Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2012
Circus Barnum and Bailey | Ringling Brothers Circus
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Circus Barnum and Bailey | Ringling Brothers Circus | Die Zirkuspolka | Der Clown Lou Jacobs

Phineas Taylor Barnum (1810-1891) wurde am 5. Juli 1810 in Danbury, Connecticut als ältestes von 5 Kindern geboren, schon mit 12 Jahren startete er den Verkauf von Lotterielosen. Mit 25 investierte Barnum 1.000 $ für die Vermarktungsrechte an der angeblich 161 Jahre alten Joice Heth, die behauptete, die Amme von George Washington (1732-1799) gewesen zu sein.

Barnum and Bailey Limited | 02.04.1891

Die erfolgreiche Vermarktung dieser “Sensation” war Phineas Taylor Barnums Start ins Showbusiness. 1834 zog er nach New York City und übernahm im Jahr 1841 das American Museum. Er präsentierte neben ausgestopften Vögeln, einen Flohzirkus, Kleinwüchsige und Menschen mit Albinismus. Barnum baute es zu einem der größten Unterhaltungsspektakel des 19. Jh. aus.

Neben den Ausstellungen, die eine Ansammlung von allem, was irgendwie interessant sein konnte, darstellten, half ihm dabei sein Talent zur Inszenierung und Öffentlichkeitsarbeit. Jeder neue Programmpunkt wurde mit Plakaten und in Zeitungen als „Sensation“ beworben. Dazu schrieb er Artikel und Leserbriefe, um seine Ausstellung immer wieder zum Gesprächsthema zu machen. Auch vor Bluffs, inszenierten Konkurrenzen und Betrügereien schreckte Phineas Taylor Barnum nicht zurück. So gab sich einer seiner Mitarbeiter als Doktor aus London aus, um eine "Fidschi-Meerjungfrau" zu propagieren. Diese bestand aus dem Oberköper eines Affen, der geschickt auf einem Fischleib angebracht war, und wurde so 1842 zur Sensation.

Barnum and Bailey Limited | 15.09.1900

Barnum and Bailey Limited | 24.10.1900

Grosser Parade-Umzug von Barnum und Bailey
23.08.1900

Barnum and Bailey Limited | 20.06.1901

Als sein Museum unter mysteriösen Umständen abbrannte, verlegte er sich mehr und mehr auf das Zirkusgewerbe. Mit 60 Jahren gründete er Phineas Taylors Barnum’s Grand Travelling Museum, Menagerie, Caravan and Circus - zu dieser Zeit das größte Zirkusunternehmen der amerikanischen Geschichte. Im Jahr 1885 verband er sich mit James Anthony Bailey (1847-1906) zum “Barnum London Circus”. Im gleichen Jahr, am 15. September 1885, ereignete sich ein schlimmer Unfall. Vermutlich aufgrund eines Weichenfehlers wird der berühmte Zirkuselefant Jumbo beim Umladen in St. Thomas, Ontario, Kanada von einer Lokomotive erfasst. Der Elefant und der Lokomotivführer kommen dabei ums Leben.

Jumbo, genannt der „König der Elefanten“, war ein afrikanischer Elefantenbulle, der infolge einer intensiven und bis dahin für ein Zootier beispiellosen Presseberichterstattung als Publikumsmagnet weltberühmt wurde. Im Jahr 1861 gelangte er zunächst nach Paris, dann nach London, wo er von 1865 bis 1882 eine der Hauptattraktionen des Londoner Zoos war. 1882 erwarb ihn dann Phineas Taylor Barnum und präsentierte ihn in den folgenden Jahren gewinnbringend in den USA. Bereits zu Lebzeiten und über seinen Tod hinaus wurde er zur Legende; sein Name ist bis heute weltweit ein Synonym für Größe.

Circus Barnum & Bailey
Musikwagen und Reitdamen | 06.07.1900

Barnum and Bailey Limited | 07.08.1900

Im Jahr 1888 tourte die “Barnum & Bailey Greatest Show on Earth” erstmals durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Der Zirkus behandelte die ausgestellten Tiere wie sonstige Ausstellungsstücke; in den 1880er Jahren geriet P. T. Barnum in einen langwierigen Rechtsstreit mit dem US-amerikanischen Tierschutzverein ASPCA. Phineas Taylor Barnum starb am 7. April 1891, doch James A. Bailey führte die Show zu neuen Höhen: 85 Güterwagen benötigte der Tross, mehr als 1000 Mitarbeiter waren im Zirkus beschäftigt, fünf Bühnen und Menagen wurden unterhalten.

Barnum and Bailey Limited | 25.08.1900

Cirkus Barnum & Bailey
Gruss aus Braunschweig bei Schöppenstedt | 04.08.1900

Ringling Brothers Circus

Im Jahr 1884 starteten die Ringling Brothers (Alf, Al, Charles, John und Otto, später kamen noch Henry und “Gus” dazu) in Baraboo, Bundesstaat Wisconsin ihren ersten Zirkus und waren bald als “Kings of the Circus World” bekannt. Sie tourten unter dem offiziellen Namen “Ringling Bros. United Monster Shows, Great Double Circus, Royal European Menagerie, Museum, Caravan, and Congress of Trained Animals” durch die verschiedensten Länder der Welt.

Der Barnum & Bailey Circus Limited reiste um 1895 mit einem eigenen Sonderzug durch Europa. Von 1900 bis 1901 gab der Zirkus in Wien ein Gastspiel, er bietet Sitzgelegenheiten für über 8000 Besucher. 1907, James A. Bailey war im Frühjahr 1906 gestorben, übernahmen die Ringling Brothers ihren größten Konkurrenten. So entstand das größte Zirkusunternehmen der Welt, der Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus. Der Zirkus hatte sein Winterquartier in Sarasota, Florida USA.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Combined Shows.
Winter Quarters - Saratota, Fla.

Main Entrance - Ringling Bros. and Barnum & Bailey
Winter Quarters Sarasota Fla. | 13.12.1948

Am 6. Juli 1944 kam es zu einem verheerenden Brand, als der Zirkus in Hartford (Connecticut, USA) niederbrannte. Dabei wurden 168 Menschen getötet und ca. 700 Menschen verletzt (die Zahlen differieren, je nach Quelle). Insgesamt explodierten durch eine weggeworfene Zigarette etwa 800 kg Paraffin und rund 6.000 Gallonen (25 m³) Gas. Im Jahr 1952 wurde unter der Regie von Cecil B. DeMille (1881-1959) der US-amerikanische, halbdokumentarische Spielfilm "Die größte Schau der Welt" (Originaltitel: The Greatest Show on Earth) gedreht. Die Hollywood-Schauspieler Charlton Heston (1923-2008), Betty Hutton (1921-2007), Dorothy Lamour (1914-1996) und James Stewart (1908-1997) spielten in diesem Film mit.

“The Greatest Show on Earth”
hat bis heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

 

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus
Unloading at Winter Quarters Sarasota Fla.

Single and Double Humped Camels at Ringling Bros.
Winter Quarters Sarasota Fla. | 24.03.1945

Elephant and Clown (Lou Jacobs) at Ringling Bros. and Barnum & Bailey Winter Quaters, Sarasota, Fla.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus World Showcase, Barunm City, Florida

Die Zirkuspolka

Die Zirkuspolka (Originaltitel: Circus Polka: For a Young Elephant) ist ein Instrumentalstück des russisch-französisch-US-amerikanischen Komponisten Igor Strawinski (1882-1971), das ursprünglich im Jahr 1942 für eine Ballettproduktion des Choreografen George Balanchine (1904-1983) für den Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus komponiert wurde. Aufgeführt wurde die Zirkuspolka von einem aus je 50 Elefanten und Ballerinen bestehenden Ballett. 1944 veröffentlichte Igor Strawinski eine Orchesterfassung der Zirkuspolka, die seitdem zum Standardprogramm vieler Orchester zählt.

      

  Souvenir de Barnum et Bailey - Un des group d'Éléphants                            Circus Barnum & Bailey
        de Barnum & Bailey en file indienne | 27.10.1910                            Elephantengruppe | 19.09.1900

Der Clown Lou Jacobs

Lou Jacobs, eigentlich Johann Ludwig Jakob war ein US-amerikanischer Clown und Entertainer deutsch-jüdischer Herkunft. Lou wurde am 1. Januar 1903 in Bremerhaven geboren. Er sammelte bereits als Kind Bühnenerfahrung. 1923 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus, wo er in den New Yorker Vaudeville-Shows unter dem Namen Lou Jacobs auftrat. 1925 heuerte er beim Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus an, dem er bis 1985 angehörte. 1948 spielte er für Kinder, die die Konzentrationslager der Nazis überlebt hatten.

Im Jahr 1952 hatte Lou Jacobs einen Auftritt in dem Cecil B. DeMilles (1881-1959) Film - The Greatest Show on Earth an der Seite von James Stewart (1908-1997). 1953 heiratete er Jean Rockwell, ein ehemaliges Showgirl des Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus, aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Lou Ann wurde Luftakrobatin und Elefanten-Trainerin, Dolly Jean wurde ebenfalls Luftakrobatin. 1966 wurde Lou Jacobs mit einer Briefmarke in den USA geehrt.

Barnum and Bailey Limited | 30.08.1901

Lou Jacobs | Johann Ludwig Jakob

In den 1970er Jahren war Lou Jacobs einer der Gründer des Ringling Bros. and Barnum & Bailey Clown College, an dem er bis 1991 die Meisterklasse unterrichtete. 1987 erhielt er den Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus Lifetime Achievement Award. Ein Jahr später wurde sein Stern im Sarasota's Circus Ring of Fame enthüllt. 1989 wurde Lou in die Circus Hall of Fame in Peru, Indiana, und in die Clown Hall of Fame in Delavan, Wisconsin aufgenommen.

Lou wurde auch auf dem Internationalen Circus Festival in Monte Carlo, Monaco geehrt.

Lou Jacobs starb am 13. September 1992 im Alter von 89 Jahren in Sarasota, Florida, an Herzversagen.

Barnum and Bailey Limited | 26.02.1901

Circus Barnum & Bailey - Wettrennen | 10.10.1900

Barnum and Bailey Limited | 08.08.1900

Souvenir de Barnum et Bailey - Course de Chars romains chez Barnum & Bailey | 27.07.1902

Barnum and Bailey Limited | 25.10.1900

Circus Barnum & Bailey
Prunkwagen von 40 Pferden gezogen | 06.07.1900

Paradeumzug von Barnum und Bailey`s grösste Schaustellung der Erde | 12.06.1900

Barnum and Bailey Katzen - Orchester

Barnum and Bailey Greatest Show on Earth | 23.07.1908

Umzug der Schaustellung von Barnum & Bailey | 28.06.1900

Barnum and Bailey Limited | 06.08.1900

Umzug der Schaustellung von Barnum & Bailey | 28.06.1900

Barnum and Bailey Limited | 26.11.1901

Grosser Parade-Umzug von Barnum und Bailey | 22.08.1900

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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