Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Fritz Lang Filme

Fritz Lang (1890-1976), eigentlich Friedrich Christian Anton Lang wurde am 5. Dezember 1890 in Wien/Österreich geboren. Er war ein österreichisch-deutsch-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler. Durch seine Heirat im August 1922 mit der deutschen Drehbuchautorin Thea von Harbou (1888-1954) erwarb der Österreicher 1922 auch die deutsche und nach seiner Emigration 1939 die USA, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Fritz Lang prägte die Filmgeschichte mit und setzte vor allem in der Stummfilm- und frühen Tonfilm-Ära neue ästhetische und technische Maßstäbe. Seine frühen deutschen Filme erzählen zumeist utopische und fantastische Geschichten, die in einer expressiv düsteren Atmosphäre inszeniert wurden. Fritz Langs Tonfilme rücken hingegen den Menschen und seine inneren Beweggründe in den Mittelpunkt. Die Themen sind der alltäglichen Realität entnommen und basieren häufig auf Presseberichte. Filme wie M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) oder Metropolis (1927) gehören zu den Meilensteinen der deutschen und internationalen Filmgeschichte.

Bereits sehr früh zeigte sich Fritz Langs künstlerisches Talent. Er besuchte die Akademie der grafischen Künste in Wien und lebte 1913/14 als Maler in Paris/Frankreich. Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs meldete er sich freiwillig in Österreich und wurde an den Fronten Russlands, Rumäniens und Italiens eingesetzt, wo er mehrmals verwundet wurde. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen und Tapferkeitsmedaillen. Während seiner Zeit im Lazarett, schrieb er erste Drehbücher. Ab 1917 verfilmte Joe May (1880-1954) mehrere Drehbücher des jungen Fritz Lang, sowohl in der Nachfolgeserie Joe Deebs (1917) als auch Melodramen wie Hilde Warren und der Tod (1917). 
 
Fritz Lang traf 1918 den Filmproduzenten Erich Pommer (1889-1966), der ihn nach Berlin holte, wo er weitere Drehbücher schrieb und als Schauspieler auftrat. Sein Regiedebüt gab er 1919 mit dem Film Halbblut (1919) und setzte seine Karriere erfolgreich mit Die Spinnen (1919) fort.
 
1920 lernte Fritz Lang die Autorin Thea von Harbou kennen und lieben, die beiden heirateten 1922. Er genoss in Berlin den Ruf eines Grandseigneurs, das Monokel war ein fester Bestandteil seines Gesichts. Seine Mitarbeiter kannten allerdings auch den anderen Fritz Lang, jener, der um sieben in der Früh im Atelier stand und bis elf Uhr abends arbeitete.
 
In den 1920er-Jahren realisierte Fritz Lang im Vergleich zu seinen Regie-Kollegen eher wenige Filme, diese zeichneten sich dafür durch große Qualität aus und die meisten dieser Verfilmungen gingen in die Filmgeschichte ein. Dazu gehören Der müde Tod (1921), Dr. Mabuse, der Spieler (1922), die Monumentalfilme Die Nibelungen I. und II. (1924), Spione (1928) und der Science-Fiction-Film Frau im Mond (1929).

Die Nibelungen:

 

Mia May in ihren Rollen - Hilde Warren und der Tod | 1917

 

Nach einer Reise in die USA realisierte Fritz Lang 1925/26 sein wohl berühmtestes Werk Metropolis (1927). Wie schon in früheren Filmen zeigte er sich auch hier als strenger Regisseur, der von seinen Schauspielern alles abverlangte. Etliche Wiederholungen von einzelnen Szenen waren keine Seltenheit. Er genoss schon bald den Ruf eines Tyrannen. Doch um solche Filme, wie er sie drehte, realisieren zu können, war dies unabdinglich. Sein erster Tonfilm erschien 1931 unter dem Titel M – Eine Stadt sucht einen Mörder (1931) und wurde ein Riesenerfolg; der Hauptdarsteller Peter Lorre (1904-1964) wurde durch diesen Film zum Weltstar. Der Film weckte zusätzlich großes Interesse, da das Deutsche Publikum durch den Fall der Massenmörder Peter Kürten (1883-1931) und Fritz Haarmann (1879–1925), auf dieses Thema besonders sensibel reagierte. Danach drehte Fritz Lang nur noch einen Film in Deutschland Das Testament des Dr. Mabuse (1931).

Die Nibelungen II. Teil - Das Bankett bei Etzel | 1924 

Willy Fritsch in dem Film Spione | 1928

Fritz Lang wurde 1931 zu einem Gespräch mit Reichspropagandaminister Joseph Goebbels (1897-1945) eingeladen. Nach späteren Angaben Fritz Langs versuchte Joseph Goebbels ihn zu überreden, sein Können in den Dienst der Nationalsozialisten zu stellen. Er soll ihm sogar die Leitung des Deutschen Films angeboten haben, nachdem er sich zuvor als großen Bewunderer des Regisseurs zu erkennen gegeben hatte. Fritz Lang erbat sich einen Tag Bedenkzeit, entschloss sich nach eigener Aussage noch am selben Tag zur Emigration und bestieg einen Nachtzug nach Paris. Ohne Geld will der inzwischen Zweiundvierzigjährige die Flucht angetreten haben, da die Bankschalter bereits geschlossen waren und er sein Konto nicht mehr auflösen konnte. Diese Aussage wird aber weder durch Zeugen, durch schriftliche Belege noch durch Einträge des sonst emsigen Tagebuchschreibers Joseph Goebbels gestützt – tatsächlich pendelte Fritz Lang etwa drei Monate lang zwischen Berlin, London/England und Paris und tauschte in dieser Zeit auch Devisen bei seiner Bank. In Frankreich drehte er mehrere Filme wie Liliom (1934), kam dann über London in die USA, wo er mit anderen die Anti-Nazi-League gründete. Sein erster Hollywoodfilm wurde Blinde Wut - Fury (1936). Seine Karriere ging in den USA nahezu nahtlos weiter. Er inszenierte weitere Filme, unter anderem Auch Henker sterben - Hangmen Also Die (1942), Ministerium der Angst - Ministry of Fear (1944), Gefährliche Begegnung - The Woman in the Window (1944) Gardenia – Eine Frau will vergessen - The Blue Gardenia (1953) und Heißes Eisen - The Big Heat (1953).

Frau im Mond | Willy Fritsch - Gustl Gstettenbaur
 Gerda Maurus | 1929 - 05.11.1929

Metropolis | Brigitte Helm - Rudolf Klein-Rogge | 1927

Ende der 1950er-Jahre kehrte Fritz Lang nach Deutschland zurück, wo er versuchte, mit Der Tiger von Eschnapur (1959), Das indische Grabmal (1959) und Die tausend Augen des Dr. Mabuse (1960) an frühere Erfolge anzuknüpfen, jedoch scheiterte. In seinen letzten Lebensjahren war Fritz Lang nahezu blind. 1971 heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Lily Latté (1891-1984). Am 2. August 1976 starb er in seinem Haus in Beverly Hills/USA und wurde auf dem Forest-Lawn-Friedhof in Hollywood/USA beigesetzt.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

Filme in Deutschland:

  • 1917: Hilde Warren und der Tod (Drehbuch)
  • 1919: Halbblut
  • 1919: Der Herr der Liebe
  • 1919: Die Spinnen – Der goldene See
  • 1919: Harakiri
  • 1919: Die Spinnen – Das Brillantenschiff
  • 1920: Das wandernde Bild
  • 1921: Das indische Grabmal
    Teil 1: Die Sendung des Yoghi (Drehbuch)
  • 1921: Das indische Grabmal
    Teil 2: Der Tiger von Eschnapur (Drehbuch)
  • 1921: Kämpfende Herzen
  • 1921: Der müde Tod
  • 1922: Dr. Mabuse, der Spiele
    Teil 1: Der große Spieler – Ein Bild unserer Zeit
  • 1922: Dr. Mabuse, der Spieler
    Teil 2: Inferno – Ein Spiel von Menschen unserer Zeit
  • 1924: Die Nibelungen - Teil 1: Siegfried
  • 1924: Die Nibelungen - Teil 2: Kriemhilds Rache
  • 1927: Metropolis
  • 1928: Spione
  • 1929: Frau im Mond
  • 1931: M – Eine Stadt sucht einen Mörder
  • 1933: Das Testament des Dr. Mabuse
  • 1959: Der Tiger von Eschnapur
  • 1959: Das indische Grabmal
  • 1960: Die 1000 Augen des Dr. Mabuse

 

Conrad Veidt in dem Film Das indische Grabmal | 1921

 

Filme in Frankreich:

  • 1934: Liliom
  • 1964: Die Verachtung (Le mépris, tw. Regie)

Filme in den USA:

  • 1936: Blinde Wut (Fury)
  • 1937: Gehetzt (You Only Live Once)
  • 1938: Du und ich (You and Me)
  • 1940: Rache für Jesse James
  • 1941: Überfall der Ogalalla (Western Union)
  • 1941: Menschenjagd (Man Hunt)
  • 1943: Auch Henker sterben (Hangmen Also Die!)
  • 1944: Ministerium der Angst (Ministry of Fear)
  • 1944: Gefährliche Begegnung
  • 1945: Straße der Versuchung (Scarlet Street)
  • 1946: Im Geheimdienst (Cloak and Dagger)

 

  • 1948: Das Geheimnis hinter der Tür
  • 1949: Das Todeshaus am Fluß (House by the River)
  • 1950: Der Held von Mindanao
  • 1952: Die Gejagten (Rancho Notorious)
  • 1952: Vor dem neuen Tag (Clash by Night)
  • 1953: Gardenia – Eine Frau will vergessen
  • 1953: Heißes Eisen (The Big Heat)
  • 1954: Lebensgier (Human Desire)
  • 1955: Das Schloß im Schatten (Moonfleet)
  • 1955: Die Bestie (While the City Sleeps)
  • 1956: Jenseits allen Zweifels

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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