Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe von 1838-1859

- Auflistung mit einigen Eckdaten zu den Betrieben -

1838 Badeanstalt an der Fösse

Der Lindener Forstmeister Graf Victor Ferdinand Gustav von Alten (1817-1891) erhielt 1838 eine Konzession zum Betrieb einer Badeanstalt mit Schankwirtschaft im Fössefeld. Das Freibad wurde mit dem salzhaltigen Wasser aus der Fösse (durch starke Salzauswaschungen der Badenstedter Saline Egestorffhall) gespeist. 1854 wurde das Freibad ausgebaut und ein Wasserbassin sowie ein Gebäude für die Badegäste errichtet. So entstand das erste Solbad für Hannover und Linden. Ab 1876 erweiterte der neue Pächter Fritz Miehe die Anlage nochmals, das Wasserbecken wurde auf 150,0 Meter mal 30,0 Meter ausgebaut, und neue Gebäude kamen hinzu. Es wurde durch Fritz Miehe auch ein Garten angelegt, der Fössegarten oder auch Fössepark genannt wurde. Der Park hatte 300 Sitzplätze für die verschiedensten Musik- und Tanzveranstaltungen zu bieten. Der Eintritt war frei.

Fösse-Bad | 21.10.1897

Ab 1913 nutzte der Arbeiterschwimmverein Wassersport Hannover-Linden e.V. (heute: WASPO Hannover e.V.) mit über 1000 Mitgliedern das Fössebad und den Fössegarten. Als 1925 der Wassersport-Verein nach Limmer Umzog, dort sollte in einer stillgelegten Kiesgrube ein eigenes Bad errichtet werden (Limmer Volksbad), vergrößerte man das Schwimmbecken und die anderen Anlagen nochmals. Auch gab es erstmals Liegen zum Ausleihen und eine eigene Kinderaufsicht.

Das Fössebad wurde 1955 aufgrund zunehmender, starker Verschmutzung vorerst geschlossen und alle Holzbauten wurden abgerissen. Auch der Verlauf der Fösse wurde verlegt da das zukünftige Schwimmbad nicht mehr durch den Fössefluss sondern durch das Städtische Wassernetz versorgt werden sollte. Am 11. April 1960 nach Abschluss des Umbaus wurde das Fössebad als erstes kombiniertes Hallen- und Freibad in Deutschland wieder eröffnet.

Gruss vom Fössebad (Inh. F. Miehe) | 08.09.1902

Fösse-Bad und Fösse-Park (Inh. F. Miehe) | 20.05.1917

Das neue Fössebad war sehr beliebt - 1962 besuchten über eine halbe Million Badegäste das Schwimmbad. Mit zunehmendem Alter der Badeanstalt ergab sich ein großer Sanierungsbedarf. Der jahrelange Aufschub von Sanierungsarbeiten bewirkte die drohende Schließung des Fössebades. Am 27. November 1987 fand eine große Protestveranstaltung unter dem Motto "Rettet das Fössebad" und eine Unterschriftenaktion mit fast 500 Teilnehmern in der Aula der Fössefeldschule statt. Mehr als 6.000 Menschen unterschrieben für den Erhalt des Bades. In den Jahren 1988 bis 1992 traf sich eine Initiativgruppe, um mit neuen Konzepten die angedrohte Schließung doch noch abzuwenden. Am 21. November 1992 kam es zu einer zweiten großen Protestversammlung, als die Pläne für einen umfangreichen Um- und Anbau eines Warmbades wegen der zu hohen Kosten von 12 Mio. DM endgültig scheiterten und die Landeshauptstadt Hannover (LHH) erneut mit einer Schließung des Bades drohte.

Fösse-Bad | 16.09.1943

Fössebad | 11.06.1968

1993 erfolgte die Gründung der gemeinnützigen Fössebad Betriebs GmbH, bestehend aus WASPO Hannover-Linden und dem Verein für Hochschulsport der Universität Hannover, die schließlich die Trägerschaft von der Stadt Hannover für die Anlage übernahm und vier Jahre später die Erneuerung von Dachbauten, Wasseraufbereitungsanlagen und der Glasfront ermöglichte. Die GmbH hat aus eigener Kraft weitere Attraktivitätssteigerungen durchgeführt. So entstand zum Beispiel im Außengelände ein großer Wasserspielbereich für Kleinkinder, der Saunabereich wurde neu gefliest und durch einen Wintergarten ergänzt. Am 6. Dezember 2005 wurde der Förderverein Fössebad mit dem Ziel gegründet, das Schwimmbad für die Öffentlichkeit, Schulen und Vereine auch weiterhin zu erhalten. 2012 wurde der Freibadebetrieb eingestellt.

1838/40 Essigfabrik und Kornmühle Christian Niemeyer

Die Essigfabrik und Kornmühle gründete Christian Niemeyer. Später übernahmen seine Söhne Carl und Heinrich Niemeyer (1815-1890) die Unternehmen. 1851/52 gegründeten die Brüder die Saline Neuhall bei Badenstedt-Davenstedt. Heinrich Niemeyer war der letzte Gemeindevorsteher des Dorfes Linden und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. 1851 war er einer der Vorsteher der Kirchengemeinde St. Martin. Nach Heinrich Niemeyer wurde 1874 die Niemeyerstraße in Linden-Mitte benannt.

vor 1839 Schröder`s Fluß-Badeanstalt

Schröder`s Fluß-Badeanstalt befand sich an der Auestraße 2 a., in den Ohewiesen am Ihme-Ufer, in Linden-Süd. Die Badeanstalt bestand aus Zellenbädern und einem großen Schwimmbad für Herren. Regelmäßig gab es in den Sommermonaten für Kinder einen kostenlosen Schwimmunterricht in der Flußbadeanstalt. In den Jahren von 1934 bis 1937 wurde das Ihme-Ufer aufgrund von Hochwassergefahr begradigt und die Schrödersche Fluß-Badeanstalt geschlossen.

Schröder`s Fluss-Bade-Anstalt Hannover | 10.09.1897

Es gab im 19. Jh. drei weitere Fluß-Badeanstalten in der Gegend um das damalige "Neue Tor". Das 1876 eröffnete Garnisonsbad (ein Militärbad) an der Leine hinter dem Schützenhaus am Schützenplatz, das Städtische-Freibad in den Ohewiesen am Ihme-Ufer, an der Auestraße 36. in Linden-Süd und die Schradersche Fluß-Badeanstalt am Ihme-Ufer, Ohestraße 3 f., in der Calenberger Neustadt. Später Städtische Flussbadeanstalten Adolf Tiessler.

Schrader´s Badeanstalt | 08.08.1914

 

Schröder`s Fluss-Badeanstalt Hannover-Linden
11.07.1913

Städtische Flussbadeanstalten Adolf Tiessler
Hannover Ohestraße 3 F. | 04.06.1934

Städtische Flußbadeanstalt an der Ihme - Gaststätte
(Inh. Becker, Auestraße 36.)

1839-1931 Chemische Fabrik Johann Georg Heinrich Egestorff

Die Firma wurde speziell für die Herstellung von Soda und dessen Nebenerzeugnissen gegründet. Sie befand sich an der Göttinger Straße 14 (heute: HANOMAG AG Areal/Telekom AG Service Center Hannover), neben der Eisengießerei und Maschinenfabrik Egestorff. Die Fabrik war bis 1855 die einzige Sodafabrik im Königreich Hannover. 1872 verschmolz die Chemische Fabrik mit der Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken. 1890 übernahm man die Chemischen Werke in Nienburg/Weser. 1899 beschäftigte die Aktiengesellschaft in ihren Chemie-Unternehmen über 200 Arbeiter. 1931 wurde der Betrieb nach Nienburg/Weser verlegt und die Fabrik geschlossen.

1841 Essigbrennerei Behnsen und Hanitz

In der Essigbrennerei von Johann Heinrich Julius Behnsen (?-1857) und August Hanitz wurde Wein- und Bieressig sowie selbst produziertes Malz hergestellt. Die Brennerei befand sich an der Chausseestraße 117 a. (ab 1855 umbenannt in Deisterstraße - Göttinger Chaussee - Göttinger Straße), in Linden-Süd.

Der Kornhändler, Ölmüller und spätere Essigfabrikant Johann Heinrich Julius Behnsen hatte um 1845 Grundstücke im Auefeld - zwischen der späteren Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft (HANOMAG AG) an der Göttinger Straße und der Ihme - vom Vollmeier Johann Friedrich Konrad Nieschlag (1813-1873), für sich erwor­ben. Er wollte dort eine Ziegelei errichten. Stattdessen beauftragte er einige Bauunternehmer, um eingeschossige Fachwerkhäu­ser zu errichten. Auch das benachbarte Grundstück für die später parallel verlaufende Wesselstraße erwarb er und ließ dort Häuser bauen. Die neu entstandene Behnsenstraße wurde nach Johann Heinrich Julius Behnsen benannt.

1841/42-1871 Asphaltgrube und Fabrik Limmer von Diedrich Heinrich Henning

Um 1730 herum wurde erstmals Asphaltgestein zwischen Ahlem und Velber, an der Straße zwischen Hardenberg und Limmer, wo sich die Harenberger Straße (heute Heisterbergallee) an der Höhe senkt, entdeckt.

Gestützt auf die örtlichen Asphaltvorkommen errichtete 1841/42 der Gastwirt Diedrich Heinrich Henning, er war Besitzer des Ausflugslokals Limmerbrunnen, am Ufer der Fösse in Limmer (Wunstorfer Straße) seine Asphaltfabrik, es war die erste Asphaltfabrik Deutschlands. 1851 bekam man auf der Weltausstellung in London/England eine Medaille und wurde Königlicher Hof-Asphalt Lieferant. 1852 empfahl sich die Firma im Adressbuch für sämtliche Ausführungen in Asphalt.

Diedrich Heinrich Henning tat sich 1864 mit Johann Heinrich August Egestorff (1833-1919?), ein Cousin Johann Georg Heinrich Egestorfffs (1802-1868), zusammen. Er hatte 1860 ebenfalls Asphaltfelder bei Ahlem gekauft. Laut Adressbuch von 1866 und 1868 war nun der Kaufmann Johann Friedrich Andreas Geffers, verheiratet mit Sophie Luise Geffers, geb. Henning, Inhaber der Firma D. H. Henning. 1871 verkauften Egestorff und Geffers ihre Lagerstätten und Asphaltgruben an englische Investoren - die Englische The United Limmer and Vorwohle Rock Asphalt Company Ltd. wurde gegründet. 1874 wurden bereits 250 Arbeiter beschäftigt.

Heute befindet sich auf dem Grundstück der ehemaligen Asphaltfabrik die Außenterrasse des Schwanenburg-Restaurants im neu gestalteten Stichweh-Leinepark.

1841 Max Neuberg & Co., Mechanische Weberei Hannover-Linden, gegr. 1828

Siehe auch: 1828 Webereien am Ihme-Ufer

1845 Stärke- und Nudelfabrik D. H. Ehlermann & Kuhlmann

Die 1845 gegründete Stärke- und Nudelfabrik D. H. Ehlermann & Kuhlmann befand sich zuerst im Kreuzkirchhof 8. (An der Kreuzkirche 8.), in der Hannover-Altstadt. 1851 wurde die Fabrik in das Nedderfeld am Ihme-Ufer, in das heutige Linden-Nord verlegt.

Inhaber der Stärke- und Nudelfabrik D. H. Ehlermann & Kuhlmann waren der Oberkommerzienrat, Getreidehändler und Stärkefabrikant Dietrich Heinrich Ehlermann (?-1847) und Heinrich Konrad Dietrich Kuhlmann. Dietrich Heinrich Ehlermann stammte aus Bissendorf (Wedemark) in Niedersachsen und war Besitzer des Rittergutes Stemmen bei Barsinghausen in Niedersachsen. Privat wohnte Oberkommerzienrat Ehlermann im Kreuzkirchhof 8. (An der Kreuzkirche 8.), in der Hannover-Altstadt. Dort betrieb er zusammen mit Heinrich Konrad Dietrich Kuhlmann einen Getreidehandel und eine Stärkefabrik. Heinrich Konrad Dietrich Kuhlmann wohnte nicht in Hannover, sondern in Hagen bei Celle in Niedersachsen.

Nachdem Dietrich Heinrich Ehlermann 1847 starb, wurde Heinrich Konrad Dietrich Kuhlmann nach Absprache mit den Erben Ehlermanns am 28. November 1847 alleiniger Inhaber der Stärke- und Nudelfabrik D. H. Ehlermann & Kuhlmann. Die Fabrik wurde 1851 ins Nedderfeld am Ihme-Ufer, in das heutige Linden-Nord, in die 1862 nach der Stärkefabrik benannten Stärkestraße 13. verlegt. Am neuen Fabrikstandort wurde eine 6-PS starke Dampfmaschine mit Kondensation und Balancier eingesetzt. Man produzierte 1871 rund 18.000 Ztr. Weizen. Im März 1873 wurde die Stärke- und Nudelfabrik D. H. Ehlermann & Kuhlmann dann aufgegeben.

Die 1883/84 gegründete Hannoversche Caoutchouc-, Guttapercha- und Telegraphen-Werke in Linden vor Hannover, seit 1897 Vereinigte Gummiwarenwerke-Fabriken Hannover-Harburg-Wien - übernahm später das Betriebsgebäude.

Siehe auch: 1883/84 Hannoversche Caoutchouc-, Guttapercha- und Telegraphen-Werke in Linden vor Hannover, seit 1897 Vereinigte Gummiwarenwerke-Fabriken Hannover-Harburg-Wien

vor 1847 Uhrgehäusemacher Friedrich Busse

Die Werkstatt von Friedrich Busse befand sich in der Blumenauer Straße 89., in Linden-Mitte.

1848 Maschinenfabrik Carl Haasemann & Söhne (eigentlich: Hasemann & Söhne)

Die 1848 gegründete "Maschinenfabrik Carl Haasemann & Söhne", zeitweilig auch "Haasemanns Wagenfabrik" genannt, befand sich an der Blumenauer Straße 75. und Minister-Stüve-Straße 8-10. in Linden-Nord. Das Unternehmen stellte alle Arten von Landmaschinen her. Firmengründer war der spätere Fabrikant Johann Carl Friedrich Christian Haasemann (1822-1894).

Um 1895 besaß die Firma ein Patent, für eine selbsttätige "Häckselmaschine" mit Sicherheits-Ausrückvorrichtung. Auf der 17. Landwirtschaftlichen Wanderausstellung vom 18. bis 23. Juni 1903 in Hannover war auch die "Maschinenfabrik Carl Haasemann & Söhne" mit einem Ausstellungsstand vertreten.

Die Haasemannstraße wurde 1909 nach dem ehemaligen Hof (Kötnerstelle No. 15, Schafmeisterei) der Familie benannt. Von 1900 bis 1912 wurden auf dem Gelände viergeschossige Wohnbauten errichtet. Der Bruder Georg Haasemann (1820-1901), Besitzer einer Schmiede, später auch Fabrikant, und verheiratet mit Pauline Haasemann, geb. Schaussburg (1821-1885), fügte im 19. Jh. seinem Nachnamen ein weiteres a hinzu, so wurde aus Hasemann = Haasemann mit zwei a.

Mehr über die Familie Haasemann | Haasemannstraße

1848 Stärkefabrik Paulmann

Die Stärkefabrik Paulmann beschäftigte 1851 sechs Arbeiter.

C. Haasemann & Söhne Hannover-Linden
Westpreussische Landschsft | 15.10.1900

vor 1849 Rohhäute- und Fellhandlung Louis A. Fischer, dann Inhaber Max Fischer

Die Rohhäute- und Fellhandlung des Kaufmanns Louis A. Fischer befand sich laut den Adressbüchern von 1849 und 1858 in der Falkenstraße 6. und ab 1866 dann in der Falkenstraße 67 a., beides in Linden-Mitte. Die Firma handelte außerdem mit Metall-, Lumpen- und Knochen. Ab 1905 war Max Fischer (?-1928) der Eigentümer, er behielt den Firmennamen bei. Später zog man in die Falkenstraße 13. um, in der Falkenstraße 15. befand sich das Lagerhaus. Es gab auch einen Lagerplatz in der Limmerstraße 126 a., in Linden-Nord.

Als Prokuristen wurden der jüdische Kaufmann Alfred Fischer (1877-1931) und der jüdische Buchhalter Julius Frankenstein (1860-1942) eingesetzt. Alfred Fischer wohnte privat in der Niemeyerstraße 12. und ab ca. 1928 in der Jacobsstraße 10., in Linden-Mitte. Er starb am 7. März 1931 im Alter von nur 54 Jahren. Julius Frankenstein wurde am 22. Mai 1860 in Linden bei Hannover geboren und wohnte am Goetheplatz 6., in der Calenberger-Neustadt. Er wurde am 23./24. Juli 1942 von den Nationalsozialisten in das Ghetto Theresienstadt/Tschechien deportiert und starb dort am 3. Oktober 1942.

Ab November 1941 wurde die ehemalige Garnisonsstadt Theresienstadt, die 60 km nördlich von Prag/Tschechien liegt, als Ghetto für Juden aus Böhmen und Mähren genutzt, und ab Juli 1942 auch als für deutsche und österreichische Juden.

Max Fischer wohnte auch privat in der Falkenstraße 13 und vor 1928 in der Oeltzenstraße 6, in der Calenberger-Neustadt. Er war nicht nur Eigentümer der Firma sondern auch der Besitzer, der Häuser Falkenstraße 13 und später (um 1915) der Falkenstraße 15, sowie der Grundstücke Hohe Straße 16 und 17. Max Fischer starb am 27. Januar 1928. Nach seinem Tod wurde das Ladenlokal der Rohhäute- und Fellhandlung in die Röttgerstraße verlegt. Sein Großneffe Kurt Fischer-Goldschmidt (1905-?) und seine Großnichte Hildegard Fischer-Goldschmidt (1909-?) bekamen einen Teil seines Erbes zugesprochen.

Die jüdischen Geschwister stammten aus Frankfurt am Main/Hessen. Kurt Fischer-Goldschmidt war Kaufmann und Hildegard Fischer-Goldschmidt war Kindergärtnerin von Beruf. Anfang Juni 1927 zogen sie nach Hannover. Hildegard Fischer-Goldschmidt wohnte zeitweilig in Hannover-Ahlem und zog am 30. September 1932 wieder zurück nach Frankfurt am Main.

Oeltzenstrasse - Hartwigstrasse | 05.09.1916

In Frankfurt am Main lebte ihre Mutter Dora Goldschmidt, geb. Fischer. Sie übertrug ihrer Mutter die Rechte an ihrem Erbteil und wanderte am 11. Juni 1934 nach Palästina (Israel) aus. Von Palästina aus zog sie dann weiter in die USA und wohnte in New York City/USA. Sie hatte geheiratet und hieß von nun an Hildegard Lazer.

Kurt Fischer-Goldschmidt war durch das Erbe zum Miteigentümer und Verwalter der Immobilien geworden. Als Eigentümerin wird die Witwe E. Fischer mit Wohnsitz im Ausland genannt. Privat wohnte Kurt Fischer-Goldschmidt erst in der ehemaligen Wohnung von Max Fischer in der Calenberger-Neustadt und seit Januar 1933 in der Lönsstraße 4 im Hannover-Zooviertel. Beruflich war er für die Bleichröder & Co. Assekuranz G.m.b.H. aus Hamburg als deren hannoverscher Vertreter tätig.

Am 10. April 1936 ging Kurt Fischer-Goldschmidt an Bord des Dampfers Baarn der Royal Netherlands Steamship Comp. und reiste mit einer Rückfahrkarte - nach Valparaiso in Chile. Angeblich beschloss er erst nach seiner Ankunft, auf Dauer in Chile bleiben zu wollen. In Wirklichkeit hatte Kurt Fischer-Goldschmidt seine Flucht sorgfältig vorbereitet. Von seiner Mutter Dora Goldschmidt hatte er 10.000 Reichsmark (RM) für die Reise erhalten und ihr dafür die Einnahmen aus seinen Immobilien in Hannover-Linden notariell abgetreten. Außerdem hatte er den jüdischen Kaufmann Hans Wolfes (1876-?), wohnhaft Am Schiffgraben 23., in Hannover, Inhaber der Kohlenhandlung Hermann Wolfes, in der Georgstraße 16 in Hannover-Mitte, als Generalbevollmächtigten für seine Angelegenheiten betraut. Hans Wolf emigrierte 1939 nach Luxemburg. Dora Goldschmidt hatte zunehmend Mühe ihren Lebensunterhalt, wegen der zahlreichen Repressalien, durch die Nationalsozialisten zu bestreiten. Sie beschloss Deutschland in Richtung Chile zu verlassen. Am 24. April 1939 wurde ihr die Genehmigung hierzu erteilt.

Die Immobilien in der Falkenstraße und in der Hohe Straße waren stark mit Hypotheken belastet. Am 15. April 1941 teilte das Bankhaus Niehus dem Oberfinanzpräsidium Hannover mit, dass die vier Grundstücke an Heinz Reimann aus Hannover verkauft worden seien; ein Barkaufpreis sei dabei nicht erzielt worden. Die Grundstücksverwaltung übernahm Max Handke aus Berlin. Es ist nicht bekannt ob Kurt Fischer-Goldschmidt je versucht hat sein Eigentum zurück zubekommen.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies MA. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Projekt - www.lebensraum-linden.de

1850 Knochenstampfe von Johann Georg Heinrich Egestorff

Die Knochenstampfe wurde mit Dampf betrieben und hatte zwei Walzen.

1850 Ultramarinfabrik Meyer & Röhrig

Die Fabrik von Carl August Meyer und Wilhelm Röhrig befand sich in der Deisterstraße 33., in Linden-Süd. Carl August Meyer wohnte Privat in der Knochenhauerstraße 2. in der Hannover-Altstadt.

1851/52 Saline Neuhall der Brüder Carl und Heinrich Niemeyer & Co.

Zwischen der Gemeinde Davenstedt, Carl Niemeyer und seinem Bruder Heinrich Niemeyer (1815-1890) wurde 1851 ein Vertrag zur Errichtung einer Saline auf Badenstedter Gebiet geschlossen. Die Saline Neuhall der Brüder Niemeyer & Co. produzierte ab 1852 jährlich ca. 26.000 t Kochsalz. Die Saline lag in der Nähe von Egestorffshall in Badenstedt-Davenstedt. Geschäftsführer der Saline war 1866 J. H. Riggert. Wegen Fehlinvestitionen und einer Wirtschaftskrise musste die Saline Neuhall der Brüder Niemeyer & Co. 1872 an die Erbengemeinschaft Georg Egestorffs, er war 1868 gestorben, verkauf werden.

Ab 1873 übernahm die 1872 gegründete Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken, die nördlich der Fösse gelegene Saline Neuhall. Die Aktiengesellschaft (AG) beschäftigte 1899 in ihren Chemie-Unternehmen mehr als 200 Arbeiter. Ab 1901 wurde für Neuhall und Egestorffshall ein direkter Anschluss für Kohletransporte aus Barsinghausen am Deister geschaffen. Mit speziellen Güterwaggons wurde die Kohle für die Beheizung der Siedepfannen bis 1952 gefahren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch die britische Besatzungsmacht zunächst keine Betriebserlaubnis für die Saline Neuhall erteilt. Nachdem die hannoversche Kali Chemie AG die Saline erwarb, legte sie dann 1965 den Betrieb still.

1852 Brauerei Brande & Meyer, seit 1871 Lindener Aktien-Brauerei vorm. Brande & Meyer,
seit 1921 Lindener Aktien-Brauerei (LAB), seit 1968 Lindener Gilde Bräu AG, seit 1988 Gilde Brauerei AG

1852-1886 Seifensiederei und Chemischefabrik Bodo Unger

Der Autor, Chemiker und Unternehmer Bodo Unger (1819-1885) wurde am 23. Januar 1819 in Hannover geboren. Durch verschiedene Publikationen machte er sich als Wissenschaftler einen Namen und veröffentlichte mehrere Studien. Seit dem 15. April 1858 war Bodo Unger auch Mitglied der 1777 gegründeten Freimaurerloge (Johannisloge) "Zur Ceder" in Hannover.

Bodo Unger erwarb 1851 ein Grundstück im Lindener Nedderfeld (Linden-Nord) an der Leine, auf dem er ab 1852 eine Fabrik zur Seifensiederei errichtete. Durch die Fabrik wurden ab 1870 wertlose Salzlösungen in die Leine abgeleitet. Wie man das machte, ist unbekannt. Bei den Behörden in Hannover erweckte dies große Besorgnis, dass das Unternehmen die königlichen Gärten jenseits der Leine in Herrenhausen durch Emissionen verunreinigen könnte. In der Fabrik wurde auch Goldschwefel hergestellt. Nachdem Bodo Unger am 9. Juni 1885 in Linden starb wurde Anfang 1886 die Produktion in der Fabrik eingestellt.

Vermutlich wurde die 1876 angelegte Ungerstraße in Linden-Nord nach Bodo Unger benannt. Heute befindet sich auf dem sanierten, ehemaligen Fabrikgrundstück ein Kinderspielplatz.

1853 Lindener Seifenfabrik, seit 1877 Lindener Seifenfabrik Gebr. Luhn

Die Lindener Seifenfabrik wurde 1853 gegründet und wurde ab 1877 unter Lindener Seifenfabrik Gebr. Luhn betrieben. Die Fabrik befand sich in der Deisterstraße 71., in Linden-Süd. Um 1905 wurde Robert Weber Inhaber der Seifenfabrik. Das Unternehmen produzierte 1906 ca. 300 000 Kg Seife.

1853 Ziegeleien und Kohlenhandel von Hermann Heinrich Stephanus

Hermann Heinrich Stephanus (1827-1899) gründete 1853 die Ziegeleien und den Kohlenhandel. Für seine Ziegel verwendete er den am Lindener Berg abgebauten blauen Ton. Die Kohlenhandlung befand sich an der Fössestraße 4-12, bis 1866 hatte er den Alleinvertrieb der Zeche Barsinghausen bei Hannover. Seit 1855 war er mit Elisabeth Crusius (1837-?) verheiratet, der Tochter des Philologen und Gymnasiallehrers Gottlob Christian Crusius (1785-1848). Das Ehepaar hatte fünf Kinder.

Im April 1872 wurde Hermann Heinrich Stephanus Beigeordneter und stellvertretender Gemeindevorsteher in Linden, und am 1. Dezember 1882 kommissarischer Gemeindevorsteher. Am 3. September 1883 wurde er stellvertretender Bürgermeister Lindens und brachte als solcher 1885 die Verhandlungen über die Verleihung des Stadtrechts an Linden zum Abschluss. Von 1885 bis 1888 war Hermann Heinrich Stephanus Mitglied im Preußischen Abgeordnetenhaus. Bei den Reichstagswahlen für die Deutsch-Hannoversche Partei (DHP) war er jedoch nicht erfolgreich. Auf Anraten des Senators Stephanus erwarb der Lindener Magistrat die Nachtwächterfigur für den Marktbrunnen auf dem Lindener Marktplatz. Mit Hilfe des Lindener Bürgervereins von 1883 und einer Spende von 5000 Reichsmark (RM) des Senators konnte die Bronzestatue den Hannoveranern abgekauft werden und am 20. September 1896 wurde das Denkmal feierlich auf dem Lindener Marktplatz enthüllt.

Hermann Heinrich Stephanus schied aus gesundheitlichen Gründen am 1. Oktober 1899 aus dem Lindener Magistrat aus. Er starb am 16. Oktober 1899 in Linden und wurde auf dem Lindener Bergfriedhof beerdigt. Das schmucklose Familiengrab ist noch vorhanden. Nach Hermann Heinrich Stephanus ist 1895 die Stephanusstraße in Linden-Mitte benannt worden.

Richard Stephanus (1898-1972), Tennisspieler und Förderer des Tennissports

Richard Stephanus übernahm nach seinem Abitur und einem Jura- und Volkswirtschaftsstudium das väterliche Kohlengeschäft und später dann auch die übrigen Unternehmungen. Er war ein bekannter Tennisspieler und Förderer des Tennissports, sowie von 1949 bis 1951 Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Für seine Verdienste wurde ihm die Goldene Ehrennadel des DTB verliehen. Richard Stephanus wurde auf dem Lindener Bergfriedhof beerdigt. Das Familiengrab ist noch vorhanden.

Stephanus-Stiftung

Die Stephanus-Stiftung wurde am 9. August 1892 von Hermann Heinrich Stephanus ins Leben gerufen. Stiftungszweck ist die Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen aus Linden. Die Stiftung stattete er mit einem Stiftungskapital von 500.000 Mark aus. Der Stiftungsvorstand bestand um 1905 aus dem Magistrat der Stadt Linden. Über die Verteilung der einzelnen Zuwendungen entschied eine aus 11 Mitgliedern bestehende Stiftungskommission.  

Villa Stephanus I

An der Nordspitze des Lindener Marktplatzes (Davenstedter Straße 4., Linden-Mitte) befindet sich die 1865 bis 1870 für den ehemaligen Senators Stephanus errichtete Villa-Stephanus. Das Gebäude ist heute denkmalgeschützt und wird noch immer von der Familie Stephanus genutzt. (siehe Karte rechts).

Villa Stephanus II

In der Gartenallee 14. befindet sich noch eine weitere Villa der Familie Stephanus. Dieses Gebäude wurde 1900 in Auftrag gegeben und während der Weltwirtschaftskrise 1930 verkauft.

Zur Zeit der Nationalsozialisten befand sich in dem Gebäude die Sturmabteilung (SA) / Gruppe Niedersachsen. 1943 zerstörten Kriegs-Bomben Teile der Dachkonstruktion und die Ostseite des Hauses. 1945 erfolgte der Wiederaufbau, ohne dass das Gebäude sein ursprüngliches Aussehen wieder erhielt.

Die britische Militärregierung, das Ordnungsamt der Stadt Hannover und die Polizei Hannover zogen 1945 in das Gebäude. Das Ordnungsamt zog 1981 aus, nur die Polizei (9. Revier PI West) blieb. Am 10. Oktober 2011 zog dann auch die PI West um, und die Villa stand leer. Im Sommer 2013 wurde mit dem Umbau zu einem Wohnhaus, mit teilweiser Wiederherstellung der ursprünglichen Fassade begonnen.

Gruss aus Linden vor Hannover - Marktbrunnen
(im Hintergrund die Villa Stephanus I) | 09.05.1898

vor 1855 Eisen- und Eisenwarenhandlung Matthias Ludwig Göttgens

Die Eisen- und Eisenwarenhandlung von Matthias Ludwig Göttgens befand sich im Neuen Weg 66, später in Falkenstraße umbenannt. Die Firma hatte ein großes Lager an Kupfer- und Messingkesseln aller Art. 1872 war man in der Falkenstraße 1 ansässig.

vor 1855 Brauerei Emmermann

Die Brauerei von Heinrich Karl Emmermann, befand sich laut Adressbuch von 1855 bis 1875, in der Blumenauer Straße 8. 1867 beschäftigte man sechs Arbeiter und produzierte Lagerbier. Der Braurereibesitzer war auch Besitzer des Hauses und wohnte auch in der Blumenauer Straße 8.

1855 Feilenhauerei und Schleiferei Friedrich Röttger

Die Feilenhauerei und Schleiferei wurde vom Senator Friedrich Röttger in der Falkenstraße 30 gegründet. Um 1900 zog man in die Davenstedter Straße 6 um.

1856 Nordmannisches Eisenwerk

1856-1991 Maschinenfabrik - Kessel- und Apparatebau Albert Knoevenagel

1856-1945 Lindener Zündhütchen- und Thonwarenfabrik, ab 1925 Dynamit Nobel AG

Die Lindener Zündhütchen- und Thonwarenfabrik wurde 1856 von Johann Georg Heinrich Egestorff (1802-1868) am Lindener Berg gegründet. Die Fabrik befand sich an der Hamel­ner Chaussee (heute: Hanomagstraße - Bornumer Straße).

Anfangs produzierte man Tontauben für den Export nach England, später wurden Zündhütchen und Metallpatronen (jährliche Jahresproduktion = 300 Millionen Zündhütchen und Metallpatronen) hergestellt. Alle Produkte wurden auch exportiert. Bereits 1861 errichtete das Unternehmen auf dem Hof ihrer Ziegelei in Empelde/Ronnenberg bei Hannover einen Zweigbetrieb.

Nach Georg Egestorffs Tod 1868 wurde die Firma von seinem Schwiegersohn, dem Geheimen Kommerzienrat und Fabrikanten Johann Friedrich August Buresch (1818/21-1885) geführt. Er heiratete zuvor am 15. Juli 1856 Georg Egestorffs Tochter Georgine Wilhelmine Egesttorff (1836-1904) und wurde 1872 zusammen mit seinem Schwager Johann Georg Friedrich Adolph Hurtzig (1825-1897), kurz "Fritz" genannt, Mitglied des Verwaltungsrats bei der neu geschaffenen Georg Egestorff Salzwerke AG. Der Unternehmer und Wirtschaftsführer war von 1867 bis 1874 der erste Präsident der Handelskammer Hannover, heute IHK-Hannover - und Mitglied in weiteren Aufsichtsräten und deren Vorsitzender. Nach Johann Georg Friedrich Adolph Hurtzig wurde Johann Friedrich August Buresch von 1874 bis zu seinem Tod am 7. Oktober 1885 Präsident der Handelskammer.

Zündhütchen-Fabrik Georg Egestorff Linden vor Hannover | Korrespondenz vom 13. October 1876,
an Carl Stiegele jun. Königl. Hof-Gewehrfabrikant München - gezeichnet für Georg Egestorff, Heitmüller.

Die Firma wurde 1879 in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. 1914 wurde die Fabrik wegen der Gefährlichkeit, der Produkte auf ein freies Feld nach Empelde/Ronnenberg verlegt. Im Ersten Weltkrieg fertigte man auch Sprengsätze und Munition, ausschließlich fürs Militär. Auf dem Teil des Geländes der ehemaligen Zündhütchen- und Thonwarenfabrik vormals Georg Egestorff wurde 1922 ein kombiniertes Beamtenwohnhaus und Verwaltungsgebäude der HANOMAG AG errichtet. Die 1865 gegründete Dynamit Nobel AG übernahm 1925 den Munitionsbetrieb, aber bereits 1928 legte sie das Werk still.

Im Rahmen der allgemeinen Aufrüstung kam es 1938 zur Wiederaufnahme des Betriebes in Empelde/Ronnenberg. Gefertigt wurden Zündpillen und Zünder sowie Patronen und Hülsen für Flak-, Pak- und Infanteriemunition. Zu dieser Zeit entwickelte sich das Werk in zu einem der größten Rüstungsbetriebe im Bereich des Rüstungskommandos Hannover. 1944 wurden 3.800 Beschäftigte eingesetzt. Auch zahlreiche Fremd- und Zwangsarbeiter wurden beschäftigt, im örtlichen Lager waren 1.500 Menschen untergebracht. Mit dem Kriegsende kam die Stilllegung und Teile der Anlagen wurden demontiert.

Die noch erhaltenen Bunker und Hallen wurden 1983 abgerissen. Auf dem Gelände entstand der “Wohnpark am See“. Erst als schon Gebäude errichtet und bewohnt waren, wurde nach Untersuchungen die starke Kontaminierung des Bodens bekannt. Die Region Hannover und die Stadt Ronnenberg/Empelde begannen dann mit der Bodensanierung. 1999 wurde berichtet, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst ca. sechs Tonnen Munition und Sprengstoff geborgen hat. Heute stehen noch zwei historische Gebäude am Nordrand des ehemaligen Werksgeländes, ein Verwaltungsgebäude und ein Wohnhaus.

1857-1945 Friedrich Bähre & Sohn - Fabrik für Holzbearbeitung mit Dampfbetrieb

Die Firma Friedrich Bähre & Sohn befand sich in der Garten Allee 11 und Minister-Stüve-Straße 22, heute steht auf dem Grundstück das KompetenzCenter der Hannoverschen Volksbank eG. Der Betrieb war spezialisiert auf Eichenholz.

1857 Hannoversche Kunstdüngerfabrik AG

Die Kunstdüngerfabrik befand sich erst in der Deisterstraße 41, danach Nummer 46. Direktor der Aktien-Gesellschaft war 1868 Gustav Miehe und 1872 Ludwig Elsaßer. 1872 beschäftigte man 22 Arbeiter und sechs Arbeiterinnen.

1857 Umwandlung der Stellmacherei Oelschläger in die Wagenfabrik Oelschläger

Die Fabrik befand sich in der Auestraße. Aus der Firma entstand 1898 die HAWA - Hannoversche Waggonfabrik.

Am 24. März 1857 kam auf der Ihme das erste Dampfschiff an.

vor 1858 Brauerei August Grobe

Die Brauerei des Bierbrauers und Böttchers August Grobe, befand sich laut Adressbuch von 1858 in der Schmiedestraße 44 (Hannover-Altstadt), später um 1866 in der Blumenauer Straße 24 in Hannover-Linden. 1867 beschäftigte er zwei Mitarbeiter und produzierte Lagerbier. Man braute aber auch Braun - und Weißbier.

vor 1858 Destillations- und Likörfabrik George Erzgräber

Die Destillations- und Likörfabrik von George Erzgräber befand sich laut Adressbuch von 1855 bis 1872 in der Deisterstraße 8 (damals noch Chausseestraße). Laut Adressbuch von 1875, 1888 und 1897 in der Deisterstraße 9. George Erzgräber war auch Besitzer des Hauses und wohnte auch in der Deisterstraße 8/9.

vor 1858 Gaststätte "Zum Holländer"

Die Traditionsgaststätte "Zum Holländer" - Am Lindener Marktplatz 5., in Linden-Mitte, gab es schon vor 1858. Allerdings damals noch unter Falkenstraße 59. - Ecke Todtengang, da es den Lindener Marktplatz noch nicht gab.

Hier trafen sich lange vor dem Bau des "Neuen Lindener Rathauses" beim Gastwirt Gustav Probst, bereits vor 1866 erwähnt, die niederländischen Flussschiffer, die regelmäßig am Ihme-Ufer / Ihme-Hafen ihre Schiffe festmachten. Gustav Probst, der seit 1872 auch Hotelbesitzer (Hotel zum schwarzen Bären) war, wohnte laut Adressbuch von 1868 in der Deisterstraße 5., in Linden-Mitte. Nach Gustav Probst kam der Gastwirt Rabe und nach Wirt Rabe waren 45 Jahre lang Luise und Heinrich Piepho hinter der Theke zuständig. Nach Heinrichs Piephos Tod führte Luise Pipho das Lokal alleine weiter. Die Gaststätte war später (bis 1886) das Vereinslokal des am 24. Oktober 1874 gegründeten Männer-Turn-Verein zu Linden (MTV), später umbenannt in SG 74. Am 22. Oktober 1876 wurde im Gasthaus "Zum Holländer" auch die Freiwillige Ortsfeuerwehr Linden gegründet.

Der Bandonion-Cub "Lyra" probte und spielte um 1900 unter der Leitung des Dirigenten und Unternehmers Richard Winkler in der Gaststätte "Zum Holländer". Richard Winkler soll vor 1910 auch eine Bassbandonion-Fabrik in Hannover oder Linden gegründet haben. Bis 1962 existierte der Bandonion-Cub "Lyra" noch.

Die bekannteste und auch letzte Holländerwirtin war Hella Jacobsen. Sie hatte die Gaststätte 15 Jahre lang betrieben. In dem ehemaligen Vereinslokal der "Freihand Schützengesellschaft Linden von 1906 e.V." gab es ihre berühmten, hausgemachten Bratkartoffeln. Als Hella Jacobsen bedingt durch Krankheit im Januar 1999 in den Ruhestand gehen musste, ging es aber unter anderer Bewirtschaftung weiter. Bis dann doch für die Gaststätte "Zum Holländer" endgültig Schluss war. Bis April 2006 war in den Räumen das "Centrum", dann die "Bar Central" zu Hause und nach einem Umbau heißt das Lokal nun wieder "Centrum".

1858 Ultramarinfabrik August Egestorff

Johann Heinrich August Egestorff (1833-1919?), ein Cousin Georg Egestorffs), gegründet 1858 seine Ultramarinfabrik und 1860 eine Asphaltfabrik. Später gehörte ihm noch eine Dampfziegelei in Berenbostel bei Hannover und eine Schwerspat- und Sägemühle in Sankt Andreasberg im Harz.

Die Fabrik wurde auf dem Gelände der zuvor geschlossenen Stärkefabrik Paulmann in der späteren Stärkestraße in Linden-Nord errichtet. Einziger Fabrikationszweig war die Herstellung und der Vertrieb des Ultramarinblaus.

Die Fabrik wurde im Volksmund auch die Blaue genannt. In der Werkhalle stand eine 200-PS starke Dampfmaschine. Die Firma wurde ab 1871 in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. Das Unternehmen hieß nun Hannoversche Ultramarinfabrik, vormals August Egestorff Linden vor Hannover. Johann Heinrich August Egestorff wohnte in der Glockseestraße 36.

1858 Lindener Uhrenhaus Lammert

Das Uhrenhaus Lammert befand sich in der Deisterstraße 26., Linden-Süd. Familie Lammert war Eigentümer der Immobilie. Laut Adressbuch von 1928/29 war der Uhrmachermeister Emil Lammert Besitzer der Firma.

Hannoversche Ultramarin-Fabrik | 19.01.1888

1859 Fuhrunternehmen und Beerdigungsinstitut Friedrich (Fritz) Bertram

Das Beerdigungsinstitut Bertram, zuerst ein Fuhrunternehmen, befand sich in der Falkenstraße 27 a., später (vor 1915) dann in der Falkenstraße 17. Am 31. Dezember 1920 kaufte der Fuhrwerksbesitzer Friedrich, genannt Fritz Bertram das Haus in der Falkenstraße 17. Später (nach 1934) übernahm die Familie Rudolph das Haus und das Unternehmen. Dorothea Rudolph wurde Geschäftsführerin der Firma Bertram und Inhaberin der Immobilie. Fritz und Wilhelmine Bertram betrieben im Erdgeschoss auch einen Rohproduktenhandel aller Art mit Lumpensortieranstalt. Auch der Autodroschken- und Automobilverleihbetrieb von Heinrich Berghahn, der noch nach 1929 in der Falkenstraße 17 ansässig war, und die Kohlehandlung von Heinrich Albert befand sich im Hof der Falkenstraße 17. Das Haus Falkenstraße 17 besteht heute nicht mehr, es wurde nach 1968 abgerissen. Heute befindet sich hier der Schulhof der Helene-Lange-Schule (ehemals: Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium).

1859 Uhrengeschäft C. v. d. Halben

Das Uhrengeschäft C. v. d. Halben wurde vom Inhaber G. Jasch in der Falkenstraße 5 geführt.

1859 Lindener Brauerei Leidenroth & Reiff, seit 1873 Neue Lindener Brauerei Leidenroth & Reiff, seit 1879 Neue Lindener Brauerei von L. Leidenroth , seit 1887 Weißbierbrauerei Wilhelm Hofmann, seit 1896 Weißbierbrauerei Johann Hofmann, seit 1902 Weißbierbrauerei Wilhelm Liebscher und seit 1917 Erste Lindener Weißbierbrauerei Ernst Liebscher

Die Lindener Brauerei Leidenroth & Reiff befand sich in der Deisterstraße 36., in Linden-Süd. 1867 beschäftigte die Brauerei acht Mitarbeiter.

Die Lindener Industrie von 1860-1870

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Anzeigen / Belege / Postkarten / Text / Werbeanzeigen

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies MA. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Der Limmerbrunnen | Horst Bohne | Lebensraum Linden | 2009
Die bewegte Geschichte des Fössebades | Torsten Bachmann - Freier Journalist | Lindener Geschichte | 2009
Egestorff | Wilhelm Treue | Niedersächsische Landeszentrale - Heimatdienst | 1956
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann | August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Salzbergbau und Salinenkunde | F. A. Fürer, Königlich preußischer Bergrat und Salinendirektor | Verlag Friedrich Vieweg & Sohn Braunschweig | 1900
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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