Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe
1871 Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Companie., ab 1899 Hannoversche Gummi-Kamm-Companie Actien Gesellschaft Hannover-Limmer, seit 1912 Hannoversche Gummiwerke, Excelsior-Pneumatic AG, seit 1928 Continental Gummi-Werke AG Hannover-Linden, dann Continental AG
Die Hannoversche Gummi-Kamm-Fabrik verlegte ab 1899 ihren Sitz von der Striehlstraße in der Hannover-Nordstadt nach Limmer, am Leine-Ufer. Zuvor erwarb man im Jahr 1897 ein mehrere tausend Quadratmeter großes Grundstück an der Wunstorfer Straße 130. Teilweise waren 1100 Arbeiter in der Fabrik beschäftigt, man stellte Fahrradschläuche und bald auch Automobilreifen her. Ab 1912 wurde aus der Hannoverschen Gummi-Kamm-Fabrik, die Hannoversche Gummiwerke Excelsior-Pneumatic AG Hannover-Limmer. Ein neuer Produktionszweig waren Gummischwämme, die man unter dem Namen "Gloria" vertrieb. 1914 war man mit einem Werbestand auf der Brüsseler Automobil-Ausstellung in Belgien vertreten. Der Architekt Franz-Otto Lutz baute von 1920 bis 1922 die noch teilweise erhaltenen Fabrikgebäude entlang dem Westende der Wunstorfer Straße 130 und am Stichkanal Hannover-Linden.
Excelsior-Pneumatic Hannov. Gummi-Kamm-Co. Act. Ges. Hannover-Limmer | 02.08.1899 |
Excelsior-Pneumatic Hannov. Gummi-Kamm-Comp Act. Ges. Hannover-Limmer | 21.08.1901 |
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Von 1922 bis 1925 arbeitet der Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970), eigentlich Erich Paul Remark als Werbetexter und Redakteur (Echo Continental) für die Hannoversche Gummiwerke Excelsior-Pneumatic AG. Im Auftrag der Firma bereiste er unter anderem die Schweiz, Italien, England und die Türkei. Ab 1925 geht er nach Berlin. 1929 wird Remarque schlagartig weltberühmt mit dem Erscheinen seines Romans "Im Westen nicht neues". Das Buch wird in über 50 Sprachen übersetzt und 1930 in Hollywood verfilmt. Von 1933 bis 1945 wurden die Werke von Erich Maria Remarque in Deutschland verboten. |
Excelsior-Pneumatic Hannov. Gummi-Kamm-Comp Act. Ges. Hannover-Limmer | 16.04.1904 Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 war man an der Rüstungsproduktion beteiligt. Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung in der Nachkriegszeit und einer Aufstockung der Mitarbeiter auf 6000 kam die Hannoversche Gummiwerke Excelsior-Pneumatic AG in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Das Unternehmen verlor aufgrund von Rohstoffknappheit, Verzögerungen beim technischen Fortschritt und zeitweiligem Verlust der Auslandsmärkte an Umsatz und musste 1928 mit der erfolgreicheren Continental Gummi-Werke AG fusionieren. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 führte zu Entlassungen, so arbeiteten 1932 nur noch 2000 Menschen in Hannover-Limmer.
Hannoversche Gummiwerke Excelsior AG Hannover-Linden (Conti-Werk) | 23.04.1920 Zur Zeit des Nationalsozialismus befand sich in den Jahren 1944/45 ein Arbeitslager des KZ-Neuengamme auf dem Contigelände. Kurz vor Kriegsende wurden die Gefangenen, überwiegend Frauen, nach Bergen-Belsen bei Celle deportiert. |
Hannoversche Gummi-Kamm-Compagnie,
Continetal-Vollgummireifen | 19.06.1922 |
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Seit dem Jahr 1987 erinnert am Stockhardtweg ein Denkmal an diese schlimme Zeit. Otto Stockhardt (1839-1897) war Bankier, Kaufmann, Teilhaber und Vorstandsmitglied der Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Companie. Den Alliierten war die Produktionsumstellung auf kriegswichtige Güter entgangen, und so blieb Hannover-Limmer von Bombenangriffen weitestgehend verschont. Das Contiwerk konnte kurz nach Kriegsende wieder technische Artikel herstellen. |
Hannover-Limmer - Am Kanal m. Excelsior | 25.11.1940 |
Hannoversche Gummiwerke Excelsior AG | 21.06.1922 |
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Am Standort in Limmer war das Continental-Werk Jahrzehnte lang eines der größten Arbeitgeber. Anfang der 1990er Jahre zeichnete sich das Ende des Werks ab. 2000 wurde das Continental-Werk in Hannover-Limmer geschlossen. Nach einem Ideenwettbewerb im Jahr 2003, für die Wasserstadt-Limmer GmbH & Co KG, soll das ehemalige Firmengelände mit Wohn- und Geschäftshäusern zur Wasserstadt Limmer umgebaut werden. Der Teilabriss, der nicht denkmalgeschützten Fabrikgebäude hat 2008/09 begonnen und ist seit 2011 abgeschlossen. |
Propagandakarten und andere
Propagandakarten sind Ansichtskarten mit politischer oder ideologischer Propaganda, die vor allem während der beiden Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945 häufig waren.
Hannoversche Gummiwerke Excelsior AG
Hannoversche Gummiwerke Excelsior AG
Continental Ballonstoff - Richtung Leipzig
Annaberg |
Hannoversche Gummiwerke Excelsior AG
Hannoversche Gummiwerke Excelsior AG |
Literatur- und Quellenverzeichnis
Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text
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Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC
1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold
Verlag | 1995
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre
1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954
| Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus
Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann
| Verkehrs-Verein Hannover e.V. Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon |
Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th.Schäfer
2. Heft Hannover | 1910
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische |
Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19.
Jahrhundert | Walter Buschmann
August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur
Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 |
Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH |
1990
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die
Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag
und Druckerei | 2009
Wir aus der Kochstraße. Die Geschichte einer Straße im
Arbeiterstadtteil Linden in Hannover - Landeshauptstadt
Hannover, Freizeitheim Linden (Hrsg.) | 1986
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie






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