Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Der Berggarten und das Mausoleum der Welfen
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Der Berggarten und das Mausoleum der Welfen in Hannover-Herrenhausen

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Archiv - Berggarten und Welfen-Mausoleum

Der Berggarten

Der Berggarten wurde 1666 als Gemüse- und Anzuchtgarten für den Großen Garten in Herrenhausen angelegt. Als Standort diente ein abgetragener Sandberg nördlich des Herrenhäuser Schlosses. Die Kurfürstin Sophie, Prinzessin von der Pfalz (1630-1714), auch Sophie von Hannover genannt, nominell Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, Kurfürstin von Braunschweig-Lüneburg, Erbprinzessin von Großbritannien, ist seit 1701 die Stammmutter der britischen Monarchen wandelte den Berggarten in einen Garten für exotische Gewächse um, wofür 1686 eigens ein Gewächshaus errichtet wurde.

Herrenhäuser Berggarten | 24.06.1904

Berggarten | 18.07.1913

Parallel zur Zucht exotischer Gewächse hatte der Garten auch eine wirtschaftliche Aufgabe: Er diente als Experimentierfeld für die Anzucht südländischer Pflanzen in. Dieses Experiment scheiterte zwar bei der Reiszucht, gelang aber mit der Zucht von Tabakpflanzen und Maulbeerbäumen. So wurden ab 1706 die Seidenraupen der Königlichen Seidenraupenmanufaktur in Hameln mit Herrenhäuser Maulbeerbaumblättern ernährt. Langfristig lohnte sich diese Zucht aber nicht. Ab 1750 übernahm der königliche Küchengarten (gegründet nach 1645) in Linden bei Hannover die Versorgung des Königshauses mit Obst und Gemüse, der Berggarten war seitdem ein Botanischer Garten. Zwischen 1817 und 1820 entstand ein Gartenmeisterwohnhaus, in das 1852 Hermann Wendlands Gartenbibliothek und Herbarium (vom König angekauft) einzogen. Hermann Wendland (1825-1903) war Botaniker und Oberhofgärtner der Herrenhäuser Gärten. Er war ein anerkannter Experte für Palmengewächse und züchtete eine der weltweit größten Palmensammlungen. Er beschrieb und benannte über 130 verschiedene Arten. Heute ist in dem Gebäude auch die Verwaltung der Herrenhäuser Gärten untergebracht.

Palmenhaus in Herrenhausen | CDV | 1896

Palmenhaus in Herrenhausen | 26.04.1908

Das 1849 von Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) erbaute Palmenhaus, das nach fünf Jahren die wertvollste und umfangreichste Palmensammlung Europas beherbergte, eröffnet. Von 1845 bis 1846 wurde der Berggarten durch Mauern und Zäune eingefriedet. 1880 kam das Große Palmenhaus von Richard Auhagen als Ersatz für das bisherige Gewächshaus hinzu. Es handelte sich dabei um ein etwa 30,0 Meter hohes, palastförmiges Gewächshaus aus Glas und Stahl mit Galerien sowie Wasserfontänen, welches das bisherige Gewächshaus ersetzte. Es war seinerzeit das größte Palmenhaus Europas.

Palmenhaus | 14.07.1908

Herrenhäuser Palmhaus | 24.09.1912

Nach der vollständigen Zerstörung der Gewächshäuser im Zweiten Weltkrieg begann nach und nach die Wiederherstellung des Berggartens. Als Ersatz für das in den 1950er-Jahren abgerissene, berühmte Palmenhaus entstand zur Weltausstellung Expo2000, im Jahr 2000 das Regenwaldhaus. Es beherbergte eine künstliche Tropenlandschaft, in der auch Schmetterlinge, Frösche und kleinere Vogelarten aus tropischen Regionen lebten. Wegen zu hoher Kosten wurde das Regenwaldhaus 2006 geschlossen. Es ist in ein Sealife-Aquarium umgebaut worden. Weitere Sehenswürdigkeiten stellen verschiedene Schauhäuser und Themengärten dar. Im Berggarten, der einer der ältesten botanischen Gärten Deutschlands ist, sind 11.000 verschiedene Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen zu finden. Ebenso die größte Orchideensammlung Europas.

Palmenhaus | 18.04.1914

Palmenhaus | 31.08.1937

Die den Berggarten umgebende Ziegelmauer (sie stammt vermutlich aus der Zeit um 1820) wurde ab Juni 2017 saniert. Da die alten Ziegelsteine nicht mehr verwendet werden konnten, wurden sie durch neue Ziegelsteine, die nach alter Methode gebrannt wurden, ersetzt. Die Arbeiten wurden bis Jahresende 2017 abgeschlossen.

Das Mausoleum der Welfen

In den Jahren 1842 bis 1847 wurde das Mausoleum der Welfen nach Plänen des Oberhofbaudirektor Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) für Königin Friederike (1778-1841) und König Ernst-August von Hannover (1771-1851) errichtet. Der Auftrag zum Bau des Mausoleums wurde durch König Ernst-August von Hannover am 1. Juli 1841 erteilt, am 29. Juni 1841 war zuvor Königin Friederike gestorben. Ausführender Architekt war der Hofbauinspektor Georg Heinrich Schuster (1799-1890).

Mausoleum Herrenhausen | 04.07.1904

Mausoleum | 04.04.1908

Im Mausoleum fanden zunächst König Ernst-August von Hannover, Herzog von Braunschweig-Lüneburg, 1. Herzog von Cumberland und Teviotdale und Earl of Armagh, Ernst-August war seit 1837 regierender König von Hannover und seine Frau Königin Friederike, Prinzessin von Preußen, Prinzessin zu Solms-Braunfels und Königin von Hannover ihre letzte Ruhestätte.

Mausoleum, Herrenhausen | 11.06.1914

Mausoleum | 13.12.1926

Das Gebäude, das sich im Besitz des Prinzen von Hannover befindet, ist aus Pietätgründen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Umbau des Leineschlosses 1957 machte es notwendig, 11 weitere Fürstlichkeiten in das Mausoleum nach Hannover-Herrenhausen zu überführen, darunter Kurfürstin Sophie, Prinzessin von der Pfalz (1630-1714), auch Sophie von Hannover genannt, nominell Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg, Kurfürstin von Braunschweig-Lüneburg, sowie Erbprinzessin von Großbritannien. Auch Georg Ludwig I. / Georg I. (1660-1727), Herzog von Braunschweig-Lüneburg, ab 1714 König von Großbritannien und Irland, Titularkönig von Frankreich wurde am 5. Dezember 1957 umgebettet.

Vor dem Mausoleum befinden sich die Gräber von Ernst-August von Hannover (1887-1953), Herzog von Braunschweig, Herzog zu Braunschweíg und Lüneburg, Prinz von Hannover und seiner Frau Viktoria Luise von Preußen (1892-1980), Herzogin zu Braunschweig-Lüneburg, Prinzessin von Hannover, Königliche Prinzessin von Großbritannien und Irland. Viktoria Luise von Preußen war die einzige Tochter des preußischen Königs und Deutschen Kaisers Wilhelms II. (1859-1941) und seiner Frau Kaiserin Auguste Viktoria (1858-1921).

Seit Oktober 2008 wird das Welfenmausoleum zweimal jährlich für die Öffentlichkeit geöffnet. Umrahmt wird das Mausoleum von mächtigen, über 170 Jahre alten Stieleichen.

Das Mausoleum in Herrenhausen | Stereofoto | 1895

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / CDV / KAB / Postkarten / Stereofoto / Text

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Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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