Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Grete Mosheim
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Grete Mosheim (1905-1986)

Grete Mosheim, eigentlich Grete Mohsheim wurde am 8. Januar 1905 in Berlin geboren. Sie gehörte zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen der 1920er und 1930er Jahre. Ihre Schwester war die Theaterschauspielerin Lory Lahner.

Portrait und Szenenkarten

Die Tochter des Arztes und Sanitätsrats Markus Mosheim und seiner Ehefrau Clara studierte nach dem Besuch des Lyzeums in Berlin zusammen mit Marlene Dietrich (1901-1992) bei Max Reinhardt (1873-1943) sowie an der Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst in Berlin. Sie war von 1922, also seit sie 17 Jahre alt war, bis 1931 Mitglied des Deutschen Theaters in Berlin. Von 1931 bis 1932 spielte Grete Mosheim am Lessingtheater in Berlin, 1932 bis 1933 am Metropoltheater in Berlin und danach am Komödienhaus und der Volksbühne Berlin. Auch im Stummfilm war sie häufig vertreten, beispielsweise 1930 im Film Cyankali (1930) unter der Regie von Hans Tintner. Der Film prangerte das Abtreibungsverbot an, weswegen er auch bald verboten wurde. Grete Mosheim repräsentierte vorbildlich den gegen Ende der Zwanziger Jahre sehr beliebten spitzbübisch-trotzigen Mädchentyp.

Grete Mosheim emigrierte 1933 nach Österreich und 1934 nach England. 1938 ließ sie sich in New York City nieder. Trotz einiger Theaterauftritte konnte sie nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Sie spielte in New York City auch bei den Players from Abroad, einem deutschsprachigen Theater, das sie mitgegründet hatte. 1952 kehrte sie erstmals wieder nach Deutschland zurück und gastierte in den folgenden Jahren in verschiedenen Städten. Ihr erstes Gastspiel gab sie 1952 in Berlin, sie spielte die Sally Bowles in John William van Drutens (1901-1957) Theaterstück Ich bin eine Kamera, auf dem das weltbekannte Musical Cabaret basiert.

Grete Mosheim wurde 1963 mit dem Kritikerpreis für darstellende Kunst für ihre Rolle der Hannah Jelkes in Tennessee Williams (1911-1983) Theaterstück Die Nacht des Leguan und 1971 mit dem Deutschen Filmpreis für ihre herausragenden Verdienste um den deutschen Film geehrt, und 1974 mit dem Bundesverdienstkreuz. Später stand sie für einen Auftritt in der Serie Der Kommissar vor der Kamera.

 

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1924: Michael
  • 1925: Ein Lebenskünstler
  • 1925: Wir armen kleinen Mädchen
  • 1926: Derby
  • 1926: Der Geiger von Florenz
  • 1927: Faschingszauber
  • 1927: Primanerliebe
  • 1928: Frau Sorge
  • 1928: Die Rothausgasse
  • 1930: Cyankali

 

 

Verheiratet war Grete Mosheim bis 1933 mit dem Schauspieler Oskar Homolka (1898-1978), von 1937 bis 1947 mit dem Industriellen Howard Gould (1871-1959) und in dritter Ehe mit dem Journalisten Robert Cooper. Sie lebte bis an ihr Lebensende in New York City und kehrte oft zum Schauspielern in ihre Heimat, nach Deutschland zurück. Grete Mosheim starb am 29. Dezember 1986.

 

 

  • 1930: Dreyfus
  • 1931: Arme, kleine Eva
  • 1931: Arm wie eine Kirchenmaus
  • 1931: Der Mörder Dimitri Karamasoff
  • 1933: Moral und Liebe
  • 1962: Dreht euch nicht um (TV)
  • 1969: Die Glasmenagerie (TV)
  • 1970: Der Hermelin (TV)
  • 1970: ...wie die Wölfe (TV-Serie Der Kommissar)
  • 1978: Moritz, lieber Moritz

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text

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