Sammlung - Peter Klasen | Die Reichskanzler im wilhelminischen Kaiserreich
|
Reichskanzler war von 1871 bis 1945 die Amtsbezeichnung des Regierungschefs des Deutschen Reiches. In dieser Rolle stand er dem Kabinett - von 1871 bis 1918 der sogenannten Reichsleitung, von 1919 bis 1945 der Reichsregierung - vor. Von November 1918 bis August 1919 führten die Regierungschefs den Titel Vorsitzender des Rates der Volksbeauftragten bzw. Reichsministerpräsident. Der Reichskanzler war zwischen 1871 und 1918 allein dem Deutschen Kaiser - und nicht etwa dem Reichstag - verantwortlich. Der Deutsche Kaiser als Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches berief und entließ den Reichskanzler. Der Kanzler hatte ohne (preußisches) Mandat auch kein Recht, vor dem Reichstag zu erscheinen. |
Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck und Herzog zu Lauenburg (Reichskanzler von 1871-1890)
Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck und Herzog zu Lauenburg (1815-1898) war von 1862 bis 1890, mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1873, Ministerpräsident von Preußen und zugleich von 1867 bis 1871 Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes sowie vom 16. April 1871 bis zum 20. März 1890 erster Reichskanzler des Deutschen Reiches, dessen Gründung er maßgeblich vorangetrieben hatte. Als Politiker machte sich Otto von Bismarck im preußischen Staat zunächst als Vertreter der Interessen der Junker im Kreis der Konservativen einen Namen und war während der Reaktionsära von 1851 bis 1862 als Diplomat tätig. 1862 wurde er zum preußischen Ministerpräsidenten berufen. Im preußischen Verfassungskonflikt kämpfte Bismarck gegen die Liberalen für den Primat der Monarchie. Als Außenminister setzte er im Deutsch-Dänischen Krieg und im Deutschen Krieg zwischen 1864 und 1866 die politische Vorherrschaft des Königreichs Preußen in Deutschland durch. Im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 war er als treibende Kraft an der Lösung der deutschen Frage im kleindeutschen Sinn und an der Gründung des Deutschen Reiches beteiligt. Am 30. Juli 1898 starb Otto Fürst von Bismarck in Friedrichsruh bei Hamburg. Seine letzte Ruhestätte fand er neben seiner Frau Johanna von Bismarck (1824-1894) auf Friedrichsruh. |
|
Georg Leo Graf von Caprivi de Caprera de Montecuccoli (Reichskanzler von 1890 bis 1894)
Georg Leo von Caprivi de Caprera de Montecuccoli (1831-1899) war preußischer General der Infanterie und Staatsmann, der Otto von Bismarck (1815-1898) als Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs vom 20. März 1890 bis zum 26. Oktober 1894 nachfolgte. Seine Amtszeit war außenpolitisch von einer Annäherung an Großbritannien sowie einer offensiven Handelspolitik geprägt. Innenpolitisch war er der wichtigste Exponent eines Neuen Kurses mit dem Ziel des politischen Ausgleichs. Seine Außen- und Innenpolitik stieß auf heftige Ablehnung bei den Nationalisten und Konservativen im Parlament. Georg Leo von Caprivi de Caprera de Montecuccoli verstarb am 6. Februar 1899 auf Gut Skyren, in Brandenburg. |
Leo Graf von Caprivi de Montecuccoli, preussischer General, Ministerpräsident, deutscher Reichskanzler |
Chlodwig Carl Viktor Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst (Reichskanzler von 1894 bis 1900)
Chlodwig Carl Viktor Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Prinz von Ratibor und von Corvey (1819-1901) war zwischen 1866 und 1870 bayerischer Ministerpräsident und vom 29. Oktober 1894 bis zum 17. Oktober 1900 Reichskanzler des Deutschen Kaiserreiches und preußischer Ministerpräsident.
|
|
Bernhard Heinrich Martin Karl Graf von Bülow (Reichskanzler von 1900 bis 1909)
Bernhard Heinrich Martin Karl Graf von Bülow (1849-1929) war seit 1897 Staatssekretär (Minister) des Äußeren und danach vom 17. Oktober 1900 bis zum 14. Juli 1909 Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs. Bernhard Graf von Bülow verstarb am 29. Oktober 1929 in Rom/Italien.
|
Reichskanzler Fürst von Bülow | 15.12.1906 |
Theobald Theodor Friedrich Alfred von Bethmann-Hollweg (Reichskanzler von 1909 bis 1917)
Theobald Theodor Friedrich Alfred von Bethmann-Hollweg (1856-1921) war vom 14. Juli 1909 bis zum 13. Juli 1917 Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs. Er vertrat liberale Auffassungen und stand der Fortschrittlichen Volkspartei nahe. Er bemühte sich als überparteilicher Kanzler um einen Ausgleich zwischen Sozialdemokratie und Konservatismus. Das brachte ihm Lob, aber auch vor allem Kritik beider Seiten ein. Seine Rolle beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges ist umstritten. 1914/15 trat er dem extremen Annexionismus rechtsgerichteter Kreise entgegen, verfolgte aber auch selbst weitreichende Kriegsziele. 1916/17 bemühte er sich um einen „Verständigungsfrieden“ auf der Basis einer gestärkten deutschen Machtposition. Ein Konflikt mit der 3. Obersten Heeresleitung führte 1917 zu seiner Entlassung. Theobald von Bethmann-Hollweg starb am 2. Januar 1921 an einer akuten Lungenentzündung, in Hohenfinow (Brandenburg). |
Reichskanzler von Bethmann-Hollweg | 14.11.1916 |
Dr. jur. Georg Michaelis (Reichskanzler 1917)
Dr. jur. Georg Michaelis (1857-1936) war Jurist und Politiker. Er war vom 14. Juli 1917 bis 31. Oktober 1917 für nur dreieinhalb Monate Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs und preußischer Ministerpräsident. Georg Michaelis starb am 24. Juli 1936 in Bad Saarow (Mark Brandenburg).
|
Reichskanzler Dr. Michaelis in seinem Arbeitszimmer |
Georg Freiherr Graf von Hertling (Reichskanzler von 1917 bis 1918)
Georg Freiherr Graf von Hertling (1843-1919) war Politiker und Philosoph. Vom 1. November 1917 bis zum 30. September 1918 war er Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs. Obwohl Graf von Hertling selbst gegen eine umfassende Parlamentarisierung des Deutschen Reiches war, war sein Kabinett doch in Abstimmung mit den Mehrheitsparteien aus dem interfraktionellen Ausschuss zustande gekommen.
|
|
Prinz Maximilian Alexander Friedrich Wilhelm von Baden (Reichskanzler 1918)
Prinz Maximilian Alexander Friedrich Wilhelm von Baden (1867-1929) war der letzte Thronfolger des Großherzogtums Baden. Vom 3. Oktober bis zum 9. November 1918 war er der letzte Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs. Am 9. November verkündete er eigenmächtig, der Deutsche Kaiser habe abgedankt, und übergab sein Amt dem Führer der Sozialdemokraten, Friedrich Ebert (1871-1925).
|
|
Literatur- und Quellenverzeichnis
|
Andreas-Andrew Bornemann /
Text Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann
sich gerne beteiligen. Wikipedia - Die freie Enzyklopädie Die Veröffentlichung geschieht mit freundlicher Genehmigung des Rechteinhabers. |








