Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Harry Liedtke
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Harry Liedtke (1882-1945)

Harry Liedtke wurde am 12. Oktober 1882 in Königsberg, im heutigen Russland geboren. Nach dem Tod seines Vaters wuchs er ab dem Jahr 1896 in einem Waisenhaus auf. Nach einer erfolgreichen kaufmännischen Lehre arbeitete er in einer Kolonialwarenhandlung.

Portrait und Szenenkarten

Als er Hans Oberländer, den Königlichen Theaterintendanten in Berlin kennenlernte, veranlasste ihn dies Schauspielunterricht zu nehmen. Kurze Zeit später hatte er bereits sein erstes Engagement im Stadttheater Freiberg und verschiedenen anderen Theaterhäusern. Ab dem Jahr 1908 arbeitete Harry Liedtke am New German Theatre in New York City, USA und 1909 am Deutschen Theater Berlin. In den Jahren 1913/14 spielte er in Mannheim am dortigen Hof- und Nationaltheater, danach am Berliner Residenz-Theater und nach kurzer Militärzeit ab 1916 wieder am Deutschen Theater in Berlin.

1912 hatte er seine erste Rolle im Film Die Rache ist mein. Seine Rollen waren meist der jugendliche Charmeur und Gentleman. Harry spielte anfangs in Messter-Produktionen und arbeitete später mit vielen Größen des deutschen Films. Ab 1916 trat er in den Detektiv-Abenteuerreihen Stuart Webbs und Joe Deebs von Joe May (1880-1954), als Joe Deeb auf. Auch mit Ernst Lubitsch (1892-1947) entwickelte sich eine häufige Zusammenarbeit: Das fidele Gefängnis (1917), Die Augen der Mumie Ma (1918), Carmen (1918), Madame Dubarry (1919), Die Austernprinzessin (1919) und Sumurun (1920).

In Georg Jacobys (1882-1964) sechsteiliger Reihe Der Mann ohne Namen (1921), der ersten Verfilmung des Bestsellers Peter Voß, der Millionendieb von Ewald Gerhard Seeliger (1877-1959), spielte er den Peter Voß. Harry war beim Publikum beliebt und besonders in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre in zahlreichen Stummfilmen erfolgreich, zum Beispiel 1929 gemeinsam mit Marlene Dietrich (1901-1992) in Ich küsse Ihre Hand, Madame.

Im Tonfilm konnte Harry Liedtke nur schwer Fuß fassen. Sein Alter zwang ihn zum Wechsel von Liebhaber - zu Vaterrollen. Eine anspruchsvollere Rolle erhielt er erst in Heinz Rühmanns (1902–1994) Sophienlund (1942). Seine letzte Rolle wurde die Hauptrolle des Professor Heink in dem Film Das Konzert (1944) von Paul Verhoeven (1901-1975).

Von 1920 bis 1928 war Harry mit der Schauspielerin Käthe Dorsch (1890-1957) verheiratet. Am 28. April 1945 wurde er beim Einmarsch der Roten Armee von marodierenden russischen Soldaten zusammen mit seiner dritten Ehefrau Christa Tordy in ihrem gemeinsamen Haus erschlagen.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1912: Die Rache ist mein
  • 1915: Die Tat von damals
  • 1916: Das Bild der Ahnfrau
  • 1917: Das Fidele Gefängnis
  • 1917: Rafaela
  • 1918: Die Augen der Mumie Ma
  • 1918: Carmen
  • 1919: Die Austernprinzessin
  • 1919: Madame Dubarry
  • 1920: Sumurun
  • 1921: Der Mann ohne Namen
  • 1922: Das Weib des Pharao
  • 1923: Die Fledermaus
  • 1924: Ein Traum vom Glück
  • 1925: Liebe & Trompetenblasen
  • 1926: Madame wünscht keine Kinder
  • 1926: An der schönen blauen Donau

Madame wünscht keine Kinder | 1926

Liebe & Trompetenblasen mit Lilian Harvey | 1925

  • 1927: Der Bettelstudent
  • 1928: Amor auf Ski
  • 1928: Das Spiel mit der Liebe
  • 1929: Ich küsse Ihre Hand, Madame
  • 1930: Der Korvettenkapitän
  • 1930: Die Große Sehnsucht
  • 1931: Und das ist die Hauptsache
  • 1932: Liebe in Uniform
  • 1935: Liebesleute
  • 1937: Gefährliches Spiel
  • 1942: Sophienlund
  • 1944: Das Konzert

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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