Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Grete Mosheim
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Grete Mosheim (1905-1986)

Grete Mosheim, eigentlich Margarete Emma Dorothea Mohsheim wurde am 8. Januar 1905 in Berlin geboren. Sie gehörte zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen der 1920er und 1930er Jahre. Ihre jüngere Schwester war die Theaterschauspielerin Lory Lahner (1914-1964).

Die Tochter des Arztes und Sanitätsrats Markus Mosheim und seiner Ehefrau Clara studierte nach dem Besuch des Lyzeums in Berlin zusammen mit Marlene Dietrich (1901-1992) bei Max Reinhardt (1873-1943) sowie an der Reicherschen Hochschule für dramatische Kunst in Berlin. Sie war von 1922, also seit sie 17 Jahre alt war, bis 1931 Mitglied des Deutschen Theaters in Berlin. Von 1931 bis 1932 spielte Grete Mosheim am Lessing-Theater und 1932/33 am Metropoltheater und danach am Komödienhaus und der Volksbühne jeweils in Berlin.

Auch in Stummfilmen war Grete Mosheim häufig vertreten, beispielsweise im Film Cyankali (1930) unter der Regie von Hans Tintner (1894-1942). Der Film prangerte das damalige Abtreibungsverbot an, weswegen er auch bald verboten wurde. Der Film wurde als Stummfilm begonnen, zwei Passagen am Ende markieren den Übergang zum Tonfilm. Grete Mosheim repräsentierte vorbildlich den gegen Ende der Zwanziger Jahre sehr beliebten spitzbübisch-trotzigen Mädchentyp.

Sie war auch als Sängerin sehr erfolgreich. Unter anderem sang sie 1930 das Lied „In St. Pauli bei Altona“, Text und Musik stammen von Friedrich Hollaender (1896-1976) und 1931 das „Schwipslied“ aus der Operette und dem späteren Film „Morgen geht´s uns gut“, Text und Musik, Ralph Benatzky (1884-1957).

Ross Verlag 3162/1

Grete Mosheim emigrierte 1933 nach Österreich und 1934 nach England. 1938 ließ sie sich in New York City/USA nieder.

Trotz einiger Theaterauftritte konnte sie nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Sie spielte in New York City unter anderem bei dem 1941 geründeten deutschsprachigen Theater Players from Abroad, das sie mitgegründet hatte. Auch die österreichische Schauspielerin Elisabeth Bergner (1897-1986) spielte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1950 an diesem Theater. 1952 kehrte Grete Mosheim erstmals wieder nach Deutschland zurück und gastierte in den folgenden Jahren in verschiedenen Städten. Ihr erstes Gastspiel gab sie 1952 in Berlin, sie spielte die Sally Bowles in John William van Drutens (1901-1957) Theaterstück „Ich bin eine Kamera“, auf dem das weltbekannte Musical "Cabaret" basiert. 1963 wurde sie mit dem Kritikerpreis für darstellende Kunst für ihre Rolle der Hannah Jelkes in Tennessee Williams (1911-1983) Theaterstück "Die Nacht des Leguan", 1971 mit dem Deutschen Filmpreis für ihre herausragenden Verdienste um den deutschen Film und 1974 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Sie stand 1970 auch für die Serie "Der Kommissar - ...wie die Wölfe" vor der Kamera.

Bis 1933 war Grete Mosheim mit dem Schauspieler Oskar Homolka (1898-1978) verheiratet, von 1937 bis 1947 mit dem Industriellen Howard Gould (1871-1959) und in dritter Ehe mit dem Journalisten Robert (Bob) Cooper. Sie lebte bis an ihr Lebensende in einem großen Apartment (Apt. 21c) an der 250 East 63rd Street in New York City/USA und kehrte oft zum Schauspielern in ihre Heimat, nach Deutschland zurück. Grete Mosheim starb am 29. Dezember 1986 mit 81 Jahren an Krebs.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1924: Michael
  • 1925: Ein Lebenskünstler
  • 1925: Wir armen kleinen Mädchen
  • 1926: Derby
  • 1926: Der Geiger von Florenz
  • 1927: Faschingszauber
  • 1927: Primanerliebe
  • 1928: Frau Sorge
  • 1928: Die Rothausgasse
  • 1930: Cyankali

 

  • 1930: Dreyfus
  • 1931: Arme, kleine Eva
  • 1931: Arm wie eine Kirchenmaus
  • 1931: Der Mörder Dimitri Karamasoff
  • 1933: Moral und Liebe
  • 1962: Dreht euch nicht um (TV)
  • 1969: Die Glasmenagerie (TV)
  • 1970: Der Hermelin (TV)
  • 1970: ...wie die Wölfe (TV-Serie Der Kommissar)
  • 1978: Moritz, lieber Moritz

Portrait und Szenenkarten

                      

            Ross Verlag 1570/1 | 1927                          Ross Verlag 1926/1                              Ross Verlag 5064/1

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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