Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Eva May | Mia May
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Eva May (1902-1924) | Mia May (1884-1980)

Eva May wurde am 29. Mai 1902 in Wien/Österreich als Eva Maria Mandl geboren. Die Tochter des Regisseurs Joe May, eigentlich Joseph Mandel (1880-1954) und seiner Ehefrau, der Schauspielerin Mia May, eigentlich Hermine Pfleger (1884-1980) wuchs in Wien, Hamburg und Berlin auf, wo ihre Eltern als bedeutende Filmkünstler beschäftigt waren.

Eva und Mia May Portrait/Szenenkarten

Als fünfzehnjährige stand Eva unter der Leitung ihres Vaters erstmals vor der Kamera. 1917 spielte sie ihre erste Rolle in einem der Joe-Deebs-Detektivfilme - Der lebendige Tote. Ab Herbst 1918 erschien sie in rascher Folge in Produktionen der Ring-Film GmbH, die von ihrem früh angetrauten ersten Ehemann Manfred Liebenau geleitet wurde. Die Ring-Film GmbH brachte eine eigene Eva-May-Reihe heraus, an deren Drehbüchern Eva mitschrieb. Von der Presse wurde sie mit Wohlgefallen behandelt und durch ihre sympathischen Rollen wurde Eva May zu "Jedermanns Liebling".

Unter dem Namen „Erik Lund“ führte Manfred Liebenau auch meist selbst Regie. Die junge Eva machte sich mit diesen Filmen schnell einen Namen. 1920 wechselte Eva die Firmen und die Regisseure. Der Regisseur Lothar Mendes (1894-1974) wurde ihr zweiter Ehemann, der Regisseur Manfred Noa (1893-1930) ihr dritter. Die hoch talentierte, aber launenhafte Eva May überwarf sich mehrmals mit ihren Eltern. Sie war die Verlobte des Filmproduzenten Rudolf Sieber (1897-1976), bis dieser seine zukünftige Frau Marlene Dietrich (1901-1992) kennenlernte. Daraufhin versuchte Eva May sich 1923 umzubringen, indem sie sich die Pulsadern öffnete.

Nachdem Eva sich vergeblich bemüht hatte, ihren Vetter, den österreichischen Patronenfabrikanten Fritz Mandl (1900-1977) – der später die Schauspielerin Hedy Lamarr (1914-2000) heiratete – zu heiraten, erschoss sich Eva May in der Nacht vom 9. auf den 10. September 1924 in Baden bei Wien. Nach ihrem Tod drehte ihre Mutter Mia May keinen Film mehr.

 

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1918: Der lebendige Tote
  • 1918: Sadja
  • 1918: Erträumtes
  • 1918: Stürme - Ein Mädchenschicksal
  • 1919: Staatsanwalt Jordan
  • 1919: Die verwunschene Prinzessin
  • 1919: Irrlicht
  • 1919: Schloß Einöd
  • 1919: Schwarze Perlen
  • 1919: Das Gebot der Liebe
  • 1919: Die Fee von Saint Ménard
  • 1919: Die Braut des Entmündigten
  • 1919: Das törichte Herz
  • 1919: Im Wirbel des Lebens

Ross Verlag 398/3

Ross Verlag 964/1

 

  • 1920: Der Henker von Sankt Marien
  • 1920: Die Legende von der heiligen Simplicia
  • 1920: Die heilige Simplicia
  • 1921: Die Amazone
  • 1921: Junge Mama
  • 1921: Seine Exzellenz von Madagaskar (2 Teile)
  • 1922: Scheine des Todes
  • 1922: Der Graf von Charolais
  • 1922: Der Graf von Essex
  • 1923: Paganini
  • 1923: Alt-Heidelberg
  • 1923: Die Fledermaus
  • 1924: Der geheime Agent

Mia May

Mia May wurde am 2. Juni 1884 in Wien als Hermine Pfleger geboren. Bereits im Alter von 5 Jahren hatte Mia May ihren ersten Theaterauftritt und war danach oft in Kinderrollen beschäftigt. Sie trat unter ihrem damaligen Künstlernamen Herma Angelot an Wiener Bühnen als Schauspielerin und Sängerin auf. 1902 heiratete Mia den späteren Regisseur und Filmproduzenten Joe May, der eigentlich Joseph Mandel hieß und bekam die gemeinsame Tochter Eva. Unter ihrem neuen Künstlernamen Mia May war sie 1910 am Operettentheater in Hamburg tätig. Ihr Mann Joe übernahm ihren Künstlernamen.

Mit ihrem Filmdebüt 1912 unter der Regie ihres Mannes in dem Film, In der Tiefe des Schachtes (1912) zeichnete Mia May sich nicht nur als Hauptdarstellerin, sondern auch als Co-Autorin verantwortlich aus. Mia May fungierte als Geschäftsführerin der May-Film GmbH und betätigte sich auch als Cutterin.

Ab 1916 stilisierte sie Joe May zu einer der ersten Diven des deutschen Films. Er produzierte eine Mia-May-Reihe von melodramatischen Filmen. Sie spielte Hauptrollen in Fritz Langs (1890-1976) Das wandernde Bild (1920) und in den Joe May Produktionen Veritas vincit (1919), Die Herrin der Welt (1919), Das indische Grabmal (1921) und Tragödie der Liebe (1923)..

Ross Verlag 450/3

Nach dem tragischen Selbstmord ihre Tochter Eva 1924 drehte Mia May keinen Film mehr und beendete ihre Schauspielkarriere. Gemeinsam mit ihrem Mann ging sie 1933 in die USA. Mia May starb am 28. November 1980 in Hollywood, Los Angeles USA.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1912: In der Tiefe des Schachts
  • 1915: Sein schwierigster Fall
  • 1917: Hilde Warren und der Tod
  • 1917: Der schwarze Chauffeur
  • 1918: Die Bettelgräfin
  • 1919: Veritas vincit
  • 1919: Die Herrin der Welt

Teil 1. Die Freundin des gelben Mannes
Teil 2. Die Geschichte der Maud Greegardt
Teil 3. Der Rabbi von Kuan-Fu
Teil 4. König Makombe
Teil 5. Orphir, die Stadt der Vergangenheit
Teil 6. Die Frau mit den Milliarden
Teil 7. Die Wohltäterin der Menschheit
Teil 8. Die Rache der Maud Ferguson

  • 1920: Die Schuld der Lavinia Morland
  • 1920: Das wandernde Bild
  • 1921: Das indische Grabmal
  • 1921: Die Sendung des Yoghi
  • 1921: Der Tiger von Eschnapur
  • 1923: Tragödie der Liebe (4 Teile)

Veritas Vincit | Mia May | D 1919 | Film Sterne Verlag 566/8

Hilde Warren und der Tod | Mia May | D 1917
Film Sterne Verlag 516/6

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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