Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Die Lindener Kirchen
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Die Lindener Kirchen

Ev.-luth. Bethlehemkirche

Im Jahr 1892 wurde am Kötnerholzweg ein Stück Bauland, der heutige „Schmuckplatz" bereitgestellt und am 23. August 1899 auf Antrag des Pastors Crusius (St. Martinskirche) beschlossen, das die neue Kirche den Namen Ev.-luth. Bethlehemkirche bekommen soll. Bei der Bebauung der anliegenden Straßen stellte sich der Bauplatz als ungeeignet dar. Die Stadtplaner sahen deshalb vor: Am Ende der Weckenstraße / Noltestraße, (beide Straßen sind nach alten Lindener Pastoren benannt), mitten im sumpfigen Fössefeld, die Bethlehemkirche zu bauen. Vor der Kirche sollten fünf Straßen sternförmig in einen vorgesehenen runden Platz einmünden. Die Kirche sollte zentral im Mittelpunkt der Gemeinde stehen. Der Lindener Magistrat stellte deshalb 30.000,- Mark zur Gestaltung der Westfassade mit den drei kupferbedeckten Türmen zur Verfügung.

   

Bethlehemskirche | 15.07.1929                                       Bethlehemstraße | 07.04.1916

Nachdem die Gemeinde bereits am 7. November 1899 ein Antrag auf Überlassung des Bauplatzes gestellt hatte, wurde dieser von der Abteilung für direkte Steuern, der königlichen Regierung am 24. Januar 1901, der Gemeinde für 13.770,- Mark über- lassen. Die Kosten wurden durch den Verkauf des ursprünglich zur Errichtung vorgesehenen Grundstückes bestritten. Im Winter 1902/03 begannen die Arbeiten für den Bau. Die Bauausführung wurde Professor Dr. Karl Mohrmann (1857-1927), Konsistorial-Baumeister und Rektor der Technischen Hochschule Hannover übertragen. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen im Frühjahr 1903. Am 12. Mai 1904, am Himmelfahrtstag, wurde der Grundstein gelegt und am 11. November 1906 wurde die Bethlehemkirche mit rund 1000 Sitzplätzen eingeweiht. Die Baukosten betrugen laut Baukommission 300.000.- Mark, zzgl. 12.900.- Mark für die Bauleitung. In den Jahren 1914/15 wurde der Pfarrhof errichtet, dieser schließt sich südlich an die Kirche an und gruppiert sich mit dem östlich gelagerten Gemeindehaus, dem südlich liegenden Pfarrhaus um einen Hof, der im Westen von einer Mauer geschlossen wurde. Das Grundstück wurde für 7.300,- Mark von der Stadt erworben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche nur gering beschädigt. Eine Schadensmeldung vom November 1943 gibt an, dass sämtliche Bleiverglasungen zerstört, das bronzebeschlagene Portal verbogen und fast alle Türen gerissen sind. Insgesamt erhielt die Kirche im Verlauf des Krieges acht Treffer von Brandbomben, die das Dach und ein Gewölbe durchschlugen, aber trotzdem nur geringe Schäden anrichteten. Denkmal- pfleger bescheinigen der Kirche eine architekturgeschichtliche Sonderstellung, sie war als erste Kirche der Region elektrifiziert und im Keller befindet sich eine Kegelbahn.

Nach der Fusion der Ev.-luth. Bethlehemkirchengemeinde mit der Ev.-luth. Gerhard-Uhlhorn-Gemeinde nennt sich die Kirchengemeinde seit dem 1. Januar 2009 Ev.-luth. Kirchengemeinde Linden-Nord in Hannover. Das rund 90 Jahre alte Gemeindehaus der Gerhard-Uhlhorn-Gemeinde wurde zu einem Wohn- und Gemeinschaftshaus umgebaut.

Seit 2004 wird die Bethlehemkirche nach und nach Restauriert. Geplant ist die Restaurierung nach vier Bauabschnitten im Jahr 2013 abgeschlossen zu haben. Im Juni 2009 wurde bekannt, dass Kulturstaatsminister Bernd Neumann weitere 400.000,- Euro für die Restaurierung bewilligt hat. Nun wäre es sogar möglich die Arbeiten noch eher abzuschließen.

Weitere Bethlehemkirchen-Karten

Kirchweihe (11. November 1906) | 22.11.1906

Ev.-luth. Erlöserkirche (ehemals Zionskirche)

Die Gemeinde wurde als Tochtergemeinde der St. Martins Kirchengemeinde für Linden-Süd gegründet. 1866 wurde das Baugrundstück an der Charlottenstraße neben dem Klemmeschen Grundstück von König Georg V. der Gemeinde geschenkt. Aber erst im Jahr 1878 begann der Bau der dreischiffigen neugotischen Hallenkirche nach Plänen von Conrad Wilhelm Hase (1818-1902). An der Grundsteinlegung, am 31. Oktober 1878 nahmen mehr als 1000 Lindener teil. Unter der Bezeichnung Zionskirche wurde die Kirche mit ihren 800 Sitzplätzen im Jahr 1880 eingeweiht. Im Jahr 1882 wurde der imposante Kirchturm vollendet. Das Pfarrhaus wurde 1893 fertig und ist 1980 infolge von Verkehrsplanungen abgetragen worden. Insgesamt betrugen die Baukosten ca. 30 000 Thaler.

Letzte Predigt des Pastors O. Armknecht in der Zionskirche (heute Erlöserkirche) vom 18.10.1908

1943 erfolgte, durch die Nationalsozialisten die Umbenennung in Erlöserkirche. Sie gehört heute zu den am besten erhaltenen Kirchenbauten Hannovers. Insbesondere ist die originale Innenausstattung (Kanzel aus Eichenholz mit Evangelisten- bildern von Hermann Schaper (1853-1911), neugotischer Altar aus Sollinger Sandstein) weitgehend erhalten. So wurde, im Gegensatz zu anderen zeitgenössischen Kirchenbauten Hannovers, der ursprüngliche historische Raumeindruck nicht durch moderne Einbauten zerstört. Die Orgel wurde im Jahr 1881 angeschafft, 1927 grundlegend umgebaut und 1979 erneuert. Bei einer Renovierung des Chorraumes wurden 1990 im Gewölbe Rankenornamente von 1881 und Malereien aus dem Jahr 1901 freigelegt und restauriert.

Weitere Erlöserkirchen-Karten

Zions-Kirche u. Pfarre | 08.03.1912

Einem Antrag des Kirchenvorstandes vom 31. Januar 1950 auf Rückbenennung in Zioniskirche beim Landeskirchenamt wurde nicht entsprochen. So ist der Name Erlöserkirche geblieben. Seit 2002 trägt die Kirche den Titel Gospelkirche. Die Gemeinde pflegt ein kirchenmusikalisches Schwerpunkt- programm mit regelmäßigen Gospel-Gottesdiensten.

Kath. St. Godehard-Kirche (St. Godehardikirche)

Im Jahr 1872 wurde vom Bistum Hildesheim festgelegt, dass in Linden eine katholische Kirche gebaut werden sollte. Durch den im selben Jahr gegründeten St. Bonifatius-Verein wurde der Bau der katholischen St. Godehardi-Kirche an der Posthornstraße ermöglicht. Als Architekt wurde ein Schüler Conrad Wilhelm Hases namens Christoph Hehl (1847-1911) beauftragt. Nach nur zwei Jahren waren die Baumaßnahmen abgeschlossen, und die Kirche konnte am 4. Oktober 1874 eingeweiht werden.

Ab jetzt hatte Linden eine eigene katholische Kirche. Benannt zu Ehren des heiligen Bischofs von Hildesheim in St. Godehard-Kirche. 1878 wird in der Kaplanstraße 26 die Volksschule Kaplanstraße (katholische Godehardischule) eröffnet. Im Jahr 1887 wird die katholische öffentliche Bücherei im Gemeindehaus als Borromäus-Bibliothek in der Posthornstraße, zu der damals rund 4000 Katholiken gehörten, gegründet. Seit 1893 gab es das St. Godehardstift am Allerweg 7-9. Heute befindet sich hier der Treffpunkt Allerweg, der seit 1977 im Besitz der Landeshauptstadt Hannover.

       

      Das neue Kathol. Arbeitervereinshaus | 29.12.1915            Gruss aus Linden St. Godehardikirche | 28.07.1902

In der St. Godehard Gemeinde wurde am 29. Januar 1879 der Katholische Arbeiterverein gegründet. Dieser entwickelte sich aus einem Gesangsverein und wurde unter dem Namen St. Godehard ins Leben gerufen. Der St. Godehards-Verein erbaute 1904 das neue Katholische Arbeitervereinshaus, im Volksmund „Katholischer Bahnhof" genannt, in der Konkordiastraße 14 a. Hier gründete Hans-Günther von Klöden (1907-1986) kurz nach dem Zweiten Weltkrieg die Hannoversche Schauspielschule. Sie fand bald ein neues Zuhause im Ricklinger Edelhof. Die Schule, bei der namhafte spätere Schauspielstars in der Ausbildung waren bespielte auch die Bühne der Kammerspiele Hannover, in der Kurt-Schumacher-Straße 10, ehemals Mellini-Theater.

       

             St. Godehard-Stift (Allerweg 7-9.) | 1926                         Krankensaal d. Inneren Station | 08.11.1928

Bei einem Bombenangriff am 8. Oktober 1943 wurde die St.-Godehard-Kirche bis auf die Grundmauern zerstört, dabei fiel auch das Gemeindehaus mit der Bücherei den Bomben zum Opfer. Der Arbeiterverein und die Schule waren schon 1939 von den Nationalsozialisten verboten und aufgelöst worden. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Kirche. Die Kirchweihe und die Neugründung der Katholischen Arbeiterbewegung in Linden fanden am 13. August 1950 statt.

Die Karnevalsgesellschaft "Blau-Weiß Linden" von 1965 e.V., die Lindener Narren, wurden 1965 in der St. Godehard-Gemeinde gegründet und sind einer der populärsten Karnevalsvereine im norddeutschen Raum. Die zweitälteste katholische Kirche in Hannover wurde bis August 2008 renoviert. Die Sanierungsarbeiten des Kircheninnenraumes beliefen sich auf 120.000,- €. Im November 2011 wurde das 125-jährige bestehen der Bücherei gefeiert.

Weitere St. Godehard-Kirchen Karten

Kath. St. Benno-Kirche

Die katholische St. Benno-Kirche wurde in den Jahren 1901/02 an der heutigen Offensteinstraße errichtet. Die Offensteinstraße ist nach dem Pfarrer Wilhelm Offenstein (1889-1964) benannt, Offenstein war von 1928 bis 1936 Pfarrer in St. Benno.

Als Architekt wurde ebenfalls der Conrad Wilhelm Hase Schüler Christoph Hehl beauftragt. Die Kirche ist als eine dreischiffige Gewölbebasilika in frühgotischer Form entworfen. Auffällig ist die statt eines Turms aufgeführte Ostfassade, mit Eingangs- halle, die, die Formen von Westwerk und Dachreiter vereinigt.

Da der katholische Bevölkerungsteil der Stadt Linden seinen kirchlichen Mittelpunkt in der Pfarrei St. Benno (St. Benno-Kirche) hatte, wurde um das Gemeindeleben intensiver zu gestalten, bald der Wunsch laut, eine Schwesternstation mit Altersheim, Kinderbewahrschule und eine Nähstube einzurichten. Die Ausführung des Planes übernehmen die Schwestern des hl. Vincenz von Paul. Ihr Mutterhaus im Bistum Hildesheim erwirbt neben der neuen Kirche ein Grundstück, dessen Bebauung im März 1903 beginnt. Schon im Jahr 1904 ist das Haus fertig und bekommt den Namen St. Josephstift.

Weitere St. Benno und St. Josephstift-Karten

St. Bennokirche und Schule | 30.06.1938

Im Jahr 1908 wurde eine Konfessionsschule (katholische Bürgerschule) in der St. Benno Pfarrei eingerichtet.

Im September 2010 wurden die Gemeinden Christkönig in Badenstedt, Maria Trost in Ahlem, St. Benno in Linden-Nord und St. Godehard in Linden-Mitte/Süd zu einer Großgemeinde fusioniert mit über 10.000 Gemeindemitgliedern.

Der Pfarrer Wilhelm Offenstein (1889-1964)

Der Pfarrer Wilhelm Offenstein wurde am 2. Juli 1889 in Linden geboren. Während der Zeit der Weimarer Republik begann er sich verstärkt politisch zu betätigten. Als Forum diente ihm dabei die katholisch geprägte Zentrumspartei. 1928 wechselte er auf Wunsch seiner Bistumsleitung als Pfarrer für die Industriearbeitergemeinde St. Benno nach Linden, wo sein besonderes Interesse der Bildungs- und sozialkaritativen Arbeit galt. Er war von 1928 bis 1936 Gemeindepfarrer in St. Benno.

Mit der Reichstagswahl vom 14. September 1930 zog Offenstein als Kandidat der Zentrumspartei für den Wahlkreis 16 (Südhannover-Braunschweig) für knapp drei Jahre in den Reichstag ein. Nachdem sein Mandat bei den folgenden drei Reichstagswahlen bestätigt wurde, gehörte er dem Reichstag drei Jahre lang bis 1933 an. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung geriet Wilhelm Offenstein aufgrund seiner früheren Tätigkeit in der Zentrumspartei, sowie aufgrund der anonymen Diffamierung jüdischer Abstammung zu sein, in die Schusslinie der Nazis. Er galt als entschiedener Hitler-Gegner, was auch aus seinen Predigten deutlich herauszuhören gewesen sein soll. In den Jahren bis 1945 sah sich Wilhelm Offenstein anhaltender Gängelungen und Schikanen ausgesetzt. Seine Ernennung zum Regens des Priesterseminars im Jahr 1935 wurde infolgedessen von staatlicher Seite verhindert. Als Nachfolger des wegen angeblicher Devisenvergehen verhafteten Otto Seelmeyers (1877-1942) wurde Offenstein vom Bischof Joseph Machens (1886-1956) am 14. März 1936 zum Generalvikar der Diasporadiözese Hildesheim ernannt. Im selben Jahr wurde er außerdem zum Domvikar in Hildesheim berufen.

In Anerkennung seiner Leistungen wurde er 1942 mit dem Titel eines Ehrendomherren bedacht und von Papst Pius XII. (1876-1958) zum päpstlichen Hausprälaten ernannt – die Ernennung zum Domkapitular war zuvor, 1940, von der deutschen Regierung verhindert worden. Wilhelm Offenstein wurde für seine Lebensleistung unter anderem mit der Medaille des Landes Niedersachsen und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nach seinem Tod am 26. Februar 1964 wurde er auf dem St. Annen-Friedhof am Dom zu Hildesheim beigesetzt. Die Offensteinstraße wurde nach ihm benannt.

Der Pfarrer Otto Bank (1900-1983)

Otto Bank wurde am 22. August 1900 in Achtum bei Hildesheim geboren. Er war von September 1943 bis 1968 Pfarrer in der katholischen St. Benno Kirchengemeinde. Otto Bank wurde am 17. März 1938 in seiner damaligen Gemeinde St. Godehard in Hildesheim aufgrund einer Denunziation von der Gestapo (Geheime Staatspolizei) Hildesheim verhaftet. Danach wurde er in das Gerichtsgefängnis Hildesheim, wo er bis Oktober 1938 in Untersuchungshaft blieb gebracht. Nach weiterer U-Haft im Polizeigefängnis Hannover verurteilt ihn das Sondergericht Hannover im Sommer 1939 wegen Vergehens gegen das sog. Heimtückegesetz, da er sich gegen den Anschluss Österreichs geäußert hatte, zu einer einjährigen Gefängnisstrafe. Die Haft verbüßte Otto Bank im Gerichtsgefängnis Hannover. Nach seiner Haftentlassung im September 1940 setzte sich die Gestapoüberwachung gegen ihn über mehrere Jahre mit schikanösen Freiheitseinschränkungen fort.

Nach dem Krieg baute Otto Bank unter Aufsicht der Britischen Militärregierung eine Caritas-Hilfs-Organisation auf und integriert freie Wohlfahrtsverbände. Als Unitas-Mitglied gelang es ihm finanzielle Hilfen, aber auch Unterkünfte und freie Verpflegung in seiner Gemeinde zu organisieren. Im Februar 1947 wird ihm das Bundesverdienstkreuzes II. Klasse verliehen. Am 15. Januar 1959 wird er zum ersten Dechanten des neu errichteten Dekanates Hannover-Linden ernannt, das er ab Februar 1959 leitet. Am 30. September 1968 verlässt Dechant Otto Bank die St. Bennogemeinde und geht in den Ruhestand. Am 12. Oktober 1983 stirbt Otto Bank. Er wird in Wesseln bei Bad Salzdetfurth beigesetzt.

Mehr über Otto Bank: Dem Nationalsozialismus widerstanden - von Heide Kramer

Ev.-luth. St. Martinskirche

Die St. Martinskirche ist die älteste Kirche Lindens, wobei nur der Kirchturm den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt überstanden hat. Die erste Kirche entstand bereits vor 1285. Sie bildet jahr- hundertelang den Mittelpunkt des bäuerlichen Lebens. Laut Urkunden ist 1285 das Pfarramt errichtet worden. Es ist wahrscheinlich, das schon vor diesem Zeitpunkt eine kleine Kapelle in Linden vorhanden war.

 Ab 1728 ersetzte eine neue Kirche den ersten Kirchenbau. Die alte Lindener Kirche, die der gesamten Gemeinde ein halbes Jahrtausend gedient hatte, wurde wegen Baufälligkeit und Enge abgerissen, und danach durch einen barocken Saalbau ersetzt. Aus dem alten Kirchengebäude wurden nur der Taufstein von 1647, zwei Ölgemälde sowie die beiden Glocken übernommen.

St. Martinskirche

Im Stil der von ihm begründeten Hannoverschen Schule begann der Baumeister Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) im Herbst 1853 den neogotischen Turmaufsatz für die Kirche, den unter anderem Georg Egestorff (1802-1868) finanzierte umzubauen. Der Sockel darunter wurde nur ausgebessert, die Galerie am Turmaufsatz ist von einem Eisengitter umgeben. Am 27. Juli 1854 wurde der Turmaufsatz eingeweiht.

Die Kirche wurde in der Nacht zum 22. September 1943 bei einem Luftangriff durch eine Luftmine zerstört, nur der Kirchturm blieb unbeschädigt. Von dem ehemaligen Dorffriedhof um die Kirche sind nur noch die beiden Gräber von Johann und Georg Egestorff erhalten. Der heutige Neubau des Langhauses wurde 1953 unter der Leitung des Architekten Dieter Oesterlen (1911-1994) begonnen und 1957 fertiggestellt.

In Westrhauderfehn (Ostfriesland Landkreis Leer) steht eine Kopie des St. Martinskirchturms. Die Ev.-luth. Hoffnungskirche in Westrhauderfehn wurde 1848 eingeweiht, allerdings hatte sie zunächst noch keinen Turm. Er wurde 1886 fertig gestellt, mit seinen 52 m ist er der höchste Kirchturm in Ostfriesland.

Weitere St. Martinskirchen-Karten

Die Martinskirche | 08.08.1941

Ev.-luth. Hoffnungskirche in Westrhauderfehn

Das Gertrud-Marien-Heim

Das Gertrud-Marien-Heim wurde von 1910 bis 1911 an der Badenstedter Straße 37 errichtet. Das Vereinshaus für den evangelischen Arbeiterinnenverein, diente als Abendheim, als Ersatz für das 1898 in Linden gegründete Abendheim für Fabrikarbeiterinnen zu Linden. Später kam noch eine Diakoniestation hinzu. Die St. Martinsgemeinde unterstütze die Kinderbetreuung. Der Name Gertrud-Marien-Heim geht auf die beiden Gründerinnen Gertrude Kühnemann und Marie Körting zurück. Der Verein nahm junge, vom Land kommende, allein stehende Fabrikarbeiterinnen und Mütter mit ihren Kindern auf, um ihnen die Christlichen werte zu vermitteln. Im 1. Stock befanden sich die Vereinsräume für gemeinsame Mahlzeiten, Näh- und Kochkurse, sowie die Bibelarbeit. Im Erdgeschoss wurden in einer Warteschule rund 100 Kinder betreut.

Den Ersten Weltkrieg überstand der Verein gut. Ab 1920 übernahm die Kirchengemeinde, die Mitträgerschaft für das Heim und den Verein. Die Weltwirtschaftskrise überstand der Verein nicht. Das Gebäude wurde deshalb der St. Martins Kirchengemeinde geschenkt. Die anderen Kinderbetreuungseinrichtungen in Linden wurden aus Geldmangel geschlossen. Die Kirchengemeinde führte den Kinderhort aber weiter. Während der Zeit des Nationalsozialismus blieb die Einrichtung, im Gegensatz zu vielen anderen Kindergärten und Schulen, von Verstaatlichungsbemühungen der Nationalsozialisten verschont. Nach Kriegsende setzte der Kindergarten im zum Großteil zerstörten Gertrud-Marien-Heim, in Trägerschaft von St. Martin seine Arbeit fort.

Am 28. November 1946 zog das Johann Strauß-Theater in den provisorischen Gemeindesaal der St. Martinskirchengemeinde, im Gertrud-Marien-Heim ein und führte dort Operetten auf. Am 8. September 1946 trat hier, im Rahmen einer Tournee, erstmalig Heinz Erhardt (1909-1979) in Hannover auf. Am 30. Juli 1948 lief der Pachtvertrag mit dem Gertrud-Marien-Heim aus. Es wurde aber noch bis zum 31. März 1949 weiter gespielt.

Weitere Lindener Gemeinden

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Linden

Die Anfänge der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Linden (Baptistengemeinde Linden) reichen bis in das Jahr 1880 zurück. Am 1. August 1897 fassten die Mitglieder der Gemeinde Linden schließlich den Entschluss, eine selbständige Gemeinde im Bund der Baptistengemeinden Deutschlands zu werden. Die eigentliche Gemeindegründung erfolgte am 24. Oktober 1897.

Die Lindener Synagoge

Bis 1892 trafen sich die Lindener Juden in der Hohe Straße 14 a. Dort gab es einen Saal der ihnen als Synagoge diente. Die Vereinigung mit der Synagogengemeinde Hannover erfolgte nach einjähriger Vorbereitung. Am 30. April 1892 wurde mit der Übergabe der Thorarollen an die Gemeinde in Hannover der Zusammenschluß vollzogen. Nach einem Umbau wurde der Saal am 22. Mai 1892 durch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Linden übernommen und eingeweiht. Auf dem Grundstück in der Hohe Straße steht das heutige Gemeindehaus der Baptistengemeinde Linden.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
100 Jahre Erlöserkirche Hannover-Linden. Zionskirche zu Linden 1880-1980
Diakonie und Diakonisse: Beiträge zur Rolle der Frauen in kirchlicher sozialer Arbeit
Christine Stichternath | Blumhardt Verlag | 1995
Form und Stil. Neuromanik in Hannover und ihre mittelalterlichen Vorbilder
Stefanie Lieb und Dr. Stefan Amt | Wissenschaftliche Buchgesellschaft | 2001
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th.Schäfer 2. Heft Hannover | 1910
Linden, Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II. | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden, Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann
August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nach dem Krieg war immer Theater | Horst Deuker | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2010
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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