Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Harry Piel
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Harry Piel (1892-1963)

Harry Piel, eigentlich Heinrich Piel wurde am 12. Juli 1892 in Düsseldorf-Benrath/Nordrhein-Westfalen geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule in Düsseldorf-Benrath und des Gymnasiums in Düsseldorf-Derendorf wurde er 1909 zunächst Kadett auf einem Segelschulschiff. Daraufhin folgte eine kaufmännische Lehre, die er 1911 abbrach, um in Paris/Frankreich Kunstflieger zu werden. Aber schon ein Jahr später begann er wieder etwas Neues. In Berlin gründete Harry Piel die „Kunst-Film-Verlags-Gesellschaft mbH“ und drehte, als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in einer Person, seinen ersten Autorenfilm Schwarzes Blut (1912) mit Curt Goetz (1888-1960) in der Hauptrolle.

Weitere Filme sollten im Abenteuer- und Sensationsgenre folgen, in denen immer mehr „Action“ eingebaut wurde. Bald erhielt er den Beinamen „Dynamit-Regisseur“, da er einen Sprengmeister kannte, der ihn mit Informationen über bevorstehende Objektsprengungen versorgte, die Harry Piel geschickt in seine Filme einzubauen wusste. Ab 1915 begann er auch vor der Kamera zu agieren. Der erste Film mit ihm als Hauptdarsteller, Die große Wette - Der Elektromensch (1916), kann dem Science-Fiction-Sujet zugerechnet werden, musste er sich doch mit „Maschinenmenschen“ auseinandersetzen.

In Unter heißer Zone (1916) wurden erstmals waghalsige Raubtierszenen eingebaut, was Harry Piel in weiteren Filmen, teilweise nach eigenen Dressuren, immer wieder aufgreifen sollte. Es folgten eine Reihe von Filmen (1918 bis 1919), in denen er achtmal den Detektiv „Joe Deebs“ darstellte und mit dem Film Der große Unbekannte (1919) begann er unter dem Namen „Harry Peel“ auch international bekannt zu werden.

 

Ross Verlag 1377/4

1927 spielte er in einer Doppelrolle mit Marlene Dietrich (1901-1992), in Sein größter Bluff (1927). Ebenfalls 1927 heiratete er die Schauspielerin Dary Holm (1897–1960), die auch in einigen seiner Filme die weibliche Hauptrolle spielte. 1929 gründete er mit der Ariel-Film GmbH Berlin bereits seine fünfte Firma, die bis zur Verstaatlichung 1939 Bestand hatte. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren gab es einen volkstümlichen Reim: Harry Piel, sitzt am Nil, und wäscht sich die Beene mit Persil.

Der Tonfilm machte Harry Piel mit der Doppelgänger-Komödie „Er oder ich“ (1930) keine Probleme und bis 1939 sollten noch erfolgreiche Abenteuerfilme folgen, so Schatten der Unterwelt (1931), Jonny stiehlt Europa (1932), Ein Schiff ohne Hafen (1932, zum Teil gedreht in Bremerhaven), Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt (1933), Der Dschungel ruft (1935) und Sein bester Freund (1937). Doch dann gab es Schwierigkeiten, als der Film Panik (1940/43) wegen allzu realistischer Darstellungen von Luftangriffen verboten wurde. 72 Negative seiner Filme, darunter fast alle Stummfilme, wurden bei einem Luftangriff vernichtet. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Josef Goebbels (1897-1945) in die Gottbegnadeten-Liste der Schauspieler auf, die er für seine Propagandafilme benötigte. Dadurch wurde Harry Piel vor einem Kriegseinsatz bewahrt.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde Harry Piel, der nicht nur seit 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), sondern auch Förder-Mitglied der Schutzstaffel (SS) der NSDAP gewesen war, und dies verschwiegen hatte, mit sechs Monaten Haft und fünf Jahren Berufsverbot belegt. Nach seiner Entnazifizierung gründete er 1950 in Hamburg erneut die „Ariel-Film“, mit der er jedoch nur noch mäßigen Erfolg hatte. Nach einem seiner letzten Filme, Gesprengte Gitter (1953), der nach einem umgearbeiteten Skript von Panik gedreht wurde, zog er sich beruflich zurück.

Harry Piel starb am 27. März 1963 in München, er wurde im alten Teil des Waldfriedhofs in München-Fürstenried beerdigt.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1912: Schwarzes Blut
  • 1912: Der Börsenkönig
  • 1912: Dämone der Tiefe
  • 1913: Nachtschatten
  • 1914: Der geheimnisvolle Nachtschatten
  • 1915: Der schwarze Husar
  • 1916: Das lebende Rätsel
  • 1917: Der weiße Schrecken
  • 1918: Die Ratte
  • 1919: Das Auge des Götzen
  • 1920: Die Geheimnisse des Zirkus Barré
  • 1923: Menschen und Masken
  • 1924: Der Mann ohne Nerven
  • 1926: Was ist los im Zirkus Beely?
  • 1927: Sein grösster Bluff
  • 1928: Panik
  • 1930: Achtung! – Auto-Diebe!
  • 1934: Der Herr der Welt
  • 1935: Artisten
  • 1938: Der unmögliche Herr Pitt
  • 1943: Panik
  • 1945: Mann im Sattel
  • 1953: Gesprengte Gitter

Portrait und Szenenkarten

                      

                  Ross Verlag 414/1                              Ross Verlag 414/3                              Ross Verlag 455/3

Was ist los im Zirkus Beely | Harry Piel
D 1927 | Ross Verlag 1629/1

Ross Verlag 4587/1

                     

                 Ross Verlag 456/2                              Ross Verlag 746/1                             Ross Verlag 1295/3

                     

                 Ross Verlag 1377/2                   Harry Piel in einer Doppelrolle                    Ross Verlag 1901/2
                                                                  (Sein grösster Bluff) | D 1927
                                                                          Ross Verlag 1901/1

                     

                  Ross Verlag 4066/2                             Ross Verlag 4317/1                              Ross Verlag 5179/2

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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