Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Liane Haid
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Liane Haid (1895-2000)

Liane Haid, eigentlich Juliane Haid wurde am 16. August 1895 in Wien/Österreich geboren. Sie war Schauspielerin und Sängerin.

Liane Haid entstammte einer bayrischen Adelsfamilie und hieß mit Vornamen eigentlich Juliane; ihre Schwester Grit Haid (1900-1938) wurde ebenfalls Schauspielerin.

Ihre Bühnenlaufbahn begann als Balletteuse am Theater. Sie genoss eine umfassende Gesangsausbildung, was ihr später sehr von Nutzen sein sollte. 1915 hatte sie ihr Filmdebüt bei Jakob Fleck (1881-1953). Schließlich wurde der Regisseur Richard Oswald (1880-1963) auf sie aufmerksam und bot ihr 1921 die Titelrolle im Stummfilm Lady Hamilton (1921) an.

Nach einer weiteren Hauptrolle in Lukrezia Borgia (1922), sollte Liane Haid nach Hollywood gehen. Doch da sie inzwischen mit Baron Friedrich Haymerle (1881-1969), dem Sohn eines ehemaligen österreichischen Ministerpräsidenten verheiratet war, schlug sie dieses Angebot aus.

Den Übergang vom Stumm- zum Tonfilm, der eine völlig andere Darstellungsweise erforderte, meisterte sie mit Bravour. Sie wurde von der Universum Film AG (UFA) als eine der ersten Schauspielerinnen im neuen Medium Tonfilm eingesetzt. Sicherlich begünstigte sie auch der Umstand, dass sie eine Gesangsausbildung hatte und diese gleich für einige Lieder im Film nutzen konnte. In dem Streifen Das Lied ist aus (1930) sang sie den Schlager, der dann berühmt wurde: Adieu mein kleiner Gardeoffizier. Einer der bekanntesten Filme war Ungeküsst soll man nicht schlafen gehen (1936).

Ross Verlag 1078/3

Wegen der häufigen Trennungen durch ihren Beruf scheiterte 1937 auch ihre zweite Ehe mit dem Berliner Anwalt Hans Somborn (1904-1993). Als sie 1937 weniger Rollen angeboten bekam, heiratete sie den Schweizer Arzt Dr. Carl Spycher und begleitete ihn auf dessen Forschungsreisen durch die Tropen.

Bedingt durch die Nationalsozialisten musste sie 1942 mit ihrem Sohn, dem späteren Jazzmusiker Pierre Spycher aus Österreich in die Schweiz fliehen. Nachdem sich Dr. Carl Spycher und Liane Haid nach 30 Jahren trennten, lebte sie bei ihrem Sohn in Wabern bei Bern/Schweiz. Nach dem Krieg spielte sie nur noch in einem Film mit. Nach dem Krug zum Grünen Kranze (1953) beendete sie ihre Karriere. 1969 erhielt sie ob ihrer Verdienste für den deutschen Film das Filmband in Gold.

Liane Haid starb im Alter von 105 Jahren am 28. November 2000 in Wabern. Ihr Ehrengrab befindet sich auf dem Dornbacher Friedhof in Wien. 2008 wurde in Wien-Hernals (17. Bezirk) der Liane-Haid-Weg nach ihr benannt.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1915: Mit Herz und Hand fürs Vaterland
  • 1916: Mit Gott für Kaiser und Reich
  • 1921: Lady Hamilton
  • 1922: Lukrezia Borgia
  • 1923: Schlagende Wetter
  • 1926: Die Brüder Schellenberg
  • 1926: Im Weißen Rößl
  • 1927: Der goldene Abgrund
  • 1927: Die Csardasfürstin
  • 1927: Die weiße Sklavin
  • 1930: Der unsterbliche Lump
  • 1930: Das Lied ist aus
  • 1932: Ich will nicht wissen, wer du bist
  • 1933: Eine Frau wie du
  • 1933: Der Stern von Valencia
  • 1933: Sag mir wer du bist
  • 1933: Polizeiakte 909
  • 1934: Besuch am Abend
  • 1936: Ungeküßt soll man nicht schlafen gehen
             Wer zuletzt küßt...
  • 1936: Whom the Gods Love
  • 1937: Peter im Schnee
  • 1940: Die unvollkommene Liebe

Portrait und Szenenkarten

                     

                   Ross Verlag 462/2                        Die Csardasfürstin | 1927                         Ross Verlag 2074/2
                                                                          Ross Verlag 1732/2

                     

                 Ross Verlag 3104/1                              Ross Verlag 5994/1                             Ross Verlag 6009/1

             

                  Ross Verlag 6526/1                           Ross Verlag 7421/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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