Ehemalige Bauernhäuser und Höfe in Linden
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In Hannover-Linden ist heute vom ehemaligen Bauerndorf Linden nicht mehr viel zu sehen. Um 1821 wurden in Linden 9 Vollmeier, 2 Halbmeier, 23 Kötner, 13 Beibauern und 14 Kirchhöfer gezählt. In Linden standen neben einigen Vierständerhäusern auch zwei Kübbungshäuser auf dem von Altenschem Besitz. Der Hof der Familie Haasemann (eigentlich Hasemann): Die Familie Haasemann betrieb eine Kötnerstelle, No. 15 an der Ecke Dieckbornstraße mit einer Schafmeisterei, die bis zum Küchengarten reichte. Von 1900 bis 1912 wurden auf dem Gelände der ehemaligen Schafmeisterei mehrere viergeschossige Wohnbauten errichtet. Nach Johann Carl Friedrich Christian Haasemann (1822-1894), der Landmaschinenfabrikant war, wurde 1909 die Haasemannstraße benannt. Sein Bruder Georg fügte Mitte des 19. Jhs. seinem Nachnamen ein weiteres a hinzu, so wurde aus Hasemann schließlich Haasemann mit zwei a. Mehr über die Familie Haasemann | Haasemannstraße Hof der Familie Hemme: Der Bauernhof befand sich an der Davenstedter Straße 19. Im Hauptgebäude, ein Vierständerhaus war die Stube im vorne gelegenen früheren Wirtschaftsraum eingebaut, die Stube hatte keine Fenster zur Straße hin, weil das Lindener Bauamt dies untersagte. Der Hof der Familie Hemme war ein Kötnerhof, noch bis etwa Anfang 1880 wurde die Landwirtschaft betrieben. Der Hof des Bauern Dietrich Lampe: Der Hof des Bauern Dietrich Lampe befand sich an der Beethovenstraße/Ecke Davenstedter Straße (heute: Beethovenstraße 2). Das Hauptgebäude war ein Vierständerhaus des späten 18. Jhs. Am Anfang des 19. Jhs. wurde Bauer Dietrich Lampe ein Halbmeier und der Hof als Halbmeierhof bis ca. 1870 betrieben. Der Bauernhof und das Grundstück wurden um 1890 vom Kornbrennereibesitzer Christian Niemeyer (1842-1904)– später wurde er Senator in Linden – gekauft. Auf dem Grundstück wurden 18 Baugrundstücke parzelliert. Diese Grundstücke lagen an der heutigen Beethoven-, Davenstedter, Wittekind- und Diekbornstraße. 1898 wurde die neu errichtete Beethovenstraße, die von Christian Niemeyer finanziert wurde, eingeweiht. 1902 errichtete man auf einem Grundstück die Humboldtschule (Einweihung: 14. Oktober 1902). Carl Lampe (1837-1904), der Sohn Dietrichs, wurde später auch Senator in Linden. Hof des Bauern Hans Dietrich Niemeyer: Mitte des 18. Jhs. erwarb Hans Dietrich Niemeyer einen kleinen Kötnerhof an der Lindenerstraße, später Falkenstraße, heute Davenstedter Straße 29-33 Hans Dietrichs Sohn, Christian Niemeyer kaufte die Grundstücke bis zur Brauhofstraße 9 hinzu und gründete 1788 eine Kornbranntweinbrennerei. Diese war die älteste bestehende industrielle Anlage in Linden und ist mit einem kleinen Hinterhofgebäude noch heute erhalten. Das bekannteste Produkt "Chateau Niemeyer" war weit über Lindens Grenzen hinaus bekannt. Aus der Branntweinbrennerei entstand später die Deutsche Wein und Spirituosen GmbH (DEUWUS). Neben seinem Landwirtschaftlichen Betrieb, betrieb er noch die Gastwirtschaft "Fortune" an der heutigen Davenstedter Straße. |
Hof des Bauern Johann Friedrich Konrad Nieschlag:
Der Bauer Johann Friedrich Konrad Nieschlag (1813-1873) war ein Vollmeier. Der Hof befand sich an der Lindener Straße 39, später Falkenstraße und heute Davenstedter Straße 28. Das Vierständerhaus mit zweistöckigem Wohnteil wurde vermutlich 1898 abgerissen. Das Hofgelände wurde noch vor 1880 als Baugrund parzelliert. Das neue Wohnhaus des Bauern Nieschlag wurde auf dem Fundament des Vorgängerbaus errichtet und steht noch heute an der gleichen Stelle - Davenstedter Straße 28.

Davenstedterstrasse 28. (Ecke Nieschlagstraße) - 28.08.1908 Davenstedterstraße - 05.05.1916
Der Rüstehof: Der Rüstehof lag an der Badenstedter- Ecke Kirchstraße. Das kleine Hofgrundstück gehörte zum von Altenschen Gut. Wahrscheinlich war das Haupthaus ein eher kleines Vierständerhaus aus dem 18. / 19. Jhs. Nachträglich wurde ein Stall angebaut. Um 1900 wurde der Hof abgebrochen und das Grundstück parzelliert, und auch zum Bau der Friederikenschule genutzt.
Volksschule - Badenstedter Straße |
Volksschule - Friederikenschule |
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Hof der Familie Plinke: Schon 1585 wurde der Vollmeierhof der Familie
Plinke in Urkunden erwähnt. Hof des Bauern Struckmeyer: Der Bauer Heinrich Friedrich Karl Struckmeyer (1876-1902) war ein Vollmeier, sein Hof befand sich auch an der Badenstedter Straße / Ecke Kirchstraße. Das große Vierständerhaus mit zweistöckigem abgezimmerten Wohnteil war ein imposantes Gebäude. Es hatte ein angehobenes Dach und einen Steilgiebel mit vorkragenden Schwellen und einer schmückenden Langstreben-Zimmerung im Giebelfachwerk. Die Familie Struckmeyer stiftete der Stadt Linden 1902 einen hohen Geldbetrag für bedürftige Waisenkinder. Der Hof wurde 1911 an die Stadt Linden verkauf und bald darauf mit Wohnhäusern die noch heute stehen bebaut. Auch eine Straße, die Struckmeyerstraße ist 1903 nach der Bauernfamilie Struckmeyer benannt worden.. Häuser am Steinberge: Die Straße Am Steinberge hieß danach Bergstraße und heute Am Lindener Berge. Hier stand das vor 1700 erbaute Kalkbrenner- und Kontorhaus von Georg Egestorff (1802-1868). 1969 wurde das Haus abgerissen und heute steht hier die IGS Hannover-Linden. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Haus Am Lindener Berge 16. Dieses alte Fachwerkhaus, wurde im 19. Jhs. erbaut. Das Gebäude hinter dem Haus ist im Jahr 1698 erbaut worden und somit eines der ältesten Gebäude Lindens, es steht heute unter Denkmalschutz.
Am Lindener Berge | 11.05.1911 Lindener Berg | 14.02.1909 Das große Schäferhaus: Das Schäferhaus lag an der Bergstraße 2, heute Am Lindener Berge. Das große Zweiständerhaus mit hohem Steilgiebel wurde ca. 1700 erbaut. Daneben stand das Alte Schäferhaus, ein Zweiständerhaus mit Kübbungsausbau auf der rechten Seite das vermutlich im Jahr 1897 abgerissen wurde. Beide Schäferhäuser gehörten zum Von Altschen Gut. Weitere Höfe: Daniel Blume - Kirchhöfer | Hartmann - Vollmeierhof | Rettemann - Vollmeierhof | Schilling - Vollmeierhof |
Literatur- und Quellenverzeichnis
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Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Linden, Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906 |



