Johannes Riemann (1888-1959)

Eugen Johannes Riemann wurde am 31. Mai 1888 in Berlin geboren. Er war seit 1916 in über 90 Filmrollen zu sehen. Ab 1934 führte er auch Regie und wirkte an Drehbüchern mit.

Johannes Riemann nahm Schauspielunterricht bei der Schauspielerin Anna von Strantz-Führing (1866-1929) und dem österreichischen Theaterschauspieler und Rezitator Alexander Strakosch (1879-1958). 1908 erhält er sein erstes Engagement am Berliner Hebbel-Theater. Weitere Stationen am Theater waren Marienbad und Teplitz in Tschechien, Meran in Italien, die Berliner Volksbühne und das Hoftheater in Weimar/Thüringen. Um 1916 holte ihn Max Reinhardt (1873-1943) ans Deutsche Theater nach Berlin zurück.

Johannes Riemann wurde vom damaligen Super-Star Henny Porten (1890-1960) für den Film entdeckt und gefördert. In der Folge stieg er zum beliebten Darsteller auf, der bevorzugt Gentlemen-Rollen übernimmt und elegant den Frauen das Herz bricht. Bekannt wird er 1919 durch den Film Veritas Vincit (1919), einem aufwändigen Historienfilm in drei Episoden von Joe May (1880-1954), eigentlich Julius Otto Mandl, in dem er neben dessen Ehefrau Mia May (1884-1980), eigentlich Hermine Pfleger, agiert. Von da an war Johannes Riemann ein viel beschäftigter Schauspieler, der zwischen 1919 und 1926 vier bis zehn Filme pro Jahr dreht.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 stellte für seine Karriere ebenso wenig ein Problem dar, wie zuvor der Wechsel zum Tonfilm. Tatsächlich bekundet er sogar seine Sympathie für das Dritte Reich und wird im Gegenzug 1939 von Adolf Hitler (1889-1945) zum Staatsschauspieler ernannt.

 

Film Sterne Verlag 219/2

Ab 1934 führt Johannes Riemann auch Regie. Er wird Mitglied der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Trotzdem nehmen die Rollenangebote um 1943 deutlich ab und er wechselt wieder zum Theater. Während des Zweiten Weltkriegs trat er bei einer Reise ins besetzte Polen Ende März 1944 im Rahmen einer Truppenbetreuungsveranstaltung für KZ-Personal bei einem bunten Abend im Konzentrationslager (KZ) Auschwitz auf.

Auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs stand er wieder öfter auf der Bühne. Er konnte allerdings nicht an seine früheren Erfolge anknüpfen und war als mittlerweile fast 70-Jähriger nur noch selten auf der Leinwand zu sehen - etwa in Géza von Cziffras (1900-1989) Der schräge Otto (1956) und in dem Heimatfilm Zwei Bayern im Harem (1957).

Johannes Riemann starb am 30. September 1959 in Konstanz in Baden-Württemberg.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1916: Gelöste Ketten
  • 1917: Ahasver (3 Teile)
  • 1919: Schloß Einöd
  • 1919: Irrlicht
  • 1920: Anna Karenina
  • 1924: Die Stadt ohne Juden
  • 1928: Fräulein Chauffeur
  • 1931: Die Liebensfiliale
  • 1934: Ich sehne mich nach Dir (Regie)
  • 1934: Ich heirate meine Frau (Drehbuch und Regie)
  • 1935: Eva (Regie)
  • 1935/36: Die große und die kleine Welt
    (Drehbuch und Regie)
  • 1935: Der Mann mit der Pranke
  • 1936: Kinderarzt Dr. Engel (Drehbuch, Regie)
  • 1936: Die un-erhörte Frau (auch Dialog-Regie)
  • 1937: Gauner im Frack. Konflikt (Drehbuch, Regie)
  • 1937: Einmal werd' ich Dir gefallen (Drehbuch, Regie)
  • 1937/38: Es leuchten die Sterne
  • 1939: Renate im Quartett
  • 1939: Ehe in Dosen
  • 1939: Bel Ami (1939)
  • 1941: Friedemann Bach
  • 1941/42: Drei tolle Mädels, auch Gesang
  • 1941: Alles für Gloria, auch Drehbuch
  • 1943: Das Lied der Nachtigall
  • 1956: Der schräge Otto
  • 1957: Eurydice (TV-Film des SWF)

Portrait- und Szenenkarten

Film Sterne Verlag 204/2

Ross Verlag 319/3

Ross Verlag 6337/2

Film Sterne Verlag 219/1

Ross Verlag 3011/1

Film Sterne Verlag 219/3

Ross Verlag 5558/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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