Lindener Berggasthaus | Lindener Wasserhochbehälter | Stadion am Lindener Berg
|
Um das Lindener Berg | Berggasthaus | Wasserhochbehälter und
Stadion-Archiv anzuschauen - bitte den Archiv-Link öffnen. Das Lindener Berggasthaus Das Lindener Berggasthaus wurde im Jahr 1825/26 vom Hofbaurat Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) auf dem Lindener Berg, neben der Lindener Mühle errichtet. Auftraggeber des Berggasthauses war Johann Hinrich Egestorff (1772-1834), genannt „Kalkjohann“. Auf das Dach des Gebäudes wurde ein Panoramaturm aufgesetzt, so hatte man einen Rundblick über ganz Hannover mit seinen Vororten und über das Calenberger Land, bis zum Harz mit seinem Brocken. |
Kaffeehaus auf dem Lindener Berg |
Lindener Berg - Restauration | 27.06.1900 |
|
1876 wurde das Gebäude für den Neubau des Wasserhochbehälters abgebrochen. Auf der anderen Straßenseite, Am Lindener Berge 38 entstand ein neues Gasthaus. Dieser Neubau war wegen seiner Sichteinschränkung durch den Wasserhochbehälter nicht ganz so beliebt wie das alte Berggasthaus. Auch das neue Gasthaus hatte eine Panoramaplattform auf dem Dach. |
Lindener Wasserhochbehälter
Nachdem das Egestorffsche Berggasthaus abgebrochen war, begann man mit dem Bau des neuen Wasserhochbehälters (Hochreservoir), auf dem nun freien Grundstück. Der Wasserhochbehälter, der Hannoverschen Wasserwerke, für die Trinkwasserversorgung aus der Ricklinger Feldmark wurde nach Plänen des Stadtbauinspektors Otto Heinrich Wilsdorff (1833-1883) und des ersten Hannoverschen Stadtbaurats Theodor Friederich Rudolph Berg (1823-1883) errichtet. Am 7. November 1878 wurde das Gebäude mit 10 000 cbm Speichervermögen eingeweiht.
Hochbassin der Wasserwerke | 07.05.1899 |
Lindener Berg | 11.04.1915 |
|
1968 wurde auf dem Wasserhochbehälter als höchstem Punkt der Landeshauptstadt Hannover eine Sternwarte errichtet. 1986 erhielt die Sternwarte zum Gedenken an die beiden hannoverschen Astronomengeschwister Wilhelm Herschel (1738-1822) und Karoline Herschel (1750-1848) ihren heutigen Namen, Volkssternwarte Geschwister Herschel. Die Sternwarte Hannover bietet regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge an, man zählt im Jahr mehr als 1000 Besucher. Im Jahr 1977 wurde der Hochbehälter wegen Undichtigkeit geschlossen und 1983/84 entkernt und erneuert. Von Mitte 2008 bis Mai 2009 wurde der Hochbehälter nochmals aufwendig saniert. Seit der letzten umfassenden Sanierung waren 25 Jahre vergangen. Witterungsbedingt waren entlang der gesamten Gebäudehülle Teile des Mauerwerks undicht geworden und die Dachabdichtung war ebenfalls erneuerungsbedürftig. Die Sanierung des historischen Gebäudes kostete insgesamt 650.000 €. |
Stadion am Lindener Berg
|
Das Stadion am Lindener Berg, auch Lindener Stadion genannt, ist die Austragungsstätte der Heimspiele des Vereins SV 1907 Linden, auch bekannt als Linden 07. Das traditionsreiche Stadion liegt in Hanglage am Lindener Berg (89 m über NN), es bietet etwa 4.000 Zuschauern Platz, davon ca. 1.000 Sitzplätze auf einer erhöhten Tribüne an der Bergseite. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Vereinsheim des Vereins SV Linden 07 und weitere Sportplätze, darunter Tennisplätze und die Sporthallen der Integrierten Gesamtschule Hannover-Linden (IGS Linden). Die Planungen für das Stadion begannen noch vor dem Ersten Weltkrieg. Georg August Hermann Lodemann (1869-1944), Lindens damaliger Bürgermeister, hatte die Idee zu einer durchgehenden, parkähnlichen Anlage am Lindener Berg. Der Magistrat der Stadt Linden beschloss aber mehrheitlich den Bau einer Sportanlage. Linden hatte zu dieser Zeit nur einen Sportplatz an der Salzmannstraße. Der Erste Weltkrieg verzögerte den Bau der Anlage, die Arbeiten sollten im Herbst 1914 beginnen, um ganze fünf Jahre. Ende 1919 wurde dann endlich mit dem Bau nach Plänen des Baurats Friedrich Behrens durch die Lindener Stadtgärtnerei begonnen. Im Mai 1920 wurden die Pläne durch Hannovers Stadtbaurat Paul Wolf (1879-1957) nochmals geändert. Am 1. Januar 1920 war die Stadt Linden nach Hannover eingemeindet worden. |
Lindener Berg mit Stadion | 07.05.1928 |
Hannover-Linden - Stadion |
|
Am stillgelegten Steinbruch wurde eine 69,0 m mal 21,0 m große Rampe für die Tribüne aufgeschüttet. Auf ihren 20 Stufen befanden sich 700 Sitz- und 3.000 Stehplätze. Die fortschreitende Inflation machte den Bau von Sanitäranlagen erst einmal unmöglich. Auch ein geplanter Kiosk sowie ein Kartenhäuschen und Sportgeräte konnten bis 1928 nicht angeschafft werden. Am 22. April 1922 beschloss der Magistrat, der Stadt Hannover die fertige Sportanlage „Volkspark Linden“, zunennen. Aber die Lindener gaben dem Volkspark schnell, den Namen „Lindener Stadion“. Es gab mehrere Eröffnungsfeiern, getrennt nach politischen Lagern. Am 18. Juni 1922 feierten die Arbeitersport-Vereine Lindens, die bürgerliche Presse berichtete nicht über die Feierlichkeiten. Eine Woche später wurde der Park durch den Turnverein MTV von 1874 eingeweiht - die Presse berichtete. |
Hannover-Linden - Stadion |
Hannover-Linden, Stadion | 01.08.1932 |
|
Es fanden nicht viele Großereignisse im Lindener Stadion statt. Zum Ende der Weimarer Republik wurde das Gelände häufig als Aufmarsch- und Appellplatz der Eisernen Front genutzt. Höhepunkt war eine Versammlung der Eisernen Front mit fast 30.000 Teilnehmern, vor und im Lindener Volkspark. Am 19. Februar 1933 marschierten unter Polizeischutz die Sturmabteilung der NSDAP (SA), die Schutzstaffel (SS) und die Hitler Jugend (HJ) über den Schwarzen Bären zum Lindener Stadion. Die letzte öffentliche Versammlung der Eisernen Front in Hannover fand am 3. März 1933 im Lindener Stadion statt. - Die Eiserne Front war ein Zusammenschluss des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), des Allgemeinen freien Angestelltenbundes (Afa-Bund), der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und des Arbeiter Turn- und Sportbundes (ATSB) im Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Deutschland. Am 26. Mai 1933 wurde der Lindener Volkspark in Schlageter-Kampfbahn umbenannt. Albert Leo Schlageter (1894-1923) war Widerstandskämpfer gegen die Ruhrbesetzung im Jahr 1923 und Freikorps-Angehöriger. Während der Weimarer Republik und der Zeit des Nationalsozialismus galt er als Märtyrer. Am 13. Todestag Schlageters, am 26. Mai 1934 weihte der Deutsche Leichtathletik-Verband einen Schlageter-Gedenkstein ein. Der Stein befand sich an der halbrunden Ausbuchtung an der Kastanienumpflanzung am Nebenplatz. Die Festrede hielt der Oberpräsident und Staatsrat Viktor Lutze (1890-1943). |
Das Stadion diente auch als Freilichttheater. Die Zuschauer sahen von Bänken auf dem Spielfeld aus den Aufführungen zu. Nach dem Verbot sämtlicher Arbeitersportvereine nutzte nur noch die katholische Turn- und Sportvereinigung Saxonia von 1912 e.V. und der Lindener Turnverein von 1874 das Stadion. Selten war der SV 07 Linden Nutzer der Anlage. Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs begann man mit der militärischen Nutzung der Sportanlage. Vom 20. bis 26. September 1937 führten Einheiten der Luftwaffe Verdunkelungsübungen durch. Von September 1939 bis Februar 1940 befand sich die Schreibstube der 5. Batterie des Fliegerhorst Langenhagen im Stadion.
Blick vom Lindener Berge auf Stadion u.
Hanomag |
Hanomag - Egestorff Denkmal | 19.01.1939 |
|
Nach dem Krieg benannte die britische Besatzungsmacht, die Schlageter-Kampfbahn nach der benachbarten HANOMAG AG, in Hanomag-Stadium um. Für den zivilen Einsatz erhielt das Stadion im Juli 1948 von der Stadt Hannover seine ursprüngliche Bezeichnung zurück. Bis 1953 war das Lindener Stadion eine der bekanntesten Speedway-Bahnen Deutschlands. Britische Soldaten gründeten den Saints Hanomag Speedway Club. Auch deutsche Fahrer durften später mitfahren. Die Bahn galt als eine der besten in Deutschland. Außer Motorsport betrieben die Engländer auch Fußball, Rugby und Kricket, ab 1946 durften dann auch wieder deutsche Sportler mitmachen. Nur die Nutzung des A-Platzes behielten sich die Engländer vor. |
Mitte der 1950er Jahre verlor der Fußballverein SV Linden 07 seinen Sportplatz an der Fösse durch den Neu- und Ausbau des Fösse-Bades. Der Verein sollte später eine neue Anlage am Fösseweg bekommen. Da dies aber nicht verwirklicht werden konnte zog man in das Lindener Stadion. Im Jahr 1974 wurde die alte Tribüne abgerissen und in den Kalksteinbruch Platz für eine größere Tribüne gesprengt. Die neue Tribüne aus modernem Waschbeton erstreckt sich mit 3.000 unüberdachten Sitzplätzen über die gesamte Länge des Platzes. Im Innern befinden sich die zwei Sporthallen der IGS Linden. Seit dem Jahr 1945 wurden im Stadion am Lindener Berg Rugby Meisterschaftsend-, Länder- und Europapokalspiele ausgetragen. Im Jahr 2004 musste die Tribüne wegen gravierender Baumängel geschlossen werden. 2007 wurde mit der Sanierung der Tribüne und der Sporthallen begonnen. Die Sanierung der Tribüne ist inzwischen abgeschlossen worden. |
Clubheim SV von 1907 Linden e.V. |
Literatur- und Quellenverzeichnis
|
Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Adress- und
Fernsprechbücher der Stadt
Hannover |









.jpg)



