Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Elisabeth Bergner (1897-1986)

Elisabeth Bergner, eigentlich geborene Elisabeth Eittel wurde am 22. August 1897 in Drohobycz in Galizien/Österreich-Ungarn, heute Ukraine geboren. Sie war Theater- und Filmschauspielerin und Regisseurin.

Zu Hause lernte sie den Hauslehrer und Medizinstudenten Jacob Moreno (1889-1974) kennen, dem sie später den Anstoß zuschrieb, an die Bühne zu gehen. Ihre Ausbildung erhielt sie an privaten Schauspielschulen sowie am Konservatorium in Wien/Österreich. 1915 debütierte Elisabeth Bergner am Theater in Innsbruck/Österreich, es folgten Auftritte in Zürich/Schweiz, Wien, München und Berlin. In Wien arbeitete sie auch als Modell für den Bildhauer Wilhelm Lehmbruck (1881-1919), der sich unglücklich in sie verliebte. Er nahm sich auch wegen seiner von ihr unerwiderten Liebe am 25. März 1919 das Leben.

Ihre erste Filmrolle erhielt Elisabeth Bergner 1922 in dem Film Der Evangelimann (1922). Der große Durchbruch gelang ihr unter Victor Barnowsky (1875-1952) mit dem Shakespeare Stück “Wie es euch gefällt“ am Lessing-Theater in Berlin.

Sie brach reihenweise Männerherzen. Der Bildhauer, Grafiker und Medailleur Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) zählte bebend so dazu, wie der Schriftsteller Albert Ehrenstein (1886-1950). Mit dem österreichischen Schriftsteller hatte sie eine stürmische Affäre. Sie verließ ihn, kehrte zu ihm zurück, ganz nach Belieben. Als er ihr nach einer Auseinandersetzung sagte: "Ich hoffe, dass Gott Dir Deine Grausamkeit verzeiht "antwortete sie "Warum sollte er nicht? Das ist schließlich sein Beruf".

Ross Verlag 1655/1

Ab 1924 arbeitete Elisabeth Bergner ausschließlich mit dem Autor, Regisseur und Produzenten Paul Czinner (1890-1972) zusammen, der auch privat ihr Partner wurde. Als Juden mussten sie nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten zuerst nach Wien und dann nach London/England fliehen, wo sie auch heirateten. Sowohl den Umstieg vom Stummfilm zum Tonfilm als auch die sprachliche Anpassung an ihre neue Wirkungsstätte schaffte sie mühelos. Schon 1934 spielte sie Katharina die Große (1934) unter der Regie ihres Mannes Paul Czinner. Der Film wurde allerdings in Deutschland verboten.

Elizabeth Bergner erhielt 1935 für ihre Rolle, als beste Hauptdarstellerin, in Verlass mich niemals wieder (1935) ihre einzige Oscar-Nominierung. 1940 emigrierte sie mit Paul Czinner nach Hollywood/USA, doch ihr einziger Hollywoodfilm Paris Calling (1941) war kein großer Erfolg. Sie verlegte den Schwerpunkt ihrer Arbeit wieder auf die Bühne. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete sie in New York City/USA unter anderem bei dem 1941 von der deutschen Schauspielerin Grete Mosheim (1905-1986) mitgegründeten, deutschsprachigen Theater, Players from Abroad, bis sie 1950 nach England und 1954 nach Deutschland zurückkehrte, wo sie wieder als Theater- und Filmschauspielerin erfolgreich wirkte.

Elizabeth Bergner wurde 1962 der Schillerpreis der Stadt Mannheim und 1982 in Venedig/Italien der Eleonora-Duse-Pokal verliehen. Ihr Regiedebüt gab sie 1970, drei Jahre später zog sie sich ins Privatleben zurück. Am 12. Mai 1986 starb Elizabeth Bergner in London/England. 2000 wurde in Wien-Hietzing (13. Bezirk) der Elisabeth-Bergner-Weg nach ihr benannt.

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1923: Der Evangelimann
  • 1924: Nju
  • 1926: Der Geiger von Florenz
  • 1927: Liebe / Die Herzogin von Langeais
  • 1928: Doña Juana
  • 1929: Fräulein Else
  • 1931: Ariane
  • 1932: Der träumende Mund
  • 1934: Katharina die Große
  • 1935: Verlaß mich nie wieder
  • 1936: Wie es euch gefällt
  • 1937: Dreaming Lips
  • 1939: Träumende Augen
  • 1941: Paris Calling
  • 1958: Stunde der Wahrheit
  • 1962: Die glücklichen Jahre der Thorwalds
  • 1963: Geliebter Lügner
  • 1968: The Jewish Wife
  • 1970: Der Todesschrei der Hexen
  • 1970: In Good King Charle's Golden Days
  • 1970: Der Kurier des Zaren
  • 1971: Release (TV-Serie Take three Girls)
  • 1973: Der Fußgänger
  • 1975: Nachtdienst
  • 1978: Der Pfingstausflug
  • 1982: Feine Gesellschaft - Beschränkte Haftung
  • 1982: Der Garten
  • 1983: Angelo und Luzy (TV-Serie)

Portrait und Szenenkarten

                       

      Liebe - Die Herzogin von Langenais        Liebe - Die Herzogin von Langenais                   Ross Verlag 1655/3
           D 1927 | Leiser Verlag 6281                   D 1927 | Leiser Verlag 6281

      

                 Ross Verlag 5659/2

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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