Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Lilian Harvey
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Lilian Harvey (1906-1968)

Lilian Harvey, eigentlich Lilian Helen Muriel Pape, sie war eine britisch-deutsche Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin, wurde am 19. Januar 1906 in London/England geboren.

Während des Ersten Weltkriegs hielt sich die Familie Pape in Magdeburg/Sachsen-Anhalt auf, konnte und wollte deshalb nicht nach England zurückkehren. Der Vater war Kaufmann und stammte aus Magdeburg. Lilian wurde in die Schweiz nach Solothurn zur Tante geschickt. 1923 machte sie ihr Abitur in Berlin, wo sich die Familie inzwischen niedergelassen hatte.

Danach besuchte sie die Ballettschule der Deutschen Staatsoper in Berlin und erhielt erste bezahlte Auftritte als Tänzerin in Ungarn und Österreich. Zugleich nahm Lilian Pape nun auch den Geburtsnamen ihrer Mutter Harvey an.

Im Februar 1924 erhielt sie eine erste Rolle in Robert Lands (1887-?), eigentlich Robert Liebmann, Der Fluch (1924), wo sie die junge Jüdin "Ruth" spielte. Sie agierte in mehreren Stummfilmen und erhielt 1925 im Film Leidenschaft (1925) als Partnerin von Otto Gebühr (1877-1954) die Hauptrolle. Mit Willy Fritsch (1901-1973), mit dem sie später noch elf weitere Filme drehte, stand sie erstmals 1926 in der Operettenverfilmung von Die keusche Susanne (1926) vor der Filmkamera.

Der entscheidende Durchbruch kam 1930, als Lilian Harvey in dem romantischen Komödien-Tonfilm Liebeswalzer (1930) mit Willy Fritsch zum Traumpaar des deutschen Films avancierte.

Ross Verlag 3857/1

Lilian Harvey selbst wurde in der Folgezeit "zum süßesten Mädel der Welt", wie die Presse schrieb. 1931 erschien der Film Der Kongreß tanzt (1930), in dem sie in einer Szene "Christels Lied", besser bekannt als "Das gibt's nur einmal" singt, das bis heute ein Evergreen geblieben ist. Die nachfolgenden Filme wurden auch in England und Frankreich synchronisiert, teilweise sogar, wie damals nicht unüblich, gleich mehrsprachig mit unterschiedlichen Partnern gedreht, dadurch wurde Lilian Harvey auch im Ausland bekannt. Sie wurde nach Hollywood/USA eingeladen und drehte dort vier nicht sehr erfolgreiche Filme.

Lilian Harvey kehrte 1935 in das politisch stark veränderte Deutschland zurück. Sie versuchte ihren Freund und Regisseur Paul Martin (1899-1967) zu protegieren, doch längst kontrollierten die Nationalsozialisten die Kultur. Von 1931 bis 1938 war Paul Martin der Lebensgefährte Lilian Harveys, mit der er in Ungarn ein gemeinsames Landgut bewohnte.

Nachdem bekannt wurde, dass sie noch immer jüdische Kollegen in ihrem Haus empfing, wurde sie von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) beobachtet und galt als unzuverlässig. Sie verließ Deutschland und emigrierte nach Juan-les-Pins, in Frankreich. Nach der Besetzung Südfrankreichs ging sie 1941 abermals nach Hollywood in die USA. Zuvor war sie vor französischen Soldaten und in der Schweiz in Programmen für die Stärkung der Kriegsmoral aufgetreten. 1943 erkannte das Nationalsozialistische-Regime ihre Staatsbürgerschaft ab.

Liebeswalzer | Willy Fritsch - Lilian Harvey
D 1930 | Tonfilm | Ross Verlag 120/1

1935 kehrte sie in das politisch veränderte Deutschland zurück. Sie versuchte ihren Freund und Regisseur Paul Martin (1899-1967) zu protegieren, doch längst kontrollierten die Nationalsozialisten die Kultur. Nachdem bekannt wurde, dass sie noch immer jüdische Kollegen in ihrem Haus empfing, wurde sie von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) beobachtet und galt als unzuverlässig. Lilian Harvey verließ Deutschland und emigrierte nach Juan-les-Pins, in Frankreich. Nach der Besetzung Südfrankreichs ging sie 1941 abermals nach Hollywood. Zuvor war sie vor französischen Soldaten und in der Schweiz in Programmen für die Stärkung der Kriegsmoral aufgetreten. 1943 erkannte das NS-Regime ihre Staatsbürgerschaft ab.

Nach dem Krieg kehrte sie 1946 nach Paris/Frankreich zurück. In den folgenden Jahren unternahm sie Gesangstourneen durch Skandinavien und Ägypten. Auch nach Deutschland kehrte sie 1949 zurück und nahm Theaterrollen an. Lilian Harvey musste wegen einer Lungenerkrankung einen längeren Sanatoriumsaufenthalt in der Schweiz hinnehmen. 1955/56 lernte sie Else Wirth (1907-2007) kennen, die von nun an ihre Lebensgefährtin und Mitarbeiterin wurde. Von der Bundesrepublik Deutschland erhielt sie eine Entschädigung in Rentenform für ihr, in der Nazizeit eingezogenes Vermögen. 1965 erhielt Lilian Harvey das Filmband in Gold für ihre Verdienste um den deutschen Film und 1967 den Medien- und Fernsehpreis Bambi des Burda-Konzerns.

Lilian Harvey, die zeitlebens depressiv und psychisch sehr zerbrechlich wirkte, starb am 27. Juli 1968 zurückgezogen in ihrem eigenen Hotel in Juan-les-Pins/Frankreich an einer verschleppten Gelbsucht. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Friedhof Robiac im benachbarten Antibes. An ihrem Wohnhaus in Berlin, Düsseldorfer Straße 47., in Berlin-Wilmersdorf, wurde eine Gedenktafel angebracht. Dort wohnte bis 1925 auch der deutsche Operrettenkomponist Leon Jessel (1871-1942).

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1924: Der Fluch
  • 1924: Die Motorbraut
  • 1925: Leidenschaft
  • 1925: Liebe und Trompetenblasen
  • 1925: Die kleine vom Bummel
  • 1926: Prinzessin Trulala
  • 1926: Vater werden ist nicht schwer
  • 1927: Du sollst nicht stehlen
  • 1928: Eine Nacht in London
  • 1929: Adieu, Mascotte
  • 1929: Das Modell von Montparnasse
  • 1929: Wenn Du einmal Dein Herz verschenkst
  • 1930: Liebeswalzer
  • 1930: Hokuspokus
  • 1930: Die Drei von der Tankstelle
  • 1931: Princesse, à vos ordres
  • 1931: Nie wieder Liebe!
  • 1931: Der Kongreß tanzt
  • 1932: Zwei Herzen und ein Schlag
  • 1932: Quick
  • 1932: Ein blonder Traum
  • 1933: Ich und die Kaiserin  
  • 1933: My Weakness
  • 1935: Leise kommt das Glück zu Dir
  • 1935: Schwarze Rosen
  • 1936: Glückskinder
  • 1937: Fanny Elssler
  • 1938: Capriccio
  • 1939: Ins blaue Leben
  • 1939: Frau am Steuer
  • 1940: Miquette
  • 1958: Das gab's nur einmal

Portrait und Szenenkarten

                       

                  Ross Verlag 1529/4                              Ross Verlag 1733/1                                Ross Verlag 3543/3

                      

                 Ross Verlag 3718/1                          Willy Fritsch - Lilian Harvey                         Ross Verlag 5311/2
                                                                             Ross Verlag 4742/1  

Liebe & Trompetenblasen - Lilian Harvey - Harry Liedtke
D 1925 | Ross Verlag 1394/1

Das Model vom Montparnasse (Adieu Mascotte)
Lilian Harvey - Igo Sym | D 1929 | Ross Verlag 4593/4

                      

                  Ross Verlag 7031/1                             Ross Verlag 7140/2                                Ross Verlag 7521/1

                       

                  Ross Verlag 7521/2                             Ross Verlag 7686/2                                Ross Verlag 7897/1

Willy Fritsch - Lilian Harvey | Ross Verlag 4040/1

Willy Fritsch - Lilian Harvey | Ross Verlag 6704/1

                      

                  Ross Verlag 8688/1                             Ross Verlag 8951/1                                Ross Verlag 9294/1

Quick | Hans Albers - Lilian Harvey
D 1932 | Tonfilm | Ross Verlag 141/1

Quick | Lilian Harvey - Hans Albers
D 1932 | Tonfilm | Ross Verlag 141/6

Ross Verlag 6093/1

Ross Verlag 6275/2

Ross Verlag 6277/1

Lilian Harvey - Henry Garat | Ross Verlag 6739/1

Quick | Lilian Harvey - Hans Albers
D 1932 | Tonfilm | Ross Verlag 141/2

Ein blonder Traum | Willi Fritsch - Lilian Harvey Asther
Willi Forst | D 1932 | Tonfilm | Ross Verlag 143/6

Ross Verlag 6094/1

Ross Verlag 6276/2

Ross Verlag 6738/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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