Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Jack Trevor
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Jack Trevor (1893-1976)

Jack Trevor, der eigentlich Anthony Cedric Sebastian Steane hieß, wurde am 14. Dezember 1893 in London/England, Stadtteil Lambeth geboren. Er war ein englischer Schauspieler.

Jack Trevor war der Sohn wohlhabender Eltern aus der Londoner Oberschicht. Er studierte am New College in Oxford und wurde 1914 zum Kriegsdienst eingezogen. 1916 tötete eine deutsche Granate sein Pferd. Er wurde als Invalide entlassen. Kurz nach Kriegsende heiratete er eine Österreicherin namens Alma, angeblich eine Tochter von Rudolf von Österreich-Ungarn (1858-1889) und dessen Geliebter Mary Vetsera (1871-1889). Bereits nach einem Jahr beging seine Ehefrau Selbstmord.

Seit 1922 wirkte er unter dem Künstlernamen Jack Trevor in Stummfilmen mit. Von Beginn an verkörperte er den typischen Gentleman, 1924 trat er erstmals in einem deutschen Film auf.

Jack Trevor, der inzwischen die geschiedene Frau des Landbesitzers Harry Penton geheiratet hatte, siedelte 1925 nach Berlin über. In zahlreichen deutschen Filmen der zwanziger Jahre bediente er regelmäßig das Klischee vom feinen englischen Lord. Mit dem Aufkommen des Tonfilms zog sich der nur bruchstückhaft deutsch sprechende Engländer in sein neues Domizil in Oberammergau zurück und reiste in Begleitung seiner zwei Söhne durch Europa. Er übernahm aber auch später wieder kleine Rollen im deutschen Film.

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Nach Kriegsausbruch wurde er am 11. September 1939 von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in Berlin verhaftet und interniert. Als Zeichen seiner Loyalität gegenüber den nationalsozialistischen Machthabern musste Jack Trevor ab Januar 1940 die englischsprachigen Nachrichten im Berliner Rundfunk verlesen und in einigen Propagandafilmen mitwirken.

Der Rollenumfang dabei war stets ein geringer: In Mein Leben für Irland (1941) verkörpert er einen justizmörderischen britischen Richter, der irische Freiheitskämpfer zum Tode verurteilt; in Ohm Krüger (1941) sitzt er lediglich schweigend an einem Konferenztisch. Nach dem Krieg, im Juli 1945 wurde er von den US-Amerikanern interniert und nach einem Jahr an die Briten ausgeliefert. Wegen angeblicher „Unterstützung des Feindes im Krieg“ verurteilte ihn der Central Criminal Court am 15. Januar 1947 zu drei Jahren Gefängnis, doch drei Monate später wurde das Urteil vom obersten Berufungsgericht aufgehoben, da man es als erwiesen ansah, dass er dem Feind nur unter Zwang geholfen habe. Danach reiste er wieder durch Europa und die USA, Filme drehte er jedoch keine mehr. Jack Trevor starb am 19. Dezember 1976 in Deal, bei Kent, in England.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1922: Pages of Life
  • 1922: The Grass Orphan
  • 1922: Petticoat Loose
  • 1924: Not for Sale
  • 1925: Die Venus vom Montmartre
  • 1925: Sündenbabel
  • 1925: Liebe macht blind
  • 1926: Geheimnisse einer Seele
  • 1926: Fiaker Nr. 13
  • 1926: Trude, die Sechzehnjährige
  • 1927: Die Frau ohne Namen (2 Teile)
  • 1927: Colonialskandal / Liebe im Rausch
  • 1927: Der Katzensteg
  • 1928: Die Dame und ihr Chauffeur
  • 1928: Abwege
  • 1928: Liebeskarneval
  • 1929: Nachtgestalten / The Alley Cat
  • 1929: Fräulein Else
  • 1929: Die weißen Rosen von Ravensberg
  • 1930: Die große Sehnsucht
  • 1931: Das Lied der Nationen / La chanson des nations
  • 1932: Die fünf verfluchten Gentlemen
  • 1932: A Voice Said Goodnight
  • 1932: Lily Christine
  • 1935: Henker, Frauen und Soldaten
  • 1936: Engel mit kleinen Fehlern
  • 1936: Unter heißem Himmel
  • 1937: Das schöne Fräulein Schragg
  • 1937: Der Scheidungsgrund
  • 1937: Tango notturno
  • 1938: Napoleon ist an allem schuld
  • 1938: Frauen für Golden Hill
  • 1939: Der letzte Appell
  • 1939: Menschen vom Varieté
  • 1941: Mein Leben für Irland
  • 1941: Carl Peters
  • 1941: Ohm Krüger
  • 1942: Geheimakte WB1
  • 1942: Rembrandt
  • 1943: Immensee
  • 1943: Der ewige Klang

Portrait und Szenenkarten

                     

                 Ross Verlag 2099/1                              Ross Verlag 3624/1                              Ross Verlag 3961/1

            

                  Ross Verlag 4153/2                             Ross Verlag 4737/2

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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