Schwarzen Bären auf. Im Adressbuch von 1934 wird Adolf Sock aber noch als Besitzer der Drogerie Schwarzer Bär geführt.

Am Schwarzen Bären | 15.08.1931 (links die Drogerie Sock)

In der Nacht vom 10. zum 11. November 1938 (Novemberpogrom) wurden die Schaufensterscheiben und die Inneneinrichtung des Geschäfts in Steintorstraße zerstört, die Waren abtransportiert und bei der Nationalsozialistischen Volksfürsorge (NSV) eingelagert. Adolf Sock wurde in sogenannte Schutzhaft genommen und in das hannoversche Polizeigefängnis eingeliefert. Er musste seine Drogerie danach aufgeben. Bis nachweislich 1938 ist Adolf Sock in den Adressbüchern Hannovers eingetragen. 1941 wird als Besitzer der Apotheke (Steintor-Apotheke) in der Steintorstraße 22, Wilfried Menger vermerkt.

Im Dezember 1938 bemühte sich die Familie Sock um eine Auswanderung nach Uruguay in Südamerika. Jedoch bestanden die Behörden darauf, dass zunächst alle Geschäftsschulden begleichen werden müssen. Die Schulden waren als unmittelbare Folge der Plünderung und Zerstörung der Drogerie in der Steintorstraße entstanden. Adolf Sock musste auch für die Sicherung und Reparatur des Geschäfts selbst aufkommen; und er war seinen Lieferanten Geld für die Waren schuldig, die ihm in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 geraubt und zur Nationalsozialistischen Volksfürsorge (NSV) abtransportiert worden waren. Um die Geschäftsschulden zu tilgen und gleichzeitig die Auswanderung aus Deutschland zu finanzieren, setzte Herr Sock auch den Rückkaufwert seiner Lebensversicherung ein. Zusätzlich nahm seine Frau eine private Hypothek auf. Die Wohnung in der Minister-Stüve-Straße 4 wurde zum 1. März 1939 gekündigt. Die Genehmigung zur Auswanderung verzögerte sich aber und so musste die Familie Sock übergangsweise in der Königstraße 5 in Hannover-Mitte ziehen.

Am 12. April 1939 zogen die beiden Kinder Marianne und Hans Sock nach Ahlem. Wahrscheinlich zogen sie in die Israelitische Gartenbauschule. In der Gartenbauschule hatte die 18-jährige Marianne, bereits vor zwei Monaten als Haushaltungsschülerin eine Ausbildung begonnen. Der 14-jährige Hans begann am 14. April 1939 als Gärtnereischüler mit seiner Ausbildung. Im Mai 1939 konnte die Familie Sock schließlich nach Belgien auswandern. Die Geschwister Marianne und Hans zogen am 23. Mai 1939 nach Antwerpen. Die Eltern Adolf und Gertrud Sock folgten ihnen am 31. Mai 1939 mit dem Ziel Brüssel.

Gertrud Sock und ihre Kinder wurden am 25. August 1942, von Belgien aus in das Konzentrationslager Auschwitz im damals deutsch besetzten Polen abtransportiert. Gertrud Sock wurde dort am 14. September 1942 in den Gaskammern ermordet. Marianne Sock wurde eine Woche später, am 20. September 1942 auf dieselbe Weise umgebracht. Der Sohn Hans Sock starb wahrscheinlich 1944 in der Gaskammer. Über den Vater Adolf Sock gibt es keine sicheren Angaben, ob er von Belgien auch direkt in das Konzentrationslager Auschwitz oder zunächst in das Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle deportiert wurde. Es ist auch nicht bekannt, wann und wo Adolf Sock starb. Es deutet aber alles darauf hin, dass auch er wie seine Ehefrau und die beiden Kinder in Auschwitz ermordet wurde.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover
| Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Stadt Hannover | 2008
Projekt - www.lebensraum-linden.de

vor 1925 Mode- und Bekleidungshaus Tebi

Das Mode- und Bekleidungshaus Tebi befand sich in der Georgstraße 51, in Hannover-Mitte. Die Firma nannte sich erst Tebi Textil- und Bekleidungsindustrie GmbH. Später als man in die Goethestraße 47 umzog, hieß die Firma Tebi Bekleidungshaus Albert Hohenberg & Co. In der Nähe der HANOMAG AG, in Linden-Süd soll es später eine weitere Filiale gegeben haben. Für kurze Zeit leitete der jüdische Kaufmann Sally Hohenberg (1876-1938) als Geschäftsführer die Firma.

Sally Hohenberg wurde am 22. Januar 1876 als Sohn des Kaufmanns J. Hohenberg in Helmarshausen bei Bad Karlshafen, in Hessen geboren. Seine Eltern besaßen dort ein Manufakturwarengeschäft und die Hessischen Brotfabriken J. Hohenberg & Co., in Uslar und Helmarshausen. Im Juli 1925 zog er nach Hannover in die Lange Laube 36, später in die Heinrichstraße 44. In Hannover wurde er für kurze Zeit Teilhaber des Leihhauses Centrum von Georg Cohn in der Grupenstraße 5 und übernahm auch die Leitung. Das Unternehmen mit Filialen am Welfenplatz und an der Celler Straße 40 wurde in Leihhaus Centrum Cohn & Hohenberg umbenannt. Danach übernahm Sally Hohenberg die Geschäftsführung des Mode- und Bekleidungsgeschäfts Tebi. Er war auch Geschäftsführer der Terminol Gesellschaft Sally Hohenberg & Co., in der Goethestraße 47.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahmen die Anpöbeleien und Belästigungen gegenüber Sally Hohenberg stetig zu. Sally Hohenberg starb am 1. Februar 1938 nach einem Selbstmordversuch im Jüdischen Krankenhaus in Hannover.

1925 Tierarzt Dr. Kurt Neuwerth

Der Tierarzt Dr. vet. Kurt Neuwerth (1897-1945?) wurde am 7. Juni 1897 in Hannover als Sohn des Prokuristen Wilhelm Neuwerth, ein Elternteil war jüdisch, geboren. Nach seinem Dienst als Soldat im Ersten Weltkrieg studierte er ab 1918 in Hannover Tiermedizin. 1923 erfolgte seine Approbation und er wurde als Hilfstierarzt beim Veterinäruntersuchungsamt in Potsdam tätig.

1925 wurde Dr. Neuwerth Tierarzt im Veterinäruntersuchungsamt Hannover-Linden. Zu dieser Zeit wohnte und betrieb er in der Limmerstraße 128, im Gebäude des ehemaligen Lindener Schlachthauses seine Praxis.

Ab 1934/35 war Dr. Neuwerth dann Polizeitierarzt in Köln und ab Juli 1941 kommissarischer Regierungsveterinärrat im Kreis Paderborn und einige Wochen später Angestellter bei der Reichsanstalt für Tierseuchenbekämpfung in Wien-Mödling. Nach 1945 war er Veterinärrat in Delbrück (Westfalen), sein weiteres Schicksal ist leider unbekannt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Adressbuch der Deutschen Tierärzte
Staatsarchiv München, Spruchkammerakte Friedrich Weber, Blatt 183-18
Tierärztliche Hochschule Hannover Diss. B 1267

vor 1926 Metall-Lager Carl Gustav Krause

Das Verkaufslager der Firma Carl Gustav Krause, die im Auftrag der Hirsch, Kupfer- und Messingwerke AG in Finow (Mark), Metallprodukte in Linden verkaufte, befand sich in der Minister-Stüve-Straße 4-6.

Werbeanzeige - Metall-Lager Carl Gustav Krause | ca. 1925

1926 Schrott- und Metallgroßhandel, Lumpensortierbetrieb Robert Kunze G.m.b.H.

Robert Kunze gründete 1926 seinen Schrotthandel. Er wurde 1906 in Leipzig geboren und kam bereits im Alter von drei Jahren nach Hannover. Mit zwanzig Jahren übernahm er das Schrottgeschäft seiner Schwester in der Altstadt Hannovers, am Goldenen Winkel und machte sich so selbstständig.

1938 wurde der Lagerplatz in der Altstadt zu klein, so dass ein zweiter am Leinehafen hinzugepachtet wurde. Zu dieser Zeit beschäftigte er zwanzig Mitarbeiter. 1949 wurde die Firma als Robert Kunze G.m.b.H. weitergeführt. 1951 wurde das Geschäft um eine Lumpensortieranlage erweitert. Im gleichen Jahr kaufte das Unternehmen ein Grundstück an der Davenstedter Straße 81, und pachtete ein weiteres an der Davenstedter Straße 128, die Firma zog dann um. Im Jahr 1952 wurde ein Zweigbetrieb in Celle eröffnet.

vor 1926 Dr. med. Sigmumd Kohn

Die Praxis und Privatwohnung des jüdischen Arztes befand sich in der Limmerstraße 2 d. im Haus der Lindener Apotheke. Dr. Kohn übernahm die Praxis von Dr. Voges. Mit 64 Jahren nahm sich Dr. Sigmund Kohn das Leben, um einer bevorstehenden Deportation, in ein Konzentrationslager (KZ) zu entgehen.

Robert Kunze G.m.b.H. Büro- und Wohngebäude Davenstedter Straße 81. | 1954

1927 Städtische Bäder am Küchengarten

Im Jahre 1927 wurden die Städtischen Bäder mit Duschen und Badewannen am Küchengarten erbaut. Sie dienten neben dem Wohnraum als öffentliches Bad, von dem man einen kleinen Teil im heutigen Theater am Küchengarten erhalten hat. Bis 1983 waren die Bäder noch in betrieb und werden seit 1987 vom Theater am Küchengarten genutzt.

vor 1927 Gabal - Spirituosenwerke AG Branntweinbrennerei | Spirituosen Fabrikation und Vertriebsgesellschaft

Die Firmen befanden sich in der Blumenauer Straße 25-27

vor 1927 Medizinal- Drogerie- Weine- und Spirituosenhandlung Theodor Flebbe

Medizinal Drogerie Weine und Spirituosenhandlung von Theodor Flebbe befand sich in der Teichstraße 2.

vor 1927-1936 Kinderarzt Dr. med. Walter Sochaczewski

Der jüdische Kinderarzt Dr. med. Walter Sochaczewski (1881-1950) führte bis zum Jahr 1927, im Haus Deisterstraße 1, an der Ihmebrücke seine Arztpraxis. Danach zog man in das Haus Deisterstraße 6, in den zweiten Stock, heute Schwarzer Bär 6 um. Die Privatwohnung der Familie Sochaczewski befand sich erst in der Haarstraße 4 a., beim Neuen Rathaus und später dann in der Rühmkroffstraße 18 in der List.

Dr. med. Walter Sochaczewski wurde am 16. Mai 1881 in Breslau geboren. Er heiratete 1919 seine Frau Ilse geb. Meyerstein (1892-1950?). 1922 zogen die Eheleute von Berlin nach Hannover und 1923 wurde ihre Tochter Barbara (Barbara Dreyfuss, geb. Sochaczewski) geboren. Das Ehepaar hatte noch eine weitere Tochter namens Elise.

Während des Ersten Weltkriegs war Dr. Sochaczewski als Oberstabsarzt tätig. Für seinen Einsatz wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Herr Sochaczewski war dafür bekannt, dass er Kinder auch kostenlos behandelte, wenn die Eltern kein Geld hatten. Da die Sochaczewskis Juden waren, wurden sie ab 1933 angefeindet und ausgegrenzt. Im Juli 1936 flüchtet die Familie nach einem Hinweis, eines Polizisten, dass seine Verhaftung bevorsteht. Seine Ehefrau und die Töchter reisten nach Zürich in die Schweiz, er in die Niederlande und dann mit seiner Familie nach einem längeren Aufenthalt bis 1937, über Brüssel (Belgien), mit dem Schiff nach Brasilien.

Dr. med. Walter Sochaczewski starb am 23. Januar 1950 mit 69 Jahren in Sao Paulo, Brasilien.

Literatur- und Quellenverzeichnis:                        
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Projekt - www.lebensraum-linden.de

1928 Dampfwäscherei Friedrich Kuntze, später Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH

1928 wurde auf dem Hinterhof, in der Elisenstraße 8, im ehemaligen Kohlenschuppen die Dampfwäscherei Friedrich Kuntze gegründet. Friedrich Kuntze war damals gerade mal 23 Jahre alt. Die Waschmaschinen wurden von der Düsseldorfer Firma Hartung, Kuhn & Co. auf Wechsel gekauft. Es wurde auch eine kleine Schleuder und eine dampfbeheizte Einmuldenmagel angeschafft. Auch sonst mussten für die Firmengründung Hypotheken aufgenommen werden, da auch einige Bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Am 15. Mai 1928 war es dann soweit die Dampfwäscherei Friedrich Kuntze öffnete für ihre Kunden. Es wurde die Wäsche auch Abgeholt und geliefert. Ab März 1935 gab es in der Podbielskistraße eine Annahmestelle für Wäsche, eine Heißmangel und später auch eine Spezialplätterei für steife Kragen. Gewaschen wurde weiterhin in der Elisenstraße, die Fertigstellung erfolgte aber dann in der Königsworther Straße mit mehreren Plätterinnen. Während des Zweiten Weltkriegs lief der Betrieb weiter. Im Oktober 1943 wurden das Gebäude, Elisen- Ecke Stärkestraße mit der Dampfwäscherei durch eine Luftmine schwer beschädigt. Die Dampfkessel und die Waschmaschinen funktionierten aber noch. Die Häuser Elisenstraße 3 und 10 wurden komplett zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dann die Uniformen der Alliierten gewaschen. Am 12. November 1946 schlossen sich Friedrich Kuntze und Hans Burgheim, dieser hatte im Mai 1931 in die Familie eingeheiratet, zusammen und nannten ihre Firma nun Kuntze & Burgheim Dampfwäscherei OHG. 1947 wurde von Kuntze & Burgheim mit dem Bau und der Inbetriebnahme, der weltweit ersten Gegenstromwaschanlage begonnen.

1948 waren die Geschäftsräume in der Elisenstraße 8 wieder komplett hergestellt. Und im Sommer 1950 wurde auf dem von einer Fliegerbombe zerstörten Eckgrundstück Elisenstraße 10 ein Neubau eingeweiht. Die Firma Kuntze & Burgheim hatte im gesamten Stadtgebiet Hannovers Annahmestellen für ihre Kunden eingerichtet. 1956 wurde dann eine neue Produktionshalle an der Vahrenwalder Straße 191, auf dem Gelände der ehemaligen Kleingärtner in Betrieb genommen. Ab 1965 gab es Filialbetriebe mit Schnellreinigung, 1967 als Chemischreinigung. Vorher hatte man den Annahmen nur eine Provision gezahlt.

1971 wurde die DBL (Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH) durch sechs Gesellschafter, darunter auch Kuntze & Burgheim gegründet. 1977 erfolgte die Umwandlung und Umfirmierung in Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH & Co. KG. 1980 wurden die Filialen an die Traditionsfirma Stichweh verkauft. Die Firma setzte nun ihren Schwerpunkt auf das Textilleihgeschäft. 1982 wurde das Grundstück in der Elisenstraße 10 an die Landeshauptstadt Hannover verkauft. Im Gebäude befindet sich heute der Jugendtreff Linden-Nord. 1985 wurde die Firma in Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH umbenannt. Am 1. April 1995 wurde eine neue Betriebsstätte in Hermsdorf bei Magdeburg eröffnet und 2000 durch eine zweite Halle erweitert. Im September 2003 konnte die Firma Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH ihr 75 jähriges Betriebsjubiläum feiern und die Firmenchronik Geschichten aus der Waschküche Präsentieren.

vor 1928 Werkzeughandlung Richard Wirtheim

Die Werkzeughandlung und Wohnung des jüdischen Kaufmanns Richard Wirtheim (1888-?) und seiner Ehefrau Grete Wirtheim befand sich in der Egestorffstraße 1.

vor 1928 Glas- und Porzellangeschäft Arthur Manne

Am Küchengarten, in der Limmerstraße 3-5 befand sich das Glas- und Porzellangeschäft von Arthur Manne.

Mehr zum Glas- und Porzellangeschäft Manne.

vor 1928 Feilenfabrik Karl Paul

Die Feilenfabrik befand sich in der Fössestraße 69-71. Privat wohnte Karl Paul in der Elisenstraße 26.

vor 1928 Imprägnierwerk Hannover-Linden
                H. Peters AG

Die Firma war spezialisiert auf die Imprägnierung von Bahnschwellen und Hölzern aller Art. Es wurden auch Telegrafen- und Leitungsmasten geliefert.

vor 1928 Steinbruchbetrieb Wilharm & Co. G.m.b.H.

Die Firma befand sich in der Beethovenstraße 7.

vor 1928/29 Schuhwarenhandlung Theodor Aue

Die Schuhwarenhandlung von Theodor Aue befand sich laut Adressbuch von 1928/29, 1934, 1938, 1941/42 und 1953 in der Posthornstraße 15.

vor 1928 Strumpf- und Putzhaus Hertz & Co. Inh. Sally Löwenstein

Das Strumpf- und Putzhaus Hertz & Co. befand sich in der Deisterstraße 78. Der jüdische Inhaber Sally Löwenstein (1880-?), dem das Haus, laut Adressbuch von 1934 und 1938 auch gehörte und der dort auch wohnte, war mit Irmi Löwenstein, geb. Hertz verheiratet. Seit 1911 war er in Hannover ansässig.

In der Nacht vom 10. zum 11. November 1938 (Novemberpogrom) wurden die Schaufensterscheiben des Geschäfts zerstört. Der Inhaber Löwenstein musste für die Sicherung und Reparatur des Geschäfts selbst aufkommen, außerdem wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar verschleppt. Nach mehreren Wochen Gefangenschaft kam er unter der Auflage frei, sein Geschäft und die Immobilie zuverkaufen und ins Ausland zu immigrieren. Im Januar 1940 verließ das Ehepaar Löwenstein Hannover und reiste nach Panama, danach nach New York City in die USA. Sally und Irmi Löwenstein starben im Jahr 1970 in New York City.

Sein Ladengeschäft wurde laut Adressbuch von 1940/41 von Otto Boettger übernommen. Otto Boettger verkaufte dort nun Damenhütte. Privat wohnte er in der Siemensstraße 5 in der Hannover-Südstadt. Die Immobilie besaß nun Ludwig Dopheide aus Reher in Schleswig-Holstein.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover
| Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Stadt Hannover | 2008

vor 1928 Gebr. Lenzberg - Daunendecken- und Steppdeckenfabrik

Seit 1908 bestand die Daunendecken- und Steppdeckenfabrik der Gebrüder Lenzberg & von der Walde in der Karlstraße 1 a.

Der ursprünglich jüdische Fabrikant Hugo Lenzberg hatte in der Karlstraße 1 a. auch seine Privatwohnung. Wie der oder die anderen Brüder und Teilhaber der Firma hießen, ist unbekannt. Im Jahr 1928/29 wohnte Hugo Lenzberg mit seiner Tochter Marie Lenzberg (1886-1938) in der Königstraße 13, in Hannover-Mitte. Im Adressbuch von 1928/29 ist die die Daunendecken- und Steppdeckenfabrik in der Fössestraße 79, in Linden vermerkt.

Marie Lenzberg hatte auch eine Schwester, Gertrud Lenzberg (1890-1938). Die Schwestern waren Teilhaberinnen der Fabrik, die sie wahrscheinlich von ihrem Vater übernahmen und auch gemeinschaftlich leiteten. Nach dem Tod des Vaters zogen die Schwestern 1935 in den ersten Stock der Beethovenstraße 10, in Linden-Mitte. Am 8. August 1938 haben sie sich dort, in ihrer Wohnung das Leben genommen.

Ursprünglich war die Familie Lenzberg jüdischen Glaubens, doch die Familie kovertierte zur evangelischen Kirche, wann dies geschah ist unbekannt. Obwohl nur bei einer der beiden Schwestern als Religionszugehörigkeit evangelisch eingetragen ist, doch da Familieangehörige der Lenzbergs nicht auf dem jüdischen Friedhof begraben wurden, kann davon ausgegangen werden, dass auch die andere Schwester konvertiert war.

Die Gründe für ihren Selbstmord sind unbekannt. Vielleicht wurde ihre Fabrik enteignet, sie wurden diskriminiert und ausgegrenzt. Oft haben Christen jüdischer Herkunft wenig Unterstützung in ihren Kirchengemeinden erfahren. Die Familie Lenzberg wurde auf dem Engesohder Friedhof in der Südstadt beigesetzt. Die Grabstellen existieren heute nicht mehr.

Gebr. Lenzberg - Daunendecken- u. Steppdeckenfabrik - Fössestraße 79 - 02.10.1928

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Die Beethovenstraße 1898-1998
| IGS Hannover-Linden. Konzept, Projektleitung und Redaktion Dr. Hans Asbeck | 1998
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Stadt Hannover | 2008

vor 1928 Lindener Dampf- Wäscherei Ferdinand Filthuth

Die Wäscherei befand sich in der Nieschlagstraße 24-25. Wäschereibesitzer Ferdinand Filthuth war auch Präsident des Vereins für Fortbildung in Hannover. Das Schulhaus der Privaten-Fortbildungsschule befand sich im Rust-Haus, in der Altstadt - in der Burgstraße 29-30. Das Vereinsmotto lautete: VORWÄRTS IMMER - RÜCKWÄRTS NIMMER. Später führte sein Sohn Fred Filthuth die Lindener Dampf- Wäscherei weiter.

vor 1928 Adlerwerke, vormals Heinrich Kleyer AG

Die Adlerwerke produzierten unter anderem Fahrräder und Schreibmaschinen. Die Produktion befand sich in der Falkenstraße 16-20. In der Georgstraße 34, in Hannover befanden sich die Ausstellungs- und Verkaufsräume. Die Adlerwerke Hannover waren ein Tochterunternehmen der 1880 gegründeten Adlerwerke aus Frankfurt am Main. Während des Zweiten Weltkriegs gab es in den Räumen der Adlerwerke auch Kriegsgefangenenunterkünfte und Zwangsarbeiterlager. In der Liste des Catalogue of Camps and Prisions (CCP), herausgegeben vom International Tracing Service (ITS) im Jahre 1949 wird ein Lager in der Konkordiastraße mit mehr als 75 Insassen aufgeführt.

vor 1928 Riemenwerke Stiegelmeyer & Co

Die Firma befand sich in der Deisterstraße 63. Inhaber war Heinrich Bollemann.

vor 1929 Spielwarenhandlung und Puppendoktorei Flucke

Die Spielwarenhandlung und Puppendoktorei der Familie Flucke befand sich bis 1943 (Auguste Flucke) in der Deisterstraße 24. Danach befand sich die Wohnung und das Spielwarengeschäft von Familie Karl Flucke bis ca. 1954 in der Posthornstraße 9 - Ecke Weberstraße. Ab 1955 zog man dann in die Deisterstraße 40 um.

vor 1929 Biergroßhandlung Albert Lindemann

Die Biergroßhandlung von Albert Lindemann befand sich in der Ungerstraße 11.

1929 Tabak Papier und Schreibwaren Fritz Kivelitz

Seit 1929 befindet sich das Geschäft in der Posthornstraße 30, in Linden-Mitte.

vor 1930 Drogeriegeschäft Herbert August Erhardt

Herbert August Ehrhardt (1901-1942) wurde am 27. Januar 1901 in Gehrden bei Hannover als Jude geboren. In den 1930er Jahren wohnte er in der Deisterstraße 16 in Hannover-Linden und betrieb eine gut gehende Drogerie.

Neben den Eintragungen im Adressbuch Hannovers fand sich eine Notkarte des Meldeamtes im Stadtarchiv Hannover. Auf ihr war die Meldung des Sonderstandesamtes in Arolsen verzeichnet, wonach Herbert August Ehrhardt am 15. November 1942 in Natzweiler verstorben war. Er wurde nur 41 Jahre alt, die Sterbeurkunde nennt als angebliche Todesursache „Uraemie“, also Harnstoffvergiftung.

Stolpersteine in Linden-Limmer
Ein Stolperstein für den Drogisten Herbert August Erhardt (1901–1942) von Rainer Hoffschildt

vor 1930-1938 Textilwarenhandlung Jacob Lindenbaum

Die Textilwarenhandlung des jüdischen Besitzers Jacob Lindenbaum (1889-1945) befand sich in der Deisterstraße 15. Jacob Lindenbaum wurde am 20. Juni 1889 und seine Ehefrau Selma (Sura), am 2. November 1895 in Dolina, in Galizien (im Süden Polens, Westgalizien) geboren. Das Ehepaar hatte zwei Söhne, Adolf (1921-?) und Leon (1923-?), beide wurden in Hannover geboren.

Privat wohnte Familie Lindenbaum laut Adressbucheintrag von 1928/29 in der Hildesheimer Straße 226 a., später dann in der Knochenhauerstraße 64 und ab 1938 in der Bergmannstraße 10 in Hannover.

Am 28. Oktober 1938 wurden der 17-jährige Adolf und sein 15-jähriger Bruder Leo nach Polen abgeschoben. In der Nacht vom 10. zum 11. November 1938 (Novemberpogrom) wurden die Schaufensterscheiben des Textilwarengeschäfts zerstört. Der jüdische Inhaber Lindenbaum musste für die Sicherung und Reparatur seines Geschäfts selbst aufkommen. Danach eröffnete er sein Geschäft nicht wieder und gab zum Monatsende die Geschäftsräume auf.

Am 15. Dezember 1938 zogen Jacob und Selma Lindenbaum von der Knochenhauerstraße 64 in die Bergmannstraße 10 um. Das Haus und das Grundstück hatte Salomon Lindenbaum, Jacobs Vater, seinen sechs Kindern zu gleichen Teilen vererbt, bevor er - vermutlich 1936 nach Palästina (Israel) auswanderte und sich in Tel Aviv niederließ. Salomon Lindenbaum betrieb vor seiner Auswanderung in der Schmiedestraße 22, in der Altstadt, eine Manufakturwarenhandlung. Privat wohnte er in seinem Haus, in der Bergmannstraße 10 und laut Adressbucheintrag von 1934 in der Schmiedestraße 17. Auch Jacobs jüngere Schwester Lea Straßmann, geb. Lindenbaum (1903-?), geboren am 6. Oktober 1903 in Hannover, wohnte, von ihrem Ehemann getrennt lebend, im Haus der Bergmannstraße 10.

Das Ehepaar Lindenbaum bemühte sich um die Auswanderung nach Palästina. Die Pläne zerschlugen sich jedoch bereits im Januar 1939. Daraufhin wollten sie nach Polen umsiedeln, wo in Dolina, die abgeschobenen Söhne untergekommen waren. Adolf Lindenbaum, der ältere der beiden Söhne, reiste im Sommer 1939 nach Hannover, um zusammen mit seinen Eltern den Umzug nach Polen vorzubereiten. Doch zur Ausreise kam es nicht mehr.

Jacob und Adolf Lindenbaum wurden wahrscheinlich im Oktober 1939 verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar (Jacob Nr. 3117, Block 22 und Adolf Nr. 971, Block 22) verschleppt. Selma Lindenbaum und ihre Schwägerin Lea Straßmann wohnten im November 1939 noch in einem gemeinsamen Haushalt, in der Bergmannstraße 10. Nachdem Selmas Eigentum 1941 vom Deutschen Reich eingezogen wurde, musste sie ab September 1941 in ein sogenanntes Judenhaus, in die Josephstraße 22 umziehen. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Arbeiterin in der Wäscherei Gieseler (Inhaber August Gieseler) an der Podbielskistraße 63.

Selma Lindenbaum und Lea Straßmann wurden am 15. Dezember 1941 von den Nationalsozialisten, von Hannover aus ins Rigaer Ghetto in Lettland deportiert. Dort verliert sich die Spur von Lea Straßmann, Selma Lindenbaum ist im KZ-Stutthof bei Danzig in Polen umgekommen. Jacob Lindenbaum starb am 4. April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald. Eine Woche später, am 11. April 1945 befreiten amerikanische Truppen das Lager.

Die Namen von Jacob und Selma Lindenbaum, Lea Straßmann und Leon Lindenbaum (verschollen) sind auf dem Mahnmal am Opernplatz verzeichnet. Das Mahnmal besteht seit 1994 und trägt die in Stein eingravierten Namen von rund 2000 deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgern. Das Schicksal des älteren Sohnes Adolf Lindenbaum, der wie sein Vater Jacob im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war, ist nicht geklärt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adressbücher der Stadt Hannover
Abgeschoben in den Tod | Die Deportation von 1001 jüdischen HannoveranernInnen am 15. Dezember 1941 nach Riga | Ausstellungskatalog | Julia Berlit-Jackstein, Dr. Karljosef Kreter | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2011
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Stadt Hannover | 2008
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie

vor 1930-1938 Manufakturwarenhandel von Max Goldschmidt in Limmer

Das Geschäft des jüdischen Inhabers Max Goldschmidt (1876-?) und seiner Ehefrau Regine Goldschmidt (1876-?) befand sich in der Wunstorfer Straße 21, in Hannover-Limmer.

Max Goldschmidt wurde am 31. August 1876 in Eisenach geboren und wohnte mit seiner Frau Regine Goldschmidt, geb. Baum, geboren am 23. April 1876 in Elbekosteletz, im Gartenweg 4 (seit 1950 Franz-Nause-Straße), in Hannover-Limmer. 1938 wurde Herr Goldschmidt in das KZ-Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar verschleppt. Wieder zurück in Hannover wurden er und seine Ehefrau im September 1941 dem sogenannten Judenhaus Wunstorfer Straße 16 a, in Limmer zugewiesen.

Die Eheleute wurden am 15. Dezember 1941 von den Nationalsozialisten, von Hannover aus in das Ghetto Riga in Lettland deportiert, dort verliert sich ihre Spur.

vor 1930 Schüler-Motoren AG - Meyer & Matthies

Der Motorenhandel Meyer & Matthies befand sich in der Weberstraße 3-4.

vor 1930 Willi Koch - WIKO Fabrik feiner Liköre

Die WIKO Fabrik feiner Liköre von Willi Koch befand sich in der Limmerstraße 75 und um 1955 am Kötnerholzweg 13. Im Jahr 1921 gewann das Unternehmen eine Silberne Medaille und 1923 den 1. Preis und den Ehrenpreis auf einer Produktausstellung. Man vertrieb die Liköre unter den Namen WIKO Edelliköre und WIKO Edelbranntwein.

1931-1960 Feinbäckerei Wilhelm Wulfes

Die Bäckerei von Wilhelm Wulfes befand sich bis 1960 in der Charlottenstraße 32, in Linden-Süd.

1933 Textilwarenvertreter Siegfried Jacobsohn

Der Textilwarenhandel von Siegfried Jacobsohn (1886-?) befand sich ab 1933 in der Deisterstraße 17. Privat wohnten der Inhaber, seine Frau Ida Jacobsohn, geb. Stahl (1900-?) und ihr Sohn Kurt Jacobsohn (1923-?) im Capitol-Hochhaus, in der Deisterstraße 2. Die Familie Jacobsohn wohnte zwischen 1926 und 1933 am Bischofsholer Damm 24, in der Südstadt Hannovers. Siegfried Jacobsohn betrieb kein Ladengeschäft in der Deisterstraße, da er als Textilwarenvertreter tätig war.

1939 wollte Familie Jacobsohn auswandern und zog erst einmal in die Bergmannstraße 10, in die Stadtmitte Hannovers um. Eigentlich wollten sie nach London auswandern, dies war aber durch den Kriegsbeginn Anfang September 1939 nicht mehr möglich, deshalb wollte man nun in die USA übersiedeln. Da aber nicht genug Vermögen vorhanden war beschloss die Familie, dass zuerst Ida und ihr Sohn Kurt auswandern. Mutter und Sohn sind wahrscheinlich Anfang 1940 in die USA ausgereist. Vater Siegfried Jacobsohn versuchte mehrmals zwischen Anfang 1940 und März 1941, ebenfalls in die USA auszuwandern, dies wurde ihm aber von den Reichsbehörden ohne Begründung untersagt. Am 9. Juni 1941 durfte Siegfried Jacobsohn nun doch endlich ausreisen. Er fuhr zunächst nach Berlin, um dann in den USA weiterzureisen.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Projekt - www.lebensraum-linden.de

1934 Schuhhaus Gisy

Der Ursprung des traditionsreichen Schuhhaus Gisy liegt in Berlin. Im Jahr 1934 zog Gerhard Gisy nach Hannover und eröffnete in der Deisterstraße 4, in Linden seine erste Filiale. Zuvor war in den Geschäftsräumen von 1897 bis 1933 die Petzon-Schuh-Gesellschaft und danach die Globus-Schuhe AG ansässig. 1943 brannte das Geschäft aus und während des Zweiten Weltkriegs musste der Betrieb zeitweise eingestellt. Auch heute sind Schuhe von Gisy in Hannover zuhaben. Ein Geschäft in Hannover-Linden gibt es zwar nicht mehr, dafür aber in der Innenstadt Hannovers.

vor 1934 Haus und Küchengeräte Adolf Kesselmann

Adolf Kesselmann hatte sein Geschäft in der Limmerstraße 2 a, die Privatwohnung des jüdischen Kaufmanns befand sich in der Limmerstraße 4 d.

vor 1934 Autowerkstatt und Autohallen Christian Preiss

Christian Preiss betrieb schon vor 1934 in der Deisterstraße 24, eine Autowerstatt. Später gründete er seine Autohallen.

Die Autohallen mit Garagen, Kraftfahrzeugen, und Autoverleih an Selbstfahrer befanden sich in der Küchengartenstraße 2 a. Später war hier viele Jahre die Yamoto GmbH (Motorradhandel) zu Hause. Heute steht auf dem Gelände ein Neubau/Wohnhaus.

vor 1934 Schokoladenfabrik und Süßwarenhandel Hermann Marx & Co.

Die Schokoladenfabrik und der Süßwarengroßhandel befand sich in der Leinaustraße 9, dann 1949 in der Elisenstraße 44, 1958 in der Nieschlagstraße 19. Später gab es dort das Lebensmittelgeschäft MARXHOF. Heute steht auf dem Gelände ein Kindergarten der Landeshaupstadt Hannover.

Werbeanzeige der Schokolandenfabrik Marx | 1958

Autohallen Chr. Preiss - Küchengartenstraße 2 a | 1954

 

vor 1934 Schuhwarenhandlung von A. Brettschneider

Die Schuhwarenhandlung des jüdischen Inhabers Brettschneider befand sich in der Limmerstraße 1.

1935 Vereinigte Leichtmetall Werke GmbH (VLM)

Die Vereinigte Leichtmetall Werke GmbH (VLW) wurde 1927 von den in Bonn gegründeten Vereinigten Aluminiumwerken (VAW) als Tochterfirma gegründet. Standort des Werks waren seit 1935 die ehemaligen HAWA-Werkshallen auf dem Tönnisberg. 1931 musste die Hannoversche Waggonfabrik (HAWA) in Folge der Weltwirtschaftskrise Insolvenz anmelden und wurde am 17. Februar 1932 aufgelöst.

Die VLM war eine Leichtmetallgießerei, ein Halbzeugwerk für die Verarbeitung von Aluminium zu Blechen und weiteren Produkten. 1937 wurde ein weiteres Werk in Laatzen gebaut. Beide Werke wurden von den Nationalsozialisten (es wurden Kriegswichtige Flugzeugteile gefertigt) in die Rüstungsproduktion eingebunden.

1947 wurden die Hallen in Laatzen abgebrochen um Platz für die Hannover Messe zu schaffen. Die 110 m langen Fabrikhallen an der Göttinger Chaussee 12 und am Schlorumsweg sind heute noch erhalten.

vor 1935 Bäckerei Albert Francke

Die Bäckerei befand sich in der Grotestraße 12., wenige Wochen vor der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 wurde das Geschäft von Passanten geplündert.

vor 1937 Heinrich Warneke - Fleischbrühefabrik

Die Firma von Heinrich Warneke befand sich in der Nedderfeldstraße 20 und Leinaustraße 27. Bekanntestes Produkt war die konzentrierte Fleischbrühe „Linda“. Laut Adressbuch von 1928/29 und 1934 war Herr Warneke, bevor er Unternehmer wurde Fabrikarbeiter, vermutlich in der Lebensmittelindustrie. Die Familie wohnte aber schon am späteren Firmenstandort in der Nedderfeldstraße 20, I. und III. Etg.

Im Adressbuch von 1938 wird die Firma nicht mehr erwähnt. 1941/42 und 1953 wird Heinrich Warneke als Rentner in der Nedderfeldstraße geführt.

vor 1938 Baugeschäft A. Jünemann

Die Spezialfirma für Grundwasser- Fundament- Brücken- Balkon- Isolierungen und Dachdeckerarbeiten befand sich in der Deisterstraße 67

vor 1939 Huth Apparate Fabrik Hannover GmbH

Die Huth Apparate Fabrik Hannover GmbH von Albert Huth befand sich in der Göttinger Chaussee 76. Während des Zweiten Weltkriegs musste die Firma von Januar bis Februar 1939 für sieben Wochen, wegen Kohle mangels, den Betrieb einstellen.

vor 1941 Bauunternehmen Karl Conradi

Die Stahlbeton-, Hoch- und Tiefbaufirma befand sich in der Küchengartenstraße 3. Um 1948 Ingenieurbau H. Conradi.

vor 1941 Eisenbeton Hoch- und Tiefbau Carl Käseberg

Die Geschäftsstelle des Bauunternehmens befand sich in der Beethovenstraße 4. Carl Käseberg war Maurermeister.

Vereinigte Leichtmetall-Werke GmbH
Hauptverwaltung Hannover - 30.03.1938

vor 1941 Schrottgroßhandlung Friedrich Hörlücke

Die Geschäftsstelle und der Schrottgroßhandel mit Gleisanschluss, am Bahnhof Küchengarten, befand sich in der Limmerstraße 4 c. Man war auch als Werksbelieferungshändler für Gussbruch und Kupolschrott, Abbrüche, Maschinen, Behälter, Kessel tätig. Die Privatwohnung von Friedrich Hörlücke befand sich in der Quirrestraße 2.

1945 Möbel Hesse

Am 1. September 1945 meldete Robert Hesse ein Gewerbe für den Verkauf von Möbeln und Einrichtungsgegenständen an. Verkauft wurde zweimal wöchentlich, aus einer Garage in der Röttgenstraße, in Linden-Nord. 1948 eröffnete er die Möbel-Passage am Küchengarten. In den 1950er und 1960er Jahren musste die Möbel-Passage, den unterirdischen Förderbändern, zur Beförderung von Kohlen für das Heizkraftwerk Linden (erbaut 1963/64) weichen. Die Familie Hesse baute deshalb, 1953 an der Alten Celler Herrstraße ein neues Möbelhaus, das 1960 zu einem modernen Einrichtungshaus ausgebaut wurde.

Im Jahr 1972 zieht das Unternehmen nach Berenbostel, auf die grüne Wiese. Dort wird am 1. Oktober 1972 der erste Wohnpark Deutschlands, mit einer Verkaufsfläche von 4000 qm eröffnet. Seit den 1970er Jahren bis heute werden die Geschäftsräume in Berenbostel kontinuierlich um- und ausgebaut.

vor 1948 Photo-Augstein, danach Foto-Riek

Das Fotogeschäft von Friedrich Augstein, Vater des SPIEGEL-Verlegers Rudolf Augstein (1923-2002), befand sich vor 1948 in der Deisterstraße 15. Friedrich Augstein war Kamerafabrikant und Fotokaufmann. 1915 zog er mit seiner Familie aus Bingen am Rhein nach Hannover. Die Familie Augstein wohnte in der Podbielskistraße 310.

Augstein erwarb in Hannover eine Fabrik für Fotozubehör, die er während der Weltwirtschaftskrise kurz vor dem Bankrott 1928 verkaufte. Einige Jahre schlug er sich als Fotobedarf-Handelsvertreter durch und eröffnete nach 1934 ein Fotofachgeschäft. Ab ca. 1940 gab es in der Vahrenwalder Straße 39 b. die Friedrich Augstein Photo-Spezial-Handlung. Später, vor 1948 zog die Firma, in die Deisterstraße 15. 1950 wurde nochmals mit dem Fotogeschäft in die Falkenstraße 4, in einen Neubau umgezogen.

Friedrich Augstein war auch als Geschäftsführer der 1921 gegründeten Orion-Werk AG Hannover tätig. Das Orion-Werk war der Nachfolger, der Firma Bülter & Stammer, die wiederum 1903 Nachfolger der Firma Glunz & Bülter war. Die Firma ging 1933 in Konkurs. Friedrich Augsteins Ehefrau, Gertrude Maria Augstein (?-1968) starb im Jahr 1968 in Hannover.

Nachdem Friedrich Augstein sein Geschäft aufgab übernahm die Firma Foto-Riek, Fachgeschäft für Foto, Kino und Projektion die Geschäftsräume in der Falkenstraße 4. Foto-Riek betrieb auch Filialen am Lichtenbergplatz 2, in der Limmerstraße 2 b., und später in der Limmerstraße 51. Insgesamt hatte die Firma bis zu zehn Fotogeschäfte in Hannover und auch in Gehrden.

vor 1948 Rumpelmayer Schokoladen GmbH

Die Schokoladenfabrik Rumpelmayer stand an der Badenstedter Straße 44.

vor 1948 Wilhelm Brackhahn G.m.b.H.

Das Bauunternehmen Brackhahn befand sich in der Fröbelstraße 18.

Foto-Riek Falkenstraße 4 mit Frau Rohwedder
(Verkäuferin) | 1958 - © Erwin Schilling

1948 MARTIN BRAUN - Backmittel und Essenzen KG

Im Jahr 1931 gründet der Konditormeister Martin Braun (1898-1963) in Berlin seine Firma "Feinbackbedarf Martin Braun". Nach neun Jahren beschäftigte er bereits über 100 Mitarbeiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948 entsteht in München die erste Niederlassung.

Der Firmensitz wird von Berlin nach Hannover-Linden auf das Gelände der zerstörten Mechanischen Weberei an der Blumenauer Straße 20-22 verlegt. Im Jahr 1963 stirbt der Firmengründer und 1971 zieht das Unternehmen in einen Neubau nach Hannover-Ricklingen, in die Tillystraße.

vor 1949 Trümpler-Schrauben G. M. B. H.

Die Frima befand sich in der Posthornstraße 26.

vor 1949 Asta Saat - Dormann & Preuß

Der Asta-Saat Handel befand sich in der Deisterstraße 39-41.

WANN WURDEN DIE FIRMEN GEGRÜNDET?

Martin Braun Backmittel und Essenzen
Blumenauer Straße 20-22

1964-1972 Kneipe Amsterdam, dann 1972-2008 Barkarole

Die Barkarole in der Konkordiastraße 8, 1964 bis 1972 unter dem Namen Amsterdam, (zeitweise Lesbenkneipe) war eine traditionsreiche Schwulenkneipe. Der Wirt Karl-Heinz Zech (1931-2008), genannt Carola trat in seinen frühen Jahren als Damenimitator unter den Künstlernamen Caroline Duprés und Gloria Goldin u. a. in Berlin und Paris auf. Die seit den 1960er Jahren nur wenig veränderte Einrichtung der Barkarole zeigte ein lebendiges Museum schwuler Geschichte in Hannover.

Werbeanzeige - Bierbar Amsterdam | Mai 1965

Als am 6. November 2008 Karl-Heinz Zech verstarb wurde die Gaststätte geschlossen und nicht wiedereröffnet. Anfang 2010 wurde mit Umbauarbeiten begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten ist die Kneipe mit der historischen Einrichtung am 19. Juni 2010 unter dem Namen „Barkarole die Schlager-Kneipe“ wiedereröffnet worden.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Anzeigen / Belege / Postkarten / Text
Rainer Hoffschildt / Anzeige - Bierbar Amsterdam aus der Schwulenzeitschrift "Der Weg zu Freundschaft und Toleranz"
Erwin Schilling / Foto - Foto-Riek

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Abgeschoben in den Tod | Die Deportation von 1001 jüdischen HannoveranernInnen am 15. Dezember 1941 nach Riga | Ausstellungskatalog | Julia Berlit-Jackstein, Dr. Karljosef Kreter | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2011
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Augstein | Dieter Schröder | Siedler Verlag | 2004
Die Beethovenstraße 1898-1998 | IGS Hannover-Linden. Konzept, Projektleitung und Redaktion Dr. Hans Asbeck | 1998
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg
| Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover | 1989
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V. Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Kuntze & Burgheim 1928-2003 - Geschichten aus der Waschküche | Dr. Angelika Kroker | Hannover | 2003
Linden, Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann
August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Stadt Hannover | 2008
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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