Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Jackie Coogan
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Jackie Coogan (1914-1984)

Jackie Coogan eigentlich John Leslie Coogan Jr. wurde am 26. Oktober 1914 in Los Angeles, Kalifornien USA geboren. Er gilt als der Erste Kinderstar der Kinogeschichte. Vor allem seine Stummfilme aus der Kinderzeit sind bis heute legendär. Er spielte zwar auch noch in der Tonfilmzeit, konnte jedoch später nie mehr an seine frühen Kinderstar-Erfolge anknüpfen.

Der erste Film, in dem er mit noch nicht einmal drei Jahren spielte, war Skinner's Baby (1917) aus dem Jahre 1917. Jackie Coogan trat mit seinem Vater dem Schauspielers John Henry Coogan Jr. (1887-1935) auf Varieté-Bühnen auf, als er ein Jahr später mit der Schauspielerin und Schwimmerin Annette Kellerman (1887-1975) in einer Revue arbeitete, wurde er von Charlie Chaplin (1889-1977) entdeckt, der ihm eine Rolle im Film A Day's Pleasure (1919) gab. Von dem quirligen Kind inspiriert, inszenierte er 1921 einen seiner größten Hits mit The Kid (1921). Mit diesem Film etablierte sich Charlie Chaplin als Künstler und Jackie Coogan wurde über Nacht zum Star.

Ross Verlag 1832/1

Ross Verlag 701/2

Jackie Coogan agierte vor der Kamera völlig natürlich und wurde in den kommenden Jahren erfolgreich für Filme wie Oliver Twist (1922), Circus Days (1923), Little Robinson Crusoe (1924) und Buttons (1927) engagiert. Als er die Pubertät erreichte, kam seine Karriere abrupt zum Stillstand. Erst drei Jahre später konnte er als Hauptdarsteller in einigen Tonfilmen seine Laufbahn fortführen.

In seiner Zeit als Kinderstar verdiente er rund vier Millionen Dollar. Das Geld war für ihn in einem Fond angelegt. Seine Eltern lebten jedoch in Trennung und er bei seinem Vater. Seine Mutter Lillian Coogan (1892-1977) hatte nun eine Beziehung mit Jackie Coogans ehemaligem Manager Arthur L. Bernstein begonnen. Die vier Millionen Dollar wurden von seinem Vater verwaltet und er sollte sein Vermögen mit Erreichen der Volljährigkeit bekommen. Fünf Monate vor seiner Volljährigkeit verunglückte sein Vater 1935 jedoch mit dem Auto tödlich. Das Erbe ging nun an seine Mutter, da die Ehe noch nicht geschieden war. Als Jackie Coogan Monate später sein Geld nicht erhielt, verklagte er seine Mutter und den Stiefvater. Der Prozess endete nach einem Jahr mit einem Vergleich. Von dem Millionen Dollar Vermögen war da jedoch nicht mehr viel übrig.

Es entstand nach dem Prozess das so genannte Coogan-Gesetz, das zukünftig das Einkommen von Minderjährigen schützte. In einer überarbeiteten Version vom 1. Januar 2000 wird unter anderem folgendes festgehalten: Das Einkommen des Kindes bleibt Eigentum des Kindes. 15 % vom Brutto-Einkommen, resultierend aus der beruflichen Tätigkeit, werden einem Treuhandkonto zugunsten des Minderjährigen gutgeschrieben und bis zu seiner Volljährigkeit verwaltet.

Seine Ehe mit der Schauspielerin Betty Grable (1916-1973), die Coogan Jackie 1937 heiratete wurde nach nur zwei Jahren 1939 wieder geschieden. Jackie entfloh dem Medienrummel und diente während des Zweiten Weltkriegs in der US-Armee.

Das Kino bot Jackie Coogan keine befriedigenden Rollen mehr an und er wandte sich vermehrt dem Fernsehen zu. Er spielte in unzähligen Serien mit, doch auch das Kino trat ab und zu wieder an ihn heran mit Filmen wie zum Beispiel Theaterfieber (1953) und Girl Happy (1965). Jackie führte sogar zweimal - wenn auch nicht sehr erfolgreich - Regie bei Flugtentil Danmark (1955) und Escape From Terror (1960), wo er auch als Schauspieler auftrat. Sein lang ersehntes Comeback hingegen schaffte er mit der populären Fernsehserie The Addams Family (1964-1966), wo er den Uncle Fester verkörperte.

Jackie Coogan starb am 1. März 1984 in Santa Monica, Kalifornien/USA an einem Herzinfarkt, er wurde auf dem Holy Cross Cemetery in Culver City, bei Los Angeles/USA begraben.

Ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame erinnert heute an den ersten Kinderstar der Kinogeschichte in Los Angeles.

 

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1917: Skinner's Baby
  • 1919: A Day's Pleasure
  • 1921: The Kid
  • 1922: Oliver Twist
  • 1923: Circus Days
  • 1924: Little Robinson Crusoe
  • 1927: Buttons
  • 1930: Tom Sawyer
  • 1931: Huckleberry Finn
  • 1947: Kilroy was here
  • 1953: Theaterfieber
  • 1965: Girl Happy
  • 1979: Double Take

Der Kleine Robinson Crusoe | USA 1924
Ross Verlag 696/3 | 15.09.1929

Portrait und Szenenkarten

                      

                    Ross Verlag 598/1                                Ross Verlag 715/1                                Ross Verlag 747/1

              

                  Ross Verlag 961/1                                Ross Verlag 5991/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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