Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Henny Porten
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Henny Porten (1890-1960)

Henny Frieda Ulricke Porten gehörte zu den großen Stars des deutschen Stummfilms. Sie wurde am 7. Januar 1890 in Magdeburg/Sachsen-Anhalt geboren. Ihre erste Rolle spielte sie 1906 in dem Tonbild Meissner Porzellan von Oskar Messter (1866-1943). Er produzierte die Tonbilder mit großem Erfolg und machte aus Henny Porten einen der ersten deutschen Filmstars des Stummfilms. Dies waren keine Filme, wie man sie heute kennt, sondern setzten sich aus Tonbildern zusammen, die in Guckkästen eingesetzt werden konnten.

Portraitkarten     Szenenkarten

Mit dem Film Schuld und Sühne aus dem Jahr 1910 begann ihre eigentliche Spielfilm-Karriere. 1913 wurde mit Eva die erste Henny Porten Starfilm-Serie lancier.

Ab 1916 gehörten die Henny Porten Filme zu den großen Kassenerfolgen. Als der Film Anna Boleyn 1920 mit Emil Jannings (1884-1950) in die Kinos kam, machte der Film nicht nur in Deutschland Furore, sondern auch in den USA, worauf Hollywood die beiden Stars einlud. Henny entschied sich, ihre eigene Film-Produktionsgesellschaft zu gründen. Sie stellte einige Filme her, ehe die Firma 1923 Bankrott ging und mit der Produktionsgesellschaft von Carl Froelich (1875-1953) fusionierte. Darauf folgt eine Zeit der Erfolglosigkeit, ehe sie 1924 mit Mutter und Kind wieder erfolgreich in die Kinos kam.

Zu den Highlights ihrer Stummfilmzeit gehörten: Rose Bernd (1919), Kohlhiesels Töchter (1920), Die Geier-Wally (1921), Der Kaufmann von Venedig (1923), Das alte Gesetz (1923) und I.N.R.I. (1923) von Robert Wiene (1873-1938).

Dem Tonfilm begegnete Henny Porten zunächst nur mit erheblicher Skepsis, sie gab jedoch 1930 in dem Film Skandal um Eva von G. W. Pabst (1885-1967) ihr Tonfilmdebüt, dies ließ sie auf eine erfolgreiche Fortsetzung ihrer Karriere hoffen. Doch mit dem Aufkommen der Nationalsozialisten und ihrer Weigerung, sich von ihrem jüdischen Mann, dem Arzt und Filmproduzenten Wilhelm Ritter von Kaufmann-Asser (1888-1959) zu trennen, wurde Henny Porten die Filmarbeit durch den Propagandaminister Joseph Goebbels (1897-1945) erheblich erschwert. Sie erhielt nur noch kleinere Rollen und spielte erst 1943 wieder eine große Rolle in dem Zweiteiler Familie Buchholz und Neigungsehe.

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, kamen dennoch keine Angebote mehr. Schließlich entschloss sich Henny Porten 1953 dazu, in die neugegründete DDR zu gehen, wo sie von der DEFA (Deutsche Film AG) mehrere Filmangebote erhielt wie Carola Lamberti (1954) und Das Fräulein von Scuderie (1955).

1955 kehrte sie nach Berlin (West) zurück, erhielt aber keinerlei Angebote mehr. Völlig verarmt und vom Publikum vergessen, starb Henny Porten am 15. Oktober 1960 im Haus Kurfürstenstraße 58, Tiergarten, dem heutigem Café Einstein.

Ihr Ehrengrab liegt auf dem Friedhof am Fürstenbrunner Weg in Berlin-Westend. Ihre Geburtsstadt Magdeburg benannte ihr zu Ehren eine Straße in Henny-Porten-Straße.

 

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1911: Das Liebesglück einer Blinden
  • 1912: Der Schirm mit dem Schwan
  • 1913: Komtesse Ursel
  • 1914: Gretchen Wendland
  • 1915: Der Sieg des Herzens
  • 1915: Märtyrerin der Liebe
  • 1916: Abseits vom Glück
  • 1917: Die Prinzessin von Neutralien
  • 1918: Auf Probe gestellt
  • 1918: Agnes Arnau und ihre drei Freier
  • 1918: Das Maskenfest des Lebens
  • 1919: Irrungen
  • 1919: Rose Bernd
  • 1919: Monica Vogelsang
  • 1920: Kohlhiesels Töchter
  • 1920: Anna Boleyn
  • 1921: Die Geyer-Wally
  • 1921: Hintertreppe
  • 1922: Frauenopfer
  • 1923: Die Liebe einer Königin
  • 1923: Der Kaufmann von Venedig
  • 1923: Das alte Gesetz

Film (Sterne) Ross Verlag 64/2

Der Ruf der Liebe | D 1916 | Film Sterne Verlag 500/7

Henny Portens Vermählung 24. Juli 1921
Zum Standesamt

 

 

  • 1923: I.N.R.I.
  • 1924: Mutter und Kind
  • 1926: Rosen aus dem Süden
  • 1928: Liebe im Kuhstall
  • 1928: Zuflucht
  • 1928: Lotte
  • 1929: Die Frau, die jeder liebt, bist Du!
  • 1929: Mutterliebe
  • 1929: Die Herrin und ihr Knecht
  • 1930: Skandal um Eva
  • 1931: 24 Stunden aus dem Leben einer Frau
  • 1934: Mutterliebe (Drehbuch: Henny Porten)
  • 1935: Krach im Hinterhaus
  • 1938: War es der im 13. Stock?
  • 1941: Komödianten
  • 1942: Symphonie eines Lebens
  • 1943: Wenn der junge Wein blüht
  • 1943: Familie Buchholz
  • 1943: Neigungsehe
  • 1950: Absender unbekannt
  • 1954: Carola Lamberti - Eine vom Zirkus
  • 1955: Das Fräulein von Scuderi
  • 1958: Das gab's nur einmal

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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