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Die Geschichte des Lindener Marktplatz
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Um das Lindener Marktplatz | Neues Rathaus-Archiv
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Archiv - Lindener Marktplatz | Neues
Rathaus
Der Lindener Marktplatz ist das lebendige Herz der
ehemaligen Stadt Linden.
Die Lindener fühlten sich schon lange vor dem
Jahr 1885 als Städter und nicht unbedingt als Dorfbewohner, hatte
der Ort Linden zwischen dem Lindener Berg und dem Fluss Ihme
gelegen, doch stets seinen eigenen Charakter, der sich zuweilen
doch deutlich von den Bauerndörfern in seiner Umgebung abhob. Das
Dorf Linden hatte zwar pünktlich zur Stadterhebung am 01. April
1885 ein Rathaus an der Ricklinger- Ecke Deisterstraße erhalten, so
fehlte aber der Stadt Linden doch ein richtiger Mittelpunkt, eben
ein Marktplatz. Ein Jahrzehnt später legte man den „Marktplatz"
(Abb. 1), zu dieser Zeit hieß der „Lindener Marktplatz" nur
„Marktplatz" zwischen Falken- und Davenstedter Straße, allerdings
gegen den größten Widerstand der dort ansässigen Bauern an. Die
ganze Anlage war im dicht bebauten Kern des alten Dorfes geplant.
Nur durch ein Enteignungsverfahren gelang den Bebauungsplan
durchzuführen. Große Teile des ursprünglichen Dorfes Linden wurden
abgerissen und damit veränderte sich das Bild Lindens
erheblich.

Marktplatz |
31.12.1899 (Abb.
1)
Neues Rathaus | 31.12.1912 (Abb. 2)
Da das Rathaus in der Ricklingerstraße zu klein
geworden war, Linden hatte nun schon fast 50.000 Einwohner schrieb
der Lindener Magistrat 1896 einen Wettbewerb für ein „neues
Rathaus" (Abb. 2) aus. Dieses neue Rathaus sollte ein echter
Mittelpunkt Lindens am neuen Marktplatz werden. Bis zum 31. Oktober
1896 lagen 35 Entwürfe für das neue neogotische Rathaus vor. Da man
sich nicht zu einem ersten Preis entschließen konnte, vergab man
zwei zweite Preise an Emil Seydel aus Halle a. d. Saale und Emil
Lorenz aus Hannover. Emil Seydel entwarf die Pläne, da man der
Meinung war, dass Seydels Entwurf den Charakter des „Norddeutschen
Rathauses" am besten zum Ausdruck bringe. Emil Seydel starb mit 27
Jahren am 18. Mai 1898 an einem Gehirnschlag. Das Lindener
Stadtbauamt unter der Leitung des Stadtbaumeisters Georg Fröhlich
(1853-1927) führte bis zum Jahr 1899 für 495.000.00 Mark den Neubau
aus.
An der Ecke Niemeyer- und Posthornstraße stand
das prunkvolle „kaiserliche Reichspostamt", (Abb. 3), das große
Backsteingebäude wurde ebenfalls in der Zeit von 1897-1898 erbaut.
Den ersten Entwurf für das Postamt in Linden lehnte Kaiser Wilhelm
II (1859-1941) mit der Begründung ab: Die Front des Gebäudes sieht
ihm nicht gotisch genug aus und sticht ab gegen den schön, streng
gehaltenen Giebel. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark
beschädigt und später abgebrochen. Heute steht dort das Postgebäude
der Deutschen Post aus dem Jahr 1962.

Postamt |
26.08.1918 (Abb.
3) Hannah
Arendts Geburtshaus | 09.05.1917 (Abb. 4)
Die meisten Häuser am Lindener Marktplatz sind
Backsteinbauten aus den Jahren um 1900. In dem großen Eckhaus
„Lindener Marktplatz 2" (Abb. 4) ist die jüdische Schriftstellerin
Hannah Arendt am 14. Oktober 1906 geboren (eine Hinweistafel
erinnert dort an die berühmte Lindenerin). 1933 müsste Hannah
Arendt vor den Nazis über Frankreich nach New York in die USA
flüchten, seit 1937 war sie staatenlos und bekam erst 1951 die
Staatsbürgerschaft der USA. Hannah Arendt war unter anderem als
Historikerin, Journalistin und Hochschullehrerin tätig, außerdem
veröffentlichte Hannah Arendt wichtige Beiträge zur politischen
Philosophie. Gleichwohl lehnte sie es stets ab, als eine
„Philosophin” bezeichnet zu werden, auch der Begriff „politische
Philosophie” gefiel ihr nicht, sie bevorzugte „politische Theorie”.
Hannah Arendt starb am 04. Dezember 1975 in New York City.
An der Nordspitze, Davenstedter Straße
4 befindet sich noch die Villa des Senators Heinrich Stephanus aus
dem Jahre 1863, nach dem Fabrikant und Senator Stephanus wurde,
auch die Stephanusstraße, gleich nebenan benannt.
Der erste regelmäßige Wochenmarkt in
Linden fand am 18. August 1883 neben dem alten „Alten Rathaus"
(Abb. 5) an der Ricklinger- Ecke Deisterstraße statt. Der heutige
Wochenmarkt, der jeden Dienstag und Samstag in der Zeit von 8.00
Uhr bis 13.00 Uhr stattfindet, wird vom „Lindener Nachtwächter"
(Abb. 6) bewacht, ausgestattet mit einer Hellebarde, Laterne und
Signalhorn, zu seinen Füßen ein treuer Hund.

Altes Rathaus Ricklinger- Deisterstraße |
27.07.1917 (Abb.
5)
Marktplatz| 23.01.1915 (Abb. 6)
Eigentlich sollte die Bronzestatue des
Berliner Bildhauers Hans Dammann (1857-1942) auf dem Holzmarkt in
der Altstadt Hannovers aufgestellt werden. Dort entschied man sich
aber für ein anderes Modell. Der Lindener Magistrat erwarb auf
Anraten des Senators Heinrich Stephanus die Figur, mit Hilfe des
Lindener Bürgerverein von 1883 und einer Spende des Senators in
Höhe von 5000 Reichsmark konnte die Bronzestatue den Hannoveranern
abgekauft werden. Am Samstag den 20. September 1896 wurde das
Denkmal feierlich enthüllt. Zwei Jahre später, 1898 wurde die
Laterne elektrisch beleuchtete. 1914 wurde der Brunnenanlage
nochmals um einige Meter in Richtung neues Rathaus verschoben.
Während des 2. Weltkrieges wurde der Nachtwächter eingezogen und
sollte eingeschmolzen werden, kehrte jedoch 1949 unbeschadet aus
Hamburg zurück und wurde am 25. Mai 1950, allerdings ohne die
Symbole der Nacht, wie Kater und Fledermaus wieder auf dem
Marktplatz aufgestellt. Am 01. April 1910 feierte die Lindener
Bürgerschaft auf dem Marktplatz „25 Jahre Stadt Linden" (Abb. 7)
nur zehn Jahre später am 01. Januar 1920 ist Linden ein Stadtteil
von Hannover. Ein im Lindener Rat einstimmig angenommener
Eingemeindungsbeschluss erhielt in Hannover eine knappe Mehrheit,
so war es vorbei mit der Selbstständigkeit.
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Zum Lindener Marktplatz gehören natürlich auch die
„Eleonorenschule", in der sich heute das ELO18 Dienstleistungs und
Gewerbezentrum befindet, sowie die „Pestalozzi Schule" heute Grundschule am
Lindener Marktplatz. (Abb. 8)

Altes Rathaus 1885 1 April 1910 Neues
Rathaus Pestalozzi
Schule | Grundschule am Lindener Markt 25
Jahre Stadt Linden | 03.04.1910 (Abb.
7)
(Abb. 8) © Jürgen Wessel | Hannover-Linden
Die ehemalige Eleonorenschule steht nur 50 Meter vom
Lindener Markt entfernt in der Eleonorenstraße 18. Das sehr schöne
Backsteingebäude wurde 1883 vom Maurermeister Heinrich Köhler entworfen und
hatte als Volksschule 14 Klassen, bis zum Sommer 2002 wurde in dem Gebäude noch
unterrichtet. Die Pestalozzi Schule (Grundschule am Lindener Markt) liegt auch
nur etwa 50 Meter vom Marktplatz entfernt in der Davenstedter Straße 14. Dieses
große Backsteingebäude wurde 1884 von Fritz Knust mit 24 Klassen und einer
Turnhalle errichtete. Im Jahr 2007 wurde die Schule komplett saniert. Außerdem
gab es da noch die „Volksschule" an der Badenstedter Straße 14, später
Friederikenschule (Abb. 9), heute Ihmeschule und das 1884 erbaute „Kaiserin
Auguste-Viktoria Gymnasium" in der Falkenstraße 19 (Abb. 10), heute trägt das
Gymnasium den Namen Helene Lange Schule.

Volksschule
- Badenstedter Straße (Abb. 9) Kaiserin
Auguste-Viktoria Gymnasium | 07.07.1901 (Abb. 10)
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Auch die Zeit des Nationalsozialismus ging nicht spurlos an
Linden und dem Lindener Marktplatz vorbei.
Obwohl sich das „Rote Linden" immer gegen die
Nazipropaganda gewehrt hatte wurde am 24. März 1936 um 20.00 Uhr auf dem
Marktplatz, auf einer 100 qm großen Leinwand der Propagandafilm FRIESENNOT
(Regie: Peter Hagen/1935) gezeigt. Die Lindener Bevölkerung war zu diesem
"ungewöhnlichen und einmaligen" Ereignis herzlich eingeladen. Damit "alle
Volksgenossen der kostenlosen Vorführung beiwohnen" konnten, wurde sie um 22.00
Uhr wiederholt. Wie viele Lindener dieser Einladung gefolgt sind, lässt sich nur
schwer recherchieren, weshalb über die Massenwirk- samkeit bei den Lindenern nur
spekuliert werden kann. Da aber der Großteil der Lindener, viele waren wie z. B.
Wilhelm Bluhm (1898-1942) Mitglied der Sozialistischen Front, die als eine der
größten Widerstandsbewegungen des dritten Reiches gilt, den Nationalsozialismus
ablehnte werden es wohl nicht viele gewesen sein.
Ab Oktober 1943 wurde auch Hannover bombardiert. Auch
Linden und der Marktplatz blieben von Bomben nicht verschont. Es fielen aber bei
weitem nicht so viele Bomben wie in der Innenstadt Hannovers, dadurch blieben
die meisten Wohnhäuser am Marktplatz stehen.
Das Lindener Rathaus aber wurde stark beschädigt und
erst 1955 zogen wieder einige Dienststellen der Stadt- verwaltung und die
Stadtbibliothek Linden in das, in den Jahren 1954/55 wiederaufgebaute
Rathaus mit seinem „modernen Marktflügel" ein (Abb. 11).
Am 10. April 1945 rückten die amerikanischen US-Truppen
von Limmer kommend, über die Limmerstraße in Linden ein. Am Marktplatz wurde ein
amerikanischer Militärposten eingerichtet. |
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Lindener Marktplatz ca. 1935

Lindener Marktplatz | 29.06.1965 (Abb. 11) |
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Nicht weit vom Lindener Marktplatz entfernt in der „Jacobstraße
10", (Abb. 12) befand sich das Büro von Dr. Kurt Schumacher (1895-1952).
Der Sozialdemokrat Schumacher musste die meiste Zeit des
Nationalsozialismus im KZ verbringen.
Am 16. März 1943 wird Kurt Schuhmacher als schwer- kranker Mann
nach Hannover entlassen, von hier aus beginnt Kurt Schumacher mit dem
Wiederaufbau der neuen SPD für die Westzonen, er meldet die SPD wieder als
Partei an und übernimmt schnell ihre Leitung.
Kurt Schuhmachers frühe Mitstreiter, Annemarie Renger
(1919-2008) und Egon Franke (1913-1995), wurden bundesweit einflussreiche
Politiker. |
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Jacobsstrasse | 22.07.1916 (Abb. 12) |
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Kneipen und Wirtshäuser gab und gibt es natürlich auch
heute noch am Lindener Marktplatz.
Neben dem „Neuen Lindener Ratskeller" (Abb. 13 u. 14), heute
„GIG", den wohl jedes Rathaus in Deutschland beherbergte befand sich an der Ecke
Eleonoren- und Heesestraße unweit des Marktplatzes der Gasthof zur „Sonne"
dieser Gasthof soll Lindens älteste Gaststätte gewesen sein, stand hier doch
schon 1563 der „Dorfkrug" und auch die „Goldene Sonne" wird bereits 1833
erwähnt. Seit 1996 befindet sich an gleicher Stelle, wenn auch in einem
Mehrfamilienhaus aus den 50er Jahren das Wirtshaus „...und der böse Wolf". Eine
andere Traditionsgaststätte hieß „Zum Holländer" Lindener Marktplatz 5
(allerdings damals noch unter Falkenstraße 59 Ecke Todtengang, da es den
Lindener Marktplatz ja noch nicht gab), danach bis April 2006 „Centrum", dann
„Bar Central" und nach einem Umbau heißt das Lokal nun wieder „Centrum", hier
trafen sich schon lange vor dem bau des Neuen Rathauses bei einem gewissen Herrn
Gustav Probst (bereits 1866 erwähnt) die niederländischen Flussschiffer, die
regelmäßig am Ihme-Ufer ihre Schiffe festmachten. Nach Gustav Probst kam der
Gastwirt Rabe und nach Wirt Rabe war 45 Jahre lang der Lindener Gastwirt
Heinrich Piepho hinter der Theke für das Bier zuständig.

Gruss vom Lindener
Ratskeller Inh. Henri
Vodegel Neuer
Lindener Ratskeller | 20.08.1926 (Abb.
14)
21.04.1900 (Abb. 13)
Die bekannteste und letzte Holländerwirtin bei der sich
dienstags und samstags auch die vielen Marktleute mit den Lindenern zum Bier
trafen war Hella Jacobsen. Frau Jacobsen hatte den Holländer 15 Jahre lang
betrieben. In dem ehemaligen Vereinslokal der Freihand Schützengesellschaft
Linden von 1906 e.V. gab es Hellas berühmte, hausgemachte Bratkartoffeln. Als
Frau Jacobsen bedingt durch Krankheit im Januar 1999 in den Ruhestand gehen
musste, war man am Lindener Marktplatz sehr traurig. Danach ging's aber unter
anderer Bewirtschaftung noch mal weiter. Bis dann doch für den Holländer
endgültig Schluss war. In der Stephanusstraße 3 (Abb. 15) befindet sich seit
über 50 Jahren, obwohl in keinem Telefonbuch zu finden, eine typische Kneipe für
Linden. Das „Stephanus Stübchen", es hat sich in den vielen Jahren nicht
verändert und doch, oder gerade deshalb immer seine Gäste gefunden. Am Lindener
Marktplatz 2 ist auch seit vielen Jahren das Spanische Restaurant „El Mercado"
Treffpunkt der Lindener.

Stephanusstr. und
Rathaus | 11.12.1910 (Abb.
15)
Lindener Marktplatz | 30.07.1961
Am 25. September 1954 zogen 282 Mitglieder, zum
50-jährigen Jubiläum der Schützengesellschaft Linden e.V. von 1904 mit Fackeln
durch unseren Stadtteil, anschließend fand unter sehr großer Anteilnahme der
Lindener ein Großer Zapfenstreich auf dem Marktplatz statt. Im gleichen Jahr
trafen sich die Vorsitzenden der Lindener Schützenvereine und beschlossen, in
Zukunft den gemeinsamen Marsch der Lindener Schützenvereine, vom Marktplatz zum
Neuen Rathaus in Hannover, um dort am alljährlichen Hannoverschen
Schützenausmarsch teilzunehmen. Im Jahr 1957 wurde der „Marktplatz" in „Lindener
Marktplatz" umbenannt, denn bis dahin hieß der Platz offiziell nur
Marktplatz.
Wer hat etwas aus den 1960er Jahren zuberichten?
*** 1960
In den frühen 70er Jahren war der wirtschaftliche
Niedergang Lindens nicht zu übersehen, und auch die Geschäfte am Lindener
Marktplatz spürten dies. Von 1971-1976 entstand, gegen den Widerstand der
Geschäftsleute vom Lindener Marktplatz und der Limmerstraße das „Ihme-Zentrum"
(Abb. 16). Bereits in den späten 60er Jahren wurde mit den Planungen für das
Ihme-Zentrum begonnen. 1972 fingen die Arbeiten auf Europas größter Baustelle
an. Der riesige Gebäudekomplex (Abb. 17 u. 18) entstand auf dem Gelände der
ehemaligen Mechanischen Weberei (Lindener Samt) und war mit zwei
Kaufhäusern, ca. 50 Einzelhandelsgeschäften, vier Banken, 11 Gaststätten,
einer Bowlingbahn, dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke AG, 800 Wohnungen,
einem Studentenwohnheim und im unteren Parkdeck mit ca. 2.300 Parkplätzen
eine eigene Stadt im Stadtteil. Leben, arbeiten und einkaufen in einem
zusammenhängenden Komplex war zu dieser Zeit groß in Mode, doch das hielt nicht
lange an, Mitte der 80er Jahre standen schon viele Geschäftsräume leer und das
Ihme-Zentrum wurde zu einem Problemfall. Unter dem Namen Linden-Park soll
voraussichtlich ab Frühjahr 2011 aus dem Ihme-Zentrum ein neues Einkaufszentrum
auf zwei Ebenen werden.

Hannover-Linden | Das Ihmezentrum
(Abb.
16)
Blick auf das Ihme-Zentrum (Abb. 17)
Im Jahr 1973 beginnt die Sanierung Lindens. Als erstes
wird Linden-Süd und danach, im Jahr 1976 auch Linden-Nord zum Sanierungsgebiet
erklärt. Linden-Mitte mit seinem Lindener Marktplatz gehört nicht dazu. Es gibt
am Marktplatz ja nur sehr wenig Arbeiterhäuser, und fast keine Bauten in
städtischem Besitz, die es zusanieren gab.

Blick auf das
Fernheizwerk und
Teilansicht
Moderne Wohnblocks in der Limmer-
des Ihme-Zentrums (Abb.
18)
Ecke Fortunastraße | 20.05.1983
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Wer hat etwas aus den 1980er Jahren
zuberichten?
Am 01. April 1985 jährt sich zum 100-mal die Verleihung
der Stadtrechte an Linden. Ohne die Eingemeindung Lindens nach Hannover hätte es
auf dem Lindener Marktplatz bestimmt eine große Party gegeben.
Im Juli 1985 wurde das Rathaus renoviert. Da Mitte der
50er Jahre das Gebäude auf dem noch vorhandenen Sockel, im gleichen Grundriss
wieder aufgebaut wurde und die Not der Nachkriegsjahre im Neubau an der
Marktplatzseite besonders sichtbar sind, die Raster- architektur steht im
krassen Gegensatz zu den alten Gebäudeteilen, bemühte man sich durch ornamentale
Holzarbeiten an den erhaltenen großen Fenstern, das Rathaus optisch ein wenig
aufzuwerten, um so etwas vom ursprünglichen neugotischen Charakter des alten
Gebäudes zurück Zugewinnen. |
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Hannover-Linden | 07.06.1982 |
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Der Verein Lebendiges Linden e.V. und
zahlreiche Geschäftsleute aus Linden-Mitte veranstalteten im Jahr
1993 auf dem Lindener Marktplatz einen Weihnachtsmarkt. Diese
Veranstaltung von Lindenern für Lindener wurde auch im Dezember
1994 wiederholt. Nach der Eröffnung durch die ehemalige
Bezirksbürgermeisterin Hiltrud Grote gab es neben
Weihnachtsschmuck, Musik vom Posaunen-Chor der St. Martinskirche
auch einige Gastronomiestände.
Am 20 September 1996 ist die vom
Berliner Bildhauer Hans Dammann (1857-1942) entworfene Bronzestatue
des Lindener Nachtwächters auf dem Brunnen 100 Jahre alt.
Seit 1999 findet im September das Lindener
Marktfest statt. Eine Interessengemeinschaft aus Bürgern,
Geschäftsleuten, Vereinen, und Künstlern, überwiegend aus
Linden-Mitte, präsentieren in Eigenregie ein großes
Unterhaltungsprogramm mit Gastronomie, Musik und Attraktionen. Der
Besuch des Marktfestes ist kostenlos.
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Im Jahr 2000 wird die „Lindener Gilde Brauerei", ehemals
Lindener Aktien-Brauerei (LAB), die bereits ab 1891 mit 80 Mitarbeitern 130 000
hl. Bier jährlich produzierte, nicht weit vom Lindener Markt, in der Blumenauer-
und Stephanusstraße geschlossen und komplett abgerissen.

Email Schild der LAB - Lindener Flaschenbiere
Nach Jahren der Brache baut die Hannoversche Ostland
Wohnungsbaugenossenschaft eG. das „Gilde Carre" mit Einfamilienhäusern,
Geschosswohnungen für Betreutes Wohnen, zwei Büro- und Geschäftsgebäude und
einem eigenen Kinderspielplatz. Im Januar 2003 ziehen die ersten Mieter und
Hausbesitzer ins Gilde Carre ein. Im Frühjahr 2009 ist dann das Gilde Carre
fertig.
Einen „Nachtwächter" ( Abb. 19) hat Linden nun schon
mehr als 100 Jahre, nur verschwand eines Tages seine Laterne. Wann und wie die
Laterne verschwand, ist nicht bekannt. Einen letzten Hinweis auf die Laterne ist
einem Zeitungsartikel von 1956 zu entnehmen, in dem über ihre Zerstörung
berichtet wird. Da aber nun ein Nachtwächter ohne seine Laterne kein richtiger
Nachtwächter ist, hat der Lindener Bürgerverein von 1883 e.V., der bereits
jährlich die Hälfte der Betriebskosten für den Brunnen übernimmt, eine neue
Laterne gespendet. Es gab da aber noch ein kleines Problem mit dem
Stromanschluss für die Glühbirne in der Laterne. Zwar gab es im Jahr 1898, zwei
Jahre nach Fertigstellung des Brunnens, schon eine beleuchtete Laterne, aber
damals stand die Figur noch auf ihrem Ursprungssockel, der während des Zweiten
Weltkriegs gemeinsam mit der Figur zu Rüstungszwecken eingeschmolzen werden
sollte. Nur die Nachtwächterfigur und sein treuer Hund kehrten 1949 aus Hamburg,
wie in dem Hannoverschen Brunnenbuch zu lesen ist, zurück. Da man glaubte, dass
auch die aufwendige Figur des „Gutenbergdenkmals" (Abb. 20) in Hamburg geblieben
war, erhielt der Nachtwächter einfach dessen Sockel. |
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Marktbrunnen | 21.09.1914 (Abb. 19)

Gutenbergbrunnen | 10.04.1904 (Abb. 20)
Am 29. März 2001, war es dann endlich soweit. Im Beisein
des damaligen Kulturdezernenten Harald Böhlmann und dem Schlossermeister Ewald
Linke der die neue Laterne, in seiner Werkstatt herstellte, bekam der Lindener
Nachtwächter nach Jahren der Dunkelheit wieder eine Laterne in die linke Hand.
Seit diesem Tage leuchtet der Nachtwächter wieder seinen Bürgern
heim. |
Viele Anlieger und Lindener empfanden
die Standard-Straßenlaternen am Lindener Marktplatz als sehr
hässlich und wollten die Wiedereinsetzung der so genannten
„Bischofsstäbe". Die vier eisernen Bogenlampen stammen aus dem
frühen 19. Jahrhundert und waren Bestandteil der Gasbeleuchtung,
einst an mehreren Stellen der Stadt Hannover vorhanden, standen die
letzten Laternen am Bonifatiusplatz, an der Lindener Schleuse und
Richard Wagner Straße.
1977 wurden die vier letzten Laternen
auf Veranlassung des damaligen Stadtbaurates Hanns Adrian
(1931-2003) zusammengeführt und an der Ostseite des Marktplatzes
aufgestellt. Im August 2000 mussten die Laternen jedoch aus
Sicherheitsgründen abgebaut werden. Bei einer Kontrolle war
festgestellt worden, dass sich die Masten in einem sehr
bedenklichen Zustand befanden. Wasser und Wind hatten Zierelemente
abgelöst. Um die Sicherheit der Passanten und Autofahrer zu
gewährleisten, wurden die Bischofsstäbe demontiert, eingelagert und
durch einfache, neue Standardlaternen ersetzt.
Die Anwohner des Lindener Marktplatzes
waren über den Verlust der historischen Laternen jedoch sehr
enttäuscht und baten die Stadt Hannover, die alten Bischofsstäbe zu
erhalten. So übergab Dr. Ingeburg Mannherz, vom Lindener
Bürgerverein dem Bezirksrat „Linden-Limmer" eine Liste mit mehr als
1640 Unterschriften. Eine Überprüfung der Stadtwerke Hannover AG
ergab, dass die Laternen in den letzten hundert Jahren zwar sehr
gelitten hatten, doch mit viel Liebe zum Detail und in langer
Kleinarbeit ließen sich die „Bischofsstäbe" wieder instand setzen.
Hierzu wurden sie sandgestrahlt und um einige Schmuckelemente
ergänzt. Danach bekamen die Masten noch einen neuen Schutzanstrich.
Die Leuchten wurden ebenfalls erneuert und erhellen den Platz jetzt
noch wirtschaftlicher. Gekostet hat das gesamte Projekt, vom
Abtransport über die Restaurierung bis hin zur Wiederaufstellung
(Abb. 21) rund 100.000 DM.
Verbunden wurde die Rückkehr der vier
historischen Straßenlaternen am 02. August 2001 mit einer kleinen
Zeremonie. Aus diesem Grund wurde bereits ab 09.00 Uhr der Lindener
Marktplatz sowie die Stephanusstraße komplett gesperrt. Um 12.00
Uhr bestückte unser Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg den
ersten Bischofsstab mit einer neuen Glühlampe (Abb. 22).
Linden bekommt einen neuen Platz, und
zwar den „Pariser Platz" (Abb. 23). Am 27. August 2004 enthüllte
unsere Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke (Abb. 24) zur
Platzbenennung das neue Straßenschild. Der Ort, auf den in
Linden-Mitte die Straßen Dieckborn-, Egestorff-, Teich-, Kirch- und
Davenstedter Straße zulaufen, wurde im Volksmund schon lange
Pariser Platz genannt.

Diekborn- Ecke Teich-Strasse |
28.02.1907 (Abb. 23)
Das Scilla Blütenfest „Das Blaue
Wunder" (Abb. 25) eine Veranstaltung des Vereins „Quartier e.V."
vom Küchen- garten Pavillon auf dem Lindener Bergfriedhof, wurde am
25. März 2006, am Lindener Marktplatz für einen verkaufsoffenen
Sonntag genutzt. Viele Geschäftsleute vom Lindener Marktplatz, der
Egestorff-, Falken- und Stephanusstraße beteiligten sich an dieser
tollen Aktion. In den nächsten Jahren wird das Scilla
Blütenfest „Das Blaue Wunder" auch weiterhin regelmäßig
gefeiert.

Scilla Blütenfest „Das Blaue Wunder"
(Abb. 25)
Im Mai 2007 wird der Verein Lindengut
e.V. gegründet. Der Verein Lindengut ist eine
Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden des Lindener
Marktplatzes und Linden-Mitte. Lindengut e.V. plant in den nächsten
Jahren mehrere Veranstaltungen am Lindener Marktplatz und in
Linden-Mitte durchzuführen. |
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Hannover | Lister-Platz mit einem
Bischofsstab
28.03.1911

Wiedereinsetzung der Bischofsstäbe
(Laternen) im August 2001. (Abb. 21) © Jürgen Wessel

Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg
in der Luft.
(Abb. 22) © Jürgen Wessel | Hannover-Linden

Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke
bei der
Enthüllung (Abb. 24 © hallolindenlimmer.de)
Am 09. und 10. September 2006 feierte
man gleichzeitig mit dem Lindener Marktfest das 110-jährige
bestehen des Wochenmarktes. Der damalige Oberbürgermeister Herbert
Schmalstieg (Abb. 26) hielt um 10.00 Uhr eine kurze Rede, der
Landesverband der Marktbetriebe Niedersachsen und die Lindener
Marktfestfreunde sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. Am
Sonntag wurde kräftig weiter gefeiert. Außerdem gab es in der
Rathaus Apotheke eine kleine Ausstellung mit historischen
Postkarten und Bildern des Lindener Marktplatzes zusehen. Das Fest
war ein voller Erfolg.

Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg
und
OB Kandidat Stephan Weil (Abb. 26) |
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Die extrem tiefen Temperaturen im Dezember 2009
haben den Heizungsanlagen und Wasserleitungen im Lindener Rathaus
erheblich zugesetzt. Durch geplatzte Rohre kam es zu Wasserschäden.
Durch ein geplatztes Heizungsrohr im vierten Obergeschoss lief
Wasser aus und verursachte einen Sachschaden in Höhe von 20.000 bis
30.000 Euro.
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Das Lindener Rathaus soll zu einem
Bildungszentrum umgebaut werden, an dem bürgnahes Lernen möglich
wird. Im Frühjahr 2010 stellte die Stadt Hannover ihre Pläne
für den Umbau des Rathauses vor. Der Bezirksrat Linden-Limmer
befürchtete angesichts höherer Kosten eine
abgespeckte Lösung. Die
Stadt wollte nach wie vor an ihrem Vorhaben festhalten. Die
kalkulierten Kosten waren innerhalb weniger Monate von acht auf
12,6 Millionen Euro gestiegen. Zuletzt hatte Oberbürgermeister
Stephan Weil angekündigt, die Kosten auf maximal 9,5 Millionen Euro
begrenzen zu wollen.
Die Stadt Hannover plant: Die beiden
Lindener Büchereien im Schwalenberger Flügel des Rathauses
unterzubringen. Mit der Zusammenlegung der beiden Stadtbüchereien
sollen Personalkosten gespart werden. Da die Stadtbücherei im
Freizeitheim Linden, an der Limmerstraße dann geschlossen werden
sollte, startete die "Bürgerinitiative gegen die Schließung der
Stadtbibliothek Limmerstraße" eine Protestaktion und sammelte
25.000 Unterschriften gegen den Plan.
Das Bürgeramt soll Räume im Erdgeschoss
bekommen. Im Egestorff-Flügel, an der Egestorffstraße, wo die
Bücherei Linden derzeit untergebracht ist, soll ein Lernzentrum mit
35 Arbeitsplätzen entstehen, die mit Computern ausgestattet sind.
Die Volkshochschule Hannover soll mit einer Außenstelle in den
Egestorff-Flügel einziehen. Die Stadt möchte auch externe Partner
wie das Jobcenter oder Lindener Bildungsvereine ins Boot holen, um
Weiterbildungskurse und Qualifizierungen anzubieten. Bis zu fünf
städtische Angestellte sollen das neue Lernzentrum betreuen,
weitere sechs Mitarbeiter soll es in der Bibliothek geben. Bislang
ist geplant, mit den Umbauarbeiten noch 2010 zu beginnen.
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Seit nun mehr als über 110 Jahren
ist der Lindener Marktplatz über alle Krisen und Veränderungen
hinweg das lebendige Herz Lindens geblieben.
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Wer etwas zu berichten oder zu
berichtigen hat kann sich gerne beteiligen.
Einfach eine E-Mail an mich senden und mitmachen.
Mitgearbeitet haben bis jetzt:
Andreas-Andrew Bornemann / Fotos /
Postkarten / Text
Julia Klasen / Text
Jürgen Wessel / Abb. 8., 21., 22. /
Presse-Archiv
Rita Werner / Presse-Archiv
Literatur- und Quellenverzeichnis:
Brunnen in Hannover | Cartoon Agentur Verlag GmbH
Hannover 1998
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus
Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag 1994
hallolindenlimmer.de | Stadtteilportal
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann
| Verkehrs-Verein Hannover e.V. Hannover 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon |
Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th.Schäfer
2. Heft Hannover 1910
Linden, Ein Führer für Fremde und Einheimische |
Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover 1906
Linden vom Bauerndorf zum Ihmezentrum | Helmut
Zimmermann - Verlag Ellen Harenberg-Labs 1986
Linden - Der Charakter eines Arbeiterviertels vor
Hannover | Bernd Rabe - Fackelträger-Verlag GmbH
1984
Stadtarchiv Hannover
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
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