Harry Piel (1892-1963)
Harry Piel, eigentlich Heinrich Piel wurde am 12. Juli 1892 in Düsseldorf-Benrath geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Benrath und des Gymnasiums in Derendof wurde er 1909 zunächst Kadett auf einem Segelschulschiff. Darauf folgte eine kaufmännische Lehre, die er 1911 abbrach, um in Paris Kunstflieger zu werden. Aber schon ein Jahr später begann er wieder etwas Neues. In Berlin gründete Harry die „Kunst-Film-Verlags-Gesellschaft“ und drehte, als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent in einer Person, seinen ersten Autorenfilm Schwarzes Blut (1912) mit Curt Goetz (1888-1960). Weitere Filme sollten im Abenteuer- und Sensationsgenre folgen, in denen immer mehr „Action“ eingebaut wurde. Bald erhielt er den Beinamen „Dynamit-Regisseur“, da er einen Sprengmeister kannte, der ihn mit Informationen über bevorstehende Objektsprengungen versorgte, die Harry geschickt in seine Filme einzubauen wusste. 1915 wurde ihm das „hinter der Kamera stehen“ zu langweilig und er begann, auch vor der Kamera zu agieren. Der erste Film mit ihm als Hauptdarsteller, Die große Wette, kann dem Science-Fiction-Sujet zugerechnet werden, musste er sich doch mit „Maschinenmenschen“ auseinandersetzen. In Unter heißer Zone (1916) wurden erstmals waghalsige Raubtierszenen eingebaut, was Harry in weiteren Filmen, teilweise nach eigenen Dressuren, immer wieder aufgreifen sollte. Es folgten eine Reihe von Filmen (1918 bis 1919), in denen er achtmal den Detektiv „Joe Deebs“ darstellte und mit dem Film Der große Unbekannte (1919) begann Harry unter dem Namen „Harry Peel“ auch international bekannt zu werden. 1927 spielte er in einer Doppelrolle mit Marlene Dietrich (1901-1992), in dem Film Sein größter Bluff (1927). Ebenfalls 1927 heiratete Harry die Schauspielerin Dary Holm (1897–1960), die auch in einigen seiner Filme die weibliche Hauptrolle spielte. 1928 gründete er mit der Ariel-Film GmbH bereits seine fünfte Firma, die bis zur Verstaatlichung 1939 Bestand hatte. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren gab es einen volkstümlichen Reim: Harry Piel, sitzt am Nil, und wäscht sich die Beene mit Persil. Der Tonfilm machte Harry Piel mit der Doppelgänger-Komödie „Er oder ich“ (1930) keine Probleme und bis 1939 sollten noch viele erfolgreiche Abenteuerfilme folgen, so Schatten der Unterwelt (1931), Jonny stiehlt Europa (1932), Ein Schiff ohne Hafen (1932, zum Teil gedreht in Bremerhaven), Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt (1933), Der Dschungel ruft (1935) und Sein bester Freund (1937). Dann begannen jedoch Schwierigkeiten, als der Film Panik (1940/43) wegen allzu realistischer Darstellung von Luftangriffen verboten wurde. 72 Negative von seinen Filmen, darunter fast alle Stummfilme, wurden bei einem Fliegerangriff vernichtet. In der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Josef Goebbels (1897-1945) in die Gottbegnadeten-Liste der Schauspieler auf, die er für seine Propagandafilme benötigte. Dadurch wurde Harry Piel vor einem Kriegseinsatz, auch an der Heimatfront bewahrt. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches wurde Harry Piel, der nicht nur seit 1933 Mitglied der NSDAP, sondern auch Förder-Mitglied der SS gewesen war, und dies verschwiegen hatte, mit sechs Monaten Haft und fünf Jahren Berufsverbot belegt. Nach seiner Entnazifizierung gründete er dann 1950 in Hamburg erneut die „Ariel-Film“, mit der er jedoch nur noch mäßigen Erfolg hatte. Nach einem seiner letzten Filme, Gesprengte Gitter (1953), der nach einem umgearbeiteten Skript von Panik gedreht wurde, zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück. Harry Piel ist am 27. März 1963 in München gestorben, er wurde im alten Teil des Waldfriedhofs in München Fürstenried beerdigt. Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)
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Was ist los im Zirkus Beely | 1927
Harry Piel in einer Doppelrolle
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Literatur- und Quellenverzeichnis
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Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Collector's Homepage -
www.cyranos.ch |





