Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Fern Andra
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Fern Andra (1894-1974)

Fern Andra, eigentlich Vernal Edna Andrews wurde am 24. November 1894 in Watseka, Illinois/USA geboren. Sie war Schauspielerin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin. In den 1910er Jahren war Fern Andra eine der populärsten Darstellerinnen des deutschen Stummfilms.

Portrait und Szenenkarten

Als Tochter eines Artisten und einer Opernsängerin stand Fern Andra bereits mit vier Jahren erstmals mit einem Drahtseilakt auf der Bühne. Sie erhielt Unterricht in Tanz und Gesang. 1899 stand sie erstmals in New York City, auf einer Theaterbühne im Stück Onkel Toms Hütte. Zunächst blieb sie der Artistik treu und tingelte mit einer Zirkustruppe durch die USA und Europa.

In Berlin traf sie auf Max Reinhardt (1873-1943), bei dem sie Schauspielunterricht nahm. 1913 debütierte sie im Film Ave Maria (1913) und feierte ein Jahr später große Erfolge mit Vermisst gemeldet (1914) und Der Stern (1914). 1915 spielte Fern Andra das einzige Mal in einem österreichischen Film mit: Zwei Freunde (1915). Den Geschmack des zeitgenössischen Publikums treffend, trat Fern Andra vor allem in sentimentalen Unterhaltungsfilmen auf, beeindruckte aber auch durch ihre artistischen Leistungen in Zirkusfilmen.

Als die USA in den ersten Weltkrieg eintrat, wurde sie plötzlich feindselig betrachtet und gar als Spionin verdächtigt. Um den Gerüchten ein Ende zu bereiten, heiratete sie den preußischen Baron Friedrich von und zu Weichs (?-1917), der im Krieg fiel. Zwischen 1916 und 1918 stand sie fast ausschließlich mit dem Schauspieler Alfred Abel (1879-1937) vor der Kamera,

1920 spielte sie in Robert Wienes (1873-1938) Film Genuine (1920). Der Film sorgte vor allem deshalb für große Aufregung, weil Fern Andra mit vom Maler César Klein (1876-1954) direkt auf ihren Körper aufgemalten Kostümen vor die Kamera trat. Aufsehen erregte sie 1922 auch als Opfer eines Flugzeugabsturzes bei Hamburg-Fuhlsbüttel, bei dem der Pilot Lothar von Richthofen (1894-1922) getötet wurde. Ihr Begleiter, der Regisseur Georg Bluen (1878-1922), starb am nächsten Tag an den Folgen des Absturzes, während Fern Andra selbst schwer verletzt überlebte.

Mitte der 1920er Jahre schwand ihre Beliebtheit beim deutschen Publikum, so dass Fern Andra ab 1928 in Großbritannien und den USA, später dort auch beim Rundfunk und im Fernsehen arbeitete. Fern Andra war viermal kinderlos verheiratet. Ihr erster Ehemann war Freiherr Friedrich von und zu Weichs, ihre 1924 geschlossene zweite Ehe mit Kurt Prenzel (1896-1960), Kurt Prenzel war damals das Faustkämpfer-Idol des Berliner Sportpalastes, wurde geschieden, ebenso ihre 1932 geschlossene dritte Ehe mit dem Schauspieler Ian Keith (1899-1960). Ihr vierter Ehemann war Sam Edge Dockrell (1938-1973).

Fern Andra starb am 8. Februar 1974 in Aiken, South Carolina/USA.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1914: Auf Patrouille im Osten
  • 1915: Zwei Freunde
  • 1915: Geheimnisvolle Gewalten
  • 1915: Pariser Mode - von heute
  • 1915: Eine Motte flog zum Licht
  • 1915: Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht
  • 1916: Ernst ist das Leben
  • 1916: Der Gürtel der Dollarfürstin
  • 1916: Wenn Menschen reif zur Liebe werden
  • 1916: Sein letzter Richterspruch
  • 1917: Der Seele Saiten schwingen nicht
  • 1917: Ein Blatt im Sturm...
  • 1917: Des Lebens ungemischte Freude
  • 1918: Die nach Glück und Liebe suchen
  • 1918: Drohende Wolken am Firmament
  • 1918: Frühlingsstürme im Herbste des Lebens

 

  • 1918: Auf des Lebens rauher Bahn
  • 1918: Um Krone und Peitsche/Der Todessprung
  • 1918: Saferndri, die Tänzerin von Dschiapur
  • 1919: Gebannt und erlöst
  • 1919: Der Frauenspekulant
  • 1920: Madame Récamier
  • 1921: Zwei Menschen
  • 1921: Die treibende Kraft
  • 1921: Des Lebens und der Liebe Wellen
  • 1922: Praschnas Geheimnis
  • 1924: Die Liebe ist der Frauen Macht
             Kabale und Liebe im Zirkus
  • 1925: ...und es lockt ein Ruf aus sündiger Welt
  • 1928: The Burgomaster of Stilemonde
  • 1930: Lotus Lady

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarte / Text

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