Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Iwan Mosjukin
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Iwan Mosjukin (1889-1939)

Iwan Mosjukin wurde am 26. September 1889 in Pensa/Russland geboren.

Portrait und Szenenkarten

Um 1910 begann Iwan Mosjukin an kleinen Bühnen zu spielen und hatte bereits 1911 seine ersten Auftritte im Film, darunter als Napoléon III. in Die Verteidigung von Sewastopol - Oborona Sewastopolja (1911), einer Hommage an den Krimkrieg der 1850er Jahre aus der Produktion von Alexander Chanschonkow (1877-1945). Iwan Mosjukin wurde im zaristischen Russland zum ersten Filmstar, begünstigt durch sein Talent für distanziert elitäres Spiel. Er arbeitete in den 1910er Jahren mit allen wichtigen russischen Regisseuren Pjotr Tschardynin (1872-1934), Jakow Protasanow (1881-1945), Alexander Wolkow (1885-1942) und Jewgeni Bauer (1865-1917). Unter Protasanow spielte er seine erfolgreichsten Rollen in Pique Dame - Pikowaja dama (1916) und Vater Sergei (1918).

1919 emigrierte er aus Sowjetrussland über die Türkei nach Frankreich. Er trat in den 1920er Jahren in Deutschland und in Frankreich in Filmen auf. Mosjukin war auch Drehbuchautor mehrerer seiner Filme und lieferte 1923 mit Le brasier ardent (1923) seine einzige Regiearbeit ab. Durch die Gruppe russischer Exilanten lernte er Jean Epstein (1897-1953) kennen und sie drehten 1924 gemeinsam den Abenteuerfilm Le lion des Mogols (1924). Der ebenfalls nach Westeuropa ausgewanderte Alexander Wolkow besetzte ihn 1924 in Kean (1924), eine Rolle, die er bereits 1911 am Theater spielte, und 1926 in der Titelrolle der deutsch-französischen Co-Produktion Casanova (1926). Casanova ist eines der frühen Dokumente des Farbfilms. Der französische Regisseur Marcel L’Herbier (1888-1979), bekannt für seine avantgardistischen Filme, verfilmte 1925 Mattia Pascal (1925) nach einem Roman von Luigi Pirandello (1867-1936), bedeutend heute vor allem durch die Darstellung Iwan Mosjukins.

Mit dem Aufkommen des Tonfilms endete seine Karriere, da sein starker Akzent keine Akzeptanz beim Publikum fand. Seinen letzten Film drehte er 1936. Als er am 18. Januar 1939 in Neuily-sur-Seine/Frankreich starb, war er 49 Jahre alt und verarmt. Er war einer der ersten männlichen Filmstars Europas.

 

Iwan Mosjukin | 15.12.1928

Er bezeichnete sich gerne als von Tscherkessen abstammend, was sich nicht erhärten lässt. Der litauisch-französische Erfolgsschriftsteller der 1960/70er Jahre Romain Gary (1914-1980) nannte Iwan Mosjukin zeitlebens als seinen Vater, was auf jeden Fall fabuliert ist, wie das meiste, was Gary zu seiner Biografie zum besten gab.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1911 Die Verteidigung von Sewastopol
  • 1913 Das Häuschen in Kolomna
  • 1914 Schisn w smerti
  • 1915 Ruslan und Ludmilla
  • 1916 Pique Dame
  • 1916 Kulissy ekrana
  • 1917 Der lustige Satan
  • 1918 Vater Sergei
  • 1922 Kean

 

  • 1922 Das geheimnisvolle Haus
  • 1923 Le brasier ardent
  • 1924 Le lion des Mogols
  • 1925 Mattia Pascal
  • 1926 Michel Strogoff – Der Kurier des Zaren
  • 1926 Casanova
  • 1927 Surrender
  • 1929 Manolescu
  • 1930 Der weiße Teufel

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text

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