Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2010
Der Von-Alten-Garten
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Von-Alten-Garten | Brüningstein | Von-Alten-Allee

Von-Alten-Garten | Von-Platen-Garten

Die große Gartenanlage hat sich aus dem seit dem 13. Jhs. bestehenden Gut Linden der Familie von Alten entwickelt, das rund 56 Hektar Land, Jagdrecht, Gerichtsbarkeit und verschiedene Zehnte umfasste. 1688 verpachtete die Familie von Alten aus wirtschaftlichen Gründen das Gut für 12000 Reichstaler an Ernst Franz von Platen (1631-1709).

Franz-Ernst von Platen war Hofmarschall bei Herzog Ernst August (1629-1698) von Hannover. Er benötigte ein Rittergut für einen Sitz im Landtag und schloss einen zeitlich beschränkten Nutzungsvertrag über das Von-Alten-Gut ab.

Als ihm das 1689 zum angestrebten Titel als Reichsgraf und Premierminister verhalf, baute er das Gut aus. Daraus entwickelte sich die Ansiedlung Neu-Linden mit verschiedenen Einrichtungen, wie Meierei, Ziegelei, Ölmühle. Reichsgraf von Platen ließ auf seinem Grundstück, nach dem Kauf zusätzlicher Höfe im Jahr 1692 den etwa 7 Hektar großen Von-Alten-Garten als französischen Barockgarten mit Lustschloss anlegen.

Zum Barockgarten gehörten Wasserbassins mit Fontänen, Obstwiesen, Heckenbosketts, Nutzgärten, Teiche mit Fischzucht sowie Schwänen, Orangerie und Tiergarten. Die Anlage machte sogar den Königlichen Gärten in Herrenhäuser Konkurrenz.

Gräfl. von Alten Linsingenscher Park Linden | 24.02.1910

Nach dem Tod von Franz-Ernst von Platen 1709 ließ die Pflege des Gartens nach. Sein Sohn Ernst August ließ 1718 den Garten, der zu dem Zeitpunkt eine weit größere Ausdehnung als heute hatte, mit einer vier Meter hohen Mauer umgeben. 1728 war laut Vertrag die Rückgabe des Gartens an die Familie von Alten fällig. Dies führte zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten.

Durch den Streit wurde die aufwendige Gartengestaltung aufgegeben, und die Anlage ab 1800 zu einem englischen Landschaftsgarten umgewandelt; diese Gartenform hat die Gartenanlage noch heute. Anfang des 19. Jhs. ging der Garten wieder in den Besitz der Familie von Alten über. Ab etwa 1830 drängte die Entstehung von Industriebetrieben im aufstrebenden Dorf Linden die Grünanlage zurück. Erst 1927 verhinderte eine Unterschutzstellung des Schlosses und des Gartens den weiteren Verkauf von Teilen der Gartenanlage.

von Alten`s Gut - Herrenhaus | 27.08.1913

Im April 1945 wurde das aus Holz errichtete Schloss bei einem amerikanischen Luftangriff von einer Brandbombe getroffen. Das Schloss brannte bis auf das steinerne Fundament ab. 1961 erwarb die Landeshauptstadt Hannover eine sechs Hektar große Fläche des Gartens, um ihn der Bevölkerung als öffentlichen Park zugänglich zu machen. Ein Teil des Gartens ging beim Bau des Westschnellwegs verloren, welcher heute hindurchführt. Parallel zum Westschnellweg ist ein längeres Stück der Umfassungsmauer aus dem Jahr 1718 mit einer Toröffnung zur Wachsbleiche erhalten geblieben. Hier wurde das gelbliche Bienenwachs in Bändern ausgelegt und unter Einwirkung des Sonnenlichts gebleicht.

Im Park entstanden Einrichtungen, wie die Integrierte Gesamt Schule Hannover-Linden (IGS), der Spielpark Linden, 1966 eine Kindertagesstätte der AWO und ein Kinderspielplatz. Seit 1982 plätschert auf dem kleinen Vorplatz, an der Posthornstraße ein Brunnen, mit den beiden stilisierten Bäumen aus Stahl soll er Kraft, Ausdauer, Natur und Geduld symbolisieren. Geschaffen wurde der Brunnen von Bernd Schlender.

Portal des Gräfl. von Alten-Linsingen... | 14.03.1913

Gärtnerei im v. Alten`schen Garten... | 20.09.1906

Im v. Alten`schen Garten | 04.03.1914

Blick auf den Lindener Berg (Garten) | 15.05.1911

Von Alten-Denkmal (Am Waterlooplatz) | 15.03.1909

1997 verkaufte die Familie von Alten den ehemaligen und bis dahin unzugänglichen Parterregarten des Schlosses an die Stadt Hannover. Daraus entstand zur EXPO 2000 ein ruhiger Parkabschnitt von 1,5 Hektar Größe. Dort befinden sich der frühere Schlossstandort mit der erhaltenen Terrassenanlage und die Grotte, mit erhaltenen Originalskulpturen von Flussgottheiten. In dem Gartenbereich ist alter Baumbestand von etwa 250 Jahren vorhanden. Zur Förderung des Von-Alten-Garten hat sich 2001 der Förderverein Von-Alten-Garten e.V. gegründet. Der Verein setzt sich besonders für die Erhaltung und Entwicklung des historischen Gartens ein.

Brüningstein

 

Rechts vor dem Torhaus am Von-Alten-Garten findet man den um 1890 aufgestellten Brüningstein (Brüningskreuz). Dieser Kreuzstein soll an eine blutige Fehde zwischen dem Edelmann Brüning von Alten und dem Ritter Brant von Haus im 15. Jhs. erinnern. Der echte Brüningstein ist vermutlich im 17. Jhs. verschollen. Vermutlich war der Kreuzstein, einer der Steine, die die ehemalige Gerichtsstätte am Ihme-Ufer, im Zuge des Calenberger Steinweges markiert haben.

Auf dem Brüningstein ist eine lateinische Inschrift zu lesen, die zu deutsch heißt: Der edle Herr Brüning von Alten ist gefallen am 20 Oktober 1413.

Wegen eines Jagdfalken entzweiten sich die früher eng befreundeten Ritter. Im Kampf besiegte Brüning von Alten seinen Gegner. Er wurde darauf hinterrücks von dessen fünf Knappen erschlagen.

Gräfl. von Alten-Linsingen`scher Park mit Brüning-Stein
03.01.1919

Von-Alten-Allee

Die Von-Alten-Allee wurde um 1700 als Zugang zum Gräflich-von-Alten-Gut des Reichsgrafen von Platen angelegt. Die Allee hieß zwischenzeitlich auch „Pappel-Allee“. Sie liegt zwischen der Deisterstraße und der Posthornstraße

        

        Eingang zum v. Alten`schen Garten | 31.12.1903                               v. Alten-Allee | 30.09.1911

        

        Haus Hillenkamp von Alten - Allee 2. | 31.12.1909                             von Alten-Allee | 18.08.1903

Weitere Von-Alten-Allee | Von-Alten-Garten Karten

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover II | Provinzialverwaltung | Verlag T. Schulzes Buchhandlung | 1902
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft Hannover | 1910
Hannoversche Geschichtsblätter | Band 13 Heft 1/2 | Druck und Verlag Hahnsche Buchhandlung | 1959
Linden, Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Stadtarchiv Hannover
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