Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden
http://www.postkarten-archiv.de/lindener-industrie-von-1900-1919.html

© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe von 1900-1919

- Auflistung mit einigen Eckdaten zu den Betrieben -

1900 Baugeschäft - Maurermeister H. Hoffmeister

Die Firma für Hoch- und Tiefbau befand sich in der Eleonorenstraße 10. in Linden-Nord.

1900 Billardfabrik Karl Pölke

Die Tisch-Billardfabrik von Tischlermeister Pölke befand sich in der Behnsenstraße 2. in Linden-Süd.

um 1900 Kolonialwarengeschäft und Sauerkrautfabrik Fahlbusch

Das Kolonialwarengeschäft und die Sauerkrautfabrik von Heinrich Fahlbusch sen. befanden sich in der Viktoriastraße 4. in Linden-Nord. Um 1900 kaufte er das Wohn- und Geschäftshaus mit der Sauerkrautfabrik dem Lindener Bürgervorsteher und ehrenamtlichen Senator Wilhelm Stockmann (1848-1910) ab. Nach Wilhelm Stockmann wurde postum die 1913 angelegte Stockmannstraße in Linden-Nord benannt. Später übernahm der jüngere Sohn, der Kaufmann August Fahlbusch das Unternehmen vom Vater. 1969 wurde der Betrieb in der Viktoriastraße geschlossen und Ende der 1970er-Jahre wurden die Gebäude abgerissen.

1900-1943 Holzbildhauerbetrieb Friedrich Scheck | 1900 Vergolder-Werkstatt Karl Jauslin

Friedrich Scheck (1874-1949) wurde am 1. Juli 1874 als Sohn eines Schuhmachers in Saulgau (Oberschwaben) geboren und war das elfte von vierzehn Kindern. 1892 hatte er seine Lehrzeit beendet und ging auf Wanderschaft. Er war als „Figurist“ überwiegend in der Kirchenausstattung tätig, später arbeitete er auch für zahlreiche Schaustellergeschäfte. 1899 kam er nach Linden und gründete 1900 seine Firma in der Von-Alten-Allee 23., in Linden-Mitte, wohnte aber in der Bennostraße 3. in Linden-Nord. Später holte er seine Frau Karolina Heß, die er 1889 in Saulgau geheiratet hatte nach. 1905 wurde das erste von zwei Kindern geboren. 1943 wurde bei einem Bombenangriff die Werkstatt vernichtet. Friedrich Scheck starb am 7. Dezember 1949 in Hannover.

Der Vergolder Karl Jauslin (1869-?), geboren am 4. Juli 1869 in Lausanne, Schweiz, und sein Sohn Robert (1906-?), geboren am 7. Februar 1906 in Hannover, hatten ihre Werkstatt auf einem Nebengrundstück von Friedrich Scheck in der Von-Alten-Allee, wohnten aber in der Dieterichstraße 6, in der Hannover-Südstadt. Bei einem Bombenangriff 1943 wurde die Werkstatt vernichtet.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Das Mechanische Musikinstrument - GSM Journal der Gesellschaft für Selbstspielende Musikinstrumente e.V.
Roland Wolf | August 2009

1900 Möbelhaus Hermann Sonnemann

Herr Sonnemann gründet 1900 auf dem Grundstück Limmerstraße 81 eine Bau- und Möbeltischlerei. 1910 kam dann noch eine Möbelfabrik mit eigener Kraftanlage, an der Fröbelstraße 18 dazu. Der Erste Weltkrieg machte dem Unternehmen ein Ende. Danach wurde 1922 von Hermann Sonnemann wieder eine Tischlerei mit Möbelgeschäft eröffnet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein weiteres Ladengeschäft auf dem erworbenen Grundstück in der Limmerstraße 78 und danach in den ehemaligen Schauburg-Lichtspielen, in der Limmerstraße 31 Ecke Viktoriastraße und in der Spinnereistraße 9-11, Zweiggeschäfte eröffnet. In den 1980er-Jahren schloss das Unternehmen alle Zweigbetriebe in Hannover-Linden und zog in ein ehemaliges Dachdeckerlager in Hannover-Ahlem um.

1901 Dampfkesselfabrik und Apparate-Bauanstalt Schrage & Struß

Am 1. Oktober 1901 wurde die Dampfkesselfabrik und Apparate-Bauanstalt von Carl Schrage (1857-1937) und August Struß in der Empelder Straße 98 in Badenstedt gegründet. In der Empelder Straße wurden Neubauten für die Produktion und Verwaltung errichtet. August Struß war auch Besitzer der Immobilien.

August Struß war schon in Bornum Teilhaber der 1860 gegründeten und später in die Badenstedter Straße 98-100 nach Linden/Körtingsdorf verlegte Kesselschmiede von Friedrich Schrage. Friedrich Schrage war Carl Schrages Vater.

Siehe auch: 1860 Kesselschmiede Friedrich Schrage in Hannover-Bornum

1901 Kartoffel- und Kohlenhandlungen Friedrich Heise

Die Kartoffel- und Kohlenhandlung von Friedrich Heise befand sich in der Ungerstraße 12-14.

1901 Baustoffgroshandel Georg Böcker

Die Verwaltung befand sich in der Herschelstraße 6, aber das Lager war in der Fössestraße 3 c.

1901 Otto Messerschmidt OHG
         Beutel und Tütengroßhandel

Die Großhandlung für Beutel und Tüten aller Art befand sich in der Spinnereistraße 11.

vor 1903 Dr. med. Paul Liepmann

Der praktische Arzt und Geburtshelfer Dr. med. Paul Liepmann (1876-1939) wurde am 15. Februar 1876 in Königsberg in Preußen (seit 1946 Kaliningrad/Russland) geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Julius Liepmann und Marie Liepmann, geb. Kowalski. Dr. med. Paul Liepmann war wahrscheinlich väterlicherseits Halbjude und hatte schon vor 1903 seine Praxis in der Limmerstraße 39, I. Etg., in Linden-Nord. Er wohnte dort auch schon seit dem 23. März 1900. Eigentümer der Immobilie war vor 1920 der Fleischermeister Conrad Karl.

Siehe auch: vor 1920 Schlachterei und Fleischereigeschäft Conrad Karl

Dr. med. Paul Liepmann starb am 6. März 1939 im Alter von 63 Jahren und wurde am 10. März 1939 auf dem Ricklinger Friedhof beerdigt. Er bekam für 25 Jahre ein Ehrengrab. Seine Witwe Herma Liepmann, geb. Wehrmann zog nach dem Tod ihres Mannes in die Rampenstraße 2 um. 1961 wurde der Fösseweg in Hannover-Limmer, in Liepmannstraße umbenannt.

1903 Altmetall - Eisen und Lumpenhandel Otto Kaselitz

Der Schrott und Lumpenhandel Otto Kaselitz befand sich in der Behnsenstraße 25-27. Auch der Bruder Hermann Kaselitz, war am Geschäft beteiligt. Es gab auch Außenstellen wie zum Beispiel am Allerweg (eine Lumpensortieranstalt) und an der Charlottenstraße (Schrotthandel).

1903-2015 Fleischerei Gothe

Der Fleischermeister Hermann Gothe eröffnete 1903 an der Limmerstraße 28. in Linden-Nord seine Fleischerei. Bereits vorher befand sich in den Geschäftsräumen eine Fleischerei. Im laufe der Jahre wurde das Geschäft mehrfach Umgebaut und erweitert. Der Verkaufsraum wurde 1971 nochmals vergrößert und der Eingang von der Ecke Albertstraße an die Vorderseite (Limmerstraße) des Gebäudes verlegt. Fleischermeister Hermann Gothe wurde auf dem Lindener Bergfriedhof beerdigt, die Grabstelle der Familie ist noch vorhanden. Am 31. Dezember 2015 schloss die Fleischrei Gothe GmbH nach 112 Jahren.

1903 Hannoversche Erdölraffinerie GmbH

Die Hannoversche Erdölraffinerie GmbH stellte Petroleum, Gas- Putz- Schmieröle und Erdölbitumen her. Seit dem Jahr 1905 war das Unternehmen auch im Internationalen Bohrgeschäft tätig.

vor 1904 Elektronische Werkstätten Johann Geisel & Köchy

Schon 1897 war Johann Geisel als Elektriker, wohnhaft in der Dieckbornstraße 9, tätig. Später gründete er, zusammen mit einem Herrn Köchy, die Elektronischen Werkstätten Geisel & Köchy. Die Firma befand sich in der Garten Allee 1. Um 1906 wurde dann aus Geisel & Köchy das Installations-Geschäft Köchy & Schäfer. Im Adressbuch von 1928/29 wird Johann Geisel als Inhaber der Firma Johann Geisel Elektrotechnische Fabrik, mit Sitz in der Blumenauer Straße 10 geführt. Er war auch Besitzer der Immobilie Blumenauer Straße 10.

vor 1904 Falken-Dorgerie August Guckeisen

Die Falken-Drogerie von August Guckeisen befand sich in der Falkenstraße 28, neben dem Landratsamt Linden. August Guckeisen war auch Besitzer der Immobilie und wohnte auch selbst im Haus. In der Drogerie wurden Farben, Pinsel, Seifen und Parfümerieartikel verkauft.

vor 1904 Gaststätte Fredershausen, später Restaurant zum Mittelpunkt

Die Gaststätte befand sich in der Egestorffstraße 8., in Linden-Mitte. Später umbenannt in "Restaurant zum Mittelpunkt".

Zu dieser Zeit war Christel Fredershausen Besitzerin des Lokals. Das Restaurant diente dem 1904 gegründeten Turnverein Jahn Linden von 1904 als Vereinslokal und 1928/29 betrieb Theodor Fredershausen das Restaurant.

Laut Adressbuch von 1934 war die Gastwirtin Mimmi Budenberg und 1941 bis 1960 nun Karl Bluhm und Elli Bluhm Betreiber der "Gaststätte zum Mittelpunkt". Das Gastwirtepaar hatten einen Boxer namens "Buco", der zum Inventar gehörte.

Egestorffstr. 8. - Restaurant zum Mittelpunkt | 12.05.1916

                       

     Karl und Elli Bluhm vor ihrer Gaststätte.          Karl Bluhm hinter der Theke.       Karl und Elli Bluhm mit Boxer Buco 
                                                                                                                        vor der Gaststätte zum Mittelpunkt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Gertraut Ben Amor
/ Fotos

Ich bedanke mich für die Fotos und Informationen und die Recherche über ihre Großtante und ihren Großonkel Karl und Elli Bluhm bei Frau Gertraut Ben Amor.

1904-1913 Grammophonplatten Fabrik "Favorite G.m.b.H."

Die Schallplattenfabrik "Favorite G.m.b.H." wurde im August 1904 in der Leinaustraße 27., in Linden-Nord vom Toningenieur Otto Multhaupt (1871-1927/28?) und dem Berliner Fabrikanten Fritz Kindermann gegründet. Es gab auch in Wien/Österreich eine Niederlassung. Das Unternehmen stellte in ihren Fabriken Ein- und Doppelseitige-Grammophonplatten her. Die Produktion umfasste die Aufnahmen bis zum Versand der fertigen Platten.

Das Repertoire der "Favorite G.m.b.H." umfaste ca. 30.000 Titel. Schon vor 1907 vertrieb das Unternehmen auch Sprechapparate (Grammophone) mit und ohne Trichter.

Das Unternehmen wurde von den Direktoren Carl Christian Ludwig Wyneken (1874-1955) und Otto Birckhahn (1877-1945) geführt. Otto Birckhahn war außerdem Toningenieur von Beruf. Der jüngere Bruder Otto Birckhahns, Max Brickhahn (1881-?) wurde wenig später als Aufnahmetechniker eingestellt.

Werbeanzeige aus der Leipziger Uhrmacher Zeitung Nr. 16.

Auch der Italiener Giuseppe Gindino (1882-1930) wurde von 1906 bis 1908 und nochmals von 1911 bis 1912 als Toningenieur bei der "Favorite G.m.b.H." beschäftigt. Er starb am 26. Mai 1930 mit nur 48 Jahren in Hendon, Middlesex/England.

Nach dem die GmbH 1912 in die "Favorite Record AG" umgewandelt wurde, und im Dezember 1912 der Kaufmann Carl Christian Ludwig Wyneken das Unternehmen verließ, um in Berlin einen Direktorenposten außerhalb der Sprechmaschinen- und Schallplattenindustrie anzutreten, erwarb im Oktober 1913 der Schwedische Schallplattenfabrikant Carl Elof Lindström (1869-1932) die Aktienmehrheit. Die Aktiengesellschaft wurde dann 1915 komplett in die Carl Lindström AG intrigiert. Der Sitz, der nun "Favorite Record GmbH" wurde Ende 1919 von Hannover-Linden nach Berlin in die Alexandrinenstraße 27. verlegt. Als Geschäftsführer wurden Ludwig Becker und Joesf Polak bestellt. Die Firma wurde sieben Jahre später, 1926 aufgelöst.

vor 1905 Gaststätte Hermann Steinhoff

Die Gaststätte von Hermann Steinhoff befand sich in der Haspelmathstraße. Im diesem Lokal wurde am 6. Oktober 1906 der Schießklub „Treffer“ gegründet. Später wurde aus dem Schießklub Treffer die Freihandschützengesellschaft Linden von 1906 e.V. Als Vereinslokal wählte man ab 1914 die Gaststätte "Zum Holländer" am Lindener Marktplatz 5 (allerdings damals noch unter Falkenstraße 59 Ecke Todtengang, da es den Lindener Marktplatz noch nicht gab). Mehr als 50 Jahre wurden dort sowohl schießsportliche als auch gesellschaftliche Veranstaltungen abgehalten. 1934 wurde der Verein von den Nationalsozialisten aufgelöst. Am 18. Dezember 1954 wurde der Verein wiedergründet.

vor 1905 Markt-Drogerie Ferdinand Werner

Die Drogen-, Chemikalien- und Teehandlung von Ferdinand Werner befand sich Am Lindener Marktplatz 6. Man verkaufte auch Artikel zur Krankenpflege.

vor 1905 Restaurant Victoria

Das Restaurant Victoria befand sich in der Viktoriastraße 37. Inhaber des Restaurants war laut der Adressbücher von 1905 Ernst Wüstefeld, von 1928/29 der Gastwirt Gustav Beckmann (Privatwohnung: im Haus I. Etg.), von 1934 der Gastwirt Erich Duwe (Privatwohnung: Fortunastraße 8) und von 1938 bis 1960 der Gastwirt Max Hölzchen. Das Restaurant diente auch als Wahllokal.

Besitzer der Immobilie war laut Adressbuch von 1928/29 bis 1943 Karl Schmidt. Karl Schmidt betrieb im Erdgeschoss auch seine Rossschlachterei. Im Adressbuch von 1953 bis 1960 ist Karl Schmidts Witwe als Besitzerin der Immobilie aufgeführt. Auch heute noch werden die Räume als Restaurant genutzt.

vor 1905 Cafe und Konditorei W. Eickenroth

Das Geschäft befand sich in der Falkenstraße 22.

vor 1905 Lindener Kraft- und Mastfutter-Fabrik
                Linden-Fischerhof

Die Fabrik befand sich an der Göttinger Straße 29 beim Bahnhof Fischerhof.

vor 1905 Spezial Cigarrengeschäft Oskar Schmidt

Das Zigarrengeschäft befand sich Am Lindener Marktplatz 2.

vor 1905 Sauerkohlfabrik H. Hedderich

Die Sauerkohlfabrik mit Gurkeneinlegerei befand sich in der Deisterstraße 4 und Falkenstraße 25. Man betrieb auch eigene Plantagen.

Conditorei u. Cafe W. Eickenroth (Falkenstrasse 22)
20.10.1905

vor 1905 Bäckerei Friedrich "Fritz" Kattwinkel

Die Bäckerei des Bäckermeisters Friedrich "Fritz" Kattwinkel befand sich in der Limmerstraße 17. - Ecke Fannystraße, in Linden-Nord. Friedrich Kattwinkel hatte zwei Töchter, Erna Kattwinkel, sie war auch Bäckermeisterin und Martha Kattwinkel. Beide Töchter arbeiteten im väterlichen Betrieb. Gebacken wurde im ausgebauten Keller und verkauft im Ladengeschäft darüber. Friedrich Kattwinkel betrieb seine Bäckerei bis 1963/64. Das Gebäude - Limmerstraße 17. wurde um 1973 abgerissen.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Bernd Sperlich | Hannover-Bothfeld

1905 Deutsche Naturasphalt-Gesellschaft m.b.H. Linden bei Hannover

1905 gründete der Geschäftsführer und Generaldirektor der United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company Limited Richard Lattorf (1864-1959) die Deutsche Naturasphalt-Gesellschaft m.b.H. Linden bei Hannover. Man warb mit der Marke "Aetna" für Stampfasphalt-Platten. Die Firma war ein Tochterunternehmen der 1871 gegründeten United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company Limited. Die Verwaltung beider Unternehmen befand sich in der Limmerstraße 6.

Siehe auch: 1871 The United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company Limited

vor 1906 Restaurant von Wilhelm Brodrick, später Restaurant August Glenewinkel

Das Restaurant befand sich am Kötnerholzweg 6, es gab auch ein Klubzimmer für 100 Personen mit Piano. Später übernahm August Glenewinkel das Restaurant. Er war nun auch Eigentümer der Immobilie und wohnte auch im Haus. Laut Adressbuch war 1934 Rorbert Glenewinkel Betreiber der Gastwirtschaft.

Restaurant und Speisewirtschaft von
Wilhelm Brodrick | 13.08.1909

Restaurant von August Glenewinkel | 29.11.1924

vor 1906 Apotheken- und Drogeriewaren Wilhelm Gellermann

Die Apotheken- und Drogeriewarenhandlung von Wilhelm Gellermann befand sich in der Limmerstraße 17., in Linden-Nord. Privat wohnte Wilhelm Gellermann laut Adressbuch von 1927/28 in der Minister-Stüve-Straße 2 und dann um 1941 in Nummer 6. Sein Sohn Kurt Gellermann, er wohnte in der Limmerstraße 17, wurde später zusammen mit Wilhelm Besitzer der Drogerie.

Rolf Gellermann, ein weiterer Sohn Wilhelms, war auch Drogist und betrieb in der Nikolaistraße 38, in Hannover-Mitte seine Drogerie. Er wohnte um 1914 auch in der Minister-Stüve-Straße 6.

vor 1906 Stellmacherei und Wagenbau Fr. Grabe

Die Stellmacherei befand sich in der Limmerstraße 10 und Kochstraße 1. Man fertigte Luxus- Geschäfts- und Lastwagen.

vor 1906 Sauerkohlfabrik H. Hedderich

Die Sauerkohlfabrik mit Gurkeneinlegerei befand sich in der Deisterstraße 4 und Falkenstraße 25. Man betrieb auch eigene Plantagen.

vor 1906 Falkenbad Carl und Kurt Geffers

Das Falkenbad von Carl und Kurt Geffers befand sich in der Falkenstraße – Ecke Lindener Marktplatz. Man verabreichte Russische, Römische und Dampfbäder.

vor 1906 Buchhandlung und Verlag Hermann Ellermann

Die Buchhandlung und der Verlag von Hermann Ellermann befand sich in der Falkenstraße 20 a. Man betrieb auch einen Journal Lesezirkel und eine Leihbibliothek.

vor 1906 A. Schmitz Bierdruck- und Mineralwasser-Apparate-Bauanstalt

Die Firma befand sich in der Deisterstraße 58.

vor 1906 Hannoversche Gummiwaren- und Textilriemen-Fabrik Adolf Prestien u. Knüppel

Die Hannoversche Gummiwaren- und Textilriemen-Fabrik von Adolf Prestien befand sich in der Elenorenstraße 19 in Linden-Mitte. Vorher war dort die Hannoversche Gummiwarenfabrik Ernst Bremeyer & H. Hille GmbH, seit dem 11. November 1896, ansässig. Später, vor 1925, wurde Herr Knüppel Teilhaber des Unternehmens und man nannte sich nun Hannoversche Gummiwaren-Fabrik Prestien & Knüppel.

Um 1933 wurde ein Postfach mit der No. 35 beim Postamt Hannover-Linden für die Geschäftspost eingerichtet. Vor 1935 stellte man auch Wringmaschinen her und um 1939 zog die Firma in die Herrenstraße 11, Postamt Hannover-Mitte, Postfach No. 390, in Hannover-Mitte um. Nun nannte man sich Prestien & Co., Gummiwaren und Wringmaschinen.

Hannoversche Gummiwaren-Fabrik
Prestien & Knüppel | 02.12.1925

Hannoversche Gummiwaren- und Textilriemen-Fabrik
Adolf Prestien, Hannover-Linden | 15.02.1906

Prestien & Co. Hannover | 02.08.1939

vor 1906 Glaserei Fritz Bremer

Die Glaserei von Fritz Bremer befand sich in der Charlottenstraße 50., in Linden-Süd. Laut Adressbuch von 1928/29 und 1934 befand sich die Firma nun in der Charlottenstraße 80., in Linden-Süd. Fritz Bremer war auch Besitzer der Immobilie und verheiratet mit Ella Bremer. Die Firma bot Baubegasung und Bleiverglasungen an, sowie die Produktion von Spiegeln und Rahmen. Im Adressbuch von 1938 bis 1943 wird Ella Bremer, nach Fitz Bremers Tod als Firmeninhaberin genannt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte der Familie Bremer, laut Adressbuch von 1949 bis 1960 das Haus in der Charlottenstraße 80.

vor 1906 Manufaktur- und Weißwaren Fritz Lampe

Das Geschäft befand sich in der Wittekindstraße 32., in Linden-Mitte. Man verkaufte auch Herren-Bedarfsartikel.

vor 1906 Modewarengeschäft Johann Ballhause

Das Geschäft für Hüte, Mützen, Putz- und Modewaren befand sich in der Limmerstraße 49., in Linden-Nord. Privat wohnte Johann Ballhause in der Limmerstraße 16, I. Etg. Man verkaufte auch Pelzwaren.

vor 1906 Erste Lindener Sieb-. Drahtwaren- und Staketfabrik Jacobs & Diedrich

Die Fabrik befand sich in der Deisterstraße 24., in Linden-Mitte.

vor 1906 Mineralwasserfabrik A. Künne

Die Firma befand sich in der Ricklingerstraße 59., in Linden-Süd.

1906 Fleisch- und Wurstwarenfabrik Karl Blumenthal in Limmer

Die Fabrik für Fleisch- Wurst und Suppenkonserven des jüdischen Fleischermeisters Karl Blumenthal befand sich in der Wunstorfer Straße 88. in Hannover-Limmer. Später übernahm sein Sohn. der Fleischermeister Herrmann Blumenthal die Geschäftsführung. Das Wohnhaus der Familie befand sich in der Wunstorfer Straße 48. Auch sein zweiter Sohn Karl Blumenthal jun. war Fleischermeister, wohnte und betrieb in der Wunstorfer Straße 48. ein Fleischereifachgeschäft.

1906 Biergroß- und Einzelhandel Karl Gras in Limmer

Der Bierverlag (Bierhandlung) Karl Gras befand sich in der Friedhofstraße 7 in Limmer.

1906 Tischfabrik Heinrich Daues

Die Tischfabrik von Heinrich Daues befand sich in der Kleinen Hohe Straße 6., in Linden-Mitte.

1906/07 Thalia-Theater (Lichtspieltheater)

Das Thalia-Theater (Lichtspieltheater) wurde 1906/07 eröffnet und befand sich an der Ecke Limmer- und Kochstraße in Linden-Nord. Die genaue Adresse war das Restaurant "Krokodil" in der Limmerstraße 12. Inhaber des Restaurants mit dem Lichtspieltheater (Kino) und Eigentümer des Hauses war laut Adressbuch von 1904, seit 19. März 1904 der Gastwirt Theodor Vollmer. Laut Lindener Zeitung vom 2. Juni 1909 soll am Sonntag, den 30. Mai 1909 ein Großbrand im Lichtspieltheater ausgebrochen sein. Ob es sich bei dem Brand wirklich um das Thalia-Theater handelte, ist nicht gesichert.

Gruss aus Hannover-Linden - Restaurant von TH. Vollmer
(Limmerstraße 12.) | 01.05.1905

Limmerstraße (Ecke Kochstraße - Restaurant "Krokodil"
von Th. Vollmer) | 13.1907

vor 1907 Buch- und Kunst-Druckerei Wilhelm Oppermann und Wilhelm Niehus

Die Buch- und Kunst-Druckerei der beiden Inhaber befand sich in der Garten Allee 20 a.

1907 Praktischer Arzt und Kinderarzt Dr. med. Sigmumd Kohn (1877-1942)

Dr. med. Sigmund Kohn wurde am 14. Juli 1877 in Hohensalza (Provinz Polen) als Sohn eines Rabbiners geboren. Er studierte in Breslau (heute Wrocław in Polen), Berlin und in Freiburg/Baden-Württemberg Medizin, wo er im Januar 1903 das ärztliche Staatsexamen bestand, promovierte und die ärztliche Approbation erhielt. Danach arbeitete er an der Universitäts-Kinderklinik der Berliner Charité. Verheiratete war er mit Johanna Kohn, geb. Cohn. Das Ehepaar hatte zwei Töchter Ursula und Ilse Kohn.

Die Praxis des jüdischen Arztes befand sich seit 1907 in der Limmerstraße 2 d., im Haus der "Lindener Apotheke", am Küchengartenplatz in Linden-Nord. Er übernahm die Praxis von seinem Vorgänger Dr. Voges. Laut Adressbuch von 1888 bis 1943 war der Apotheker Georg Baumeister, Inhaber und Betreiber der Apotheke und seit dem 25. September 1906 auch Eigentümer der Immobilie. Die Familie Baumeister wohnte auch im Haus.  Siehe auch: 1875 Lindener Apotheke

Durch die "Vierte Verordnung zum Reichsbürgergesetz" vom 25. Juli 1938 wurde allen jüdischen Ärzten zum 30. September 1938 die Ausübung ihres Berufes verboten. Trotzdem wurde Sigmund Kohn das praktizieren als Arzt 1938 noch gestattet.

Laut Adressbuch von 1938 und 1939 wohnte die Familie Kohn in der Podbielskistraße 315., II. Etg. Im September 1941 wurden Sigmund Kohn und seine Ehefrau Johanna Kohn in das sogenannte "Judenhaus" Wunstorfer Straße 16 a. in Hannover-Limmer eingewiesen, im Oktober 1941 dann in das Jüdische Krankenhaus Ellernstraße 16., im Hannover-Zooviertel und im Februar 1942 in die ehemalige "Israelitische Erziehungsanstalt" (Gartenbauschule) in Hannover-Ahlem. Dort nahm sich Sigmund Kohn am 14. Februar 1942 mit 64 Jahren das Leben, um einer bevorstehenden Deportation, in ein Konzentrationslager (KZ) zu entgehen. Johanna Kohn wurde am 31. März 1942 in das "Warschauer Ghetto" in Polen verschleppt und gilt seitdem als verschollen. Über das Schicksal der beiden Töchter Ursula Kohn und Ilse Kohn ist leider nichts bekannt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Erinnerung und Gedenken. Jüdische Ärzte in Hannover
| Arbeitskreis Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover, Ärztekammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover | 2008
Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover - www.erinnerungundzukunft.de
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de

1907 Stahlwaren- und Waffenhandlung Friedrich Schasiepen

Die Stahlwaren- und Waffenhandlung Schasiepen befand sich in der Falkenstraße 8, später dann Am Schwarzer Bär 2, im Capitol Hochhaus an der Ihme-Brücke.

1907 Saline Georgenhall Garben & Eichwede OHG

Siehe auch: 1882 Saline Georgenhall

1907 Blumen-Halle Tiemann

Das Blumengeschäft Tiemann in der Limmerstraße 59 wurde 1907 von Karl und Auguste John gegründet.

1907/08-1968 Hannoversche Grude-Ofen-Fabirk, Tänzers Original-Grudeofenfabrik GmbH Hannover

Die Fabrik wurde 1882 in Leipzig/Sachsen vom Schlosser und Konstrukteur Hermann Tänzer gegründet. Das Unternehmen stellte Grudeöfen her. Die Öfen wurden unter dem Namen "Tänzer-Grude-Öfen" vertrieben. Die Produktion wurde 1907/08 von Leipzig nach Linden bei Hannover verlagert. Zuerst zog man in die Fössestraße und später zum Bauweg 38., beides in Linden-Mitte. Die Firma hieß nun "Hannoversche Grude-Ofen-Fabirk Hannover-Linden". Während des Ersten Weltkriegs wurden ab Mitte September 1916 bis Ende Oktober 1918 zehn Kriegsgefangene beschäftigt.

Seit 1918 oder 1923 war der in Dortmund/Nordrhein-Westfalen geborene Ingenieur und Unternehmer Friedrich Kochheim (1891-1955) Geschäftsführer der Fabrik. Er hatte unter anderem die sogenannte "Tänzer-Grude" weiterentwickelt: Nachdem dieser Kohleherd zuvor auch als Wärmetruhe verwendbar war, entwickelte Friedrich Kochheim daraus einen Allesbrenner. Die Firma war nun unter dem Namen "Tänzers Original-Grudeofenfabrik GmbH." in Deutschland bekannt.

Hannoversche Grude-Ofen-Fabirk Hannover-Linden
Maschinenraum | 13.06.1913

Tänzer`s Original-Grudeofenfabrik G.m.b.H. Hannover
19.03.1935

Das Unternehmen stellte 1938 auf der Leipziger Frühjahrsmesse in Leipzig/Sachsen seine "Tänzer-Grudeöfen" aus. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 60 Zwangsarbeiter beschäftigt. Untergebracht wurden die Häftlinge in zwei Steingebäuden, die mit Stacheldraht umgeben waren. Der Betrieb wurde im Krieg durch Luftangriffe auf Hannover weitgehend zerstört und Mitarbeiter kamen zu Tode.

Nach dem Krieg wurde die "Tänzers Original-Grudeofenfabrik GmbH" wieder aufgebaut und man produzierte, da Grudekoks nicht mehr ausreichend vorhanden war, Heißluftherde zum Backen, Braten, Grillen, Kochen und Wärmen. Später wurden auch Waschmaschinen, Wäschepressen und Strickmaschinen (Handstrickapparate) unter dem Markennamen "Strick-Matador" produziert. 1957 feierte man 75-jähriges Firmenjubiläum und gab eine Festschrift unter dem Namen "Von Nofretete bis Tänzer; ein Streifzug durch vier Jahrtausende" heraus. 1968 wurde der Betrieb nach 86 Jahren geschlossen. An Betriebsgebäuden der "Tänzers Original-Grudeofenfabrik GmbH" besteht heute nur noch ein Lagergebäude mit einer Pförtnerloge, das von einem Einzelhandelsunternehmen genutzt wird.

1908 C. Graepel Fabrik gelochter Bleche

Hugo Graepel (1831-1909) fertigte ab 1889 seine ersten Lochbleche in Budapest/Ungarn an. 1908 gründet Claudius Graepel (1854-1925) seine Fabrik für Lochbleche und deren Weiterverarbeitung in Linden-Mitte. Die Fabrik befand sich in der Deisterstraße 79 a. Dort wird das erste Graepel-Sieb (Doppelnasensieb) zum Beispiel für Dreschmaschinen hergestellt. Schon 1915 wird der Betrieb nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt verlegt. Bis zu 400 Mitarbeiter stellen dort Lochbleche, Dreschmaschinen, Kühlergitter und weitere 40, vielfach patentierte Artikel her.

Ab 1923 tritt Friedrich Graepel (1898-1954) in das Unternehmen ein. Nach der Enteignung des Betriebes durch die DDR-Regierung in Halberstadt wird der Firmensitz nach Westdeutschland verlegt und die Produktion in Wilhelmshaven/Niedersachsen wieder aufgenommen. Seit 1948 ist die Graepel AG in Löningen bei Cloppenburg in Niedersachsen, ansässig und hat Standorte in Omaha, Nebraska/USA und in Kazan, Ankara/Türkei.

C. Graepel Fabrik gelochter Bleche - Hannover-Linden
Russische Tracht | 20.06.1914

C. Graepel Fabrik gelochter Bleche - Halberstadt
Spreewälder Tracht

1908 Apollo Lichtspieltheater | Apollo Kino

Apollo-Lichtspiele | Apollo Kino

Aus dem ehemaligen Tanzsaal Sander (vormals der Saal von Hengstmanns Restaurant) werden 1908 die Apollo-Lichtspiele (heute: Apollo Kino) mit 300 Plätzen. Der Tanzsaal Sander in der Leinaustraße/Ecke Limmerstraße 50., in Linden-Nord, ist nicht zu verwechseln mit dem späteren Saalbau Sander, wie das Volksheim des Arbeiterbildungsvereins in den 1920er-Jahren hieß.

Die erst 23-jährige Wilhelmine Kaufmann (1885-1945) eröffnete das Lichtspielhaus und übernahm 1910 mit ihrem älteren Bruder auch das Victoria-Theater in der Deisterstraße 8. (Haus zum Schwarzen Bären) in Linden-Mitte. In der Minister-Stüve-Straße 14. befand sich die Direktion beider Filmtheater. Im März 1928 zeigte man im Victoria-Theater "Pat und Patachon auf dem Pulverfass". Hauptdarsteller des 1927 produzierten Spielfilms waren Carl Schenstrøm (1881-1942) als Pat und Harald Madsen (1890-1949) als Patachon.

Beide Kinos waren 1938 Mitglied in der Reichsfilmkammer (RFK) - Mitgliedsnummer: Viktoria-Theater VII/777 und Apollo-Lichtspiele VII/778. Zu dieser Zeit hatten die Apollo-Lichtspiele 200 Sitzplätze und das Victoria-Theater 173 Sitzplätze.

...zur ausführlichen Beschreibung des Apollo-Lichtspieltheaters

1908 Schirm-Schmidt

Die Schirmfabrik mit Schirmspezialgeschäft wurde im August 1908 von Heinrich Schmidt sen. in der Limmerstraße 2 d. in Linden-Nord gegründet.

Während des Zweiten Weltkriegs, anfang 1945 werden die Geschäftsräume durch Kriegseinwirkung zerstört. Nach dem Tod von Heinrich Schmidt sen. 1948 übernimmt sein Sohn Heinrich Schmidt jun. die Firma. Im Februar 1949 wird im Klaushof, in der Georgstraße 40., in Hannover-Mitte, im kleinen Rahmen ein neues Geschäft eröffnet. Anfang Mai 1950 zog man in die Georgstraße 13. Die Firma war als Fachgeschäft mit eigener Fabrikation und Werkstatt eines der größten Spezialgeschäfte in Niedersachsen.

1908 Bestattungsinstitut Conradi

Am 6. Mai 1908 gründet der Tischlermeister Wilhelm Conradi sen. sein Bestattungsinstitut. Das Bestattungsinstitut befindet sich noch heute in der Albertstraße 9., in Linden-Nord.

Werbeanzeige von Schirm Schmidt | 1913

1908 Kaufhaus Karl A. Janson

Das Kaufhaus von Karl A. Janson wurde 1908 gegründet und befand sich in der Limmerstraße 13. Ecke Mathildenstraße, in Linen-Nord. Das Geschäft hatte sechs Schaufenster. Die Immobile gehörte auch der Familie Janson, man wohnte in der I. Etg. Es wurden Glas- und Porzellanwaren sowie Haus- und Küchengeräte verkauft. 1958 wurde das 50-jährige Firmenjubiläum gefeiert.

1908 Biergroßhandlung und Mineralwasserfabrik Theodor Rosenberg

Die im Mai 1904, in Hannover gegründete Biergroßhandlung zog 1908 in die Wittekindstraße nach Linden. 1944 wurde der Betrieb durch Bombenschäden stillgelegt, bis Theodor Rosenberg jun. im Mai 1948 die Firma wieder aufbaute. 1952 wurde der Biergroßhandlung eine Mineralwasserfabrik angegliedert. Schon im Oktober 1952 waren die Betriebsräume in der Wittekindstraße zu klein, so dass der Betrieb in die Davenstedter Straße umzog.

1908 Mehl, Getreide und Futterartikel Chr. Hünerberg, ab 1911 Georg Bödecker in Limmer

Der Mehl-, Getreide- und Futterartikelhandel von Christian Hünerberg befand sich im 1871 erbauten Gebäude der Wunstorfer Straße 32 in Limmer. Das Gebäude besteht nicht mehr. Erbaut wurde das Haus von Fritz Mehrheimb und blieb bis um 1970 im Familienbesitz. Christian Hünerberg war mit Sophie Hünerberg, geb. Geweke verheiratet. Das Ehepaar, und später die Witwe Hünerberg, wohnten laut Adressbuch von 1928/29 bis 1939 in der Wunstorfer Straße 54, im Erdg.

Sophie Hünerberg betrieb ab 1911 eine Weißwarenhandlung im Haus. Im gleichen Jahr übernahm Georg Bödecker den Mehl-, Getreide- und Futterartikelhandel, er bestand laut Adressbuch von 1928/29 bis ca. 1930.

Im Adressbuch von 1934 ist die Fleischerei von G. Berlich Mieter der Geschäftsräume und von 1938 bis 1953 wird kein Ladengeschäft mehr geführt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Rudolf Lotze | Hannover-Limmer

 

Wunstorfer Straße 32.
(Mehl, Getreide und Futteratikel Georg Bödecker)

um 1909 Tabak- und Cigarren-Fabrik von Georg Söhrmann

Die Tabak- und Zigarrenfabrik von Georg Söhrmann befand sich in der Fannystraße 13, Ecke Pavillonstraße. Es wurde auch Kau- und Schnupftabak verkauft. Laut Adressbuch war 1934 Robert Söhrmann Inhaber der Firma.

1909 Piano-Fabrik Adolf Weber

Die Piano-Fabrik von Adolf Weber befand sich in der Nieschlagstraße 23. Es gab auch eine Werkstatt am Lindener Marktplatz 8.

1909 Bäckerei Wilhelm Kattwinkel

Der Bäckermeister Wilhelm Kattwinkel zog um 1909 mit seiner Bäckerei von der Hainhölzer Straße 48. in der Hannover-Nordstadt, in die Fössestraße 55. - Ecke Nieschlagstraße um. Sein Sohn Wilhelm Kattwinkel jun. wurde auch Bäckermeister.

Nach Wilhelm Kattwinkels Tod um 1945 betrieb nicht sein Sohn die Bäckerei, sondern der Bäckermeister Moritz Philipp. Wilhelm Kattwinkel jun. wohnte allerdings im Haus Fössestraße 55., und war vermutlich Angestellterbäcker bei Moritz Philipp.

Fleischerei W. Fischer

Im gleichen Gebäude der Fössestraße 55. befand sich auch die Fleischerei des Fleischermeisters W. Fischer. Um 1925 dann Fleischerei Paul Nordmann. Paul Nordmann war nun auch Eigentümer der Fössestraße 55.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Bernd Sperlich | Hannover-Bothfeld

 

Gruss aus Hannover-Linden, Schlachterei von W. Fischer
(Fössestraße 55. - Ecke Nieschlagstraße)

1909-1998 Einrichtugshaus Loeser

Das Einrichtungshaus Loeser ist aus der 1909 von Tapeziermeister Heinrich Loeser sen., in der Nieschlagstraße gegründeten Tapezier- und Dekorationswerkstatt Loeser hervorgegangen. Sein Sohn Heinz Loeser (1912-1998) begann nach seiner Ausbildung an der hannoverschen Werkschule die Firma mit Bauhaus und eigenen Entwürfen in ein modernes Möbelhaus umzuwandeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg verkaufte man Polstermöbel. Ab Ende der 1960er Jahre zog die Firma zum Friedrichswall. Es gab Tochterunternehmen in Braunschweig und Berlin, die 1996/97 in selbständige Betriebe umgewandelt wurden. 1998 wurde das Geschäft in Hannover geschlossen.

1909 Lindener Schokoladen und Zuckerwarenfabrik

Die Lindener Schokoladen und Zuckerwarenfabrik von Joseph Schmitz, Fabrikation und Großhandel, befand sich in der Franzstraße 4. Es gab auch noch eine Zweigstelle in der Ricklinger Straße 68. Es wurde auch per Fahrradkurier ausgeliefert.

J. Schmitz - Zuckerwaren-Fabrik
Franzstr. 4. - Ricklingerstr. 68.

Lindener Schokoladen und Zuckerwaren | 01.04.1949

1910 Zahnräderfabrik und Lindener Gummiwarenfabrik August Seegers

Die Zahnräder- und Lindener Gummiwarenfabrik von August Seegers befand sich in der Fössestraße 105. Am 1. April 1910 gründete August Seegers zusammen mit seinem Freund H. Rackebrandt in der Diekbornstraße 39/40 die Bauschlosserei Seegers-Rackebrandt. Am 27. Juni 1910 erwarb August Seegers gegen ein Bürgerrechtsgewinngeld von 10 Mark den Bürgerbrief der damaligen Stadt Linden. Nach kurzer Zeit trennte er sich von seinem Kompagnon H. Rackebrandt und begann mit der Herstellung von Zahnrädern. Er benannte in der Folge den Betrieb um in August Seegers Zahnräderfabrik Hannover-Linden. Die ständig steigende Nachfrage nach Zahnrädern und Getrieben war ein Grund dafür, dass am 1. September 1919 inmitten von Schrebergärten der Firmenneubau an der Fössestraße 105 begann. Andere Gründe waren Nachbarschaftsklagen in der Diekbornstraße wegen des ständig zunehmenden Fabrikationslärms in dieser Wohngegend.

Während des Zweiten Weltkriegs befand sich auf dem Firmengrundstück an der Fössestraße ein Einmannbunker. Der Bunker sollte einen Mitarbeiter, der als Feuerwache auf dem Gelände wachte, vor Luftangriffe schützen.

Gesamtansicht des Zahnradwerkes und der Gummiwarenfabrik | 1930

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Kurt Rößiger / Foto / Text

Bericht meines Vaters Kurt Rößiger, der nach seinem Eintritt als Schmied am 14. März 1916 insgesamt und ununterbrochen 43 Jahre in der Zahnräderfabrik August Seegers arbeitete und mir oft von den Arbeiten, mit denen er es damals zu tun hatte, berichtete. Zum Beispiel auch von der Herstellung, der schmiedeeisernen Grabeinfriedigungen für den Friedhof am Lindener Berg. Ich war von 1951 bis 1954 bei Seegers Lehrling und arbeitete dann bis zum Jahr 1957 als Technischer Zeichner dort. Jahre später hinterließ mir mein Vater eine kleine Broschüre, welche anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums am 1. April 1960 den Betriebsangehörigen zugänglich gemacht wurde.

Ich bedanke mich für die Informationen und die Recherche bei Herrn Kurt Rößiger aus Durach/Bayern.

1910-1920 Ladestelle Küchengarten GmbH

vor 1910 Beier-Schuhe

Die Firma Beier-Schuhe hatte ihren Hauptsitz in der Großen Packhofstraße 36-37., in Hannover-Mitte. Das Geschäft für Damen, Herren und Kinderschuhe betrieb auch eine Filiale in der Deisterstraße 11, in Linden-Mitte.

ca. 1910-1935 HR Hannoverscher Röhrenhandel Karl Nußbaum

Der HR Hannoversche Röhrenhandel von Karl Nußbaum (1879-?) befand sich am Schlorumpfkoppelweg 3, später, vor 1900 in Schlorumpfsweg umbenannt, in Linden/Ricklingen. Das Unternehmen handelte mit Neu- und Gebrauchtröhren aller Art, zum Beispiel mit Bohr-, Gas- und Stahlröhren. Karl Nußbaum, der mit seiner Familie in der Lüerstraße 1 in Hannover-Kirchrode wohnte, war Jude. Er hing sehr an seinem Geschäft, musste es aber 1935 verschleudern und immigrierte danach in die USA.

Wahrscheinlich wurde Karl Nußbaum stark unter Druck gesetzt, mit einer Verleumdungskampagne oder etwas ähnlichem, der recht frühe Zeitpunkt für den Verkauf seiner Firma spräche dafür. Der Unternehmer Otto Ellersiek hat wahrscheinlich 1935 den HR Hannoverschen Röhrenhandel von Karl Nußbaum "erworben". Otto Ellersiek hat den Namen der Firma nicht wirklich verändert (HR Hannoverscher Röhrenhandel Otto Ellersiek), wahrscheinlich hat Otto Ellersiek das Warenlager, die Lieferanten und Kunden auch gleich mit übernommen. Alles sollte sicherlich so diskret und reibungslos wie möglich verlaufen.

Hannoverscher Röhrenhandel Karl Nußbaum | 08.11.1922

Hannoverscher Röhrenhandel Otto Ellersiek | 07.06.1944

Nach dem Krieg bekam Karl Nußbaum eine Wiedergutmachung, das Wiedergutmachungsverfahren (Rückerstattungsverfahren) dauerte drei Jahre. Auch ein August Weinberg (1878-?) aus der Hohenzollernstraße 44, in der Hannover-Oststadt, offensichtlich ein Geschäftspartner Karl Nußbaums wird in den Wiedergutmachungsakten erwähnt.

Heute befindet sich am Ort die Werkstatt Linden, eine Einrichtung der WERKSTÄTTEN STADTKIRCHENVERBAND HANNOVER gemeinnützige GmbH. Die Werkstatt Linden ist bereits seit über 20 Jahren in der Jugendberufshilfe aktiv.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Akte: Hann. 210 Acc. 2004/011 Nr. 64 / Hauptstaatsarchiv Hannover:
Hannoverscher Röhrenhandel Karl Nußbaum (jetziger Inhaber Otto Ellersiek) in Hannover Linden 1935 bis 1943
Akte: NdS. 211 Hannover Nr. 7 / Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover:
Hannover Rückerstattungsverfahren Karl Nußbaum und August Weinberg: Hannoverscher Röhrenhandel Otto Ellersiek, Hannover 1949 bis 1951

Ich bedanke mich für die Informatioen und die Recherche bei Frau Lina-Mareike Dedert vom Historischen Institut der Universität Potsdam | Lehrstuhl für deutsch-jüdische Geschichte.

1910 Sallier & Schaper Kunststeine und Stuck

Die Firma für Kunststeine und Stuck befand sich in der Pfarrstraße 16, in Linden-Nord.

ca. 1910 Norddeutsche Isolierwerke
               Kreuser & H. U. Klostermann

Das Isolierwerk befand sich am Bauweg 14 und hatte später einen Gleisanschluß zum Lindener Hafen.

1911 Buchbinderei Ernst Burgdorf

Die am 1. Dezember 1911 gegründete Buchbinderei befand sich in der Wittekindstraße 26 a.

vor 1911 C. Krack jr. Feuerungsanlagenbau

1911 wurden die Feuerungsanlagen erweitert, neue Dampfkessel bestellt und eingemauert.

1910 Oskar Rehren, Stahl- und Leichtmetallbau

Das Unternehmen wurde als Schmiede- und Schlosserei an der Göttinger Chaussee 12-14, 1910 gegründet. Heute wird die Firma erfolgreich von Tobias Höfer geführt.

1911 Kolonialwarenhandlung Carl Lücke

Die Kolonialwarenhandlung des Kaufmanns Carl Lücke feand sich in der Göttinger Straße 50., in Linden-Süd. Carl Lücke war auch Besitzer der Immobilie.

1911/12 Gasanstalt Linden, Zweigwerk der Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA)

Die Gasanstalt Linden, ein Zweigwerk der Gasanstalt an der Glocksee, der englischen Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA) befand sich in der Nähe, der neuen Werksanlagen der Firma Gebr. Körting am Bauweg 1 (Lindener Hafen) und ging zum Jahreswechsel 1911/12 in Betrieb. Die Gasanstalt Linden versorgte Hannover, Linden und das weitere Umland mit Gas.

Die Anlage wurde von Mai 1911 bis August 1912 nach Plänen des Direktors Anderson für eine Leistung von 40000 m³ pro Tag errichtet. Die Entwürfe für die Gasanstalt mit ihrem Gashochbehälter wurden von dem hannoverschen Architekten Wilhelm Mackensen (1869-1955) überarbeitet und durch eine aufwendige Fassadengestaltung ergänzt. Wilhelm Mackensen war Fürstlich Lippischer Hofbaurat, Mitglied der Bauhütte zum weißen Blatt und Mitbegründer des Bundes Deutscher Architekten (BDA).

Die Anlage bestand aus einem Gasmesserhaus mit zwei Gasdruckreglern, einem Verwaltungsgebäude mit Büroräumen und einer Gasmeisterwohnung, einem Reinigerhaus und dem Kesselhaus mit zwei Zweiflammrohrkesseln von je 80 m³ Heizfläche, deren Abgase durch einen 50 m hohen Schornstein abgeführt wurden. Der linke Gebäudeflügel des Kesselhauses enthielt die Personalräume und ein modernes Labor. Im rechten Flügel befanden sich Pumpen, die Verteileranlage für den Strom und die Hochbehälter für Wasser, Gaswasser und Teer. Die Dampfkessel wurden von der Maschinenfabrik - Kessel- und Apparatebaufirma Albert Knoevenagel aus Hannover-Hainholz geliefert. Vorher war das Unternehmen in Linden ansässig.

Siehe auch: 1856-1991 Maschinenfabrik - Kessel- und Apparatebau Albert Knoevenagel

Das Apparatehaus enthielt einen Ammoniakwäscher und einen drei Meter tiefen Rohrkeller, in dem alle Verbindungsrohre für Gas und Teer, sowie die Heizung lagen. Das 23 m hohe Ofenhaus wurde als Eisenfachwerkgebäude errichtet. Es enthielt zwei Ofenblocks mit je fünf Öfen mit je 18 senkrechten Retorten von fünf Metern länge. Auch die Heizgase der Öfen wurden durch einen 50 m hohen Schornstein abgeführt. Der Gasbehälter (Gasometer) fasste 30000 m³ Gas, hatte einen Durchmesser von 38 m und eine Höhe von 41 m. Das benötigte Koks wurde im aus Eisenbeton errichteten Kokssilo durch Schüttelsiebe in vier Stückgrößen sortiert und gelagert. Die gesamte Anlage war durch Bahngleis an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

Die Stadt Hannover erhielt 1912 von der Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA) 10 Mio. Reichsmark (RM) zugesprochen. Das Geld wurde wahrscheinlich als Dank für die Auftragserteilung und den Zuschlag, für die Gaslieferungen, bezahlt.

Um 1940 befand sich der Firmensitz des Gaswerks Linden in der Falkenstraße 23 in Linden-Mitte. Am Bauweg wird 1959 der vorhandene Teleskopgasbehälter durch einen Zwei-Kugel-Gasbehälter ersetzt, der fünf Jahrzehnte lang in Betrieb bleibt. Später wird er nur noch als Lagerkapazität genutzt und nicht mehr für die Produktion verwand. 2010 wird er abgerissen.

 

Gasanstalt an der Glocksee

Die Gasanstalt an der Glocksee, 1825 auf einem von Johann Georg Heinrich Egestorff (1802-1868) erworbenen Gelände, in nur drei Monaten errichtet, war das erste Gaswerk seiner Art auf dem europäischen Kontinent. Erst ein Jahr später, 1826 bekam auch Berlin eine moderne Gasanstalt. Die Imperial Continental Gas Association war in London/England ansässig.

Siehe auch: 1825 Gasanstalt an der Glocksee
Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA)

 

vor 1912 Kaufhaus Blumenthal & Homann

Das jüdische Warenhaus Blumenthal & Homann befand sich in der Limmerstraße 46-48., Ecke Leinaustraße in Linden-Nord. Blumenthal & Homann war Lindens größtes Kaufhaus.

Gaswerk Linden - Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft
18.01.1943

Werbeanzeige von Blumenthal & Homann | 1913

vor 1912 Gaststätte und Restaurant "Zum alten Fritz"

Die Gaststätte mit Restaurant "Zum alten Fritz" befand sich in der Göttinger Straße 58., in Linden-Süd. Betreiber war Georg Müller und später dann Familie Hachmeister. Besitzer der 1897 erbauten Gebäude Göttinger Straße 57., 57 a., 58. und 58 a. war die Familie Zieseniß aus der Steintorstraße 6., in Hannover-Mitte. Im Haus Nr. 58. gab es seit 1897 durchgehend einen Gastronomiebetrieb mit wechselnden Betreibern. Das gut erhaltene Wohn- und Geschäftshaus Göttinger Straße 58. steht heute unter Denkmalschutz. Das Hinterhaus 57 a. besteht seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr.

vor 1912 Drogenhandlung Otto Braunroth, später Drogerie Wilhelm Kaiser

Die Drogenhandlung (Drogerie) von Otto Braunroth befand sich auch in der Göttinger Straße 58., in Linden-Süd. Verheiratete war Otto Braunroth mit Anna Braunroth, geb. Preller. Das Ehepaar wohnte auch im Haus, I Etg. Später übernahm Wilhelm Kaiser die Drogerie und danach sein Sohn Wilhelm "Willi" Kaiser jun.

1912 Orpil-Seifenwerke

Der spätere hannoversche Oberbürgermeister Franz Wilhelm Henkel (1882-1959) gründet am 1. Oktober 1912 mit einem Teilhaber, der allerdings nach kurzer Zeit das Unternehmen wieder verließ, die Orpil-Seifenwerke in der Davenstedter Straße 83., in Linden-Mitte. In den ersten Jahren produzierte man Waschmittel, Kernseife und Pflegemittel für Fußböden. 1933 trat die Firma als Orpil-Seifen-Werk Dr. Wirth & Co, Hannover-Linden auf.

Heinrich Kunze (1905-?), wohnhaft im Krimhildenweg 14., in Hannover-Badenstedt war ab Juni 1945 im Orpil-Seifen-Werk als Arbeiter beschäftigt.

Werbeanzeige - Orpil-Seifen-Werk | 1941

Ab 1950 trat Franz Wilhelm Henkels Sohn, der Diplom-Chemiker Willfried Henkel (?-1985), als Prokurist in das Unternehmen ein, das er nach dem Tod des Vaters 1959 dann allein weiterführte. Unter seiner Leitung wurden - neben der Herstellung sowie dem Vertrieb von Wasch- und Reinigungsmitteln, Handwaschpasten und Pflegemitteln für Fußböden auch neuentwickelte Insektizide in Aerosoldosen für den Hausgebrauch hergestellt. Man Exportierte auch nach Spanien, Belgien, Luxemburg und Norwegen.

Nach dem Tod von Willfried Henkel übernahmen dessen Erben 1985 die Geschäftsführung und wandelten die Firma 1986 in eine GmbH & Co. KG um. Am 1. Juli 1988 traten drei neue Teilhaber in das Orpil Seifenwerk Dr. Wirth & Co. KG ein, unter denen die Herstellung von Textilhilfsmitteln in das Produktangebot aufgenommen wurde. Die Firma Orpil Seifenwerk Dr. Wirth & Co. KG hat noch heute ihren Firmensitz und die Produktion in der Davenstedter Straße 83.

Franz Wilhelm Henkel (1882-1959), Unternehmer, Politiker und Wirtschaftsführer

Franz Wilhelm Henkel wurde am 19. März 1882 in Oschersleben (Bode)/Sachsen-Anhalt geboren. Er war Gründungsmitglied der 1918 entstandenen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) und bis zu deren Auflösung 1933, im Vorstand vertreten. In der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) wurde er mehrfach verhaftet und misshandelt. Franz Wilhelm Henkel war auch an der Bildung der Industrie- und Handelskammer Hannover (heute: IHK-Hannover) beteiligt und von 1945 bis 1953 deren Präsident. Ausserdem war er seit April 1945 im Hauptausschuss für den Wiederaufbau Hannovers tätig. Von Januar bis Oktober 1946 war er Oberbürgermeister und bis Mai 1947 stellvertretender Oberbürgermeister Hannovers, ehe er in den Niedersächsischen Landtag (NL) wechselte und dort bis zu seinem Ausscheiden 1951 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Demokratischen Partei (FDP) war. Franz Wilhelm Henkel starb am 14. Juni 1959.

1912/13 Krohne & Cammnitzer - Spezial-Haus für Damen und Kinder-Konfektion

Das Spezial-Haus für Damen und Kinder-Konfektion des jüdischen Kaufmanns Max Cammnitzer (1884-1940?) und seines Geschäftspartners Alfred Krohne befand sich seit 1912/13 in der Deisterstraße 1 (heute Schwarzer Bär 1), direkt an der Ihme-Brücke. In den Geschäftsräumen war bis Ende 1911 das Spezialhaus für Herren und Knabenbekleidung Diekmann & Co. ansässig, dass Anfang 1912 in den Neubau der Deisterstraße 6 zog.

Nach 1926 kehrte das Spezialhaus für Herren und Knabenbekleidung Diekmann & Co., die ein weiteres Geschäft in der Georgstraße 7 und 1928/29 in der Heiligerstraße 3 in Hannover-Mitte betrieben, in die Deisterstraße 1 zurück, daraufhin verlegten Alfred Krohne und Max Cammnitzer ihre Firma in das Nachbarhaus Deisterstraße 3.

Siehe auch: vor 1897 Spezialhaus für Herren und Knabenbekleidung Diekmann & Co.

Am Schwarzen Bären | 15.05.1912
(rechts Diekmann & Co. Deisterstraße 6)

Ihmebrücke m. Hochhaus | 19.05.1939
(links Diekmann & Co. Deisterstraße 1)

Max Cammnitzer kam Anfang 1910 von Frankfurt am Main/Hessen nach Linden. Er stammte aus der pommerschen Stadt Labes/Lobez im heutgen Polen. Auch seine Ehefrau Else Cammnitzer, geb. Hiller (1894-1941?), wurde in Pommern geboren. Sie stammte aus der Kleinstadt Deutsch Krone, heute Walcz in Polen. Privat wohnte das Ehepaar laut Adressbüchern in der Böhmerstraße 51, dann in der Geibelstraße 27 (Hannover-Südstadt) und danach in der Bödekerstraße 43 (Hannover-Oststadt). Am 30. Juni 1922 wurde ihre Tochter Inge Cammnitzer (1922-2015), sie hieß nach ihrer Heirat Inge Hoffmann, in Hannover geboren. Am 1. Mai 1925 wurde die zweite Tochter Ellen Cammnitzer (1925-1982), sie hieß nach ihrer Heirat Ellen C. Adams, ebenfalls in Hannover geboren.

Werbeanzeige von Krohne & Cammnitzer Spezial-Haus für Damen und Kinder-Konfektion | 1913

Max Cammnitzer und Alfred Krohne trennten sich 1928 geschäftlich. Danach übernahm Max Cammnitzer die Firma alleine und führte sie vorübergehend unter der alten Bezeichnung "Krohne & Cammnitzer, Spezial-Haus für Damen und Kinder-Konfektion" mit acht Angestellten weiter, ab 1930 dann unter "Max Cammnitzer, Damen- und Herrenbekleidung". Alfred Krohne wurde Inhaber der Firma "Spezial-Blusenhaus Christine Schinnerling" in der Breiten Straße 1 am Aegidientorplatz, in Hannover-Mitte.

Um 1930 zog die Familie Cammnitzer nach Linden in die Deisterstraße 4 (heute Schwarzer Bär 4) um. 1933 verlegte Max Cammnitzer sein Damen- und Herrenbekleidungsgeschäft in die Kramerstraße, in Hannover-Mitte, da sein Vermieter den Mietvertrag nicht verlängern wollte. Mitte der 1930er-Jahre zog er sich schrittweise aus dem öffentlichen Geschäftsleben zurück und 1935 gab er sein Ladengeschäft auf. Mit seiner Familie zog er 1936 in eine vier Zimmerwohnung (Fössestraße 6, ebendfalls in Linden). Er arbeitete nun als selbstständiger Handelsvertreter, bis er am 31. Dezember 1938 seine Firma endgültig aufgab.

Anfang 1939 bemühte sich die Familie um eine Auswanderung nach Uruguay in Südamerika oder in die USA. Zunächst gelang es ihnen, ihre beiden Töchter mit zwei Kindertransporten des Hilfsvereins der Deutschen Juden nach England reisen zu lassen. Inge Cammnitzer reiste am 30. Januar 1939 und Ellen Cammnitzer 14. März 1939 nach England. Die Schwestern wanderten 1946 (Inge) und 1948 (Ellen) weiter nach Kanada aus.

Nachdem sich die Pläne für eine Auswanderung der Eltern zerschlagen hatten, konnten sie im Juli 1939 illegal nach Antwerpen in Belgien ausreisen. Als im Juni 1940 deutsche Truppen in Belgien einmarschierten, wurden die jüdischen Bewohner Zug um Zug deportiert. Max Cammnitzer wurde im September 1940 in das französische Internierungslager Saint-Cyprien im Département Pyrénées-Orientales in der Region Languedoc-Roussillon verschleppt. Von dort ist er nicht zurückgekehrt. Seine Frau Else Cammnitzer wurde 1941 von Brüssel, in Belgien, in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz-Birkenau im damals deutsch besetzten Polen deportiert. Ihre letzte Adresse lautete: Brüssel-Ixelles, Rue Souverain 2. Else Cammnitzer wurde am 30. Mai 1961 in Hannover offiziell für tot erklärt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Fremde Heimat. Rettende Kindertransporte aus Hannover 1938/39 | Julia Berlit-Jackstein, Florian Grumblies, Dr. Karljosef Kreter, Edel Sheridan-Quantz | Hahnsche Buchhandlung | 2015
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de

1914 Nieschlag-Lichtspiele | Luna-Lichtspiele

Die Nieschlag-Lichtspiele befanden sich seit 1914 in der Nieschlagstraße 16/17., in Linden-Mitte, ab 1918 umbenannt in Luna-Lichtspiele. Das Kino hatte 386 Sitzplätze und Inhaber war Hermann Kerkhof. 1920/21 wurden die Sitzplätze auf 300 reduziert. Ab 1925 war Wilhelmine Kaufmann (1885-1945) Inhaberin der Luna-Lichtspiele. Sie betrieb auch die beiden Lichtspieltheater - Apollo-Theater (seit 1908) an der Leinaustraße/Ecke Limmerstraße 50. in Linden-Nord und das Victoria-Theater (seit 1910) in der Deisterstraße 8. in Linden-Mitte. Zwei Jahre später wurde der Betrieb verkauft und in Modernes Theater umbenannt. Nun war Heinrich Schräder Geschäftsführer und Inhaber des Kinos, sowie Eigentümer der Immobilie. Er wohnte in der Fössestraße 44., in Linden-Nord. Zweiter Geschäftsführer war sein Brüder Fritz Schräder.

Nach einem weiteren Umbau 1929 hatte das Kino nun 450 Sitzplätze und wurde durch Otto Blume aus der Hohenzollernstraße 55., in der Hannover-Oststadt betrieben. Geschäftsführer wurde Heinz Schräder. Seit 1931 gehörte das Kinounternehmen dann den Kinounternehmern W. Beiße und Erich Scharnofske. Die Firma hatte ihren Sitz in der Deisterstraße 2., in Linden-Mitte und ab 1932 in der Limmerstraße 31., in Linden-Nord. Beide betrieben noch weitere Kinos in Hannover und Niedersachsen.

Um 1940 hatte das Kino dann nur noch 426 Sitzplätze und wurde durch Helene Rummel aus der Calenberger-Neustadt in Hannover betrieben. 1943 wurde das Gebäude bei einem amerikanischen Luftangriff zerstört. Helmut Schräder ließ durch den Architekten Hans Klüppelberg (1904-1962) das Gebäude mit dem Kino wiederaufbauen und am 25. September 1953 wurde es als Modernes Theater mit 400 Sitzplätzen wiedereröffnet. Um 1955/56 wurde es dann schon wieder geschlossen. Helmut Schräder war in den 1950er-Jahren auch Geschäftsführer der Schloß-Lichtspiele, Stöckener-Lichtspiele und des Theater am Damm in der Hannover-Nordstadt.

1914 Werkstatt für Polsterwaren und Innendekoration von Karl Godehard

Die Werkstatt für Polsterwaren (Polsterei) befand sich in der Deisterstraße 30. Die Privatwohnung von Karl Godehard war in der Deisterstraße 27, III. Etg., beides in Linden-Süd.

1914 Gurkeneinlegerei und Sauerkrautfabrik Heinrich Meissner

Die 1914 von Heinrich Meissner gegründete Gurkeneinlegerei und Sauerkrautfabrik befand sich in der Viktoriastraße 14, 14 a. und im angemieteten Hinterhaus 26., in Linden-Nord. Besitzer des Hauses Viktoriastraße 26 und 26 a. war der Kohlenhändler Wilhelm Oppermann. Die Immobilien Viktoriastraße 14. und 14 a. gehörten Heinrich Meißner, der mit Auguste Meißner verheiratet war und vor seiner Selbstständigkeit in der 1911 gegründeten Sauerkrautfabrik von Heinrich Tuschke arbeitete.

Gurkeneinlegerei und Sauerkrautfabrik Heinrich Meissner (Foto © Klaus-Dieter Meissner)

Im Adressbuch von 1934 bis 1939 wird die Gurkeneinlegerei und Sauerkrautfabrik in einem Neubau an der Fössestraße 105 b. erwähnt. In den Häusern der Viktoriastraße wurde auch weiterhin produziert. Inhaberin des Unternehmens und der Immobilien war nun Auguste Meißner. 1953 ist die Firma eine Offene Handelsgesellschaft (OHG) und das Gebäude in der Viktoriastraße 26 a. noch zerstört. Um 1975 wurden die Gebäude in der Viktoriastraße 14 und 14 a. abgerissen. Heute steht dort ein Neubau.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Klaus-Dieter Meissner / Foto

Ich bedanke mich für die Informationen und die Recherche bei Herrn Klaus-Dieter Meissner.

1915 Norddeutsche Geschosswerke

Der jüdische Kaufmann Leopold Fischer (1853-1927), er war unter anderem Lindener Senator und langjähriger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Hannovers, gründete 1915 ein Füllwerk für Munition, die "Norddeutschen Geschosswerke".

Leopold Fischer war seit 1889 Bürgervorsteher des 3. Bezirks und wurde im Dezember 1896 vom Bürgervorsteherkollegieum und dem Magistrat der Stadt Hannover als erster jüdischer Deputierter in die "Calenberg-Grubenhagensche Ritterschaft" gewählt. Seine Wahl zum ehrenamtlichen Senator folgte 1897. Danach war er von 1902 bis 1914 dotierter Senator. Privat wohnte er mit seiner Familie in der Niemeyerstraße 12. in Linden-Mitte. Als Leopold Fischer 1927 starb, wurde er auf dem Jüdischen Friedhof an der Strangriede in der Hannover-Nordstadt in einem Ehrengrab, beerdigt.

vor 1915 Hannoversche Apparatebau-Anstalt Friedrich Tott

Die Hannoversche Apparatebau-Anstalt befand sich in der Die(c)kbornstraße 11. In der Deisterstraße 24 stand das Wohnhaus mit dem Warenlager von Schloßermeister Friedrich Tott. Es wurden Wasserreiniger Systeme, Kippschalen für Wassermesser, Filter, Rohrleitungen und Behälter jeder Art, der Firma Krüger hergestellt. Auch Reparaturen an Kesselschmiedearbeiten und Wasserreinigern wurden vorgenommen. Die Fabrik in der Diekbornstraße besaß Autogene Schweiß- und Schneideanlagen.

Hannoversche Apparatebau-Anstalt - Friedrich Tott
mit seinem Lehrling - Fabrik Dieckbornstraße 11.

 

Werbeanzeige | Wasserreiniger System Krüger
Hannov. Apparatebau Fr. Tott Deisterstr. 24
Fabrik Linden Dieckbornstrße 11.

1917 Der Lindener Hafen wird im Frühjahr in Betrieb genommen

In den Jahren von 1913 bis 1916 wurden die Arbeiten zum Bau des Ems-Weser-Kanals im Raum Hannover durchgeführt. Dies beinhaltete auch den Bau der Lindener (Limmer) Hafenschleuse und des elf Kilometer langen Stichkanals nach Linden, der den Lindener Hafen mit dem Mittellandkanal verbindet. Die Schleuse hebt das Niveau um 7,80 m auf die Höhe des Hafenbeckens von 58,1 m über NN. Nachdem 1913 die Stadt Linden den Bau des Hafens beschlossen hatte, wurde am 18. April 1917 das erste Motorgüterschiff, die "Poseidon", im Lindener Hafen entladen, gleichzeitig wurde der Eisenbahnbetrieb durch die Lindener Hafenbahn GmbH aufgenommen. Vom Lindener Hafen transportierte die Hafenbahn dann das Gut zu den Fabriken am Küchengarten. Der Wagenladungs- und Stückgutverkehr wurde Ende der 1930er Jahre auf dem Küchengarten eingestellt.

Leine-Weser-Kanal. Partie bei Linden-Limmer | 01.08.1922

Hafenschleuse | 05.02.1931

Am 14. März 1945 sank infolge eines Bombenangriffs im Lindener Hafen die MS Main 68, die 25 t Archivgut aus dem Staatsarchiv Düsseldorf zur Sicherung ins Salzbergwerk Grasleben bei Helmstedt transportieren sollte. Erst ein halbes Jahr später konnte das Archivgut als, verschlammte Masse aus dem Rumpf des Schiffes geborgen werden.

Ab 1962 übernahm der Hafen- und Bahnbetrieb Linden die Umschlagaktivitäten und Beförderungsleistungen zum neu gebauten Kohlekraftwerk Linden, an der Ihme, die erst 1990 eingestellt wurden. Immer wieder wurden der Hafen und die Hafenbahn ausgebaut und modernisiert. Seit 1991 ist der Hafen mit einer Umschlagsanlage für den kombinierten Ladungsverkehr von Straße und Schiene ausgestattet und unterhält regelmäßige Verbindungen mit Verona und Wien.

1918 Rohproduktenhandel Bernhard Gödeke

Der Handel für Rohprodukte aller Art mit Lumpensortieranstalt befand sich in der Fannystraße 14.

1918 Rohproduktenhandel Arthur Weber

Der Rohproduktenhandel (Lumpensortieranstalt) war am Kötnerholzweg 35.

1918 Buchhandlung Gebr. Hartmann/Geha

Am 1. April 1918 gründet Heinrich (Heinz) Hartmann (1892-1971) mit seinem Bruder Conrad Hartmann (1896-1977) und dem Buchhändler Hans Klinge "Am Schwarzen Bären 7" eine Buchhandlung mit Büromaterialversand, der sehr schnell zu einem der größten seiner Art wurde. Mit Beginn der 1920er Jahre verließen die Brüder die Firma und richteten eine Fabrik für Bürobedarf an der Hohenzollernstraße 53 ein. Aus den Anfangsbuchstaben des Firmennamens der Gebrüder Hartmann entstand das Firmen-Logo Geha, der ausgeschriebene Name Gebr. Hartmann blieb der Buchhandlung, aus dem Versandgeschäft für Bürobedarf entstand das Weltunternehmen Geha.

1921 war Baubeginn für die ersten Fabrikgebäude an der Sutel-/Podbielskistraße, auf dem Gelände des ehemaligen Klein Buchholzer-Kurgartens. Ab 1923 wurden die Geha-Artikel nur noch an den Fachhandel im In- und Ausland verkauft. 1925 beschäftigte die Firma mehr als 200 Mitarbeiter und 1940 schon fast 600.

Seit ihrer Gründung haben sich die Geha-Werke zu einer der bedeutendsten europäischen Erzeugungsstätten neuzeitlichen Büro- und Schreibbedarfs entwickelt. Sie wurden zunächst, 1949 als eine Familien-GmbH geführt, an deren Spitze die Firmengründer und Inhaber zusammen mit den Mitgliedern der Geschäftsleitung auch 50 Jahre später noch standen. 1959 waren ca. 1500 Mitarbeiter in zwei Gebäuden tätig. 1968 wird die Geha-Filiale in Brüssel, Belgien eingeweiht.

Gruss vom Kl. Buchholzer-Kurgarten | 08.03.1898

1918 Zigarrenhandlung Marianne Brandes, geb. Goldschmidt (1890-1971)

Marianne Brandes, geb. Goldschmidt wurde am 17. Dezember 1890 in Burgdorf bei Hannover geboren. Ihr Zigarettengeschäft befand sich seit dem 1. August 1918 in der Göttinger Straße 52 a., in Linden-Süd. Sie war seit dem 6. November 1918 mit dem in Linden geborenen Schlosser Wilhelm Brandes (1889-1945) verheiratet. Ihr Ehemann arbeitete bei der HANOMAG AG als Schlosser und danach, ab 1931 als Postgehilfe bei der Reichspost (RP). Laut Adressbuch wohnte das Ehepaar 1934 in der Göttinger Straße 52 a. und von 1941 bis 1944 in der Haspelmathstraße 20., auch in Linden-Süd.

Marianne Brandes war Jüdin, Anlass genug, dass sie ab 1933 angefeindet wurde. Sie war aber anscheinend so beliebt in der Nachbarschaft, dass die Polizisten aus dem Polizeirevier in der Ritter-Brüning Straße versuchten sie zubeschützen. Dies half aber leider nichts und so wurde ihr Geschäft am 10. Dezember 1938 zwangsweise geschlossen, im Adressbuch von 1939 ist das Geschäft noch unter ihrem Namen aufgeführt.

Ihr Ehemann wurde im September 1933 von der Reichspost (RP) entlassen, da er sich trotz Aufforderung nicht von seiner jüdischen Ehefrau trennen wollte. Im Oktober 1944 wurde er deshalb in das Zwangsarbeitslager Hecht IV. bei Eschershausen (Wintjenberg)/Niedersachsen deportiert, am 29. November 1944 wurde er infolge von Krankheit wieder entlassen und musste dann bei der Firma Albert Kräger in Hannover-Linden zwangsweise als Hilfsarbeiter arbeiten.

Göttingerstr. (Göttinger Straße 52-52 a. Ecke Tonstraße)
14.07.1909

Marianne Brandes wurde am 19. Februar 1945 mit dem letzten Transport aus Hannover ins Ghetto Theresienstadt/Tschechien deportiert, mit dem überwiegend jüdische Partner aus "Mischehen" deportiert wurden. Am 25. Februar 1945 ist sie dann in Theresienstadt eingetroffen. Wilhelm Brandes starb nur zwei Monate später, am 25. April 1945, in Hannover-Linden.

Laut Adressbuch von 1941/42 und 1943 war nun Heinrich Bazand jun. Inhaber der Tabakwarenhandlung. Er war vermutlich der Sohn von Heinrich Bazand sen. und Wilhelmine Bazand. Heinrich Bazand sen. war Schlosser und später Werksmeister bei der HANOMAG AG. Er wohnte mit seiner Familie laut den Adressbüchern von 1928/29 in der Langreder Straße 2., im Erdg. in Hannover-Davenstedt. 1934 in der Feilenstraße 36. (HANOMAG AG - Werkssiedlung Klein Rumänien) und 1938 in der Bornumer Straße 14., I. Etg. beides in Linden-Süd. Im Adressbuch von 1939, 1941/42 und 1943 wird nur noch seine Witwe Wilhelmine Bazand in der Bornumer Straße aufgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg betrieb Heinrich Bazand jun. laut Adressbuch von 1949 und 1953 eine Tabakwarenhandlung in der Calenberger Straße 27., Calenberger-Neustadt.

Am 8. Mai 1945 erreichte die Sowjetische Armee (Rote Armee) das Ghetto Theresienstadt und befreite die Überlebenden.

Marianne Brandes hat Theresienstadt überlebt und betrieb nach 1945 wieder ihr Tabakwarengeschäft. Im Adressbuch von 1949 und 1953 ist sie wieder als Bewohnerin (1960 wohnt sie in der Göttinger Straße 54.) und als Betreiberin des Geschäfts, in der Göttinger Straße 52 a. aufgeführt. Marianne Brandes starb am 24. Dezember 1971 in Hannover-Linden.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Akten: NdS. Hann. 110 W Acc. 84/90 Nr. 479/8 I und II, 479/9 / Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover
1953: Marianne Brandes, Wilhelm Brandes - Geschäftsinhaberin/erlernter Beruf: Verkäuferin selbständig von 1918 bis 1938
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies MA. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Stadtarchiv Hannover
Theresienstädter Gedenkbuch. Die Opfer der Judentransporte aus Deutschland nach Theresienstadt 1942-1945
| Institut Theresienstädter Initiative (Hg.) | Academia Verlag Prag | 2000
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie

Rudolf Bembenneck | Burgdorf/Hannover
Marlis Buchholz | Hannover
Horst Deuker | Hannover

Zugangsliste des Lagers Theresienstadt aus dem Gestapobereich Hannover-Braunschweig, laufende Nummer 18 (BArch ZSg 138/79 Bl. 78-91, hier Bl. 82) | Zugangsliste VIII/5 vom 25. Februar 1945.

vor 1919 Waldtmanns - Rathaus-Apotheke

Die Apotheke des Apothekers Waldtmann befand sich in der Egestorffstraße 1. Herr Waldtmann war mit Cläre Waldtmann verheiratete. Die Immobilie gehört auch Familie Waldtmann, man Wohnte privat in der II. Etg.

Nach dem Tod des Apothekers war laut Adressbuch von 1928/29 bis 1941 der Apotheker Wilhelm Rebel Betreiber der Apotheke. 1953 ist Jacob Classen Inhaber der Rathaus-Apotheke.

Die Witwe Waldtmann wohnte weiterhin, bis zu ihrem Tod im Haus. 1934 wird Frau Klara Dieckmann wohnhaft in Neuwied, 1941 wohnhaft in Mannheim, 1953 bis 1960 wohnhaft in Heidelberg, als Besitzerin der Immobilie geführt.

vor 1919 Paul Hugo Diez Drahtseilwerke,
               Hütten- und Kabelbetriebe

Waldtmanns - Rathaus-Apotheke (Egestorffstraße 1)
15.01.1919

1919 Optisches Fachgeschäft Albert Schmidt

Albert Schmidt (1880-1946) eröffnet 1919 eine Filiale seines Optischen Fachgeschäfts in der Deisterstraße 13. Gegründet wurde die Firma 1902 in der Georgstraße 38 in Hannover. Später wurde sein Unternehmen unter dem Namen Brillen-Schmidt bekannt. Auch der Generalfeldmarschall und spätere Reichspräsident Paul von Hindenburg (1874-1934) ließ seine Brillen von Albert Schmidt fertigen.

1919 Fabrik für Ladenbau und Gaststätteneinrichtungen Otto Herrmann

Die Fabrik für Ladenbau befand sich in der Fröbelstraße 18., in Linden-Nord.

1919-2008 Elektro Lingenfelder

August Lingenfelder gründete im April 1919 in der Deisterstraße 39 eine Reparaturwerkstatt für Radiogeräte. Später kam ein Ladengeschäft dazu, und das Sortiment wurde um weitere Elektroartikel erweitert. Das Geschäft befand sich von 1930 bis 1972 in der Deisterstraße. Als der Betrieb in der Deisterstraße zu klein wurde, zog in die Deister- Ecke Charlottenstraße 1-3 um. Am 31. Dezember 2008 wurde das Fachgeschäft nach fast 90 Jahren geschlossen.

1919 Baustoffgroßhandel Fritz Klingebiel

Fritz Klingebiel, seit 1902 im Baustoffhandel tätig, gründete im November 1919 seine eigene Baustoffhandlung in der Glockseestraße. Im Januar 1925 trat sein Sohn Fritz Klingebiel jun. in die Firma ein. Da der Standort bald zu klein wurde zog man 1938 in die Fössestraße 77, auf ein 5000 qm großes Grundstück um. 1943/44 wurde der Betrieb mehrmals von Bomben getroffen. Für den großen Fuhrpark der Firma gab es eine eigene Werkstatt und Tankstelle.

Die Lindener Industrie von 1920-1964

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Anzeigen / Belege / Postkarten / Text
Gertraut Ben Amor / Foto - Karl und Elli Bluhm Betreiber der “Gaststätte zum Mittelpunkt“.
Kurt Rößiger / Foto / Text - Zahnräderfabrik August Seegers

Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne beteiligen.
Einfach eine E-Mail an mich senden und mitmachen.

Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Akte: Hann. 122a Hannover Nr. 7013 / Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover:
Industrielle Kriegsgefangenen-Arbeitskomandos zur Meldung an die Alliierten 1919
Ausstellungskatalog: Fremde Heimat. Rettende Kindertransporte aus Hannover 1938/39 | Julia Berlit-Jackstein, Florian Grumblies, Dr. Karljosef Kreter, Edel Sheridan-Quantz | Hahnsche Buchhandlung | 2015
Ausstellungskatalog: Lichtspielträume - Kino in Hannover 1896-1991 | Rolf Aurich, Susanne Fuhrmann, Pamela Müller | Gesellschaft für Filmstudien e.V. (GFS) | 1991
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Erinnerung und Gedenken. Jüdische Ärzte in Hannover | Arbeitskreis Schicksale jüdischer Ärzte in Hannover, Ärztekammer Niedersachsen, Bezirksstelle Hannover | 2008
Favorite: The Story of an independent German Record Company (1904-1914) | Hugo Strötbaum | 2008
Die FAVORITE RECORD - www.favorite-record.com | Martin C. Wolfstein | Hannover-Linden
Gasanstalt Linden | Prospekt der Kunstanstalt Georg Alpers jun. Hannover | 1912
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Herde und Öfen | Deutsche Bauzeitung | 72. Jahrgang No. 9 | 4. März 1938
Kopie der Sterbeurkunde des Standesamt Hannover für Dr. Paul Liepmann vom 8. März 1939.
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann | August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Das Mechanische Musikinstrument - GSM Journal der Gesellschaft für Selbstspielende Musikinstrumente e.V. | Roland Wolf | August 2009
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. Hannover | 1995
Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover - www.erinnerungundzukunft.de
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Stiftung niedersächsische Gedenkstätten | Gedenkstättenförderung Niedersachsen
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de

Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie

Die Veröffentlichung geschieht mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber.