Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe
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Um das Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft (HANOMAG
AG) - Archiv anzuschauen - bitte den Archiv-Link öffnen. 1835-1868 Eisengießerei und Maschinenfabrik
Johann Georg Heinrich Egestorff |
1835-1868 Eisengießerei und Maschinenfabrik Georg Egestorff
Am 6. Juni 1835 eröffnet Johann Georg Heinrich Egestorff (1802-1868), nach dem das Königlich-Großbritannische-Hannoversche Ministerium die Genehmigung erteilt hatte, eine Eisengießerei und mechanische Werkstatt, aus der die spätere HANOMAG AG hervorging. Schon am 22. September 1835 erfolgte die erste Lieferung von drei Ambossen für eine Kupferschmiede in Linden. 1837 betrug der Jahresumsatz 20.000 Taler. In der folge baute Egestorff Dampfmaschinen, Haushaltsartikel, Grabkreuze, Kessel und Maschinen für industrielle Zwecke, seit 1845 baute er auch Lokomotiven. Der Erste bekannte Werbeprospekt der Eisengießerei und Maschinenfabrik stammt aus dem Gründungsjahr 1835. Als die Eisenbahnstrecke von Hannover nach Hildesheim am 4. Juni 1846 eröffnet wurde, zog die erste Lokomotive, sie erhielt den Namen „Ernst August” den Zug. Diese Lokomotive wurde von Egestorff aus seiner Fabrik in Linden-Süd geliefert. Bis zu Johann Georg Heinrich Egestorffs Tod am 27. Mai 1868 wurden in seiner Fabrik 323 Lokomotiven und 299 Tender gebaut. |
Eisengießerei u. Maschinenfabrik Georg Egestorffs |
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Am 2. Oktober 1848 streiken die Arbeiter der Eisengießerei und Maschinenfabrik für eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden. Der Streik bricht aber schon am 5. Oktober 1848 erfolglos zusammen. Von 1864 bis 15. Juli 1865 war Ludwig Albert Frank (1841-1909) als Konstrukteur bei der Eisengießerei und Maschinenfabrik Georg Egestorff beschäftigt. Albert Frank war Ingenieur für Maschinenbau und als Geheimrat und Professor von 1895 bis 1898 Rektor der Königlich Technischen Hochschule zu Hannover, heute Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover. Nach Georg Egestorffs Tod übernahmen seine Schwiegersöhne, der Oberingenieur und kaufmännische Direktor Alfred Charl Houget (1826-1885) und der Geheime Kommerzienrat Johann Friedrich August Buresch (1821-1885), er war auch Direktor der 1856 durch Georg Egestorff gegründeten Lindener Zündhütchen- und Thonwarenfabrik, die Unternehmen. Alfred Charl Houget war mit Georgs Tochter Dorothee Eleonore Georgine (1827-1876) verheiratet und Johann Friedrich August Buresch seit 1856 mit Tochter Georgine Wilhelmine (1836-1904). Zusammen mit der Witwe Egestorffs beschlossen sie die Eisengießerei und Maschinenfabrik im Jahr 1869 für 700 000 Taler an den Eisenbahnkönig Dr. Bethel Henry Strousberg (1823-1884) zu verkaufen, und die anderen Unternehmen in Aktiengesellschaften umzuwandeln. Dr. Bethel H. Strousberg leitete die Firma von Berlin aus, er war seit 1869 Abgeordneter der Konservativen Partei Preußens im Norddeutschen Reichstag. Von 1869 bis 1881 war der Maschinenbauingenieur Harry Aloysius Bock von Wülfingen (1829-1881) erster Direktor der Eisengießerei und Maschinenfabrik, später dann Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft. Dr. Strousberg ließ neben dem Werk an der heutigen Göttinger Straße ab März 1869 eine Arbeitersiedlung mit 228 Wohnungen in 144 Häusern errichten, die wegen der Rumänienaufträge Strousbergs (er hatte eine Konzession über 900 km Bahnstrecke und Lieferung von Lokomotiven), auch Klein-Rumänien genannt wurde. Ihre Straßen hießen bezeichnenderweise Zirkelstraße, Hammerstraße und Feilenstraße, bis sie 1937 einer Erweiterung der HANOMAG AG weichen mussten. Am 10. März 1871 ging das Unternehmen, wie auch die anderen Unternehmungen für 4,0 Mio. Mark, in die Hände eines Bankenkonsortiums über. |
1871 Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, vormals Gerog Egestorff (HANOMAG AG)
Am 10. März 1871 entsteht die Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vorm. Georg Egestorff, Linden vor Hannover, als ein Bankenkonsortium für 4,0 Mio. Mark das Unternehmen von Dr. Bethel Henry Strousberg kauft. 1872 erhält das Werk einen eigenen Eisenbahnanschluss. 1873 wird die 1000. Lokomotive mit Namen „Bismarck" ausgeliefert. Sie wurde auf der Weltausstellung in Wien/Österreich ausgestellt und mit einer Medaille prämiert. 1880 wurde eine der ersten Motorlokomotiven der Welt als Prototyp gebaut. Nach Patentproblemen gab man dies jedoch wieder auf und beschränkte sich weiterhin auf die Herstellung von Dampflokomotiven. Am 1. August 1895 wurde Ernst Heller (1848-1909) technischer Direktor und später dann auch Generaldirektor der Hannoverschen Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vorm. Georg Egestorff. Ernst Heller sorgte für die Modernisierung der Fabrikationseinrichtungen. Durch einen vollständigen Umbau der Firma wurde die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, das unter seiner Leitung auf dem Weltmarkt nun eine führende Position erreichte, mehr als verdoppelt.
Zweiachsige feuerlose Lokomotive für industrielle Betriebe |
Feier der Freitigstellung der 5000. Lokomotive | 15.06.1907 |
Telegrafenadresse HANOMAG und Übernahme der Maschinenfabrik C. G. Merket aus Chemnitz
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Durch den Oberingenieur Erich Metzeltin (1871-1948) wird im Jahr 1904 die Telegrafenadresse aus Kosten gründen auf HANOMAG abgekürzt; seit 1912 ist HANOMAG dann auch die Briefadresse. Bis 1924 leitete Erich Metzeltin den Lokomotivbau des Unternehmens. Von 1907 bis 1924 war er Vorstandsmitglied, danach bis 1932 Aufsichtsratsmitglied der HANOMAG AG. Im Jahr 1905 erwarb man die Maschinenfabrik C. G. Merket aus Chemnitz in Sachsen und verkaufte sie am 1. April 1911 weiter an die Sächsische Maschinenfabrik vormals Richard Hartmann Actien-Gesellschaft, ebenfalls in Chemnitz. |
Bau des Verwaltungsgebäudes an der Hamelner Straße (heute: Hanomagstraße)
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1904 wurde auch das Verwaltungsgebäude an der Hamelner Straße 9 (seit 1967 Hanomagstraße), durch den Architekten Georg Phillips (1864-1954) erbaut und dann 1905 eingeweiht. Im Expo-Jahr 2000 wurde das Gebäude komplett renoviert. Heute wird das Haus von der Komatsu-Hanomag AG als Verwaltungsgebäude genutzt. |
Verwaltungsgebäude der Hannoverschen Maschinenbau AG vormals G. Egestorff. Hannover-Linden | 02.04.1906 |
Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vorm. georg Egestorff | 12.06.1924 |
Arbeiterstreiks bei der HANOMAG von 1905 bis 1926
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Ab 27. September 1905 legten die Fräser der HANOMAG aus Protest gegen eine Kürzung ihrer Arbeitslöhne die Arbeit nieder. Der Streik weitete sich aus und führte schließlich zu Entlassungen und zur Aussperrung von fast 2000 Arbeitern. Drei Wochen später, am 19. Oktober 1905 wurde der Streik dann erfolglos eingestellt. Ab 24. März 1906 stellten die Former und Gießer ihre Arbeit für drei Monate ein und legten damit die komplette Produktion still. Auch diesmal wurde durch die Geschäftsführung der HANOMAG mit Aussperrung geantwortet, doch konnten die Streikenden Arbeiter einen Teil ihrer Forderungen durchsetzen. Sie erreichten eine Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde und setzten auch Überstundenzuschläge durch. Ab Juni 1907 beschließt die Firmenleitung, dass beschäftigte mit mindestens fünf Jahren Werkzugehörigkeit jährlich eine Woche Erholungsurlaub erhalten. 1912 wurde insgesamt 13 Wochen lang für bessere Arbeitsbedingungen gestreikt. Am 25. November 1925 legen drei Abteilungen die Arbeit nieder. Es wurde aufgrund der willkürlichen Änderung der Akkordbemessumgsgrundlage durch die Firmenleitung gestreikt. Daraufhin sperrt man die übrige Belegschaft komplett aus. Am 19. Januar 1926 kommt es dann zur Einigung. Die Streikenden können aber die Lohnkürzung nicht vollständig abwehren. |
Lastkraftwagen (LKW), Omnibusse und Tragpflüge
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Die ersten Lastkraftwagen (LKW) und Omnibusse wurden ab dem Jahr 1905 produziert, und noch mit Dampf angetrieben. Ab 1912 produzierte man auch Tragpflüge mit bis zu 80 PS starken Benzolmotoren und Raupenschlepper, später dann auch Bau- und Zugmaschinen. HANOMAG-Traktoren galten lange als Qualitätsprodukte. Der Jahresumsatz stieg von 4,0 Mio. Mark auf 33,5 Mio. Mark. Die Anzahl der Mitarbeiter hatte sich vervierfacht, von 1.125 auf fast 4.000 Werksangehörige. |
HANOMAG-W.D.-Pflüge | 18.04.1616 |
Lehrpostkarte der HANOMAG | Gießen einer Lagerschale |
HANOMAG-Nachrichten-Verlag
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Die HANOMAG AG brachte seit dem Jahr 1913 eine monatlich und dann 14tägig erscheinende Werkszeitung heraus. Zuerst als HANOMAG-NACHRICHTEN und während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) mit einer sogenannten Kriegsbeilage zu den eigentlichen Nachrichten. Verlegt wurden sie im HANOMAG-Nachrichten-Verlag, der neben der Firmenzeitschrift auch Postkartenserien veröffentlichte. Es gab auch internationale Ausgaben, zum Beispiel auch auf Englisch, Russisch und Spanisch. Der bekannte Eisenbahnfotograf Werner Hubert (1896-1947), er war unter anderem auf Lokomotivpostkarten spezialisiert, wurde von der HANOMAG AG nach dem Ersten Weltkrieg als Ingenieur eingestellt. So erhielt Werner Hubert, die Möglichkeit alte Werksfotografien zu rekonstruieren. Viele der Lehr- und Werkspostkarten der HANOMAG AG stammen aus seinem Archiv. Ab 1922 schrieb Werner Hubert auch mehrere Artikel für den HANOMAG-Nachrichten-Verlag. |
Kriegsküche und Werksverein der HANOMAG AG
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Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 betrieb die HANOMAG AG eine sogenannte Kriegsküche. In einer großen Halle, die vorher zum Aufbau der Seilrohrkessel benutzt wurde, wurde die Kriegsküche am 25. September 1914 in Betrieb genommen. Es gab vier Kochkessel mit 3000 Liter Volumen, die jederzeit um drei weitere Kessel erweitert werden konnten. So konnten bei vollem Betrieb bis zu 5000 Liter ausgegeben werden. Die Kochkessel wurden von der Firma Voß aus Sarstedt bei Hannover geliefert. In einem großen Vorraum standen Bänke und Tische für ca. 1000 Personen, da man ursprünglich die Einahme der Mahlzeiten Vorort ermöglichen wollte. Es stellte sich jedoch heraus das die Mehrheit der Bedürftigen das Essen für ihre Familie mit nach Haus nahmen. Dadurch wurde es für einen Teil der HANOMAG-Belegschaft möglich, gegen Bezahlung der Selbstkosten ihr Mittagessen hier einzunehmen. Auch Kriegsgefangenen wurden aus der Kriegsküche versorgt. |
Kriegsküche der Hanomag Essen-Ausgabe | 25.03.1915 |
Abfuhr der von Hanomag gespendeten
Wollsachen, |
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Die Essensausgabe fand von 11:30 bis 13:00 Uhr statt. Für je einen Gutschein bekam man eine volle Mahlzeit (Gemüse und Fleisch). Die Gutscheine wurden alle zehn Tage den berechtigten Personen zugeteilt. Jedes Familienmitglied über sechs Jahre erhielt einen Gutschein für eine Mahlzeit und jedes unter sechs Jahre für eine halbe Mahlzeit. Fünf Tage die Woche gab es Gemüse und Fleisch, zwei Tage in der Woche waren fleischlos. Die Fleischeinlage lieferte die benachbarte Wurst-, Aufschnitt- und Fleischkonservenfabrik Ahrberg aus der Deisterstraße. Durchschnittlich wurden 1400 Mahlzeiten ausgegeben. In der Küche wurden eine Küchenleiterin, vier Köchinnen und 12 Helferinnen beschäftigt. Für die Reinigung der Kessel wurden zwei Arbeiter eingestellt. Für den Einkauf und die Gesamtleitung der Küche war ein Beamter namens Eisenbrandt verantwortlich. Am 4. Dezember 1914 wurde die Einrichtung vom stellvertretenden kommandierenden General des X. Reserve-Armeekorps, General der Infanterie Wilhelm von Linde-Suden (1848-1922) besucht und am 9. Dezember 1914 vom Oberpräsidenten der Provinz Hannover Ludwig von Windheim (1857-1935), Ludwig von Windheim war von 1914 bis 1917 Oberpräsident der Provinz Hannover, in Begleitung des Oberpräsidialrats Dr. jur. Kriege sowie weiterer Mitglieder der freiwilligen Kriegshilfe. Bis zum 10. Dezember 1914 wurden mehr als 105607 Mahlzeiten an Werksangehörige und deren Familienmitglieder ausgegeben. Der Werksverein der HANOMAG AG hatte folgende Unterabteilungen: Die Krankenhilfs- und Begräbniskasse, die Wöchnerinnenfürsorge, die Warenbeschaffung, die Sparkasse, die Bücherei des Werkvereins mit über 1000 Büchern durch Spenden der Firma und Vereinsmitglieder, die Feuerwehr mit 100 Mitgliedern und dem 20 Mann starken Musikchor. Auch die Liedertafel, sie gab regelmäßig in der Kriegsküche Konzerte, die Theaterabteilung, die Radfahrerabteilung "Drais", die Jugendabteilung, die im Turn- und Jugendclub Linden untergebracht war und die Frauengruppe, gehörten zum Werksverein. |
Motorenwerk am Deisterplatz, Ecke Göttinger Straße
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1917 wurde nach Plänen des Lindener Architekten Alfred Sasse (1870-1937) ein neues Werksgebäude (Motorenwerk) am Deisterplatz, Ecke Göttinger Straße errichtet. An den oberen Gebäudeecken befinden sich die beiden Monumentalskulpturen „Industrie" und „Arbeit". Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und soll ab 2012 Wohn- und Gewerberaum werden. |
Industrie-Bau der Hanonmag am Deisterplatz, |
Deisterplatz - Hanomag | 22.07.1931 |
Schulgarten an der Göttinger Chaussee
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Vom Lindener Lehrerverein wurde 1892 der Schulgarten an der Göttinger Chaussee angelegt. 1919/20 musste der Schulgarten wegen einer Erweiterung der HANOMAG-Werksanlagen an den Nordhang des Lindener Berges verlegt werden. Auf dem Grundstück befand sich eine Tonkuhle und ein Kalkabbaustollen der Egestorffschen-Unternehmen. Die Tonkuhle und der Stollen wurden mit Schutt aufgefüllt um den neuen Schulgarten an zulegen. Heute: Botanischer Schulgarten Hannover-Linden. |
Ausbesserung der Hammerschmiede und Bau des Zweiten Verwaltungsgebäude
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Ab 1920/21 wurde die Hammerschmiede der HANOMAG AG ausgebessert und umgebaut. Die Eisenkonstriktion hatte durch Feuchtigkeit und Schwefelsäure schaden genommen. Während der Arbeiten wurden die Dampfhämmer nicht abgeschaltet, es wurde normal in der Tag- und Nachtschicht weitergearbeitet. Die Hammerschmiede war 66,0 m lang und bestand aus zwei niedrigen Hallen von 16,00 m breite und einer hohen Halle von 18,0 m breite. Als Dach wurde Kalkgipsputz benutzt, der auch erneuert werden musste, da er durchgefault war. Im Jahr 1921 wurde auch ein zweites Verwaltungsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Zündhütchen- und Thonwarenfabrik vormals Georg Egestorff (1914 nach Empelde verlegt) errichtet. 1922 läuft die 10.000ste Lokomotive vom Band und im gleichen Jahr wird durch eine Gruppe von HANOMAG AG Arbeitern die Kleingartenkolonie „Lerchenlust“ an der Hamelner Chaussee gegründet. 1939 wird die Kolonie durch Zusammenschluss mit den Kolonien Südstücken und HANOMAG III. zu einem Verein mit dem Namen „Johann Egestorff“, um 55 Gärten vergrößert. |
Hanomag 2/10 PS PKW (Kommissbrot)
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1924 stieg man in die Pkw-Produktion ein. 1925 läuft der erste Hanomag 2/10 PS (Kommissbrot) vom Band. Es war der erste deutsche Kleinwagen, der am Fließband entstand. Es wurden täglich bis zu 80 Stück produziert. Mit einem Kraftstoffverbrauch von 4,0 Litern auf 100 Kilometer war er das sparsamste Großserienauto, das zwischen den beiden Weltkriegen produziert wurde. Bis ins Jahr 1936 wurden bei der HANOMAG AG, in Hannover-Linden mehr als 65.000 Personenwagen hergestellt. Ein Kilo Blech, ein Döschen Lack, und fertig ist der Hanomag! |
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Das Kommissbrot ist ein einfaches, haltbares Brot zur Versorgung von Soldaten. Wegen seiner an dieses Brot erinnernden Karosserieform erhielt der HANOMAG-Kleinwagen 2/10 PS den Spitznamen „Kommissbrot“. |
Erholungsheime der HANOMAG AG im Harz
Das Erholungsheim in Zellerfeld, im Oberharz, am Carler Teich gelegen, war als "Villa Bleckmann" bekannt. Die Villa diente ursprünglich zur Aufnahme von Kurgästen. Nachdem Herr Bleckmann starb, wurde das Haus von der HANOMAG AG gekauft und zum Erholungsheim für die Angestellten der Firma umgebaut. Ab 1929 gelang die Villa in den Besitz der evangelischen Kirchegemeinde Zellerfeld und wurde zum Gemeinde- und Jugendheim umgebaut. Ein weiteres Erholungsheim betrieb das Unternehmen in der Bergstadt Wildemann, ebenfalls im Oberharz.
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Zellerfeld. Villa Bleckmann |
Wildemann Oberharz "Hanomag Erholungsheim" |
Einstellung des Lokomotivbaus | Entlassungen und Bochumer Verein
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Am 29. Juni 1931 wird die Produktion der Lokomotiven wegen Auftragsmangel komplett eingestellt. Man produzierte seit 1846 insgesamt 10 765 Lokomotiven am Standort in Hannover-Linden. Am 17. Dezember 1931 wird das Vergleichsverfahren für die HANOMAG AG eingeleitet und am 24. Dezember 1931 werden die noch verbliebenen 1300 Mitarbeiter entlassen. |
Entlassungsschein für Hermann Plenge (1890-?), beschäftigt als Zuschläger (Werkstatt Ke.B.894) vom 29. Mai 1929 bis 15. November 1929. Entlassen wegen Arbeitsmangel. |
Entlassungsschein (Nur für behördliche Zwecke)
HANOMAG - Entlassungsschein | 16.11.1929 |
HANOMAG-Automobil- und Schlepperbau GmbH
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Am 3. August 1932 nimmt die HANOMAG-Automobil- und Schlepperbau GmbH als Pächter der HANOMAG AG ihre Produktion auf. Im Jahr 1934 wurde die Aktienmehrheit der wirtschaftlich stark angeschlagenen Firma durch den Bochumer Verein (Bochumer Verein für Gussstahlfabrikation und Bergbau AG) übernommen. Die HANOMAG AG war damit bis in die Nachkriegszeit Teil der Vereinigten Stahlwerke. Im gleichen Jahr übernahm der Ingenieur und Manager Walter Adolf Borbet (1881-1942) die Leitung der HANOMAG AG. Er war seit Mai 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Am 20. Mai 1937 wurde er zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. Walter Adolf Borbet starb mit 61 Jahren in Bochum. |
HANOMAG - AUTOMOBILABTEILUNG
HANNOVER-LINDEN |
HANOMAG Automobil- und Schleppbau G.m.b.H. |
HANOMAG AG ist Rüstungsbetrieb
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Ab 1935 war die HANOMAG AG auch Rüstungsbetrieb. Als große Maschinenbaufirma war das Werk in die Rüstungsproduktion des Dritten Reiches eingebunden und musste Halbkettenfahrzeuge, Schützenpanzerwagen, Geschütze und zum Teil auch Großkalibermunition herstellen. Zu den verschiedenen Wehrmachtsfahrzeugen zählte auch ein Zugkraftwagen (ZgKW) mit einem neuen 6-Zylinder Dieselmotor von 100 PS und einer Doppelkabine. Unter der Bezeichnung SS 100 LN wurde das Wehrmachtsfahrzeug an die Reichs-Luftwaffe, und später auch an das Reichs-Heer ausgeliefert. Der Anteil der Rüstungsgüter am Gesamtumsatz betrug fast 44 Prozent. Die Beschäftigtenzahl wuchs zwischen 1933 und 1936 von 2.500 auf über 10.000 an. |
Georg-Egestorff-Stiftung
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Zum 100-jährigen Firmenjubiläum, im Jahr 1935 (Eisengießerei und Maschinenfabrik Georg Egestorff gegr. 1835) gründete die Betriebsleitung der HANOMAG AG, die Georg-Egestorff-Stiftung. Es sollten Firmenmitarbeiter und deren Angehörige unterstützt werden. Unterstützt wurden größtenteils Mitarbeiter, die aus Alters- und Invalidengründen in Not geraten waren. Gestartet wurde mit einer Stammeinlage von 5000 Reichsmark, das Kapital wurde dann bis 1938 auf 600 000 Reichsmark aufgestockt. Die Stiftung ist auch heute noch aktiv, in der Von-Alten-Allee werden zum Beispiel Wohnhäuser unterhalten. |
Arbeitersiedlung „Klein-Rumänien“ | U-Boot-Halle
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1937 musste die 1869 auf dem Werksgelände erbaute Arbeitersiedlung „Klein-Rumänien“ einer Erweiterung (U-Boot Halle) der HANOMAG AG weichen. Dr. Bethel Henry Strousberg ließ im März 1869 nach Plänen des Architekten, Bauunternehmer und nationalliberalen Politiker (NLP) Ferdinand Wallbrecht (1841-1905), neben dem Werk an der heutigen Göttinger Straße 16 eine Arbeitersiedlung mit 228 Wohnungen in 144 Häusern errichten. Die Miete betrug pro Jahr 55 Taler. Es gab auch Geschäfte, unter anderem eine Bäckerei, eine Schlachterei und ein Restaurant. Die Siedlung wurde wegen der Rumänienaufträge Dr. Strousbergs (er hatte eine Konzession über 900 km Bahnstrecke und Lieferung von Lokomotiven), auch Klein-Rumänien genannt. Ihre Straßen hießen bezeichnenderweise Brunnenstraße, Feilenstraße, Hammerstraße und Zirkelstraße. Die Zirkelstraße wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg, um Platz für eine weitere Vergrößerung des Betriebsgeländes, abgerissen. Für den Bau von U-Boot-Sektionen wurde 1943/44 eine große Halle auf dem Klein-Rumänien-Gelände errichtet, die U-Boot-Halle. Das Tragwerk war ursprünglich für eine U-Boot-Fertigungshalle in der Nordwerft der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven vorgesehen. In der HANOMAG U-Boot-Halle wurden dann allerdings nie U-Boote gebaut, heute steht sie unter Denkmalschutz. An die Bedeutung der HANOMAG AG für Linden und Hannover erinnern heute noch folgende Straßennamen, Hanomagstraße, Egestorffstraße und die Strousbergstraße. Da Bethel Henry Strousberg, eigentlich Baruch Hirsch Strousberg, jüdischer Herkunft war, trug letztere während des Dritten Reiches von 1935 bis 1945 den Namen Kettlerstraße. |
Nonstop-Fahrt Lüttich - Rom - Lüttich = 4700 km
Bei der Nonstop-Fahrt Lüttich - Rom - Lüttich errang die HANOMAG AG auf der 4700 km langen Strecke 1938 einen großen Erfolg. Das Team der HANOMAG AG erreichte als Einziges das Ziel und erhielt dadurch den Konstruktionspreis (20.000 Frc.), den Mannschaftspokal, den Preis des königlich-belgischen Automobil-Clubs, den Preis des Nürburgrings und den Preis des Automobil-Clubs von Frankreich. Auch der Challenge-Wanderpokal ging an das Rennteam der HANOMAG AG.
Weitere Erfolge im Jahr 1938 waren: Kraftfahrzeug-Winterprüfung = 122 Goldmedaillen, 11 Silbermedaillen, 2 Eiserne Medaille. Holland-Harz-Fahrt = 3 Goldmedaillen. Internationale Balkanfahrt = 1. Damenpreis und 2. Preis in der Klasse bis 1500 ccm. Drei-Tage-Mittelgebirgsfahrt = 88 Goldmedaillen, 55 Silbermedaillen. Internationale Polnische Tourenfahrt = 11 Goldmedaillen, 33 Silbermedaillen. Deutsche Alpenfahrt = 99 Alpenplaketten in Gold, 11 in Silber, 11 Mannschaftspreise in Gold. Ostpreußenfahrt = 55 Goldmedaillen, 11 Mannschaftspreise in Gold. 12-Stunden-Rennenn in Monthléry = 1. Preis in der Zwei-Liter-Klasse auf Hanomag-Diesel.
Bau des Verwaltungsgebäudes und des Haupttors an der Göttingerstraße 14.
Von 1939 bis 1940/41 wurde das Verwaltungsgebäude und das Haupttor der HANOMAG AG an der Göttinger Straße 14 nach Plänen des Kölner Architekten Emil Rudolf Mewes (1885-1949) errichtet. Emil R. Mewes war Ende 1930er Jahren einer der führenden Industriearchitekten Deutschlands und Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB) und im Bund Deutscher Architekten (BDA). Das Arbeiter-Standbild links neben dem Haupttor, stammt vom Lindener Bildhauer Georg Herting (1872-1951), der auch das 1935 errichtete Egestorff-Denkmal im Volkspark Linden schuf. Heute stehen beide unter Denkmalschutz.
Wilhelm Bluhm - Widerstandskämpfer
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Der in Linden geborene Widerstandskämpfer Wilhelm Bluhm (1898-1942) war in den 1920/30er Jahren als Schlosser bei der HANOMAG AG und der Hannoverschen Waggonfabrik AG (HAWA) beschäftigt. Er engagierte sich in der Widerstandsbewegung "Sozialistische Front". Im Jahr 1936 wurde er verhaftet und starb am 25. Juli 1942 im KZ Sachsenhausen, bei Oranienburg. |
NMH (Niedersächsische Maschinenfabrik Hannover)
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Ursprünglich war in den 1940er Jahren die Wiederaufnahme des 1931 eingestellten Lokomotivbaus geplant; die HANOMAG AG war jedoch mit Aufträgen ausgelastet. 1939 wurde durch die Beteiligung der Firma Eisenwerk Wülfel die NMH (Niedersächsische Maschinenfabrik Hannover) gegründet, die in Linden, Badenstedt, Wülfel und in Laatzen bei Hannover Panzer und sonstiges Kriegsgerät herstellte. 1941 wurde dann auch die PKW-Produktion eingestellt. 1942 erhielt die HANOMAG AG die Auszeichnung Kriegsmusterbetrieb. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die HANOMAG AG wie auch andere Unternehmen, demontiert. |
Reichsminister Albert Speer zu Besuch bei der HANOMAG AG
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Der Architekt Albert Speer (1905-1981), seit 1937 war er Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin und ab 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition (Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion), besuchte am 30. Mai 1944 das Betriebsgelände der HANOMAG AG in Hannover-Linden. Bei diesem Besuch überreichte der Reichsminister, im Auftrag Adolf Hitlers (1889-1945), dem Direktor (Vorstandsvorsitzender) der HANOMAG AG Arthur Tix (1897-1971) für seine Verdienste um die Waffenindustrie und Wehrwirtschaft, das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern. Arthur Tix war seit 1942 Direktor der Hanomag in Hannover und zeitweise auch Vorsitzender des Hauptausschusses Waffen und Wehrwirtschaftsführer. Albert Speer gehörte zu den 24 Angeklagten im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. Der Prozess dauerte vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946. Am 1. Oktober 1946 wurde er wegen seiner Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt. |
Das Konzentrationslager Hannover-Mühlenberg, ein Außenlager des KZ-Neuengamme
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Auch die HANOMAG AG hat vermutlich Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge für sich arbeiten lassen. Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten fast 20.000 Menschen für die HANOMAG AG, darunter 6.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Das KZ Hannover-Mühlenberg wurde vom 3. Februar 1945 als Außenlager des KZ-Neuengamme errichtet und zwei Monate bis zur Räumung am 6. April 1945 betrieben. Es lag an der Landstraße nach Hameln, der heutigen B 217, auf gleicher Höhe wie der Stadtteil Oberricklingen. Das Lager beherbergte über 3000 Menschen. Die Häftlinge kamen aus dem vor der Roten Armee geräumten Außenlager im heutigen Siemianowice Śląskie (Laurahütte), einem Außenlager des Lagers Auschwitz-Monowitz, wo sie für die Hannoverschen Maschinenbau AG (HANOMAG AG) zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Die überwiegend polnischen und ungarischen Juden mussten in zwei angemieteten Werkshallen vermutlich für die Rheinmetall-Borsig AG in der Produktion von 12,8 cm-Flakgeschützen arbeiten. Ein direkter Arbeitseinsatz für die HANOMAG AG ist bis heute nicht eindeutig belegt. weiter unter: Konzentrationslager in Hannover |
Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs
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Als Industriestandort lag Hannover im Deutschen Reich auf Rang 5. Für die Kriegsführung bedeutend waren besonders die Gummi- und Reifenproduktion der Continental-Werke in Vahrenwald und Limmer, der Geschütz- und Panzerfahrzeugbau der HANOMAG AG und deren Tochterfirma MNH (Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover) in Linden, Badenstedt, Wülfel und Laatzen, die Wülfeler Eisenwerke (Wülfel) und die Brinker Eisenwerke in Langenhagen-Brink. Hannover war trotz Verdunklung mit Radarnavigation wegen ihrer Gewässer (Maschsee und Steinhuder Meer) leicht zu identifizieren. Ein erster „Angriff" auf die Stadt Hannover erfolgte am 4. September 1939, weitere gab es 10. Februar 1941, am 26. Juli 1943 (Zerstörung des Zentrums), im September 1943, am 9. Oktober 1943 (Schwarze Tag), 1944 und am 28. März 1945 (letzter Angriff). Schon ab dem Jahr 1935 war die HANOMAG AG auch Rüstungsbetrieb. Als große Maschinenbaufirma war das Werk in die Rüstungsproduktion des Dritten Reiches eingebunden. Zwischen dem HANOMAG Werk I. und Werk II. befand sich noch bis 2011 ein Verkehrstunnel. Der Tunnel (ca. 280,0 m lang, 6,75 m breit und 3,20 m hoch) wurde für Materialtransporte genutzt. So musste das Material nicht über die Hamelner Chaussee und Hanomagstraße transportiert werden. Der Verkehrstunnel wurde, nachdem er luftschutzsicher ausgebaut wurde, auch als Schutzraum für ca. 1500 Menschen genutzt. Es soll zwischen 1940 und 1945 insgesamt 15 Luftangriffe auch das HANOMAG-Gelände in Hannover-Linden gegeben haben. |
Thalia-Theater (Operettentheater) | Ernst-Winter-Saal
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Das Thalia-Theater mit seinen 1100 Sitzplätzen befand sich ab 1946/47, direkt über der Haupteinfahrt, in einem ehemaligen Kantinen-Saal (heute: Ernst-Winter-Saal) der HANOMAG AG. Architekt der umgebauten Kantine war der Hannoveraner Ernst Fr. Brockmann (1920-1978). Man startete als Johann-Strauß-Theater, doch schon am 28. November 1946 zog das Theater in den provisorischen Gemeindesaal (Gertrud-Marien-Heim) der St.-Martinskirchen-Gemeinde an der Badenstedter Straße 37 um. Am 8. Dezember 1946 wurde die Thalia-Theater GmbH gegründet und das Theater zog wieder in den Saal der HANOMAG AG zurück. Von 1947 bis 1958 bekommt das Theater den Namen Thalia-Theater und die Hamburgerin Agnes Brüning wird als Direktorin des Theaters angagiert. Im Juni 1948 gaben die Berliner Philharmoniker ein Gastspiel im Thalia-Theater. Thalia Operettentheater Programmheft | Peter Stanchina - Inszenierung Walzerrausch In dem 700 Quadratmeter großen Saal der HANOMAG AG fand vom 9. bis 11. Mai 1946 die Gründungsversammlung bzw. der erste Parteitag der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) für die drei Westzonen statt, in deren Zuge Dr. Kurt Schumacher (1895-1952) erwartungsgemäß zum Vorsitzenden gewählt wurde. Später wurde der Saal in „Ernst-Winter-Saal" umbenannt. Namensgeber war der Betriebsratsvorsitzende der HANOMAG AG, Ernst Winter (1888-1954), der nach dem Tod von Dr. Kurt Schumachers dessen Nachfolger für den hannoverschen Wahlkreis in den Deutschen Bundestag einzog. Heute nutzt das Service Center der Deutschen Telekom den Ernst-Winter-Saal, nach einem Umbau, wieder als Kantine. Da das Thalia-Theater keinerlei finanzielle Unterstützung von der Stadt Hannover erhielt, ging das Operettentheater leider am 3. September 1958 in Konkurs. Am 13. September 1958 wechselte die Spielstätte von der Göttinger Straße in das Theater am Aegi, wo neben Gastspielen auch andere Veranstaltungen ihr Publikum fanden. Gerhard Bönicke (1913-1999) übernahm das Thalia-Theater in Eigenregie und führte es noch bis zum 31. Juli 1973 erfolgreich weiter. |
Rhein-Stahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG | Rheinstahl HANOMAG AG
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Im Jahr 1952 wird die HANOMAG AG eine Tochtergesellschaft der neu gegründeten Rhein-Stahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG in Düsseldorf. Am 1. April 1958 wurde aufgrund der Besitzverhältnisse, die Firmenbezeichnung in Rheinstahl HANOMAG AG geändert. Ab dem Jahr 1965 wurde die Nutzfahrzeugmarke Tempo integriert und 1969 fusionierten innerhalb des Rhein-Stahl-Konzerns die Nutzfahrzeugsparten der HANOMAG AG und der Henschel-Werke zur Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH (HHF). Die Daimler-Benz AG beteiligte sich zunächst mit 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an den HHF-Werken, und übernahm die Gesellschaft bis 1971 ganz. Ab 1970 wurden nach und nach Mercedes-Dieselmotoren (BR 8) in die Fahrzeuge eingebaut, im Jahr 1974 verschwand dann der Markenname Hanomag-Henschel vom Markt. Im Juli 1974 verkaufte die Rhein-Stahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG das Unternehmen für 120 Mio. DM an den Landmaschinenhersteller Massey Fergusonaus aus den USA. Pläne, den Baumaschinenbau des Konzerns in Hannover zu bündeln, wurden nicht mehr umgesetzt. |
Hanomag - Werksanlagen |
Luftbild der Hanomag-Werksanlagen |
HANOMAG AG | HANOMAG GmbH | HANOMAG Komatsu AG
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Im Jahr 1980 übernahm die IBH-Holding, die HANOMAG AG für 30 Mio. DM, um den größten Baumaschinenkonzern der Welt zu formen. Die Holding endete im November 1983 im Konkurs, in dessen Folge auch die AG im Februar 1984 Konkurs anmelden musste. Ende März 1984 wurden die letzten Mitarbeiter entlassen. Das Werksgelände wurde zu einer Industriebrache, die nur in kleinen Bereichen weitergenutzt wurde. Alfred und Helmut Gassmann, sowie Günter Papenburg gründeten im April 1984 eine Auffanggesellschaft, die HANOMAG GmbH. 1989 übernahm der weltweit zweitgrößte Baumaschinenhersteller Komatsu aus Japan Anteile an der HANOMAG GmbH. 1995 wurde die Firma in HANOMAG Komatsu AG umbenannt; es werden Baumaschinen produziert, die jedoch statt HANOMAG nur noch die Aufschrift Komatsu tragen. Seit 2002 gehört die HANOMAG Komatsu AG komplett dem Komatsu-Konzern. In Hannover-Linden werden Radlader von 54 bis 353 PS und Mobilbagger von 14 bis 22 Tonnen produziert. Die Komatsu HANOMAG GmbH beschäftigt im Werk Hannover-Linden wieder mehr als 1100 Mitarbeiter.. Briefmarke der Deutschen Bundespost | Trikotsponsor für Hannover 96 Am 15. April 1982 brachte die Deutsche Bundespost eine Briefmarke mit der Abbildung eines Hanomag 2/10 PS (Kommissbrot) mit einer Auflage von 6.200.000 Stück heraus. Die Briefmarke gab es zum Nennwert von 0,30 DM und 0,60 DM. In den Jahren von 1980 bis 1984 war die HANOMAG AG der Trikotsponsor für den Hannoverschen Sportverein (HSV) von 1896 e.V. |
Hanomag Lohnhärterei GmbH
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Die Hanomag Lohnhärterei GmbH ist 1986 aus der HANOMAG AG hervorgegangen. Sie ist eine der führenden Härtereien in Deutschland. Seit 1993 ist die Hanomag Lohnhärterei GmbH in Besitz der Familie Seehafer. Der Firmenstandort auf dem Hanomag-Gelände wurde 2009/10 geräumt und danach die alte Werkshalle No. 10 abgebrochen, heute ist das Grundstück ein Parkplatz. 2011 feierte man 25 Jahre Hanomag Lohnhärterei GmbH am Hauptsitz in der Merkurstraße 14 in 30419 Hannover. |
Industriebrache | Projektentwicklung durch die DIBAG Industriebau AG
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Die seit 1984 nicht mehr genutzten Flächen, wurden zu Industriebrachen. Die U-Boot-Halle diente zeitweise als Diskothek und Technoclub unter dem Namen Cyberhouse. 1991 erwirbt die DIBAG Industriebau AG aus München die Flächen und beginnt mit der Projektentwicklung HANOMAG. 2009 wird die Entwicklung der Denkmalgeschützen Bereiche nach vollständiger Aufgabe der industriellen Restnutzung vorangetrieben. Anfang 2010 zieht in das denkmalgeschützte Gebäude 8 a. an der Göttinger Straße 14, das Service Center der Deutschen Telekom, Bereich Kundenservice ein. Im Mai 2010 eröffnet der Zweiradhändler Stadler aus Regensburg in einem Teil der U-Boot-Halle, an der Göttinger Straße 16 sein Zweirad-Center. |
Literatur- und Quellenverzeichnis
Andreas-Andrew Bornemann / Belege / Postkarten / Text
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Adress- und Fernsprechbücher der
Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC
1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre
1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954
| Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Egestorff | Wilhelm Treue | Niedersächsische Landeszentrale
Heimatdienst | 1956
Fritz Dziobek | Hamburg
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus
Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg |
Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover |
1989
HANOMAG-NACHRICHTEN - verschiedene Ausgaben |
HANOMAG-Nachrichten-Verlag | 1913-1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon |
Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th.Schäfer
2. Heft Hannover | 1910
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische |
Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19.
Jahrhundert | Walter Buschmann
August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nach dem Krieg war immer Theater | Horst Deuker |
Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2010
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur
Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 |
Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH |
1990
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die
Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag
und Druckerei | 2009
Umbau und Verstärkung einer eisernen Halle in
Eisenbeton | Dr.-Ing. Gaehme (Oberingenieur) | Deutsche
Bauzeitung | 59 Jahrgang No. 3 | 10. Januar 1925
Wie es dazu kam, dass Rumänien mitten in Linden
lag | Horst Deuker | Projekt - www.lebensraum-linden.de |
2011
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie



















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