Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Die ersten Gaslaternen für Linden am 13. April 1854 | Der Rabatt-Spar-Verein Linden

Zahlreiche in den Lindener Fabriken beschäftigte Arbeiter ließen sich seit den Egestorffschen Gründungen in Linden nieder. So entstanden zwischen 1840 und 1862 mehrere neue Straßen. 1840 die Behnsen- und Charlottenstraße, 1852 und 1862 die Diekbornstraße, Fortunastraße, Großkopfstraße, Haspelmannstraße, Konradstraße, Viktoriastraße, und die Wesselstraße. An Stelle der Straßenbeleuchtung durch wenige Öllampen trat am 13. April 1854 die Gasbeleuchtung. Also genau vor 160 Jahren!

Hier sieht man Laternen in der Ricklinger-
und Deisterstraße | 27.07.1917

Blick von der Ihmebrücke auf die Gasanstalt ca. 1920

Die Englische Imperial Continental Gas Assoziation (ICGA) legte von der Gasanstalt an der Glocksee in Hannover auf eigene Kosten ein Hauptgasrohr über die Ihme-Brücke, in die Blumenauer Straße, Deisterstraße, über die Falken- und Posthornstraße bis zur Weberstraße. Die Lindener Gemeindeverwaltung verpflichtete sich, für die nächsten 20 Jahre nur das Gas von der Englischen Gesellschaft zu Hannover, zu nehmen und in den betreffenden Straßen keiner anderen Firma die Erlaubnis zur Errichtung oder Übernahme der Beleuchtung zu erteilen. Zunächst wurden 40 Straßenlaternen aufgestellt, eine Zahl die schon in den nächsten sechs Jahren auf 64 Straßenlateren in Linden erhöht wurde.

Der Haushalts-Verein, Konsum-Verein und Rabatt-Spar-Verein Linden

Der Haushalts-Verein Linden, auch Konsum-Verein und/oder Rabatt-Spar-Verein Linden genannt, war ein 1885 gegründeter, eingetragener Verein. Am 1. Oktober 1885 wurde die zweite Geschäftsstelle. in der Elisenstraße eröffnet. Es gab Filialen in der Charlottenstraße 5 (Verkaufsstelle 5.), Deisterstraße 5 und in der Davenstedter Straße 8. Das genossenschaftliche Unternehmen kaufte 1900 die Grundstücke 19. und 20. in der Kochstraße. Die Geschäftsstelle 2. in der Elisenstraße wurde daraufhin aufgegeben und in die Kochstraße verlegt.

Die Verkaufsstellen führten Kolonialwaren, Manufakturwaren, Fußmatten, Besen, Glas- und Porzellanwaren.

Haushalts-Verein Linden Verkaufsstelle 5. (Charlottenstraße 5.)

Haushalts-Verein Linden | 24.02.1910
(Davenstedter Straße 8.)

Am 18. Juni 1900 trat das Warenhausgesetz in Kraft. In Preußen hatten entsprechend dem preußischen Warenhausgesetz vom 18. Juni 1900 alle Handelsunternehmen, die mehr als zwei von vier willkürlich bestimmten Warengruppen anboten und über 400 000 RM umsetzten, eine nach Umsatz gestaffelte Zusatzsteuer zu entrichten. Um sich die durch das Gesetz entstandenen hohen Steuern zu sparen, verkaufte der Rabatt-Verein ab 1901 keine Bedarfsartikel mehr. Es wurden nur noch Kolonialwaren angeboten. Der Verkauf an Nichtmitglieder war laut Genossenschaftsgesetz von 1897 bei hoher Strafe verboten. Nur die organisierten Konsumenten konnten in den Geschäften günstiger einkaufen. Die Mitglieder des Haushaltsvereins erhielten auf ihren Einkauf am Jahresende eine Dividende von 3 %. Später verteuerten sich die Waren so sehr das die Kunden ausblieben.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Hannoversche Geschichtsblätter
13. Jahrgang Zweites Heft | Seite 133–134 Druck und Verlag Th. Schäfer | 1910
Wir aus der Kochstraße. Die Geschichte einer Straße im Arbeiterstadtteil Linden in Hannover. - Landeshauptstadt Hannover, Freizeitheim Linden (Hrsg.) | 1986
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Die ersten Gaslaternen für Linden am 13. April 1854 - Veröffentlicht auf hallolinden.de am 13. April 2006