Jack Trevor (1893-1976)
Jack Trevor, der eigentlich Anthony Cedric Sebastian Steane hieß, wurde am 14. Dezember 1893 in London/England, Stadtteil Lambeth geboren. Er war ein englischer Schauspieler. Jack Trevor war der Sohn wohlhabender Eltern aus der Londoner Oberschicht. Er studierte am New College in Oxford und wurde 1914 zum Kriegsdienst eingezogen. 1916 tötete eine deutsche Granate sein Pferd. Er wurde als Invalide entlassen. Kurz nach Kriegsende heiratete er eine Österreicherin namens Alma, angeblich eine Tochter von Rudolf von Österreich-Ungarn (1858-1889) und dessen Geliebter Mary Vetsera (1871-1889). Bereits nach einem Jahr beging seine Ehefrau Selbstmord. Seit 1922 wirkte er unter dem Künstlernamen Jack Trevor in Stummfilmen mit. Von Beginn an verkörperte er den typischen Gentleman, 1924 trat er erstmals in einem deutschen Film auf. Jack Trevor, der inzwischen die geschiedene Frau des Landbesitzers Harry Penton geheiratet hatte, siedelte 1925 nach Berlin über. In zahlreichen deutschen Filmen der zwanziger Jahre bediente er regelmäßig das Klischee vom feinen englischen Lord. Mit dem Aufkommen des Tonfilms zog sich der nur bruchstückhaft deutsch sprechende Engländer in sein neues Domizil in Oberammergau zurück und reiste in Begleitung seiner zwei Söhne durch Europa. Er übernahm aber auch später wieder kleine Rollen im deutschen Film. Nach Kriegsausbruch wurde er am 11. September 1939 von der Gestapo in Berlin verhaftet und interniert. |
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Als Zeichen seiner Loyalität gegenüber den nationalsozialistischen Machthabern musste Jack Trevor ab Januar 1940 die englischsprachigen Nachrichten im Berliner Rundfunk verlesen und in einigen Propagandafilmen mitwirken. Der Rollenumfang dabei war stets ein geringer: In Mein Leben für Irland (1941) verkörpert er einen justizmörderischen britischen Richter, der irische Freiheitskämpfer zum Tode verurteilt; in Ohm Krüger (1941) sitzt er lediglich schweigend an einem Konferenztisch. Im Juli 1945 wurde er von den US-Amerikanern interniert und nach einem Jahr an die Briten ausgeliefert. Wegen angeblicher „Unterstützung des Feindes im Krieg“ verurteilte ihn der Central Criminal Court am 15. Januar 1947 zu drei Jahren Gefängnis, doch drei Monate später wurde das Urteil vom obersten Berufungsgericht aufgehoben, da man es als erwiesen ansah, dass Jack Trevor dem Feind nur unter Zwang geholfen habe. Danach reiste er wieder durch Europa und die USA, Filme drehte er jedoch keine mehr. Jack Trevor starb am 19. Dezember 1976 in Deal, bei Kent, in England. |
Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)
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Literatur- und Quellenverzeichnis
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Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Collector's Homepage -
www.cyranos.ch |



