Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2010
CDV | KAB (Fotos) aus Hannover und Linden
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CDV (Carte-de-Visite) | KAB (Kabinettfotos) | Stereofotos aus Hannover und Linden

Visitenkartenporträt

Als Visitenkartenportrait, Visitenkartenfoto, oder Carte-de-Visite bezeichnet man einfache Portraitfotografien, die Mitte des 19. Jhs. im international quasi-standardisierten Format von 6,0 × 9,0 cm, also etwa in der Größe einer Visitenkarte der damaligen Zeit verbreitet und in Alben gesammelt wurden. Das Verfahren wurde vorwiegend zwischen 1857 bis 1866 genutzt und hielt sich danach noch etwa bis ins Jahr 1900. Bei einigen deutschen Studentenverbindungen wurden die Bilder noch bis in die frühen 1920er Jahre als Erinnerungsstücke verschenkt. Bedeutung erlangten die Visitenkartenporträts als erster fotografischer Massenartikel, der sowohl in Massenproduktion gefertigt wie auch in Massen verbreitet wurde. Vergleichsweise gering ist dagegen der künstlerische Wert. Bei den Visitenkartenporträts handelte es sich um auf Karton aufgezogene Papierkopien von Kollodium Nassplatten Negativen, die mit Spezialkameras belichtet wurden. Dabei wurden nicht kleine Negative vergrößert, die große Problematik bestand vielmehr darin, überhaupt ein entsprechend kleines Aufnahmeformat zu erreichen; um das Jahr 1850 lagen die Plattengrößen zwischen 16,5 × 21,6 cm = Ganzplatte und 5,1 × 6,4 cm = Neuntelplatte.

         

André Adolphe-Eugène Disdéris (1819-1889) Spezialkamera verfügte daher über vier Objektive und eine verschiebbare Plattenkassette. Mithilfe der Mehrfachoptik konnten auf jeder Hälfte der Glasplatte jeweils vier Belichtungen aufgenommen werden; dann wurde die Platte mit Hilfe der Kassette verschoben, und die nächsten vier Belichtungen konnten auf der zweiten Hälfte festgehalten werden. Anschließend wurden auf Albuminpapier Abzüge im Negativformat von etwa 8 × 10 Zoll angefertigt, die in das Visitenkartenformat zerschnitten wurden. Die einzelnen Mini-Portraits waren dann etwa 5,5 × 8 cm bis 6 × 9 cm groß und wurden auf Karton mit Abmessungen von etwa 6,3 × 10 cm montiert. Die Visitenkartenportraits entwickelten sich zu einem enormen Erfolg; allein in England wurden im Zeitraum von 1861 bis 1867 zwischen 300 und 400 Millionen Cartes-de-Visite jährlich hergestellt. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. war es üblich, Visitenkartenportraits zu verschenken und in Fotoalben zu sammeln. Auch von vielen Prominenten wurden Visitenkartenporträts angefertigt, verkauft und gesammelt.

Eine erste Notiz über die Einführung des Visitportraits findet man in der französischen Zeitschrift "La Lumiere" vom 28. Oktober 1854, wo es heißt: "Eine originelle Idee hatten E. Dellesert und Graf Aguado bezüglich der Verwendung kleiner Portraits. Bis jetzt trugen die Visitkarten Namen, Adresse und zuweilen den Titel der Personen, welche sie vorstellten. Weshalb sollte man nicht den Namen durch das Bildnis ersetzen können?". Nach einer anderen Version soll der Herzog von Parma als Erfinder der Visitportraits gelten. Der Herzog hatte 1857 den Einfall auf seine Visitenkarte ein Foto zu kleben. Den wirklichen Aufschwung für die Visitkartenphotographie gab es durch den Pariser Fotografen und "Erfinder" des Visitenkartenportraits André Adolphe-Eugène Disdéri (1819-1889), der im Jahr 1854 auf diese Anwendung des Kollodiumverfahrens in Frankreich ein Patent angemeldet hatte. Um das Jahr 1866 wurde das Visitenkartenformat durch das Kabinettformat aus England abgelöst.

Kabinettformat

Als Kabinettformat (KAB, Cabinetformat oder Cabinet; engl. Cabinet Portrait) bezeichnet man ein um 1866 aufkommendes Format von Abzügen, das etwas größer war als das Visitformat der Visitenkartenportraits. Bei dem fotografischen Kabinettformat handelte es sich um Hochglanzabzüge im Format 14 × 10,5 cm, die auf Karton im Format 16,5 × 11,5 cm aufgezogen wurden. Das fotografische Cabinet-Kartenformat wurde erstmals 1862 von den Fotografen George W. Simpson (1825–1880) und George W. Wilson (1823–1893) für Landschaftsaufnahmen genutzt; es verbreitete sich, aus England kommend und durch die Verwendung durch den Londoner Fotografen Frederick Richard Window, auch für Portraitaufnahmen. Zu Beginn des 20. Jhs. verlor das Kabinettformat zugunsten der Fotopostkarte / Fotoansichtskarte an Bedeutung.

   

Stereofotografie

Als Stereofotografie oder auch Stereophotographie (griech. stereo räumlich, graphein schreiben) bezeichnet man ein Aufzeichnungsverfahren, um dreidimensional erscheinende Bilder zu erzeugen. Hierzu werden zwei Bilder von demselben Objekt aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen. Der Blickwinkelunterschied entspricht dabei meistens dem Abstand der menschlichen Augen und nennt sich in der Stereophotographie auch Basis, durch deren Variation sich verschiedene Effekte erzielen lassen. Zur Wiedergabe werden die beiden Bilder übereinandergelegt und es muss dafür gesorgt werden, dass jedes einzelne Bild nur für das Auge des Betrachters sichtbar ist, für das es bestimmt ist. Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem das eine Schwarzweißbild rot, das andere grün eingefärbt wird und der Betrachter sich das Resultat durch eine Brille mit einem roten und einem grünen Glas ansieht (Anaglyph). In besserer Bildqualität, jedoch mit höherem technischen Aufwand ist der Effekt durch unterschiedliche Polarisation des Lichtes und eine Brille mit Polarisationsfiltern zu erzielen.

   

Das Polarisationsverfahren wird oft in 3D-Kinos verwendet. Bei einem älteren Verfahren werden die beiden Bilder nebeneinander auf eine Karte gedruckt und durch eine Spezialbrille betrachtet, die die Karte in einem festen Abstand vor den Augen fixiert und durch Speziallinsen den Blick jedes Auges auf jeweils eines der Bilder fokussiert. Eine interessante Variante ist die Random Dot Stereographie, auch bekannt durch die Bücher der "Magic Eye"-Serie.

Ateliers und Fotografen aus Hannover und Linden

  • Atielier Gustav A. Abel Königstraße 52., Hannover
  • Atelier Karl Achenbach Königstraße 52., Hannover, gegr. vor 1914
  • Atelier H. Barten Georgstraße 1., Hannover, gegr. vor 1921
  • Photograph B. Berger Schillerstraße 34 a., Hannover
  • Atelier August Bies Schillerstraße , Hannover
  • Atelier E. Bohrmann Heinrichstraße 15., Hannover
  • Photographisches Atelier Wilhelm Ernst Angerstraße 13 a., Hannover
  • Atelier Jean-Babtiste Feilner Georgstraße 25., Hannover
  • Atelier Focke & Ahlfeld Langelaube 25., Hannover
  • Atelier Richard Freundt Feld Straße 2 a., Hannover
  • Atelier Paul Frommelt Luisenstraße 8., dann Cellerstrasse 19., Hannover
  • Fotografische Kunst-Anstalt Julius Giere Sophienstraße 5., gegenüber dem Museum Hannover
  • Atelier H. Gläscher Große Aegidienstraße 3., Hannover
  • Atelier Arno Graeb Voss Straße 32., Hannover
  • Anstalt für Vergrösserung und Fotografie Atelier Hannovera Große Packhofstraße 34., Hannover
  • Atelier Paul Hassert Welfenplatz 16 a., Hannover
  • Atelier Gustav Haupt Bischofsholerdamm 7., Hannover
  • Photographisches Atelier Ferd. Hennig Nikolaistraße 45., Hannover
  • Photographisches Atelier G. Heller Friesenstraße 17., Hannover
  • Photographisches Atelier Julius Helmke Mehlstraße 6., Hannover
  • Atelier Hesse Große Packhofstraße 34., Hannover
  • Atelier W. Kabus Christuskirche 11., Hannover
  • Photographisches Atelier Fritz Kayser Engelbostlerdamm 6., dann Nordmannstraße 12., Hannover
  • Atelier Georg Knirim Georgstraße 18., dann Aegidienthorplatz 1., Hannover
  • Atelier P. Knoblich Georgstraße 1., Hannover
  • Atelier W. König Bahnhofstraße 4., Hannover
  • Photographisches Atelier Chr. Körtling Langelaube 40., dann Georgstraße 25., Hannover
  • Atelier Carl Lambrecht Luisenstraße 3., Hannover
  • Photographisches Atelier Georg Leineweber Georgenstraße 30., Hannover
  • Atelier Eugen Luves Nicolaistraße 5., Hannover
  • Atelier Hans Lüders Andertensche Wiese 15., Hannover
  • Atelier Wilhelm Mendelson American Bazar Georgstraße 11., Hannover
  • Atelier Merck & Rosenstein Georgstraße 8., Ecke Schiller Straße Hannover
  • Atelier Hermann Mevius Marien-Straße 22 a., gegenüber der Wolfstraße Hannover
  • Atelier Albert Meyer Georgstraße 24., Hannover
  • Atelier Carl Michelmann Georgstraße 1. Ecke der Münzstraße früher: Mehlstraße 6., Hannover
  • Hoffotograf Alexander Moehlen Georgsplatz, Eingang Landschaftstraße 4., Hannover
  • Fotografisches Atelier und Vergrösserungsanstalt August Nolte Holzmarkt 6., am Leinenschlosses Hannover
  • Photographische Anstalt Wilhelm Nordahl Humboldtstraße 1., Ecke der Adolfstraße Hannover
  • Photographisches Atelier Carl Oppermann Engelbostlerdamm 82., Hannover
  • Atelier C. Pagendorf Georgstraße 17., Hannover
  • Atelier Photograph Hermann Ramm Cellerstraße 146., Hannover
  • Atelier Georg Reese Goseriede Hannover
  • Atelier F. Reinecke Neuer Weg 3., Hannover
  • Atelier F. Renziehausen Langelaube 2., Hannover
  • Fotografische Anstalt H. Richers Celler Straße 146., Hannover
  • Photographisches Atelier E. Rohrmann Heinrichstraße 14., Hannover
  • Atelier C. H. Ross Cellerstraße 146., Hannover
  • Atelier Samson & Co. Ernst August Platz 5., Hannover
  • Atelier C. Schrader`s Nachfolger Bahnhofstraße 1., Hannover
  • Atelier E. W. Schulze Georgstraße 16., Eingang neben Sprengel Hannover
  • Atelier für Photographie Carl Thies Höltystraße 13., Hannover
  • Atelier Emil Tiedemann Ernst August Platz 5., Hannover
  • Photographisches Atelier Friedrich W. Tilemann Flüggestraße 12., Hannover
  • Atelier Ernst Tremper Celler Straße 19., Hannover
  • Atelier Eugen Willenius Lavesstraße 8., Hannover
  • Atelier Karl Friedrich Wunder (1815-1893) Friedrichstraße (heute: Friedrichswall) Hannover gegr. 1844
  • Atelier Otto Wunder (1844-1921) - 1. Sohn von Karl Friedrich Wunder Schillerstraße, dann Königstraße
              Hannover gegr. 1870
  • Atelier Karl Wunder (1849-1824) - 2. Sohn von Karl Friedrich Wunder Friedrichstraße Hannover
              übernahme des Ateliers 1875
  • Atelier H. Brandes Ricklingerstraße 19., Hannover-Linden
  • Porträt Institut K. Himmelreich von Alten-Allee 23., HAnnover-Linden
  • Atelier W. Kabus Deisterstraße 1., (Ihmebrücke) Hannover-Linden
  • Atelier Otto Kamm Deisterstraße 2. / Fortunastraße 12. / Limmerstraße 7., Hannover-Linden
  • Atelier Herm. Mackenroth Deisterstraße 1., Hannover-Linden
  • Atelier Hans Meyer Am Küchengarten 2. / Limmerstraße 7. / Spinnereistraße 1., Hannover-Linden
  • Atelier Chr. Miehe Deisterstraße 1., Hannover-Linden
  • Atelier für Photografie Adolf Nöthel & H. Deike Deisterstraße 1., Hannover-Linden
  • Atelier Carl Oppermann Engelbostlerdamm 4., Filiale Hannover-Limmer
  • Atelier Willi Sauerbrei Limmerstraße 16., Hannover-Linden
  • Atelier für Photografie Carl Thies Deisterstraße 1., (Ihmebrücke) Hannover-Linden
  • Photographische Anstalt Fr. Walkenhorst Deisterstraße 2., Hannover-Linden

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / CDV / KAB / Stereofotos

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