Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe von 1646-1837

- Auflistung mit einigen Eckdaten zu den Betrieben -

um 1646 Hengstmannsche Hof und Falkonierhof

Um 1646 wurden die ersten Vorläufer der Gaststätte "Zum Schwarzen Bären", der Hengstmannsche Hof und der Falkonierhof gegründet. Später, ca. 1700 errichtete der Graf von Platen (1631-1709) eine Leinewebersiedlung, eine Schmiede, eine Bierbrauerei, eine Branntweinbrennerei und eine Wachsbleicherei.

vor 1774 Hotel und Gasthaus "Zum Schwarzen Bären", ab 1902 Restaurant Schwarzer Bär/Bärenhöhle

Schon vor 1774 wurde die Gaststätte und das Hotel, "Zum schwarzen Bären“, mit der damaligen Adresse Chauseestraße 82. und dann später in Deisterstraße 8., in Linden-Mitte, unbenannt, erwähnt.

Freimaurer | Johannisloge "Zum Schwarzen Bär"

Die Gaststätte beherbergte die Freimaurerloge | Johannisloge "Zum Schwarzen Bär". 1774 gründeten 15 Freimaurerbrüder die Loge in der gleichnamigen Gaststätte unter Leitung des ersten Stuhlmeisters Adolf Ludwig Freiherr von Spörcken (1729-1784). Das Logensiegel bildet einen Bären auf vier Füßen ab. Ab Januar 1779 finden die Logenabende im Albertinischen Haus, in der Seilwinderstraße 4, in der Hannover-Altstadt und nicht mehr in Linden statt. Am 16. Juli 1935 löst sich die Loge auf Befehl der Nationalsozialisten auf. Letzter Stuhlmeister war der Verlagsbuchhändler Oscar Schmorl (1872-1950), Buchhandlung Schmorl und von Seefeld. 1946 versammeln sich 14 Logenbrüder in einer Gaststätte in der Celler Straße in Hannover-Mitte und Oscar Schmorl übernahm wieder die Leitung der Johannisloge "Zum Schwarzen Bär".

Hotel zum Schwarzen Bären | 26.12.1897

Loge - Zum Schwarzen Bär, Hannover (Linden) | 11.05.1932

Laut Adressbuch von 1849 war Ernst Alten und danach, laut Adressbuch von 1868 bis 1897 Gustav Probst Inhaber des Hotels "Zum schwarzen Bären". Der Gastwirt Probst betrieb auch schon seit 1866 die Gaststätte "Zum Holländer“ am Lindener Marktplatz 5, allerdings damals noch unter Falkenstraße 59., Ecke Todtengang, da es den Lindener Marktplatz noch nicht gab.

Metallarbeitergewerkschaft "Vulkan-Union”

Am 30. August 1868 gründen Metallarbeiter in der Gaststätte "Zum Schwarzen Bären" die Metallarbeitergewerkschaft "Vulkan-Union”, für Linden und die Stadt Hannover, mit Louis Schulze als Vorsitzenden. Louis Schäfer übernahm 1897 das Hotel und die Gaststätte von Gustav Probst.

Gründung des "Creditvereins Linden eGmbH" in der Gaststätte "Zum Schwarzen Bären“

Am 27. März 1890 gründeten 34 Lindener Bürger im Saal in der Gaststätte "Zum Schwarzen Bären" den Creditverein Linden eGmbH. Als Sitz des Vereins wurde die Privatwohnung des 1. Bankdirektors Adolf Schlüter an der Deisterstraße 74., Ecke Posthornstraße, in Linden-Süd, genutzt. Am 15. April 1890 nahm der Creditverein Linden dann seinen Geschäftsbetrieb auf.

Jugendstilhaus und Gaststätte "Zum Schwarzen Bären“

Nachdem das alte Hotelgebäude abgebrochen wurde, wurde das Haus und die Gaststätte "Zum Schwarzen Bären", 1902 als repräsentatives Jugendstilhaus in der Deisterstraße 8. (heute Schwarzer Bär 8.) neu errichtet. Die Entwürfe stammten vom Architekten Waldemar Haack, der auch Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA) war. Bekannt wurde die Gaststätte auch als Restaurant "Bärenhöhle". Der Gastronomiebetrieb bestand aus einem Café, einem Damen- und Gesellschaftszimmer, Restaurant, Saal, Weinzimmer und einer Weinhandlung. Ludwig Utermöhlen war 1909 Inhaber, 1910 Willy Bock und später dann der Gastwirt und Hotelier Theodor Kreimeier (1873-1917). Theodor Kreimeier war mit Dorothea Kreimeier verheiratet und hatte einen Sohn. Er betrieb ab 1913 auch den "Lindenhof" in der Deisterstraße 15., in Linden-Mitte. Der Gastwirt starb am 4. Mai 1917 als Soldat im Ersten Weltkrieg, in Aisne/Frankreich.

Am schwarzen Bären | 25.10.1910

Schwarzer Bär - Cafe | 22.03.1908

Stenografen Verein "Stolze-Schrey" und Lichtspieltheater "Victoria-Theater".

Im Gebäude war auch die Geschäftsstelle des Stenografen Vereins "Stolze-Schrey" und ein Lichtspieltheater, das "Victoria-Theater" untergebracht. Das Kino hatte 233 Plätze und wurde 1910 von der erst 23-jährigen Wilhelmine Kaufmann (1885-1945) und ihrem älteren Bruder übernommen. Sie eröffnete 1908 auch das erste Lichtspielhaus in Linden, die "Apollo-Lichtspiele", heute Apollo Kino, in Linden-Nord. In der Minister-Stüve-Straße 14. befand sich die Direktion beider Filmtheater. Im März 1928 zeigte man im Victoria-Theater "Pat und Patachon auf dem Pulverfass". Hauptdarsteller des 1927 produzierten Spielfilms waren Carl Schenstrøm (1881-1942) als Pat und Harald Madsen (1890-1949) als Patachon.

Beide Kinos waren 1938 Mitglied in der Reichsfilmkammer (RFK) - Mitgliedsnummer: Viktoria-Theater VII/777 und Apollo-Lichtspiele VII/778. Zu dieser Zeit hatten die Apollo-Lichtspiele 200 Sitzplätze und das Victoria-Theater 173 Sitzplätze.

Heim des Lindener Stenographen... | 14.04.1902

Restaurant Bärenhöhle - Schwarzer Bär | 15.01.1919

Nach dem Ersten Weltkriegs bis Anfang 1942 war Willi Reimers Inhaber der Gaststätte "Zum Schwarzen Bären/Bärenhöhle". Er wohnte auch mit seiner Familie im Haus, III. Etg. und war Mitglied im 1874 gegründeten Männer-Turn-Verein zu Linden (MTV), später umbenannt in SG 74. Schon vor 1925 betrieb der jüdische Apotheker und Drogist Adolf Sock (1884-?) im Haus die "Drogerie Schwarzer Bär". Siehe auch: 1925 Drogerie Schwarzer Bär - Apotheker und Drogist Adolf Sock.

Zerstörung und Wiederaufbau

Von 1942 bis 1943/44 wurde das Hotel, laut Hausstandsbuch, ausschließlich als Zwangsarbeiterlager von der HANOMAG AG genutzt. Es wurden in der Mehrzahl italienische und auch belgische Zwangsarbeiter dort untergebracht. Im Oktober 1943 wurde das Gebäude bei einem US-amerikanischen Luftangriff durch B-17 Bomber völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der weitläufige Platz 1954 offiziell den Namen "Schwarzer Bär“. Am 10. Dezember 1955 wird der Neubau, des Büro- und Geschäftshaus "Schwarzer Bär”, nun Schwarzer Bär - Hausnummer 8., mit einer Gaststätte (auch eine "Bärenhöhle", Inhaber ist Heinrich Engelmann) und einem Lichtspieltheater (Kino) eingeweiht. Die Architekten waren die Brüder Paul und Rudolf Brandes (Architektengemeinschaft Brandes). Das Lichtspieltheater bekommt den Namen Film-Palast und ist mit 880 Sitzplätzen eines der größten Kinos, der Stadt Hannover. Bei einem Brand am 15. Januar 1962 wird es komplett zerstört.

Am 1. Februar 1958 fand in der Gaststätte "Schwarzer Bär" der "Ball der Dekorateure" statt. Aus Anlass der Hannover-Messe 1964 veranstaltet der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. - Ortsverband Hannover zwei Treffen mit Amateuren aus aller Welt im Clublokal "Schwarzer Bär". Man traf sich am 29. April und 3. Mai 1964 in der Gaststätte "Schwarzer Bär".

Restaurant zum schwarzen Bären | 1945

Am Schwarzen Bären | 30.06.1964

Brauerei-Gaststätte Schwarzer Bär | 28.08.1973

Anfang der 1970er-Jahre bekommt die Gaststätte den neuen Namen "Brauerei-Gaststätte Schwarzer Bär", Inhaber wird der Küchenmeister Willy Wolf. Er war Mitglied des 1884 gegründeten Verbands der Köche Deutschlands e.V. (VKD). Von 1977 bis 1997 befand sich Hannovers erstes Fast-Food-Restaurant (Mc Donald`s Restaurant) im Haus Schwarzer Bär 8. Im Gebäude befinden sich heute eine Apotheke und verschiedene Geschäfte.

Weitere Karten vom Schwarzen Bären

1788 Branntweinbrennerei Niemeyer

Mitte des 18. Jh. erwarb der Kötner Hans Dietrich Niemeyer einen kleinen Kötnerhof an der Lindenerstraße, später Falkenstraße, heute Davenstedter Straße 29-33. Sein Sohn Christian Niemeyer übernahm später den Hof und die 1788 gegründete Kornbranntweinbrennerei Niemeyer. Die Brennerei war die älteste bestehende industrielle Anlage in Linden und ist mit einem kleinen Hinterhofgebäude noch heute erhalten. Das bekannteste Produkt, der "Chateau Niemeyer", war weit über Lindens Grenzen hinaus bekannt. Danach übernahmen Christian Niemeyers Söhne Carl und Heinrich Niemeyer (1815-1890) die Unternehmungen ihres Vaters. Die Brüder Niemeyer betrieben auch die von ihrem Vater 1838/40 gegründete Essigfabrik und Kornmühle Niemeyer sowie die 1852 von ihnen gegründete Saline Neuhall bei Davenstedt. Heinrich Niemeyer war der letzte Gemeindevorsteher des Dorfes Linden und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses. 1851 war er einer der Vorsteher der Kirchengemeinde St. Martin. Nach Heinrich Niemeyer wurde 1874 die Niemeyerstraße in Linden-Mitte benannt.

Heinrich Niemeyers Sohn, der spätere Lindener Senator Christian Niemeyer (1842-1903), übernahm 1876 den Hof und die Kornbrennerei von seinem Vater Heinrich Niemeyer, und kaufte die Grundstücke bis zur Brauhofstraße 9 hinzu. Neben seinem landwirtschaftlichen Betrieb und der Kornbrennerei betrieb Christian Niemeyer noch die Gastwirtschaft "Fortune" an der heutigen Davenstedter Straße. 1891 baute sich Senator Niemeyer auf seinem Grundstück an der Davenstedter Straße sein prunkvolles, im Volksmund auch Delfinhaus genanntes Wohnhaus. Das Haus in der Davenstedter Straße 31 ist heute noch weitgehend erhalten. Um 1890 kaufte Christian Niemeyer den vom Bauern Dietrich Lampe ca. 1870 aufgegebenen Bauernhof an der heutigen Beethovenstraße / Ecke Davenstedter Straße. Es wurden dann von ihm 18 Baugrundstücke parzelliert. Diese Grundstücke lagen an der heutigen Beethoven-, Davenstedter-, Wittekind-, sowie an der Diekbornstraße. 1898 wurde die neu errichtete Beethovenstraße, die von ihm finanziert wurde, eingeweiht. Man errichtete 1902 auf einem der Grundstücke die Humboldtschule. Senator Niemeyer stiftete der Humboldtschule mehrere Bildfenster und eine Bibliothek.

Städt. Humboldtschule (Beethovenstraße) | 20.07.1904

Beethovenstrasse und St. Humboldtschule | 13.05.1911

Christian Niemeyer war mit Anna Niemeyer verheiratet, ihre Tochter Elsa Niemeyer heiratete am 26. September 1903 Hermann Schaaffhausen in Linden. 1904 starb Christian Niemeyer im alter von 62 Jahren. Beerdigt wurde der Fabrikant, auf dem Lindener Bergfriedhof, sein Grabstein ist, heute noch vorhanden. Sein Sohn Christian Niemeyer jun. heiratete 1906 und wohnte von 1904 bis 1909 im vom Vater erworbenen Haus Beethovenstraße 8, im Erdgeschoss. Er besaß bis 1909 in Badenstedt eine Himbeerplantage, nach ihr soll die Plantagenstraße in Hannover-Badenstedt benannt worden sein. Christian Niemeyer jun. verschuldete sich durch Bürgschaften so sehr, dass das Erbe seines Vaters mit samt der Kornbrennerei verloren ging. Danach entstand aus der Branntweinbrennerei Niemeyer die Deutsche Wein und Spirituosen GmbH (DEUWUS).

1794 Limmerbrunnen in Limmer

Bekannt wurde das Dorf Limmer gegen Ende des 18. Jh. durch die Entdeckung der Schwefelquellen am Limmerholz. Die Quelle wurde 1784 ausgebaut und überdacht. 1793 wurden die verschiedenen Zuflüsse des Limmerbrunnens in einem gemauerten Bassin vereinigt und am 1. Mai 1794 wurde ein Badehaus mit sechs Bädern und einer Dusche auf dem Limmer Berg eröffnet. Zuvor hatte am 15. September 1779 der Botaniker Jakob Friedrich Ehrhart (1742-1795) im Limmerholz die Schwefelquelle entdeckt. 1795/96 wurde eine Sommerwirtschaft und ein Wartehaus errichtet und 1807 kam noch ein Gast- und Logierhaus dazu, die spätere Gaststätte Limmerbrunnen, sowie 1813 ein weiteres Gasthaus mit Tanzsaal und Kegelbahn.

Um 1800 wurde der Badebetrieb durch das Oberhofbau- und Gartendepartement sowie vom Brunnenkommissar, Hof- und Leibchirurg Christian Friedrich Stromeyer (1761-1824) verwaltet. Der Limmerbrunnen unterlag 1828 dem benachbarten hessischen Bad Nenndorf. Alexander Nikolajewitsch (1818-1881), der spätere Zar Alexander II. von Russland besuchte 1838 den Limmerbrunnen, nachdem er die Königlichen Gärten in Hannover-Herrenhausen besichtigt hatte. Um 1840 war Diedrich Heinrich Henning, Asphaltgrubenbesitzer und Gastwirt, Besitzer des Ausflugslokals. Im Hannoverschen Courier vom 1. Februar 1875 wird erwähnt, dass der Hofmedicus Philipp Paulus Theodor Dürr (1793-1875) ab 1845 im Limmerbrunnen als Badearzt tätig war. Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch Preußen 1866 und der späteren Ausrufung des Deutschen Reichs wurde der Limmerbrunnen zum “preußischen Staatsbad“.

Gruss vom Limmerbrunnen | 27.05.1901

Gruss vom Kurhaus Limmerbrunnen | 08.11.1909

Friedrich Wedekind

Das Schwefel- und Solebad Limmerbrunnen wurde 1872/73 an den Hofbesitzer und Landwirt Friedrich Wedekind, verheiratet mit Luise Wedekind, geb. Stümpel, aus Limmer verkauft. Die Familie zog in das Haus Limmerbrunnen 11. Zuvor hatte Friedrich Wedekind das bestehende Haus abreißen lassen und dann das Gartenhaus (Villa Beckedorff) der Gräfin und Kammerfrau von Beckedorff zum Limmerbrunnen 11. umsetzen lassen. Die Villa Beckedorff wurde zuvor 1817 vom Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) in der Jägerstraße 12 a. (Georgengarten) errichtet. Friedrich Wedekind ließ sich 1897 neben seinem Wohnhaus noch eine Remise bauen, die die Hausnummer 11 a. erhielt, beide Gebäude bestehen noch und stehen heute unter Denkmalschutz.

Von 1880 bis 1902 verpachtete die Familie Wedekind die Kuranlage an die Brüder Ernst und Karl Eichwede. Die Brüder gingen jedoch in Konkurs und so ging das Kurhaus an die Familie Wedekind zurück. Zuvor wurde aber noch eine Pferdebahnlinie vom Bahnhof Fischerhof (Linden-Ricklingen) über die Limmerstraße, die Harenberger Straße bis zum Limmerbrunnen geführt. Die Bahnlinie wurde im Juni 1893 auf Elektroantrieb umgestellt. Ab 1907 sank der Wasserstand der Quelle durch benachbarte Bauarbeiten, nachdem die Bauarbeiten eingestellt wurden, konnte der Betrieb durch den Pächter Fritz Sauer wieder aufgenommen werden.

Kurhaus Limmerbrunnen | 16.02.1908

Im Adressbuch von 1928/29 wird als Pächter der Gastronomie, der Gastwirt Reinhold Rojewski, aus der Nordmannstraße 13 in Hannover-Mitte erwähnt. 1932 sind Margarete und Prof. Dr. Rudolf Wedekind (1883-1961), mit Margarete Wedekind als Leiterin des Schwefelbades als Eigentümer aufgeführt.

Kurhaus Limmerbrunnen | 24.05.1903

Kurhaus Limmer Brunnen Schwefel u. Solbad | 08.01.1936

Nach dem Tode des letzten Besitzers wurde der Kurbetrieb im Limmerbrunnen 1961/62 eingestellt. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) übernahm nun die Anlagen. Der Betrieb im Kurhaus (Hotel) und der Gaststätte Limmerbrunnen wurde fortgesetzt. Am 23. August 1976 brannte das Kurhaus ab, ein Jahr später dann auch noch ein Teil des Logierhauses und 1980 wurden die Reste des Kurhauses abgerissen. Nach dem Abriss sind die freien Flächen zugewachsen.

Weitere Limmerbrunnen-Karten

1796 Lohgerberei Bernhard Hausmann, dann Söhlmann, ab 1833 August Söhlmann Lederfabrik G.m.b.H.

Die "Lohngerberei Hausmann" stand direkt an der Ihmebrücke. Firmengründer war David Conrad Bernhard Hausmann (1784-1873), der auch Kunstsammler, und maßgeblich an der Gründung des Kunstvereins Hannover beteiligt war. Er betrieb außerdem eine Gold- und Silberstickerei in dritter Generation. Ab 1853 wurde er Vizepräsident und später Präsident des 1845 gegründeten "Hannoverschen Handelsvereins".

Lohgerberei Söhlmann und August Söhlmann Lederfabrik G.m.b.H.

Die Brüder Söhlmann werden 1823 mit vier Betrieben (unter anderem eine Lohgerberei und Schuhmacherei), im Adressbuch erwähnt. Das Stammhaus befand sich in der Hannover-Altstadt (Schuhstraße). Nachdem sie den Betrieb in der Altstadt aufgaben, kaufte Friederich Ludewig August Söhlmann (?-1834/35) zusammen mit seinem Schwager Ernst August Becker (1798-1878) die "Lohgerberei Hausmann", die nun "Lohgerberei Söhlmann" hieß. 1833 entstand dann aus der "Lohgerberei Söhlmann", die "August Söhlmann Lederfabrik G.m.b.H." an der Chausseestraße 100. (ab 1855 Deisterstraße), in Linden-Mitte.

Das Unternehmen besaß eine der ersten Dampfmaschinen im Königreich Hannover. Die Dampfmaschine betrieb die Lohmühle, die Walkemühle und auch sonstige, für die Lederfabrikation erforderlichen Einrichtungen. Beide Firmeninhaber wohnten auch mit ihren Familien am Firmenstandort. Friederich Ludewig August Söhlmann starb 1834/35 und wurde auf dem St. Nicolai Kirchhof (Friedhof) beerdigt. Sein Sohn August Söhlmann jun. wurde nun Teilhaber des Unternehmens, statt seines Vaters.

1842 wurden 20 Arbeiter im Betrieb beschäftigte. Der Jahresabsatz betrug fast 900 Ztr. Leder. Es wurde auch nach Hamburg und Mecklenburg exportiert. Ernst August Becker ließ sich 1844 auszahlen und kaufte das Gut Mönkhagen bei Reinfeld in Holstein. August Söhlmann jun. war nun alleiniger Inhaber des Unternehmens. 1872 wurde es in "August Söhlmann & Co. Lederfabrik und Lederhandlung" (Ihmebrückstraße 9. und Deisterstraße 1.) umbenannt und Partner wurde Arthur Stampe. 1874 wurden 50 Arbeiter beschäftigt und man produzierte hauptsächlich feines Oberleder für die Schuhproduktion.

1803 Kalkbrennerei, Böttcherei, Holz- und Steinkohlenhandlung Johann Hinrich Egestorff

Johann Hinrich Egestorff (1772-1834) übernahm 1803 die ehemals gräfliche "Kalkbrennerei Stuckenbrock" am Lindener Berg und zog in das Kalkbrennerhaus, weshalb er fortan spöttisch "Kalkjohann" gerufen wurde. Der Vorbesitzer, der Unternehmer und Kalkbrenner Friedrich Stuckenbrock (?-1809) verspekulierte sich und so kam die Kalkbrennerei zur Versteigerung. Johann Hinrich Egestorff bot den Gläubigern an, die Brennerei weiterzuführen, und erhielt daraufhin einen Pachtvertrag. Er rationalisierte die Produktionsabläufe für die Herstellung der Kalksteine und baute weitere Unternehmen auf. Unter anderem eröffnete er Kalksteinbrüche am Tönnisberg und erwarb 1805 in Ronnenberg bei Hannover zwei weitere Kalkbrennereien, sowie 1807 das Recht, die Steinkohlenfelder des Deisters bei Barsinghausen zu bewirtschaften.

Johann Hinrich Egestorff pachtete 1812 ein Bergwerk mit 16 Bergleuten am Bröhn bei Wennigsen und 1815 gehörten ihm 32 Kalköfen in Linden und der Umgebung. 1819 pachtete er ein weiteres Bergwerk und legte im Leinetal Ziegeleien an, eröffnete Steinbrüche für Fundamentsteine und gründete einen Nutzholzhandel. Er bekam 1822 den Titel "Hoflieferant" verliehen.

um 1810 Holzhandel von Johann Hinrich Egestorff und Heinrich Leopold Hurtzig

1815 Ofenfabrik Georg Schönewald

Die Ofenfabrik des Ofensetzers Georg Schönewald befand sich an der Chausseestraße 116 (1855 umbenannt in Deisterstraße). 1851 beschäftigte er 15 Arbeiter und zog 1868 in die Deisterstraße 55 um. 1874 beschäftigte die Ofenfabrik 50 Fach- und Hilfsarbeiter. In den 1870er Jahren verließen jährlich etwa 1000 Öfen die Fabrik.

1819 Ziegelbetriebe Johann Hinrich Egestorff

Die Ziegelbetriebe befanden sich auf dem Gelände der heutigen Tonstraße. 1906 als Ziegeleistraße angelegt und 1909 in Tonstraße umbenannt, außerdem waren hier die Egestorffschen Tongruben.

1820 Rademacherei Heinrich Jacobi, seit 1860 Wagenfabrik Heinrich Jacobi, seit 1951 Autohaus Gessner & Jacobi GmbH & Co. KG

Stellmacherei (Wagenbau) in der Falkenstraße 16-18.

1823-1864 Holzhandel und Zuckersiederei Egestorff & Hurtzig

Die Holzhandlung und Zuckersiederei von Johann Hinrich Egestorff (1772-1834) und seinem Schwiegersohn Heinrich Leopold Hurtzig (1796-1858), er heiratete am 15. Dezember 1824 Egestorffs Tochter Rosine Eleonore Egestorff (1805-1838), befanden sich in der Blumenauer Straße, spätere Anschrift Ihmebrückstraße 9., in Linden-Mitte, neben dem neuen Wohnhaus der Familie Egestorff, in einem schon vorhandenen Gebäude. Dort wurde der Zucker aus Zuckerrohr, das aus Kuba in Südamerika geliefert wurde, hergestellt. Es konnten bis zu 350 Ztr. Rohrzucker täglich verarbeitet werden. Die Fabrikeinrichtung erwarb man in der Hansestadt Bremen und brachte sie auf Lastschiffen nach Linden. Im Juli 1823 wurde die Konzession zum Betrieb der Zuckersiederei erteilt, der Holzhandel bestand schon um 1810. Es wurden 1824 bis zu 80 Arbeiter in der Zuckersiederei beschäftigt und die Konzession für die Zuckersiederei um zehn Jahre verlängert.

Im September 1824 besuchte Prinz Adolph Friedrich von Großbritannien, Irland und Hannover, 1. Herzog von Cambridge (1774-1850) mit mehreren Staats- und Kabinettsminister das Unternehmen. Es war die erste Zuckersiederei im Calenberger Land. Ab 1832 wurde die Holzhandlung um ein Sägewerk mit Dampfmaschine erweitert. Nachdem Johann Hinrich Egestorff 1834 starb, übernahm sein Sohn Johann Georg Heinrich Egestorff (1802-1868) den Anteil seines Vaters. Die Zuckersiederei wurde 1853 um eine Dampfmaschine erweitert und nur noch 53 Mitarbeiter beschäftigt. Der Betrieb brannte 1855 ab und wurde 1864 geschlossen.

Heinrich Leopold Hurtzigs Sohn, Johann Georg Friedrich Adolph Hurtzig (1825-1897), kurz "Fritz" genannt, wurde nach dem Tod seines Vaters von 1858 bis zur Schließung, Besitzer und Direktor der Zuckersiederei. Das Unternehmen hieß nun "Egestorff jun. et Hurtzig, Zuckerfabrik und Holzhandlung, Linden vor Hannover". Der Unternehmer und Wirtschaftsführer war von 1867 bis 1874 der erste Präsident der Handelskammer Hannover, heute IHK-Hannover - und auch Mitglied in weiteren Aufsichtsräten und deren Vorsitzender.

1825 Gasanstalt an der Glocksee - Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA)

Ab 1833 wurde der hannoversche Ingenieur und Kaufmann Friedrich Ernst Körting sen. (1803-1882) als technischer Leiter der Gasanstalt eingesetzt. Die Englische Gasgesellschaft - Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA) legte 1854 auf ihre Kosten ein Hauptgasrohr über die Ihme-Brücke bis zur Weberstraße nach Linden-Süd. Anstelle der Straßenbeleuchtung durch Öllampen trat am 13. April 1854 die Gasbeleuchtung.

Ab 1873 nutzte das Gaswerk den Güterbahnhof Küchengarten für die Kohlelieferungen. Vom Güterbahnhof wurden die Kohlen per Drahtseilbahn über den Ihme-Fluß zum Werk transportiert.

Friedrich Ernst Körting sen. hatte drei Söhne, Sohn Leonard Körting (1834-1930), er war Ingenieur und auch Gasfachmann übernahm von 1878 bis zu seiner Pensionierung 1908 von seinem Vater den Direktorenposten der Gasanstalt Hannover.

Am 18. Juni 1883 gründete die Englische Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA) ihre eigene Betriebskrankenkasse und 1889 wurden 382 Arbeiter beschäftigt. Ab 1892 baute man zusätzlich zur Drahtseilbahn eine Eisenbahnbrücke über den Ihme-Fluss. Die Eisenbahnbrücke wurde von der Stahlbaufirma Louis Eilers aus Hannover-Herrenhausen geliefert.

Siehe auch: 1871-1985 Schlosserei Louis Eilers, später Louis Eilers Stahlbau GmbH & Co.

Blick auf die Gasanstalt

Bis 1912 versorgte die Gasanstalt an der Glocksee, mit zwei Gasbehältern und neun Öfen, mit je vier eisernen Retorten Hannover und Linden. Ab 1912 übernimmt dies zusätzlich, die neu errichtete Gasanstalt am Bauweg 1. (Lindener Hafen).

Siehe auch: 1911/12 Gasanstalt Linden, Zweigwerk der Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA)

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, 1914 übernahm die Stadt Hannover die Verwaltung des Gaswerks und kaufte es 1918/19 der Imperial Continental Gas Association (ICGA) ab. Von 1922 bis 1923 wurde während des laufenden Betriebs eine Kokssieb- und Sortieranlage errichtet. Die Anlage wurde mit der schon vorhandenen Elektrodrahtseilbahn, welche die gesamte Gasanstalt durchzog, verbunden und aus Eisenbeton gefertigt. Anfang 1930 wurde die Gasanstalt an der Glocksee dann außer Betrieb gestellt, nur die beiden großen Gasbehälter, zur Speicherung des Gases wurden weiterhin genutzt.

Koksaufbereitungsanlage für die Gasanstalt Hannover

Blick von der Ihmebrücke auf die Englische Gasanstalt
in Hannover, an der Glocksee ca. 1925

Am 24. Mai 1956 kam es in der ehemaligen Gasanstalt zu einem schweren Unfall. Bei Reinigungsarbeiten am kleineren Gasbehälter hatte sich ein Gasgemisch gebildet, das plötzlich zur Explosion kam. Ein Arbeiter wurde getötet und sechs weitere schwer verletzt. Im selben Jahr wurde der explodierte Kessel abgerissen. Die restlichen Gebäude der Gasanstalt wurden erst 1960 abgetragen, nur der größere Gasometer hatte noch bis 1971 Bestand. Auf dem frei werdenden Gelände wurde dann die Verwaltungsgebäude der hannoverschen Stadtwerke AG (enercity) errichtet. Die verbliebenen Gebäude beherbergen heute das UJZ Glocksee (Unabhängiges Jugendzentrum Glocksee) und die Betriebskantine der Stadtwerke Hannover AG.

Im Rahmen des Hochwasserschutzprogramms der Stadt und der Region Hannover wurden die noch vorhanden Kellerräume der ehemaligen Gasanstalt 2010 wegen Schadstoffbelastung abgetragen. Die Kosten für die Sanierungsmaßnahmen auf dem etwa 1,7 ha großen Teilstück des ehemaligen Werksgeländes lagen bei rund 7,7 Mio. Euro. Von Juli bis Oktober 2015 wurde ein noch vorhandener Betriebsgebäudeteil (ehemaliges Werkstattgebäude der Fernwärmetechniker) der seit einigen Jahren leerstand abgerissen. Das Werkstattgebäude gegenüber dem Gasometer musste wegen Statikproblemen entfernt werden.

1825/26 Lindener Berggasthaus

Das "Lindener Berggasthaus" wurde 1825/26 vom Hofbaurat Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) auf dem Lindener Berg, neben der Lindener Mühle errichtet. Auftraggeber des Berggasthauses war Johann Hinrich Egestorff (1772-1834), genannt „Kalkjohann“. Zuvor hatte er 1824 schon die Lindener Mühle mit der Schankwirtschaft für 20 Jahre gepachtet. Auf das Dach des Berggasthauses wurde ein Panoramaturm aufgesetzt, so hatte man einen Rundblick über ganz Linden und Hannover mit seinen Vororten und über das Calenberger Land, bis zum Harz mit seinem Brocken.

Kaffeehaus auf dem Lindener Berg

Lindener Berg - Restauration | 27.06.1900

Das Gebäude wurde 1876 für den Neubau des Wasserhochbehälters abgebrochen. Auf der anderen Straßenseite, Am Lindener Berge 38 entstand ein neues "Lindener Berggasthaus". Dieser Neubau war wegen seiner Sichteinschränkung durch den Wasserhochbehälter nicht ganz so beliebt wie das alte "Lindener Berggasthaus". Auch das neue Gasthaus hatte eine Panoramaplattform auf dem Dach. Der Gastronom Heinrich Wiegand war um 1900 Inhaber des Gasthauses.

1826 Roß-Ölmühle W. Peine

vor 1826 Viehverschneider Heinrich Konrad Haspelmath

Der Kötner und Viehverschneider Heinrich Konrad Haspelmath (1787-1870) wurde im Adressbuch von 1826 aufgeführt. 1849 wurde als Adresse Lindener Straße 43, später umbenannt in Falkenstraße und heute Davenstedter Straße, angegeben. 1868 wohnte er in der Hohe Straße 6, auch Johanne Haspelmath, vermutlich eine Tochter oder Schwester, wohnte im gleichen Haus, ab 1872 in der Limmerstraße 9.

1849 wurde auch ein Ernst Haspelmath als Tierarzt geführt, dieser war laut Adressbuch von 1868 in der Döhrener Straße 10, im damaligen Dorf Döhren bei Hannover ansässig. Die Familie Haspelmath wurde schon 1575 urkundlich genannt.

Der Hofbesitzer Haspelmath legte vier Straßen in Linden-Süd an. 1845 beantragte er die Genehmigung, sein Grundstück im Auefeld (Ohe) an der Göttinger Chaussee in Parzellen aufzuteilen und darauf kleine Wohnhäuser errichten zu dürfen. Erst nach einigen Korrekturen durch den Vorsitzenden der Hannoverschen Baukommission, Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864), konnte Haspelmath seinen Plan verwirklichen.

Ab dem Jahr 1848 wurde die Charlottenstraße und 1856 die Großkopfstraße angelegt. Beide Straßen sind nach seiner Ehefrau Hanne Catharine Charlotte Haspelmath, geb. Großkopf (1788-1844) benannt. Auch die Haspelmathstraße und die Konradstraße wurden 1856 angelegt. Beide Straßen sind nach dem Grundbesitzer Heinrich Konrad Haspelmath benannt. Erst zwanzig Jahre später wurden in der Konradstraße 1876/77 die ersten Häuser gebaut. Die Konradstraße wurde 1975 in Ahrbergstraße, nach der Fleischwarenfabrik von Fritz Ahrberg (1866-1959) umbenannt.

1828 Webereien am Ihme-Ufer

Die Webereien ließen sich zwischen Blumenauer Straße und Ihme nieder. Der hannoversche Bankier Adolph Meyer (1807-1866) errichtete 1828 eine Weberei, aus der später die Mechanische Weberei zu Linden wurde. 1841 folgte der Fabrikbesitzer Max Neuberg, der ebenfalls eine Mechanische Weberei errichtete. Max Neuberg & Co., Mechanische Weberei Hannover-Linden, gegr. 1828 war die Firmenbezeichnung, die Mechanische Weberei Neuberg beschäftigte etwa 400 Weberinnen.

Stereofoto | Baumwollweberei Linden, Websaal | 01.1905

Siehe auch: 1837 Mechanischen Weberei zu Linden

um 1828/33 Ölmühle und Essigfabrik Stephanus

Die Mühle bestand bis ca. 1860. Die Firmenanschrift war Lindener Straße 47, später in Falkenstraße, heute in Davenstedter Straße umbenannt.

1828 Kunstwollfabrik und Lumpenhandel Dietrich Meyer

Die Kunstwollfabrik und der Lumpenhandel von Dietrich Meyer befand sich an der Göttinger Chaussee 3-4.

um 1830 Schiffszimmerei und Bootsbauerei von Johann Wilhelm Friedrich Hartje in Hannover-Limmer

Der Schiffszimmermeister und Bootsbauer Johann Wilhelm Friedrich Hartje (1792-1852) errichtet auf dem Gelände der späteren "Gaststätte Schwanenburg" in Hannover-Limmer, um 1830 eine Schiffswerft. Seine Firma baute um 1843 jährlich drei bis vier große Leine- und Weserschiffe. Die Werft beschäftigte acht bis zehn Arbeiter. Johann Wilhelm Friedrich Hartje war auch als Schiffsbausachverständiger tätig. 1868 übernahm Georg Christoph Adolf Hartje, vermutlich sein Sohn die Werft.

Am 24. März 1857 kam auf der Ihme das erste Dampfschiff an.

1830 Stellmacherei Heinrich Christian Oelschläger, 1857 Friedrich Oelschläger

Ab 1830 betrieb der Artillerie-Rademacher Heinrich Christian Oelschläger seine Stellmacherei in Linden. Sein Sohn Friedrich Oelschläger stellte ab 1857 Kutschwagen, Räder, Deichseln und Achsen her. Später entstand aus dem Betrieb die Wagenfabrik Oelschläger und dann 1896/98 die Hannoversche Holzverarbeitungs- und Waggonfabrik vormals Max Menzel und Buschbaum & Holland AG, seit 1904 Hannoversche Waggonfabrik AG und ab 1925 Hannoversche Waggonfabrik AG (HAWA).

1830 Steinkohlenniederlage der königlichen Bergwerke von W. Stephanus

1830 Tapetenfabrik Leinau von Georg Schütz, später Georg Friedrich Brackebusch

Der hannoversche Kaufmann Georg Schütz legte 1830 in der nördlichen Feldmark Lindens (Linden-Nord) eine Tapetenfabrik an. Es gab dann 1849 auch ein Ladengeschäft in der Köbelingerstraße 52., in der Hannover-Altstadt. Die Firma betrieb zusätzlich noch ein Verkaufslager am Neuen Wall 11. in Hamburg. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten übernahm 1845 der hannoversche Unternehmer, Politiker und Freimaurer Georg Friedrich Brackebusch (1799-1883) die Fabrik und machte sie unter dem Namen "Tapetenfabrik Leinau" (Leinaustraße 27.) bekannt. Er tat sich kurz nach der Übernahme des Unternehmens mit dem Tapetenfabrikanten und Malermeister K. F. L. Herting (1803-1879) aus Einbeck/Niedersachsen zusammen.

Georg Friedrich Brackebusch wurde am 20. Juni 1799 in Hannover geboren. Am 15. November 1832 wurde er Mitglied der 1777 gegründeten Freimaurerloge | Johannisloge "Zur Ceder" in Hannover. Vom 15. bis 30. Mai 1849 war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (fraktionslos) für den 2. Wahlkreis der Stadt Hannover und wohnte privat in der Osterstraße 16., in Hannover-Mitte.

Ab 1881 baute der aus Berlin stammende Architekt Hubert Stier (1838-1907) für ihn das Eckhaus (Brackebusch-Haus) Georgstraße 18., Ecke Karmarschstraße in Hannover-Mitte. Das Wohn- und Geschäftshaus hatte große Ladenfenster und war im Stiel der italienischen Gotik gebaut. Der Unternehmer Georg Friedrich Brackebusch starb am 3. Juli 1883 in Linden.

Die Brackebuschstraße in Linden-Nord wurde 1928 nach Georg Friedrich Brackebusch benannt.

 

Grammophonplatten Fabrik "Favorite G.m.b.H."

Ab 1904 hatte auch die 1904 gegründete Grammophonplatten Fabrik "Favorite G.m.b.H." ihre Produktionräume im Gebäude der "Tapetenfabrik Leinau", in der Leinaustraße 27.

Siehe auch: 1904-1913 "Favorite G.m.b.H."

Tapeten - Linoleum - Wandstoffe - Läuferstoffe
Georg Friedr. Brackebusch Hannover Georgstr. 18
17.06.1925

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Brackebusch-Haus in der Georgstraße 18. bei Luftangriffen auf Hannover völlig zerstörte. Es fand mit dem 1948/49 erbauten "Europa-Haus", das Richtfest wurde am 16. Dezember 1948 gefeiert, einen Nachfolger. Den ersten Geschäftshaus-Neubau nach dem Zweiten Weltkrieg in Hannover plante der Architekt Joseph Herlitzius.

Der Architekt schuf einen schlichten, sechsgeschossigen Skelettbau mit Arkaden. Das Gebäude wurde nach dem ersten Aufbauplan in der alten Straßenflucht als Eckdominante am Kröpcke Platz errichtet. Das historische Kellergewölbe mit seinem Kreuzrippengewölbe wurde dabei erhalten. Das "Europa-Haus" gilt als Symbol für den Wiederaufbau in Hannover.

1831 Saline Egestorffshall von Georg Egestorff

Am 22. November 1779 schrieb der Schweizer Botaniker Friedrich Ehrhart (1742-1795) im Hannoverschen Magazin.

 "Vorigen Sommer fand ich auf meinen botanischen Sonntagsexcursionen am Wege von Linden nach Davenstedt einige Pflanzen, die ich zuvor nur bey Salzquellen und am Seestrande, oder an solchen Stellen, die nicht weit von diesen entfernt oder doch ehemals mit Salzwasser bedeckt waren, kurz, nur da, so das Kochsalz gefunden wurde..."

Johann Georg Heinrich Egestorff (1802-1868) gründete gut 50 Jahre später aufgrund des Berichts seine Saline Egestorffshall bei Badenstedt. Damit fügte er zum Lindener Kalk das Lindener Salz hinzu. Die Saline war das erste eigene Unternehmen, welches er ohne seinen Vater Johann Hinrich Egestorff (1772-1834) betrieb. Für die Gründung des Unternehmens lieh sich Georg Egestorff Geld, jedoch nicht von seinem Vater.

Gruss aus Badenstedt - Saline Egestorffhall Kolonialwarenhandlung von Aug. Kreimeyer | 14.03.1908

Am 23. November 1830 beantragte Georg Egestorff die Errichtung der Saline. Nach dem die Landdrostei zugestimmt hatte, wurde am 12. Juli 1831 ein Vertrag zwischen Georg Egestorff, der Gemeinde Badenstedt und einzelnen Bewohnern geschlossen. Den Grundbesitzern sollte eine Pacht gezahlt werden und der Gemeinde Salz zur Verteilung auf die örtlichen Bauern. Für den Betrieb mussten die benötigten Maschinen, angeblich für 15.000 Taler aus England gekauft werden.

Es wurde sofort mit den Bohrungen begonnen und am 15. November 1831 erreichte man in einer Tiefe von ca. 35,0 Metern Salzwasser. Die Qualität war allerdings mäßig, es dauerte noch einige Jahre, bis die Qualität so gut war, um es gewinnbringend zu verkaufen. Die Salzausbeute der Sole-Quelle lag 1835 bei 165 t. und nach einer weiteren Bohrung 1838 dann bei 1000 t. Das Unternehmen produzierte 1850 mit acht Siedepfannen rund 6.600 t. Siedesalz, von dem ein Dritte in den Export ging. 

Cord Heinrich Friedrich Egestorff (1805-1883), ein Vetter Georg Egestorffs, war seit Gründung der Saline als Verwalter eingesetzt. Die Saline Egestorffshall verschmolz 1872 mit der Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken. Die Aktiengesellschaft (AG) beschäftigte 1899 in ihren Chemie-Unternehmen mehr als 200 Arbeiter.

Für die Saline Egestorffhall wurde 1901 ein direkter Anschluss für den Deister-Kohletransport aus Barsinghausen bei Hannover geschaffen. Mit speziellen Güterwaggons wurde Kohle für die Beheizung der Siedepfannen der damals zweitgrößten Saline Deutschlands bis 1952 gefahren. Ab 1907 wurde auch der Salzexport nach Übersee ausgeweitet. Bis 1913 wurden Grundstücksteile der Saline Egestorffhall für den geplanten Bau des Lindener Hafens, für 55.000 Mark verkauft. Es gab auch eine sogenannte Werkssiedlung, in der Straße "An der Saline“, die nach der Stilllegung des Betriebes abgebrochen wurde. Während des Ersten Weltkriegs wurden von Ende September 1916 bis Ende November 1918 auch 83 Kriegsgefangene in der Saline beschäftigt.

Die hannoversche Kali Chemie AG erwarb 1931 die Mehrheit der Aktien der Aktien-Gesellschaft Georg Egestorffs Salzwerke und Chemische Fabriken und hatte 1938 die Aktien unter ihre alleinige Kontrolle. Im selben Jahr erreichte die Jahresproduktion eine Auslieferung von 49.000 t. Salz. Die Saline wurde modernisiert und die jährliche Kapazität betrug nun 60.000 t.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden bei einem Luftangriff die Pfannenanlagen zerstört. Der Betrieb wurde 1965 eingestellt und die Grundstücke an die Stadt Hannover verkauft. Die Stadt ließ die Werksgebäude und die Werkssiedlung danach bis 1969 abgerissen. Das Fösse-Freibad wurde mit dem salzhaltigen Wasser der Fösse, durch Salzauswaschungen der Saline gespeist.

Folgende Bohrungen wurden durchgeführt:

Egestorffshall II: 1853 - 150 m tief gebohrt und 1894 stillgelegt, Egestorffshall II a: 1937 - 157 m tief gebohrt und dann später stillgelegt. Egestorffshall III: 1873 – 208 m tief gebohrt, Egestorffshall IV: 1885 – 225 m tief gebohrt , Egestorffshall V: 1892 – 211 m tief gebohrt. Egestorffhall III. bis V. wurden 1965 stillgelegt. Die Saline hatte einen Salzgehalt (Sole) von 25%.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie - AZ: 79812
Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung

1831 Knochenmühle Johann C. Ahrens

Die Konchenmühle und der Lumpenhandel von Johann C. Ahrens befand sich in der Blumenauer Straße 97. 1868 war man in der Blumenauer Straße 3 ansässig. Ab 1871 betrieben seine Erben am selben Ort auch eine Tabak- und Zigarrenfabrik.

1833 Grützmühle Georg Heinrichs

Die Grützmühle von Georg Heinrichs befand sich in der Lindener Straße 37, später in Falkenstraße umbenannt, seit 1869 Davenstedter Straße.

1835 Fein-Spinn-Schule

1835 wurde die Fein-Sinn-Schule gegründet. Die Schule bildete 20 Schülerinnen im Umgang mit Geräten für die Textilindustrie aus.

1835-1868 Eisengießerei und Maschinenfabrik Johann Georg Heinrich Egestorff

1837 Spezial Fabrik für Feuerlösch-Maschinen und Geräte Tidow in Badenstedt

Die Maschinenfabrik Tidow befand sich laut Adressbuch von 1849 in der Andreaestraße 3 in Hannover-Mitte. Bevor man Maschinen baute, war der Inhaber königlicher Wallbaumeister.

Um 1868 war man als Feuerlösch-Maschinen und Gerätefabrik in der Andreaestraße 5 ansässig und Jos. Ludwig Tidow war Inhaber der Firma. 1872 war laut Adressbuch Konrad Heinrich Julius Tidow, vermutlich Jos. Ludwig Tidows Sohn Inhaber der Firma. Jos. Ludwig Tidow sen. wohnte weiterhin am Firmenstandort in der Andreaestraße, Konrad Tidow wohnte in seinem Haus in der Königstraße 31. 1897 befindet sich die Firma in der Rundestraße 15.

Vor 1910 zog man nach Hannover-Badenstedt und 1928/29 hatte die Firma ihren Standort an der Hildesheimer Straße 201.

1837-1940 Mechanische Weberei zu Linden, später Lindener Samt-Union G.m.b.H. 
Adolph Meyer Bankier und Unternehmer in Linden

Die Lindener Industrie von 1838-1859

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text / Werbeanzeigen

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Akte: NdS. 122a Hannover Nr. 7013 / Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover:
Industrielle Kriegsgefangenen-Arbeitskomandos zur Meldung an die Alliierten 1919
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Der Limmerbrunnen | Horst Bohne | Lebensraum Linden | 2009
Egestorff | Wilhelm Treue | Niedersächsische Landeszentrale - Heimatdienst | 1956
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann | August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Salzbergbau und Salinenkunde | F. A. Fürer, Königlich preußischer Bergrat und Salinendirektor | Verlag Friedrich Vieweg & Sohn Braunschweig | 1900
Spiegelsplitter - Spuren des Ersten Weltkrieges in Linden-Limmer | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2017
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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