Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Johannes Riemann
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Johannes Riemann (1888-1959)

Eugen Johannes Riemann wurde am 31. Mai 1888 in Berlin geboren. Er war seit 1916 in über 90 Filmrollen zu sehen. Ab 1934 führte er auch Regie und wirkte an Drehbüchern mit.

Nach ursprünglich musikalischen Interessen nahm Johannes Riemann Schauspielunterricht bei Anna von Strantz-Führing (1866-1929) und Alexander Strakosch (1879-1958). Im Jahr 1908 erhält er sein erstes Engagement, und zwar am Berliner Hebbel-Theater. Weitere Stationen seiner Theater-Karriere sind Teplitz, Meran und Marienbad, die Berliner Volksbühne sowie das Hoftheater in Weimar. Max Reinhardt (1873-1943) holte ihn um 1916 ans Deutsche Theater nach Berlin zurück.

Der Schwerpunkt seiner Film-Tätigkeit liegt etwa zwischen 1916 und 1945. Er wird vom damaligen Super-Star Henny Porten (1890-1960) für den Film entdeckt und gefördert. In der Folge steigt er zum beliebten Darsteller auf, der bevorzugt Gentlemen-Rollen übernimmt und elegant den Frauen das Herz bricht. Bekannt wird Johannes Riemann 1919 durch den Film Veritas Vincit (1919), einem aufwändigen Historienfilm in drei Episoden von Joe May (1880-1954), eigentlich Julius Otto Mandl, in dem er neben dessen Ehefrau Mia May (1884-1980), eigentlich Hermine Pfleger, agiert. Von da an ist Johannes Riemann ein viel beschäftigter Schauspieler, der zwischen 1919 und 1926 vier bis zehn Filme pro Jahr dreht.

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 stellt für seine Karriere ebenso wenig ein Problem dar, wie zuvor der Wechsel zum Tonfilm. Tatsächlich bekundet er sogar seine Sympathie für das Dritte Reich und wird im Gegenzug 1939 von Adolf Hitler (1889-1945) zum Staatsschauspieler ernannt. Ab 1934 führt er auch Regie. Er wird Mitglied der Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP). Trotzdem nehmen die Rollenangebote um 1943 deutlich ab und er wechselt wieder zum Theater. Während des Zweiten Weltkriegs trat er bei einer Reise ins besetzte Polen Ende März 1944 im Rahmen einer Truppenbetreuungsveranstaltung für KZ-Personal bei einem bunten Abend im KZ Auschwitz auf.

Film Sterne Verlag 219/2

 

Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht er wieder öfter auf der Bühne. Er kann aber an frühere Erfolge nicht anknüpfen, sondern ist als mittlerweile fast 70-Jähriger nur noch selten auf der großen Leinwand zu sehen – etwa in Géza von Cziffras (1900-1989) Der schräge Otto (1956) und in dem Heimatfilm Zwei Bayern im Harem (1957). Johannes Riemann stirbt am 30. September 1959 in Konstanz.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1916: Gelöste Ketten
  • 1917: Ahasver (3 Teile)
  • 1919: Schloß Einöd
  • 1919: Irrlicht
  • 1920: Anna Karenina
  • 1924: Die Stadt ohne Juden
  • 1928: Fräulein Chauffeur
  • 1931: Die Liebensfiliale
  • 1934: Ich sehne mich nach Dir (Regie)
  • 1934: Ich heirate meine Frau (Drehbuch und Regie)
  • 1935: Eva (Regie)
  • 1935/36: Die große und die kleine Welt
    (Drehbuch und Regie)
  • 1935: Der Mann mit der Pranke
  • 1936: Kinderarzt Dr. Engel (Drehbuch, Regie)
  • 1936: Die un-erhörte Frau (auch Dialog-Regie)
  • 1937: Gauner im Frack. Konflikt (Drehbuch, Regie)
  • 1937: Einmal werd' ich Dir gefallen (Drehbuch, Regie)
  • 1937/38: Es leuchten die Sterne
  • 1939: Renate im Quartett
  • 1939: Ehe in Dosen
  • 1939: Bel Ami (1939)
  • 1941: Friedemann Bach
  • 1941/42: Drei tolle Mädels, auch Gesang
  • 1941: Alles für Gloria, auch Drehbuch
  • 1943: Das Lied der Nachtigall
  • 1956: Der schräge Otto
  • 1957: Eurydice (TV-Film des SWF)

Portrait und Szenenkarten

                    

             Film Sterne Verlag 204/2                       Film Sterne Verlag 219/1                      Film Sterne Verlag 219/3

                   

                   Ross Verlag 319/3                              Ross Verlag 3011/1                              Ross Verlag 5558/1

     

                 Ross Verlag 6337/2

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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