Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2010
Das Militär im Deutschen Kaiserreich
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Sammlung - Peter Klasen | Militärs und Politiker des wilhelminischen Kaiserreichs

Das Militär im Deutschen Kaiserreich

Das Heer und die Marine blieben abgesehen von der Bewilligung der nötigen Finanzmittel nach der Verfassung weitgehend der Verfügungsgewalt des preußischen Königs beziehungsweise des Kaisers unterstellt. Die Grenzen der absolutistisch anmutenden „Kommandogewalt“ waren dabei kaum definiert. Es blieb von daher eine der zentralen Stützen der Monarchie. Unterhalb des „obersten Kriegsherren“ existierten mit dem Militärkabinett, dem preußischen Kriegsministerium und dem Generalstab drei Institutionen, die zeitweise untereinander um Kompetenzen stritten. Insbesondere der Generalstab unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke (1800-1891) und später Alfred von Waldersee (1832-1904) versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen. Dasselbe gilt für Alfred von Tirpitz (1849-1930) in Marinefragen. Die Armee richtete sich nicht nur gegen äußere Feinde, sondern sollte nach dem Willen der militärischen Führung auch im Innern etwa bei Streiks zum Einsatz kommen. In der Praxis wurde die Armee allerdings bei den großen Streiks kaum eingesetzt. Gleichwohl bildete die Armee als Drohpotential einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor. Die enge Verbundenheit mit der Monarchie spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten Offizierskorps wider. Auch später behielt der Adel eine starke Stellung unter den Führungsrängen, allerdings drang im mittleren Bereich mit der Vergrößerung der Armee und der Flotte der bürgerliche Anteil stärker vor. Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von der ihrer adeligen Kameraden unterschied.

                          

  Vice Admiral Graf v. Spee | 22.06.1916     Graf v. Spee, Weddigen, Meyer-Waldeck           Kapitänleutnant Otto Weddigen
                                                                    v. Müller, v. Mücke | 06.02.1916                              03.01.1918

                          

       Kapitän zur See Meyer-Waldeck                    Fregattenkapitän v. Müller             Kapitänleutnant von Mücke | 01.06.1914
           Gouneneur von Kiautschou          Der heldenmütige Kommandant S.M.S. Emden

Zwischen 1848 und 1860 hat die deutsche Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet. Dies änderte sich sehr schnell nach den Siegen 1864 und 1871 fundamental. Das Militär wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Reichspatriotismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch. Dennoch unterstützten die Parteien eine Vergrößerung der Armee nicht unbegrenzt. So erreichte das Militär erst 1890 mit einer Friedenspräsenzstärke von fast 490.000 Mann ihre von der Verfassung vorgegebenen Stärke von 1% der Bevölkerung. In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter umfangreich verstärkt. Zwischen 1898 bis 1911 forderte die kostspielige Flottenaufrüstung Einschränkungen beim Landheer.

                          

     Großadmiral v. Tirpitz | 16.01.1917         Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien                     Korvettenkapitän
                                                                          Kommandant S.M.S. Möwe                        Felix Graf von Luckner

              

                    Heldengrab Weddingen | 24.11.1915                            

Bemerkenswert ist, dass sich in dieser Zeit der Generalstab selbst gegen einen Ausbau der Truppenstärke gewandt hatte, weil er eine Verstärkung des bürgerlichen zu Lasten des adeligen Elements im Offizierskorps befürchtete. Das Heer gewann während des Kaiserreichs einen starken gesellschaftlichen Nimbus. Das Offizierskorps galt in weiten Teilen der Bevölkerung als „Erster Stand im Staate.“ Dessen Weltbild war dabei geprägt von der Treue zur Monarchie, dem Vaterland und der Verteidigung der Königsrechte, es war konservativ, antisozialistisch und grundsätzlich antiparlamentarisch geprägt. Dieser militärische Verhaltens- und Ehrenkodex reichte weit in die Gesellschaft hinein. Auch für viele Bürger wurde der Status eines Reserveoffiziers nunmehr zu einem erstrebenswerten Ziel. Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst verstärkte etwa die Integration der katholischen Bevölkerung in das protestantisch geprägte Kaiserreich. Selbst die Arbeiter blieben gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Dabei spielte der lange Wehrdienst von drei Jahren bei der „Schule der Nation“ eine prägende Rolle. Heinrich Manns Untertan, der Hauptmann von Köpenick oder die Zabern-Affäre machen die Bedeutung des Militarismus in der Gesellschaft deutlich.

                         

    Generalfeldmarschall v. Falkenhayn          Generalfeldmarschall von Hindenburg        Generalfeldmarschall von Eichhorn 
                        26.03.1917                                             05.03.1917                                           28.08.1916

             

        Aus großer Zeit | Wilhelm II. mit seinen Generälen        Generaloberst von Heeringen mit seinem Stabe | 21.02.1916

Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung. Welche Breitenwirkung diese entfalteten, zeigt die Mitgliederzahl von mehr als 2,9 Millionen im Kyffhäuserbund im Jahr 1913. Der Bund war damit die stärkste Massenorganisation des Kaiserreichs. Die vom Staat geförderten Kriegervereine sollten die militärische, nationale und monarchische Gesinnung pflegen und die Mitglieder gegenüber der Sozialdemokratie immunisieren.

             

                      Im Schützengraben | 30.7.1915                              Einmarsch in eroberte feindliche Stadt | 03.10.1915

                         

        Generalfeldmarschall v. Bülow              General von Emmich | 19.03.1917          Generalfeldmarschall Freiherr Colmar 
                       04.10.1915                                                                                              von der Goltz | 11.02.1915

                          

                   Generalfeldmarschal                       General Dankl | 14.11.1914                 General v. Linsingen | 17.08.1916
    Gottlieb Graf von Haeseler | 28.05.1915

                          

      General der Artillerie von Gallwitz               General der Artillerie von Scholtz             General der Infanterie von Beseler
                        10.11.1916                                            03.04.1916                                              10.11.1915

           

           Der Kaiser ruft, nun muss ich fort | 01.07.1915                  Dem Feinde Trutz, Gott Preis und Ehr! | 12.02.1916

                          

 Generalstabschef Conrad von Hötzendorf            Generaloberst von Woyrsch                  General der Infanterie Litzmann
                       20.12.1915                                            10.01.1916                                            09.06.1916

                          

     General von Francois | 14.01.1916       General v. Bissing Gouverneur von Belgien         Feldmarschall Graf Waldersee
                                                                                   26.05.1915                                            22.05.1902

                           

 General der Infantrie Exellenz v. Mudra          Generaloberst von Falkenhausen                  Generaloberst von Herringen
                       01.04.1916                                             02.06.1915                                              03.02.1917

                    

    Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir             Mit Gott für Kaiser und Reich               Wie könnt ich Dein vergessen!
         zum frühen Tod | 30.12.1918                              14.05.1906                                           26.03.1916

                      

            Infanteriegeneral v. Kluck                      Generaloberst von Einem                      Generalleutnant Ludendorff
                        01.03.1915                                           26.10.1915                                          24.07.1915

                          

        Generaloberst Erzherzog Eugen             General der Infanterie Moritz Ritter             Manfred Freiherr von Richthofen
                       31.05.1917                                         von Auffenberg

                          

         Oberleutnant Max Immelmann                Theodor von Bethmann-Hollweg
                       02.09.1916                      14.11.1916 (Reichskanzler v. 1909-1917)         

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Text
Peter Klasen
/ Postkarten

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