Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Das Militär im Deutschen Kaiserreich
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Sammlung - Peter Klasen | Das Militär im wilhelminischen Kaiserreichs

Das Heer und die Marine blieben abgesehen von der Bewilligung der nötigen Finanzmittel nach der Verfassung weitgehend der Verfügungsgewalt des preußischen Königs beziehungsweise des Kaisers unterstellt. Die Grenzen der absolutistisch anmutenden „Kommandogewalt“ waren dabei kaum definiert. Das Militär blieb daher eine der zentralen Stützen der Monarchie. Unterhalb des „obersten Kriegsherren“ existierten mit dem Militärkabinett, dem preußischen Kriegsministerium und dem Generalstab drei Institutionen, die zeitweise um Kompetenzen stritten. Insbesondere der Generalstab unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke (1800-1891) und später Alfred Heinrich Karl Ludwig Graf von Waldersee (1832-1904) versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen. Dasselbe gilt auch für Alfred Peter Friedrich von Tirpitz (1849-1930) in Marinefragen.

Die Armee richtete sich nicht nur gegen äußere Feinde, sondern sollte nach dem Willen der militärischen Führung auch im Innern etwa bei Streiks zum Einsatz kommen. In der Praxis wurde sie allerdings bei Streiks kaum eingesetzt. Gleichwohl bildete die Armee als Drohpotential einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor. Die enge Verbundenheit mit der Monarchie spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten Offizierskorps wider. Auch später behielt der Adel eine starke Stellung unter den Führungsrängen im Militär, allerdings drang im mittleren Bereich mit der Vergrößerung der Armee und der Flotte der bürgerliche Anteil stärker vor. Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von der ihrer adeligen Kameraden unterschied.

                          

    Generalfeldmarschall v. Falkenhayn                       Generalfeldmarschall                   Generalfeldmarschall von Eichhorn 
                        26.03.1917                        Gottlieb Graf von Haeseler | 28.05.1915                         28.08.1916

Zwischen 1848 und 1860 hat die deutsche Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet. Dies änderte sich nach den Siegen 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg) und 1871 (Deutsch-Französischer Krieg) fundamental. Es wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Reichspatriotismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch. Dennoch unterstützten die Parteien eine Vergrößerung der Armee nicht unbegrenzt. So erreichte man erst 1890 mit einer Friedenspräsenzstärke von fast 490.000 Mann ihre von der Verfassung vorgegebenen Stärke von 1% der Bevölkerung. In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter umfangreich verstärkt. Zwischen 1898 bis 1911 forderte die Flottenaufrüstung Einschränkungen beim Landheer.

                          

        Generalfeldmarschall v. Bülow            Generalfeldmarschall Freiherr Colmar 
                       04.10.1915                                 von der Goltz | 11.02.1915 

Bemerkenswert ist, dass sich in dieser Zeit der Generalstab selbst gegen einen Ausbau der Truppenstärke gewandt hatte, weil der Generalstab eine Verstärkung des bürgerlichen zu Lasten des adeligen Elements im Offizierskorps befürchtete. Das Heer gewann einen starken gesellschaftlichen Nimbus. Das Offizierskorps im Kaiserreich galt in weiten Teilen der Bevölkerung als „Erster Stand im Staate.“ Dessen Weltbild war dabei geprägt von der Treue zur Monarchie, dem Vaterland und der absoluten Verteidigung der Königsrechte, es war konservativ, antisozialistisch und grundsätzlich antiparlamentarisch geprägt. Dieser militärische Verhaltens- und Ehrenkodex reichte weit in die Gesellschaft hinein. Auch für viele Bürger wurde der Status eines Reserveoffiziers zu einem erstrebenswerten Ziel. Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst verstärkte die Integration der katholischen Bevölkerung in das protestantisch geprägte Kaiserreich. Selbst die Arbeiter blieben gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Dabei spielte der lange Wehrdienst von drei Jahren bei der „Schule der Nation“ eine prägende Rolle. Heinrich Manns (1871-1950) Der Untertan (1918), der Hauptmann von Köpenick (1906) oder die Zabern-Affäre (1913) machen die Bedeutung des Militarismus in der Gesellschaft deutlich.

             

        Aus großer Zeit | Wilhelm II. mit seinen Generälen        Generaloberst von Heeringen mit seinem Stabe | 21.02.1916

Überall im Reich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung, welche Breitenwirkung, diese entfalteten, zeigt die Mitgliederzahl von 2,9 Millionen im Kyffhäuserbund im Jahr 1913. Der Bund war damit die stärkste Massenorganisation des Kaiserreichs. Er ging 1900 aus dem Ständigen Ausschuss der vereinten deutschen Kriegerverbände für die Verwaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser hervor und wurde als Dachverband der Kriegervereine gegründet. Die vom Staat geförderten Kriegervereine sollten die militärische, nationale und monarchische Gesinnung pflegen und ihre Mitglieder gegenüber der immer stärker werdenden Sozialdemokratie immunisieren.

Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (1847-1934)

Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, geboren am 2. Oktober 1847 in Posen (heute Polen); und gestorben am 2. August 1934 auf Gut Neudeck in Ostpreußen. Hindenburg war Militär und Politiker. Im Ersten Weltkrieg stieg er zum Generalfeldmarschall auf und übte als Chef der Obersten Heeresleitung quasi-diktatorisch die Regierungsgewalt aus. Als zweiter Reichspräsident der Weimarer Republik ernannte er 1933 Adolf Hitler (1889-1945) zum Reichskanzler.

                            

   Generalfeldmarschall von Hindenburg        Aufgenommen von Ihrer Majestät der        Generalfeldmarschall von Hindenburg
                        15.02.1915                  Kaiserin und Königin im Juli 1915 | 13.10.1915                       26.03.1917

Hindenburgs Wohnsitz in Hannover

1911 wurde Paul von Hindenburg unter Verleihung des Schwarzer Adlerordens in den Ruhestand verabschiedet. Er zog in die Hannover-Oststadt, in das von Heinrich Köhler (1830-1903) erbaute Haus Am Holzgraben 1, an der Ecke Wedekindstraße. Köhlers Erben vermieteten von Hindenburg die Parterre-Wohnung, er wohnte vier Jahre in der großen Stadtvilla.

Nachdem von Hindenburg während des Ersten Weltkriegs wieder politisch und militärisch aktiv war, trat er am 25. Juni 1919 von seinem Posten als Chef des Generalstabes des Heeres zurück und verließ seinen letzten Dienstort in Kolberg. Er wählte Hannover, das ihn im September 1918 zum Ehrenbürger ernannt hatte, und ihm im Zooviertel von Hannover die Villa Bristoler Straße 6 (ehemals Seelhorststraße) zum Geschenk gemacht hatte, zu seinem Alterssitz. Paul von Hindenburg wohnte von 1919 bis 1925 in Hannover. Das Haus steht heute unter Denkmalschutz und ist mit einer Gedenktafel versehen.

             

Hannover | Villa von Hindenburg - Wedekindstrasse | 17.02.1916        Villa Hindenburg - Seelhorststraße | 24.12.1926

                           

        General von Emmich | 19.03.1917               General Dankl | 14.11.1914               General der Infanterei von Linsingen 
                                                                                                                                                   13.09.1917

                         

      General der Artillerie von Gallwitz            General der Artillerie von Scholtz           General der Infanterie von Beseler
                        10.11.1916                                          03.04.1916                                            10.11.1915

           

           Der Kaiser ruft, nun muss ich fort | 01.07.1915                 Dem Feinde Trutz, Gott Preis und Ehr! | 12.02.1916

                      

            Infanteriegeneral v. Kluck                      Generaloberst von Einem                      Generalleutnant Ludendorff
                        01.03.1915                                           26.10.1915                                          24.07.1915

                          

 Generalstabschef Conrad von Hötzendorf            Generaloberst von Woyrsch                  General der Infanterie Litzmann
                       20.12.1915                                            10.01.1916                                            09.06.1916

             

                    Des Königs Grenadiere | 30.12.1915

                          

     General von Francois | 14.01.1916       General v. Bissing Gouverneur von Belgien         Feldmarschall Graf Waldersee
                                                                                   26.05.1915                                            22.05.1902

                           

 General der Infantrie Exellenz v. Mudra          Generaloberst von Falkenhausen                  Generaloberst von Herringen
                       01.04.1916                                             02.06.1915                                              03.02.1917

                    

    Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir             Mit Gott für Kaiser und Reich               Wie könnt ich Dein vergessen!
         zum frühen Tod | 30.12.1918                              14.05.1906                                          26.03.1916

                            

     General der Infanterie Moritz Ritter           General der Artillerie von Kirchbach                      General von Lüttwitz
                   von Auffenberg

                           

Riemann, General d. Infranterie und komm.      Generalleutnant Ritter von Huller
 General des 8. Armeekorps - 11.06.1916    Kommandeur der 3. Bayer. Inf. Division

Die Kaiserliche Marine

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Text
Peter Klasen
/ Postkarten

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