Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe von 1871-1879

- Auflistung mit einigen Eckdaten zu den Betrieben -

1871 Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals Georg Egestorff (HANOMAG AG)

1871 Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Companie, ab 1899 Hannoversche Gummi-Kamm Companie Actien Gesellschaft Hannover-Limmer, seit 1912 Hannoversche Gummi-Werke, Excelsior-Pneumatic AG, seit 1928 Continental Gummi-Werke AG Hannover-Linden, dann Continental AG

1871 The United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company Limited

Die Company besaß Asphaltwerke in Ahlem und Limmer bei Hannover, Eschershausen und bei Vorwohle zwischen Grünenplan und Stadtoldendorf am Hilsrand. In Ahlem waren vier Gruben in Betrieb, als Tagebau und auch unter Tage. Die Firma war auch an Asphaltfeldern auf Sardinien (Italien) beteiligt. Der Asphalt wurde weltweit vertrieben. Die Verwaltung des Unternehmens befand sich in der Limmerstraße 6. Ab 1873 beteiligte sich die United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company Limited an der Neugründung, der Deutschen Asphalt AG. 1874 beschäftigte das Unternehmen bereits 250 Arbeiter.

1903 wurde der Kaufmann Richard Lattorf (1864-1959) Geschäftsführer und Direktor des Unternehmens, 1905 wurde er dann zum Generaldirektor ernannt. Im selben Jahr gründete Richard Lattorf das Tochterunternehmen Deutsche Naturasphalt-Gesellschaft m.b.H. Linden bei Hannover.

Siehe auch: 1905 Deutsche Naturasphalt-Gesellschaft m.b.H. Linden bei Hannover

1871-1985 Schlosserei Louis Eilers, später Louis Eilers Stahlbau GmbH & Co.

Die Schlosserei wurde am 20. Juli 1871 in der Konkordiastraße in Linden-Mitte vom Schlossermeister und späteren Fabrikant und Ingenieur Louis Eilers (1844-1917) gegründet. Er war später Senator und Kommerzienrat in Hannover und zusammen mit Albert Knoevenagel (1825-1907) - Mitbegründer des "Vereins zur Überwachung von Dampfkesseln", dem Vorläufer des "Technischen Überwachungsvereins (TÜV)".

Die Firma entwickelte sich zu einem bedeutenden Unternehmen im Eisenhoch- und Brückenbau. Später zog der Betrieb nach Hannover-Mitte in die Osterstraße und danach, 1881 auf ein Gelände am Entenfangweg 13, in Hannover-Herrenhausen um.

Das Unternehmen lieferte 1891/92 die Stahlkonstruktion für die Markthalle in Hannover. Auch die 1892 fertiggestellte Eisenbahnbrücke über den Ihme-Fluss zur Gasanstalt an der Glocksee - Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA) wurde von der Firma Louis Eilers geliefert. Die Eisenkonstruktionen der Drehereigebäude und Lokomotiv-Montagehalle der HANOMAG AG in Linden-Süd stammten ebenfalls von Eilers.

Den 1909 initiierten Wettbewerb für die Bahnsteighalle des Hauptbahnhofs in Leipzig/Sachsen gewann der Ingenieur Louis Eilers. Die Firma lieferte dann die Konstruktionsteile für die große Bahnhofshalle. Das Unternehmen war weltweit, zum Beispiel in Asien, den USA und auch in Brasilien tätig.

Während des Zweiten Weltkriegs mussten Kriegsgefangene ab 1943 U-Boot-Teile für die Drahtfabrik Louis Eilers & Co. herstellen. Es gab sechs kleine Holzbaracken, in denen 141 Zivilarbeiter, Frauen und Männer aus Belgien, Estland, Frankreich, den Niederlanden und Polen untergebracht waren.

 

Leipzig - Der neue Haupbahnhof
Querbahnsteig | 26.06.1913

Das Lager wurde weder bewacht noch eingezäunt. Von vier namentlich bekannten Belgiern gelang zweien die Flucht. Ein dritter wurde nach einem Bombenangriff vermisst. Der Betrieb wurde im Krieg völlig zerstört. Zehn Jahre nach Kriegsende war das Unternehmen mit mehr als 800 Mitarbeitern wieder Marktführer. 1983 ging die Firma in Konkurs und wurde 1985 geschlossen.

Es wurden 1871/72 einige Firmen in Aktiengesellschaften umgewandelt.

Zum Beispiel die Brauerei Brande & Meyer in die Lindener Aktien Brauerei (LAB), die Ultramarinfabrik von August Egestorff in Hannoversche Ultramarin Fabrik AG und die Amerikanische Dampfziegelei in Hannoversche Baugesellschaft AG.

1871 Turngerätebau August Pape

Die Firma in der Deisterstraße 56., in Linden-Süd, stellte Turngeräte aller Art für Schulen und Privat her.

1872-1933 Schwefelsäurefabrik H. A. Meyer & Riemann, später H. A. Meyer & Riemann Chemische Werke AG

Die Fabrik wurde am 1. Juli 1872 vom Kommerzienrat und Speditionsunternehmer H. A. Meyer und Dr. Hugo Riemann in der Davenstedter Straße 14 gegründet. Produziert wurde nicht nur Schwefelsäure und chemische Düngemittel, sondern später auch Eisenoxidfarben. Die Geschäftsadresse der Fabrik befand sich in der Minister-Stüve-Straße 6. Am 31. Dezember 1933 wurde der Betrieb der H. A. Meyer & Riemann Chemische Werke AG in der Davenstedter Straße stillgelegt.

Zuvor betrieb Kommerzienrat H. A. Meyer schon seit 1869/70 eine Kunstdüngerfabrik in der Göttinger Straße 2.

Siehe auch: 1869/70 Kunstdüngerfabrik H. A. Meyer

>>> Entlassungsschein für Peter Breitenstein, beschäftigt vom 2. Januar 1929 bis 30. Dezember 1933 bei der H. A. Meyer & Riemann Chem. Werke A.-G. Entlassen wegen Stilllegung.

 

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Ich bedanke mich bei Frau Ilona Langeheine aus Bremervörde für das mir überlassende historisches Material.

H. A. Meyer & Riemann Chem. Werke A.-G.
Entlassungs-Schein | 30.12.1933

1872 Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken

Die "Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken" war vier Jahre nach dem Tod Johann Georg Heinrich Egestorffs (1802-1868) durch die Verschmelzung der Saline Egestorffshall (gegr. 1831) mit der Chemischen Fabrik Georg Egestorff (gegr. 1839), der Farbenfabrik Egestorff (gegr. 1862) und der Ultramarinfabrik Georg Egestorff (gegr. 1862) gebildet worden. 1873 war noch die 1851/52 gegründete Saline Neuhall bei Badenstedt-Davenstedt hinzugekommen.

Die Saline Neuhall wurde von den Brüdern Carl und Heinrich Niemeyer (1815-1890) gegründet. Wegen Fehlinvestitionen und einer Wirtschaftskrise musste die Saline verkauf werden. Man übernahm 1890 auch die Chemische Fabrik P. Römer & Co. in Nienburg (Saale), in Sachsen-Anhalt und gründete damit die "Chemische Werke AG" in Nienburg (Saale).

Die Aktiengesellschaft beschäftigte 1899 in ihren Chemie-Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter. Um 1900 war Dr. ph. Otto Jordan Direktor, Georg Retzmann kaufmännischer Direktor und der Kaufmann Adolf Droste als Prokurist für die Farbenfabrik Egestorff AG innerhalb der Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken tätig. Georg Retzmann wohnte in der Beethovenstraße 4, II. Etg., Direktor Dr. ph. Otto Jordan von 1905 bis 1908 in der Beethovenstraße 8, I. Etg. und der Prokurist Adolf Droste mit seiner Familie von 1906 bis 1933 in der III. Etg., in Linden-Mitte.

Während des Ersten Weltkriegs wurden von Ende September 1916 bis Ende November 1918 auch 83 Kriegsgefangene in der Saline Egestorffhall beschäftigt.

    

Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke u. Chemische Fabriken Abteilung Salinen Hannover-Badenstedt | 27.09.1934

Verwaltungsratsmitglieder

Johann Georg Friedrich Adolph Hurtzig (1825-1897)

Der Unternehmer und Wirtschaftsführer Johann Georg Friedrich Adolph Hurtzig, kurz "Fritz" genannt, er betrieb unter anderem eine Holzhandlung, ab 1864 die "Mineralwasserfabrik Hurtzig & Feldmann" und ab 1858 die "Zuckersiederei Egestorff jun. et Hurtzig", war ab 1872 Mitglied des Verwaltungsrats und später dann auch Mitglied des Vorstands bei der "Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken". Von 1867 bis 1874 war er der erste Präsident der Handelskammer Hannover, heute IHK-Hannover - und auch Mitglied in weiteren Aufsichtsräten und deren Vorsitzender.

Johann Friedrich August Buresch (1818/21-1885)

Der Unternehmer Johann Friedrich August Buresch, laut Grabsteininschrift am 30. September 1818 geboren, war Geheimer Kommerzienrat, Fabrikant und Direktor der 1856 durch Georg Egestorff gegründeten "Lindener Zündhütchen- und Thonwarenfabrik". Am 15. Juli 1856 heiratete er Georg Egestorffs Tochter Georgine Wilhelmine Egestorff (1836-1904). Das Ehepaar hatte einen Sohn, Friedrich Buresch (1857-1921) und zwei Töchter, Johanna (1858-?) und Margarethe Buresch (1860-1917). Johann Friedrich August Buresch war auch Besitzer der 1868 erbauten und noch erhaltenen "Villa Buresch", in der Von-Alten-Allee 4.-6., in Linden-Mitte. Er wurde 1872 Verwaltungsratsmitglied der "Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken" und war nach Johann Georg Friedrich Adolph Hurtzig von 1874 bis zu seinem Tod am 7. Oktober 1885 Präsident der Handelskammer.

vor 1872 Getreide- und Futterhandel von Carl Thöne | Cigarren-Fabrik Peffer

Carl Thöne betreib laut Adressbuch von 1872 eine Mehlhandlung in der Weberstraße 28. Vor 1875 zog die Mehlhandlung, nun Getreide- und Futterhandel in die Deisterstraße 77, Ecke Allerweg um. Carl Thöne wohnte nun auch in der ersten Etage des Hauses. Später wurde der Betrieb von Fritz Thöne, vermutlich Carl Thönes Sohn geführt.

Die Cigarren-Fabrik Peffer befand sich laut Adressbuch von 1875 auch in der Deisterstraße 77, Ecke Allerweg. Später, um 1910 übernahm Carl Nagel die Cigarren-Fabrik. Heute befindet sich den Räumen das Spanische Restaurant Rias Baixas.

vor 1872 Baumaterialhandel und Holzhandlung Falcke & Baule

Die Firma von August Friedrich Falcke und Heinrich Baule befand sich laut Adressbuch von 1872 in der Blumenauer Straße 29. Die Firmeninhaber wohnten mit ihren Familien im Hinterhaus Blumenauer Straße 29 a. Heinrich Baule war mit Marie Baule, geb. Falcke verheiratet. Auch Maries Schwester Luise Falcke wohnte mit im Hinterhaus. Im Adressbuch von 1897 sind nun der Kaufmann August Lüllemann und der Kaufmann Julius Renger als Inhaber der Firma Falcke & Baule aufgeführt. Die Witwe Marie Baule wohnte weiterhin im Hinterhaus. Im Adressbuch von 1928/29 bis 1960 ist die Firma in der Davenstedter Straße 133 ansässig.

1872 Lindener Eisen- und Stahlwerke (LES)

Die Lindener Eisen- und Stahlwerke (LES) entstanden aus der 1866/1872 von Andreas Georg Dickert gegründeten Lindener Eisen- und Stahlgießerei. Eine Spezialität der Firma war der Bauguss sowie die Herstellung von gusseisernen Säulen. Ab 1881 stellte man auch Maschinen geformte Zahnräder her. Zahlreiche Gullydeckel wurden für die Hannoverschen Straßen gegossen.

Teutonia Chor von 1877

Am 1. Februar 1877 wurde durch rheinländische Mitarbeiter der Lindener Eisen- und Stahlwerke (LES) der Lindener "Teutonia Chor von 1877" gegründet. Der Chor wird 1933 von den Nationalsozialisten aufgelöst und erst 1945 wieder neu gegründet.

Lindener Eisen- und Stahlwerke AG

Die Firma wird 1887 in "Lindener Eisen- und Stahlwerke AG" umformiert. Um 1900 ist der Ingenieur und Fabrikbesitzer Karl Richers Direktor des Unternehmens. Er wohnte von 1900 bis 1907 in der Beethovenstraße 4., I. Etg. in Linden-Mitte.

Aufsichtsrat Bernhard Caspar (1844-1918)

Mitglied des Aufsichtsrates war auch der jüdische Bankier, geheime Kommerzienrat und königlich norwegische und schwedische Generalkonsul Bernhard Caspar (1844-1918).

Er war vor dem Ersten Weltkrieg auch Aufsichtsrat bei der Hannoverschen Gummiwerke Excelsior-Pneumatic AG Hannover-Limmer. In Hannover-Linden wurde 1919 die Bernhard-Caspar-Straße nach dem Unternehmer benannt.

Lindener Eisen- und Stahlwerke | 29.07.1924

Erster Weltkrieg

Da man während des Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 auch als Rüstungsunternehmen tätig war und dadurch eine gesicherte Auftragslage bestand, wurde noch während des Krieges damit begonnen ein Direktionshaus in der Niemeyerstraße 16/17. (noch erhalten), in Linden-Mitte, zu errichten. Das Direktionshaus wurde dann 1917 als Doppelhausvilla mit aufwendigen Reliefs eingeweiht. Auch wurden während des Krieges Frauen beschäftig, um die eingezogenen Männer zu ersetzen. Die Frauen bekamen allerdings nicht den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen. Es wurde von Anfang Dezember 1917 bis Anfang Dezember 1918 auch ein Kriegsgefangener beschäftigt.

Nachkriegszeit und vorläufiger Konkurs

Ab 1920 werden Armaturen aus eigener Fabrikation verkauft. Die wichtigsten Produkte waren zu dieser Zeit: Gussstücke für den Maschinenbau und den Schiffbau sowie Chromstahl für stark beanspruchte Verschleißteile. Die Lothringen AG übernimmt 1924 die Aktienmehrheit am Unternehmen und verlegt ihren Hauptsitz nach Hannover. Am 28. Februar 1932 kam vermutlich, durch die Weltwirtschaftskrise, vorerst das aus für die Lindener Eisen- und Stahlwerke AG. Teile des Betriebsgrundstücks sowie Betriebsgebäude wurden an den 1912 gegründeten Seifenhersteller Orpil, an der Davenstedter Straße verkauft.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs produzierte das Unternehmen Rüstungsgüter und wurde 1947 in der Demontageliste, der Alliierten entsprechend eingestuft und auch teilweise demontiert. Am 26. Juli 1943 wurden bei einem Bombenangriff acht Mitarbeiter getötet und 30 verletzt. Im Februar 1945 wurde der Betrieb dann durch Bombentreffer teilweise zerstört.

Übernahme durch die Phoenix-Rheinrohr AG - Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke und Ende

Erst 1952, nach der Übernahme durch die Phoenix-Rheinrohr AG - Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Nun fertigte man für den Bergbau, für Zement- und Kalkwerke sowie Walz- und Hüttenwerke. Zusätzlich wurde dem Maschinen-, Fahrzeug- und Schiffbau zugeliefert. Obwohl die Produktion erfolgreich war, wurde die Fertigung in Hannover 1967/68 eingestellt. Über 500 Beschäftigte wurden gekündigt und verloren ihre Arbeit.

An die Lindener Eisen- und Stahlwerke erinnert heute noch die ehemalige Produktionshalle (Mechanische-Werkstatt), die Ingenieurs-Villa und das Kantinen- und Sozialgebäude an der Badenstedter Straße 48/50. sowie das Direktionshaus, Doppelhaushälfte in der Niemeyerstraße 16/17. Die Lindener Eisen- und Stahlwerke (LES) unterhielt Am Soltekamp in Hannover-Badenstedt, Werkswohnungen für ihre Mitarbeiter.

  Werbeanzeige der Lindener Eisen- und Stahlwerke | 1941

1873 Deutsche Asphalt Actien Gesellschaft, später DASAG

Diese Aktiengesellschaft war eine Neugründung durch den Architekten Gottlieb Waßmann aus Linden und dem Kaufmann Louis Solling aus Hannover. Man betrieb Asphaltgruben in Ahlem, Limmer und bei Vorwohle zwischen Grünenplan und Stadtoldendorf am Hilsrand.

Südlich von Ahlem waren vier Gruben in Betrieb, als Tagebau und unter Tage. Je einen Schacht betrieben die Hannoversche Baugesellschaft und die Deutsche Asphalt Actien Gesellschaft, und zwei die englische The United Limmer und Vorwohle Rock Asphalt Company Limited. Bohrungen einer französischen Gesellschaft 1914 ergaben unter einer Deckschicht weitere, jedoch tiefere Schichten von Asphaltkalk. Nach 1914 wurde der Betrieb dann nach und nach in Ahlem und auch in Limmer eingestellt. Die Verwaltung des Unternehmens befand sich in der Limmerstraße 6. Es gab Zweigniederlassungen in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Leipzig und Hamburg.

1956 übernahm man die englische The United Limmer und Vorwohle Rock Asphalt Company Limited. 1959 wurde die Firma in DASAG Deutsche Naturasphalt AG der Limmer und Vorwohler Grubenfelder mit Sitz in Eschershausen geändert. Heute lautet der Name, als GmbH bestehender Baustoffhersteller DASAG und gehört über die Braunschweig GmbH zur Norddeutschen Landesbank (NORD/LB).

1873 Holzschneiderei und Holzhandlung Fritz Mehring und Heinrich Jacobi

Die Holzschneiderei (Sägerei) und Holzhandlung von Mehring und Jacobi befand sich am Bahnhof Fischerhof.

1874 Fabrik für Getreide und Futtermittel August Kellner

Die Fabrik befand sich in der Deisterstraße 28 und wurde 1874 gegründet. Am 30. September 1899 erhielt August Kellner, nachdem er das Bürgerrechtsgewinngeld von 10 Mark bezahlt hatte, vom Magistrat der Stadt Linden den Bürgerbrief. Vor 1927 zog man in die neuen Betriebsräume in die Hamelner Straße 40 (seit 1967 Hanomagstraße) um. 1929 war H. Cossens Inhaber der Firma August Kellner.

1874 Baugeschäft Heinrich Köhler

Das Hoch- Tief- und Eisenbetonbaugeschäft von Heinrich Köhler (1830-1903) befand sich in der Niemeyerstraße 10. Heinrich Köhler übernahm die Bauleitung bei mehreren Bauprojekten für den Architekten und Hochschullehrer Conrad Wilhelm Hase (1818-1902). Zum Beispiel beim Bau der Ev.-luth. Erlöserkirche (bis 1942 Zionskirche) in Linden-Süd.

1874 Goldschmied Friedrich Bähr

Das Geschäft des Goldschmieds Friedrich Bähr befand sich in der Limmerstraße 14, er handelte auch mit Korallen.

vor 1875 Fuhrwerksbetrieb Rud. Borkowski

Der Fuhrwerksbetrieb und Kohlenhandel von Rud. Borkowski befand sich in der Ricklinger Straße 62. Herr Borkowski war mit Wilhelmine Borkowski verheiratet und auch Besitzer der Immobilie. Privat wohnte die Familie im selben Haus, in der zweiten Etage.

Nach dem er starb, war um 1915 Leonard Gerschwitz, Besitzer der Firma Ru. Borkowski - Fuhrwerksbetrieb. Besitzerin des Wohn- und Gewerbehaus war nun Wilhelmine Borkowski.

Walter Borkowski, vermutlich der Sohn Rud. Borkowskis, betrieb um 1928/29 bis 1934 die Käsegroßhandlung, und um 1939, die Lebensmittelgroßhandlung Borkowski & Bokelmann in der Ricklinger Straße 62. Privat wohnte Walter Borkowski erst im Haus, der Ricklinger Straße 62, in der ersten Etage und um 1941/42 in der Westerfeldstraße 106, in Hannover-Herrenhausen.

Rud. Borkowski (Ricklinger Straße 62) | 30.10.1915

vor 1875 Atelier für Photografie Carl Thies & Nordahl

Carl Thies betrieb bereits um 1875 bis 1878 ein Atelier für Fotografie mit seinem Kompagnon Nordahl unter dem Namen "Thies & Nordahl". Die Firma war in der Deisterstraße 1, an der Ihmebrücke in Linden ansässig. Ein weiteres Atelier gab es in der Höltystraße 13 nahe dem Aegidientorplatz in Hannover. Die Arbeiten der beiden Geschäftsinhaber wurden 1878 auf der Allgemeinen Gewerbeausstellung der Provinz Hannover, in der Ausstellungs-Zeitung gewürdigt. Ab 1880 betrieb Carl Thies sein Atelier als alleiniger Inhaber.

Der Fotograf und Papierwarenhändler Leonhard Wachenfeld (1868-1941) arbeitete von 1888 bis 1911 im Atelier Thies. Auch der Regisseur und Kameramann Friedrich Paulmann (1878-1958) ging von 1893 bis 1897 bei Carl Thies in die Fotografenlehre.

Carl Thies Mutter war Marie Auguste Sophie Thies (1821-1858), er hatte eine Schwester namens Marie Dorette Lisette Auguste Thies (1844-1910).

CDV (Carte de Visite) | KAB (Kabinettfoto) Archiv - Atelier Carl Thies

vor 1875 Werkzeughandel August Ulrichs

Der Werkzeughandel von August Ulrichs befand sich laut Adressbuch von 1875 in der Deisterstraße 38, 1888 in der Deisterstraße 41 und 1897 in der Deisterstraße 65. Später übernahm sein Sohn Karl das Geschäft. Karl Ulrichs wohnte laut Adressbuch von 1928/29 in der Fössestraße 38.

vor 1875 Dampfsägewerk und Holzhandel C. F. Meyer

Der Holzhandel von Carl Ferdinand Meyer befand si ch in der Brühlstraße 12 am Steintor in Hannover. Um 1888 zog man in die Fröbelstraße nach Linden-Nord um und betrieb zusätzlich zur Holzhandlung noch ein Dampfsägewerk. Um 1906 war der Firmensitz die Fröbelstraße 75-77.

vor 1875 Hannoversche Kupferschmiederei und Apparatebauanstalt G.m.b.H. Willy Dehnhard

Die Unternehmen befand sich in der Göttinger Chaussee 1. in Linden-Süd und später dann am Bartweg 9 a., in Linden-Mitte.

1875 Lindener Apotheke

Die "Lindener Apotheke" befindet sich seit 1875 im Haus der Limmerstraße 2 d., in Linden-Nord. Laut Adressbuch von 1888 bis 1943 war der Apotheker Georg Baumeister, Inhaber und Betreiber der Apotheke und seit dem 25. September 1906 auch Eigentümer der Immobilie.

Im Adressbuch von 1949 bis 1960 ist Georg Baumeisters Sohn, der Apotheker Dr. Ulrich Baumeister, Inhaber der "Lindener Apotheke" und Eigentümer der Immobilie. Die Familie Baumeister wohnte auch im Haus.

1875 Spritzen- und Pumpenfabrik und Gelbgießerei Schmidt & Sohn

Das Unternehmen von Heinrich Christian Schmidt und seinem Sohn Julius Schmidt befand sich in der Ricklingerstraße 27., in Linden-Süd. Man produzierte in erster Linie Feuerlöschapparate und Feuerwehrspritzen.

Lindener Apotheke Dr. Georg Baumeister | 15.06.1949

1876 Dampfsägewerk und Holzhandlung Eduard Kraul

1876 gründete Eduard Kraul, er war Tischlermeister, in der Stärkestraße 21 a., sein Dampfsägewerk mit Holzhandlung. 1896 zog der Betrieb in einen Neubau, in die Rampenstraße 1 um. Bald darauf erwarb Eduard Kraul ein Grundstück in der Wittekindstraße 26, auf dem Kraul Wohnhäuser (stehen heute alle noch) und ein Sägewerk errichtete. Außerdem wurde ein Maschinenpark für die Holzverarbeitung beschafft. 1919 wurde die Firma Louis Treitel Nachf., Holz- und Furnierhandlung mit der Firma Eduard Kraul zusammengelegt. Als 1921 Eduard Kraul verstarb übernahmen seine beiden Söhne, Wilhelm und Otto Kraul den Betrieb. 1941 verstarb Wilhelm, dessen Nachfolge sein Sohn Wilhelm Kraul jun. antrat.

Heute befindet sich auf dem Gelände ein Parkplatz und ein Kinderspielplatz. Am Haus Wittekindstraße 26 a., an der rechten Hauswand, befindet sich eine gut erhaltene Werbeaufschrift mit einem Hinweis auf das Sägewerk.

1876 entstand am Bauweg eine Arbeitersiedlung der Hannoverschen Baugesellschaft AG

Hinweis auf das Dampfsägewerk von Eduard Kraul in der Wittekindstraße 26 a. | 03.05.2003

1876 Feilenfabrikation Julius Paul

Die Firma des Feilenhauermeisters Julius Paul befand sich in der Elisenstraße. Der Firmengründer Julius Paul verstarb 1897. Von 1897 bis 1904 führte seine Witwe in Gemeinschaft mit ihrem Sohn Karl den Betrieb weiter. 1904 übernahm der Sohn den Betrieb ganz. Es wurden Qualitäts- und Präzionsfeilen produziert. Später wurden auch Ofenrohre hergestellt (Hannoversche Ofenrohfabrik Karl Paul). 1921 zog man in ein größeres Gebäude, in die Fössestraße 69-71.

1876 Tiefbaugeschäft August Theidel

Die Firma für Tiefbau von August Theidel (?-1912) befand sich in der Konradstraße 17., in Linden-Süd, seit 1975 heißt die Straße Ahrbergstraße. 1912 verstarb August Theidel und die Firma ging an seinen Sohn Ewald Theidel. Die Familie besaß auch das Wohnhaus Falkenstraße 26. in Linden-Mitte. Ab 1914 trat Ewald Theidels Schwiegersohn Baumeister Friedrich Hagemann in das Geschäft ein. Laut Adressbuch von 1928/29 war die Firma nun in der Hohe Straße 26., in Linden-Mitte ansässig. Inhaber waren Ewald Theidel und Friedrich Hagemann. Im Januar 1936 wird die Firma in eine OHG umgewandelt. 1945 verstarb Ewald Theidel und die Firma wurde in eine Kommanditgesellschaft (KG) umgewandelt.

1876 Hannoversche Gummiwarenfabrik Ernst Bremeyer, seit 1987 Hannoversche Actien Gummiwarenfabrik

Durch Gründung der Hannoverschen Gummiwarenfabrik (Fabrik und Büro befanden sich in der Stärkestraße 14-15), durch den Unternehmer Ernst Bremeyer wurden die Anfänge der Lindener Gummiindustrie gelegt.

Am 19. August 1887 erfolgte die Umwandlung in Hannoversche Actien Gummiwarenfabrik. Der Handelsregistereintrag erfolgte am 7. September 1887. Die Aktiengesellschaft wurde bei Gründung von der Neuen Hannoverschen Gummiwarenfabrik und Patent-Packungsfabrik Lennartz & Co. übernommen. Die Telegramm-Adresse lautete MATADOR HANNOVER-LINDEN.

Nach der Übernahme gab es dann noch die Hannoversche Gummiwarenfabrik Ernst Bremeyer & H. Hille GmbH, ab 11. November 1896 befand sich der Firmensitz in der Eleonorenstraße 19.

 

Siehe auch: 1882 Neue Hannoversche Gummiwarenfabrik und Patent-Packungsfabrik Lennartz & Co.

Hannoversche Gummiwaaren-Fabrik Ernst Bremeyer
03.09.1888

1877 Tuchgroßhandlung Brune und Braul, dann Herrenwäsche- und Krawatten Fabrik Braul & Brinkmann

1877 gründete Ludwig Braul aus Celle seine Tuchgroßhandlung an der Alten Celler Heerstraße in Hannover, Teilhaber wurde ein Herr Brune. Nach Austritt des Gesellschafters Brune wurde Herr Brinkmann Teilhaber und die Firma in Braul & Brinkmann umbenannt. Mitte der 1880er Jahre übernahm dann Ludwig Braul das Geschäft als alleiniger Inhaber. 1906 zog man in die Brüderstraße 3, wo sein Sohn Erich Braul in die Firma eintrat. 1919 wurde der Betrieb von Erich Braul und seinem Schwieger- sohn Paul Marschause geführt. Die Herrenwäsche- und Krawatten Fabrik zog in die Fössestraße 99 nach Linden und danach, 1945 wieder in die Brüderstraße, anschließend in die Limmerstraße 48. Nach dem Tod Erich Brauls, der jahrelang den Vorsitz des Verbandes der Bekleidungsindustrie innehatte, führte seine Tochter Ruth Peine mit Paul Marschause das Geschäft weiter.

vor 1878 Optische Anstalt Carl Ahlers

Die Optischeanstalt des Mechanikers Carl Ahlers befand sich in der Falkenstraße 5. Er fertigte Messinstrumente, Mikrometer und Vacuumpumpen. 1878 nahm er an der Hannoverschen Gewerbeausstellung im Welfengarten, in Hannover teil.

1878 Boots- und Gondelverleih Heinrich Sosaat, dann Emil Kutschers Conzert-Saal

Im Andressbuch von 1858 war der Hof-Schuhmachermeister Heinrich Sosaat, aus der Bäckerstraße 32., in der Hannover-Altstadt, als Boots- und Gondelverleiher geführt. Heinrich Sosaat war mit Luise Wilhelmine Sosaat, geb. Wessel verheiratet und besaß das Haus Ihmebrückstraße 3 b. in Linden-Mitte.

Sein Bootsverleih befand sich auf der rechten Ihme-Uferseite, direkt an der Ihmebrücke. Später erweiterte er den Betrieb noch um ein Restaurant. Im Adressbuch von 1880 wird Heinrich Sosaat unter gleicher Adresse als Gastwirt und Schiffsbauer geführt. Er verlieh seine Boote auch an den im Mai 1880 gegründeten Hannoverschen Ruder-Club Bahnfrei, da dieser noch keine eigenen Boote besaß. Privat wohnte Heinrich Sosaat bis etwa 1900 in der Humboldtstraße, Calenberger-Neustadt.

Blick von der Ihmebrücke | 11.03.1899

Gruss aus Hannover Emil Kutschers Conzert-Saal (Ihmebrückstraße 5) | 05.02.1900

Nachfolger von Heinrich Sosaats, im Gastronomie- und Bootsverleihbetrieb, wurde ab 14. Juni 1895 Johann Friedrich Emil Kutscher. Er nannte seine Gaststätte - Emil Kutschers Conzert-Saal. Das Veranstaltungshaus befand sich zu dieser Zeit im Neubau Ihmebrückstraße 5., in der Calenberger-Neustadt. Emil Kutscher wohnte auch privat im Haus. Das Gebäude stand am anderen Ihme-Ufer, gegenüber dem Gesellschaftshaus Lindenhof. Im September 2012 wurden bei den Abschlussarbeiten zum Brückenneubau am Schwarzen Bären die Fundamente des ehemaligen Gebäude Ihmebrückstraße 5. freigelegt und dann abgetragen. Nötig wurde diese Maßnahme, um den Hochwasserschutz am Schwarzen Bären zu verbessern.

Ihmepartie (mit Lindenhof) | 26.04.1910

Ihmebrücke | 23.06.1916

1878 Kupferschmiede - Apparatebau - Rohrleitungsbau Wöckener & Kivelitz

Die Kupferschmiede von Carl Wöckener befand sich in der Falkenstraße 27. Ab 1905 wurde Ernst Kivelitz Teilhaber der Firma. 1919 ging Carl Wöckener in den Ruhestand und Carl Ritter nahm seinen Platz ein.

1878 Kunst- und Möbeltischlerei Brodthage

Die Tischlerei von Fritz und Wilhelm Brodthage befand sich in der Davenstedter Straße 13.

1878 Holzpanntoffel- und Pantoffelfabrik Dobberitz

Holzpanntoffel- und Pantoffelfabrik Dobberitz befand sich in der Göttiger Straße 58.

1879 Chemische Fabrik Eduard Kissel

Während des Ersten Weltkriegs wurden ab Ende August 1917 bis Anfang Oktober 1917 drei Kriegsgefangene in der Fabrik beschäftigt.

1879 Berliner Warenhaus Adolf Barsch, 1895 Berliner Warenhaus Adolf Barsch & Eduard Wolff, 1897 Berliner Warenhaus Albert und Eduard Wolff, später Kaufhaus Eduard Wolff, ab 1946 Woolworth

Das "Berliner Warenhaus" des Kaufmanns Adolf Barsch befand sich in der Deisterstraße 14., in Linden-Mitte. Adolf Barsch wohnte mit seiner Familie in Lüneburg, in Niedersachsen.

Der jüdische Kaufmann Eduard Wolff (1867-1933) wurde 1895 Teilhaber am "Berliner Warenhaus" von Adolf Barsch, der zwischenzeitlich nach Berlin umgezogen war. Zwei Jahre später übernahm Eduard Wolff, mit seinem Bruder Albert Wolff (1866-1935) das "Berliner Warenhaus" komplett. Nun nannten man sich "Berliner Warenhaus Albert und Eduard Wolff". Es gab 1900 drei Filialen des "Berliner Warenhauses" in Hannover.

1904 verlegte man die Geschäftsräumeaus der Deisterstraße 14. in die Deisterstraße 3., in Linden-Mitte. Ab 1906 führte Eduard Wolff das Geschäft in Linden-Mitte unter dem Namen "Kaufhaus Eduard Wolff" allein weiter. 1913 zog man nochmals, in die Deisterstraße 4. um. Dort bezog Eduard Wolff mit seiner Ehefrau Rosalie Wolff, geb. Oppenheim (1870-1933) auch eine Privatwohnung. Das "Kaufhaus Eduard Wolff" bestand bis 1931.

 

Schwarzer Bär mit Minister Stüvestr. (rechts ist das
Kaufhaus von Eduard Wolff) | 17.04.1915

Nachdem sich die Brüder Wolff geschäftlich trennten, betrieb Albert Wolff die Filiale in der Hannover-Nordstadt, dass seit 1898 am Engelbosteler Damm 38. bestehende Kaufhaus - "Berliner Warenhaus Gebrüder Wolff" alleine weiter. Das Unternehmen war Mitglied im Großeinkaufsverband Mitteldeutschland GmbH (Einkaufsgemeinschaft) mit Sitz in Hannover. Das Wohnhaus der Eheleute Albert und Gertrude Wolff befand sich An der Markuskirche 3., in der Hannover-Nordstadt. Hermann Werblowski (1889-?) wurde 1924 Geschäftsführer des Warenhauses in der Hannover-Nordstadt. Es bestand nachweislich bis 1938.

Vermutlich um 1931 überließ Albert Wolff das "Berliner Warenhaus" seinem Geschäftsführer und nun auch Partner Hermann Werblowski. Er musste es später verkaufen und ab August 1938 war nun das "Kaufhaus für Textil- Haushalts- und Spielwaren" der Oskar Haas KG in den Räumen ansässig.

Das Ehepaar Eduard und Rosalie Wolff siedelte 1930 nach Bad Oeynhausen, in Nordrhein-Westfalen um. Im Herbst 1933 starb das Ehepaar kurz nacheinander. Beide sind auf dem jüdischen Friedhof in Vlotho/Nordrhein-Westfalen bestattet worden. Albert Wolff starb 1935 in Bad Tölz, in Bayern. Hermann Werblowski verließ 1939 zusammen mit seiner Ehefrau und seinen zwei Töchtern Hannover, und ging ins Exil nach London/England.

Von 1946 bis Juni 2011 war in den 700 qm großen Geschäftsräumen die Woolworth GmbH ansässig. Heute befindet sich in den Geschäftsräumen ein Supermarkt.

Engelbosteler Damm (rechts an der Ecke ist das
"Berliner Warenhaus Gebrüder Wolff") | 22.01.1916

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Projekt - www.lebensraum-linden.de

1879 Weinhandlung Brünjes & Klives

Die Weinhandlung Brünjes und Klives hatte ihr Hauptgeschäft in der Andreaestraße 5., in Hannover-Mitte, außerdem gab es noch eine Probierstube in der Georgstraße 13 a., in Hannover-Mitte. Spezialität war der Verkauf von Bordeaux- und Burgunderweinen. Vor 1913 gab es auch eine Filiale in der Deisterstraße 16., in Linden-Süd. Inhaber zu dieser Zeit war Gustav Nickels.

1879 Erste Deutsche Daunendeckenfabrik KG im Lindenhof

Die Unternehmer Eduard Kirchner und Etty Griebe übernahmen 1915 die 1879 gegründete "Deutsche Patent-Daunen-Steppdecken-Fabrik" von Eduard Frankenberg. Er betrieb vor der Übernahme, seine Fabrik, in der Nordmannstraße 15, in Hannover-Mitte. Man änderte den Namen in "Erste Deutsche Daunendeckenfabrik KG" um, und zog in die Deisterstraße 15, in Linden-Mitte, ins Haus des Lindenhofs um. Eduard Kirchner und Etty Griebe kauften 1923 den "Lindenhof" und bauten diesen aus. Durch Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs wurde die Daunendeckenfabrik im September 1943 mit dem gesamten Inventar vollständig zerstört.

1879 Handel und Werkstatt für Feinmechanik & Sanitätsbedarf von A. Muhlert

Die Geschäftsräume der Firma Muhlert befanden sich in der Blumenauer Straße 1, im Haus zum Lindwurm am Schwarzen Bär. Ab 1933 wurde das Geschäft von der Blumenauer Straße in die Falkenstraße 9 verlegt. 1938 erhielt die Schaufensterfront eine moderne Lichtreklame und beiderseits der Schaufensterfront neue Schaukästen. In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 1943 wurde das Geschäft bei einem Bombenangriff total ausgebombt. In der Privatwohnung der Inhaber (Cuno und Therese Dörner, geb. Fahrenholz), in der Davenstedter Straße 42, I. Etage links wurde ein Notbetrieb mit Verkauf eingerichtet. 

          

               A. Muhlert (Blumenauer Straße 1.) | 1930                           A. Muhlert (Falkenstraße 9.) | 1936

1879-1985 Kesselfabrik Conrad Engelke in Limmer, danach Engelke technic GmbH

Conrad Engelke (1853-1912) gründete 1879 an der Kesselstraße 6, in Limmer bei Hannover seine Kesselfabrik. Er wurde am 2. September 1853 geboren und lernte bei der Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, später HANOMAG AG Kesselschmied. Er war mit der am 18. April 1852 geboren Caroline Engelke, geb. von Alten (1852-1937) verheiratet.

Die Kesselfabrik (Dampfmaschinenfabrik) von Conrad Engelke stellte Asphaltiergeräte und später Vulkanisierkessel für die 1899 gegründete Hannoversche Gummi-Kamm-Comp, heute Continental AG her. Am 2. Dezember 1912 starb Conrad Engelke im Alter von nur 59 Jahren. Während der Zeit des Nationalsozialismus soll das Unternehmen 30 bis 40 Zwangsarbeiter/Innen beschäftigt haben. 1985 ging man in Konkurs, und aus der Nachfolge Firma wurde die Engelke technic GmbH.

Die Lindener Industrie von 1880-1899

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Anzeigen / Belege / Postkarten / Text / Werbeanzeigen

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900
| Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Akte: NdS. 122a Hannover Nr. 7013 / Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover:
Industrielle Kriegsgefangenen-Arbeitskomandos zur Meldung an die Alliierten 1919
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann | August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. Hannover | 1995
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Wir aus der Kochstraße. Die Geschichte einer Straße im Arbeiterstadtteil Linden in Hannover - Landeshauptstadt Hannover, Freizeitheim Linden (Hrsg.) | 1986
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